Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer-ID zur Bürgernummer
Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer-ID zur Bürgernummer - # 2

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Jasmine
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Re: Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer„ID zur Bürgernummer

Post 16 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Eigentlich finde ich die Idee nicht schlecht. Aber ich denke das diese Neuerung so einfach durchgewunken wurde, im Schatten der Corona-Krise. Ich bin mal gespannt welchen Vorteil ich davon haben werde.
Liebe Grüße Jasmine
Patricia
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Re: Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer„ID zur Bürgernummer

Post 17 im Thema

Beitrag von Patricia »

Kathi87 hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 11:16 Ein kleines Beispiel warum so etwas Sinnvoll ist:
Namensänderung bei der Bundeswehr, beim Personalfeldwebel den Nachweis abgegeben, im Zentralregierst wurde das geändert und man findet mich in der Bundeswehr egal welche Stelle nur noch unter dem Namen.

Namensänderung bei Einwohnermeldeamt, ich musste so ziemlich jede Behörde separat anschreiben und den Nachweis erbringen weil es keine Zentralrzuordnung gibt.
Ich finde es Sinnvoll, da es viele Abläufe beschleunigen wird und gewisse Sachen auch verselbstständlichen wird.

Datenschutz wird in unserem Land schon gut beachtet und witzig finde ich jeden der mit seinem Smartphone im Internet unterwegs ist und sich über mangelnden Datenschutz beschwert.
Genau hier sehe ich die Gefahr, es wird davon gesprochen 50 Datenbanken miteinander über die Steuer-ID zu veknüpfen, und nicht davon eine neue Datenbank zu schaffen. Es werden weiterhin 50 verschiedene Datenbanken sein, welche ein mindestens 50 verschiedenen Behörden gepflegt werden. aus meiner recht langen Erfahrung bei der Arbeit in der IT eines internationalen Konzerns, der aus verschiedenen Firmen zusammengewachsen ist, funktioniert so etwas mehr schlecht als Recht. Und genau hier sehe ich das Problem. Es reicht nur eine einzige Datenbank deren Datensätze nicht angepasst werden und schon erfolgt ein Zwangsouting oder es ergeben sich Probleme weil die Daten anscheinend nicht stimmen.

Es wird sich da mit Sicherheit nichts daran ändern, dass wir sämtliche Behörden anschreiben müssen und um Aktualisierung der Daten bitten müssen.

hinzu kommt eben der Einwand den Mirjam gemacht hat. Es mag zwar sein , dass Datenschutz in unserer Gesellschaft angeblich groß geschrieben wird, meine Erfahrungen auf diesem Gebiet sind jedoch so, dass der Datenschutz ständig und überall verletzt wird. Und wie in dem von Mirjam erwähntem Beispiel reicht ja schon eine einzige Person welche diesen Datenschutz verletzt um das Leben einer anderen Person zur Hölle zu machen.

Das sind die Punkte die für mich dieses thema eher als Problem sehen lassen.

Was meine Erfahrungen um das Thema Datenschutz angeht, ich war die letzten zwei Jahre meiner Arbeitszeit in dem oben erwähntem internationalem Konzern auch mit für den Datenschutz verantwortlich und glaubt mir, in der Praxis interessiert der Datenschutz nur wenige Personen. Ich habe mir die Zähne an Datenschutzproblemen unseres Unternehmens ausgebissen, hören wollte nicht wirklich jemand auf mich, sondern es wurde immer gesagt ich würde übertreiben. Dabei habe ich nur versucht offizielle Vorgaben durchzusetzen....

LG Patricia
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Kathi87
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Re: Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer„ID zur Bürgernummer

Post 18 im Thema

Beitrag von Kathi87 »

Patricia_cgn hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 13:39 Genau hier sehe ich die Gefahr, es wird davon gesprochen 50 Datenbanken miteinander über die Steuer-ID zu veknüpfen, und nicht davon eine neue Datenbank zu schaffen. Es werden weiterhin 50 verschiedene Datenbanken sein, welche ein mindestens 50 verschiedenen Behörden gepflegt werden. aus meiner recht langen Erfahrung bei der Arbeit in der IT eines internationalen Konzerns, der aus verschiedenen Firmen zusammengewachsen ist, funktioniert so etwas mehr schlecht als Recht. Und genau hier sehe ich das Problem. Es reicht nur eine einzige Datenbank deren Datensätze nicht angepasst werden und schon erfolgt ein Zwangsouting oder es ergeben sich Probleme weil die Daten anscheinend nicht stimmen.
Vielleicht solltest du das anders sehen.

