Mirjam hat geschrieben: Fr 26. Mär 2021, 18:17das klingt ja alles recht nachvollziehbar und fundiert, was sie sagt. Aber bei etwa 5:57 kommt dann "Möglicherweise ist das Risiko bei Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, erhöht", und genau das verunsichert mich wieder, denn die Pille ist ja im Endeffekt auch ein Östrogenpräparat.
Die Verunsicherung kann ich verstehen. Der Hormonkram ist auch nicht so easy. Aber! "Die meisten Antibabypillen enthalten das künstliche Östrogen Ethinylestradiol, das mit verschiedenen synthetischen Gestagenen kombiniert wird." (
Wiki)
Etinylestradiol ist, kurz gesagt, nie eine gute Idee. Lebertoxisch, Thrombosegefahr. Letzteres laut Studien durch die Kombination mit Gestagenen. Trotzdem werden diese Pillen millionenfach über Jahrzehnte geschluckt.
Eine bekannte Nebenwirkung der Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva ist das Auftreten venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE), auf die in den Produktinformationen hingewiesen wird. Das Risiko ist erhöht bei Antibabypillen mit bestimmten Progestagenen der 3. und 4. Generation gegenüber solchen, die Norethisteron oder Levonorgestrel enthalten. [...] Im Januar 2014 veröffentlichte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Ergebnis eines Risikobewertungsverfahrens für kombinierte orale Kontrazeptiva, die Desogestrel, Gestoden, Norgestimat, Etonogestrel, Drospirenon, Dienogest, Chlormadinon, Nomegestrol oder Norelgestromin enthalten.[66] Demzufolge betrage das geschätzte Risiko für ein Auftreten venöser thromboembolischer Ereignisse pro 10.000 Frauen pro Jahr:
Circa 5 bis 7 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthält,
Circa 6 bis 12 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Etonogestrel oder Norelgestromin enthält,
Circa 9 bis 12 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon enthält.
Die verfügbaren Daten zu Kombinationspräparaten, die Chlormadinon, Dienogest oder Nomegestrol enthalten seien nicht hinreichend, um das Risiko einschätzen zu können. Zum Vergleich: Bei Frauen, die keine oralen Kontrazeptiva anwenden (Nichtanwenderinnen) und nicht schwanger sind, treten jährlich etwa 2 Fälle von VTE pro 10.000 Frauen auf.
Im Dezember 2018 wurde nach einer neuen Studienauswertung auch das Risiko für Dienogest-Ethinylestradiol-Kombinationen beziffert, welches auf 8 bis 11 Fälle pro 10.000 Frauen pro Jahr geschätzt wird und somit gegenüber Antibabypillen der ersten Generation ebenfalls leicht erhöht sei.[67]
(
Wiki)
Wir nehmen aber weder Etinylestradiol, noch jene Gestagene, sondern reines 17b-Estradiol, das auch in XX-Körpern in natürlichen Konzentrationen auftritt, die weit über unseren Pegeln liegen - zum Beispiel kurz vor dem Eisprung. Wenn überhaupt, ist unser System eher mit nicht-pillen-konsumierenden Menschen vergleichbar.
Und die Thrombosen durch "die Pille" sind tiefe Venenthrombosen, in der Regel in den Beinen, die _nicht_ durch diesen Blutplättchenmechanismus wie bei den AZ-Fällen entstehen, sondern durch "normale" Verklumpung. Ganz anderer Mechanismus.
Diese "normalen" Thrombosen, die durch "die Pille" begünstigt werden, sind bei den mit AZ geimpften _nicht_ beobachtet worden, bzw. sogar in _geringerer_ Zahl, als im ungeimpften statistischen Mittel zu erwarten gewesen wäre (die 2/10000 oben). Das ist natürlich auf statistische Schwankungen zurückzuführen, denn 2/10000 ist schon ziemlich wenig.
Das heisst, ausgehend _davon_ begünstigt AZ keine der "Pillen-Thrombosen", obwohl natürlich sehr viele Pillen-Konsumentys geimpft wurden. Sprich:
Da muss ausser "Pille" noch was anderes als zusätzliche, seltene Ursache mit im Spiel sein.
Und zuletzt möchte ich mal die Zahlen in Beziehung setzen, auch wenn die Art der Thrombosen nicht vergleichbar ist. Das Thromboserisiko, dass eine Person mit "der Pille" in Kauf nimmt, ist ca 8/10000, also 4mal höher, als normal.
Die aufgetretenen Sinusvenenthrombosen waren 7 von 1,6 Mio Impfungen, also 0,044/10000, also 227mal geringer, als das Pillenrisiko.
Heisst für mich: Was normale Thrombosen angeht, bedeutet der AZ-Stoff kein erhöhtes Risiko, auch nicht wenn du viel Östrogen nimmst. Und für die speziellen Sinusvenenthrombosen ist nicht Östrogen entscheidend und selbst dann ist das "erhöhte" Risiko um Größenordnungen geringer. Das Zeugs ist also sehr sicher.