Wo ist es mehr ein "Zwangsouting", wenn ich einmal etwas ändern muss und vieles gleichzeitig geändert wird, auch wenn 1-2 Datenbanken vergessen werden und ich da nachbessern muss?
Oder wenn du immer wieder angeschrieben wirst mit deinem deadname und du dich jedes mal wieder erklären musst und das beweisen musst, nur weil es kein übergreifendes System gibt?

Abgesehen vom Komfort.

Abgesehen davon, ich verstehe das Problem nicht mit dem Outing nicht? Es müssen eh erst alle Daten geändert werden, so lange wirst du falsch angeschrieben, danach nicht mehr.
In meinen Augen hat es wenig mit Zwangsouting zu tun. Für mich ist Zwangsouting wenn jemand z.B. meine Kameradinnen vorab über mich aufklärt, da dieses Recht mir zu grunde liegt.
Es ist besser, für das was man ist, gehasst,
Als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
Patricia
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Re: Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer„ID zur Bürgernummer

Post 19 im Thema

Beitrag von Patricia »

Kathi87 hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 16:12 Wo ist es mehr ein "Zwangsouting", wenn ich einmal etwas ändern muss und vieles gleichzeitig geändert wird, auch wenn 1-2 Datenbanken vergessen werden und ich da nachbessern muss?
Oder wenn du immer wieder angeschrieben wirst mit deinem deadname und du dich jedes mal wieder erklären musst und das beweisen musst, nur weil es kein übergreifendes System gibt?

Abgesehen vom Komfort.

Abgesehen davon, ich verstehe das Problem nicht mit dem Outing nicht? Es müssen eh erst alle Daten geändert werden, so lange wirst du falsch angeschrieben, danach nicht mehr.
In meinen Augen hat es wenig mit Zwangsouting zu tun. Für mich ist Zwangsouting wenn jemand z.B. meine Kameradinnen vorab über mich aufklärt, da dieses Recht mir zu grunde liegt.
Ich weiß nicht ob du weißt wie Datenbanken funktionieren. Um sie miteinander zu verknüfpen so wie in dem Artikel die Rede ist, reicht es jede Datenbank um jeweils eine Spalte zu erweitern. Der Arbeitsaufwand dafür ist meist sehr überschaubar. Schon kann man verschiedene Datenbanken gleichzeitig abfragen und bekommt alle Daten zu dem gesuchten Begriff.
Dieser Datenabgleich ist aber in der Regel nur unidirektional, d.h. er erfolgt nur in eine Richtig. Mitnichten kann man hier davor sprechen, dass Daten wie eine Personenstandsänderung oder Vornamensänderung automatisch in alle Datenbanken übertragen werden. Um das zu bewerkstelligen ist wesentlich mehr Aufwand nötig, richtig viel Zeit und Knowhow. Von der Fehleranfälligkeit einer solchen Lösung nicht zu sprechen.
Wir sprechen hier immer noch von 50 getrennten Datenbanken/Registern die weiterhin selbständig arbeiten und nur um ein weiteres Merkmal ergänzt werden.
Wenn es hier darum ginge, dass eine komplett neue Datenbank aufgebaut wird in der alle Daten gespeichert werden, würdest du recht haben, es wäre eine Vereinfachung.

Das Problem das ich mit solchen Lösungen habe, ist dass unberechtigte Personen evtl. mehr Daten zur Verfügung bekommen als sie benötigen um zu arbeiten, das widerspricht dem Prinzip der Datensparsamkeit welches beim Datenschutz beachtet werden sollte.

LG Patricia
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Re: Vernetzte Register: Bundestag macht die Steuer„ID zur Bürgernummer

Post 20 im Thema

Beitrag von Lana »

Patricia_cgn hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 16:40 Ich weiß nicht ob du weißt wie Datenbanken funktionieren. Um sie miteinander zu verknüfpen so wie in dem Artikel die Rede ist, reicht es jede Datenbank um jeweils eine Spalte zu erweitern. Der Arbeitsaufwand dafür ist meist sehr überschaubar. Schon kann man verschiedene Datenbanken gleichzeitig abfragen und bekommt alle Daten zu dem gesuchten Begriff.
Dieser Datenabgleich ist aber in der Regel nur unidirektional, d.h. er erfolgt nur in eine Richtig. Mitnichten kann man hier davor sprechen, dass Daten wie eine Personenstandsänderung oder Vornamensänderung automatisch in alle Datenbanken übertragen werden. Um das zu bewerkstelligen ist wesentlich mehr Aufwand nötig, richtig viel Zeit und Knowhow. Von der Fehleranfälligkeit einer solchen Lösung nicht zu sprechen.

Ich befürchte auch, dass es lediglich eine Arbeitserleichterung für Behörden ist, mit der Möglichkeit, Abfragen viel weitreichender durchzuführen als bisher. Vor allem kann das dann automatisiert werden, indem man z. B. gleichzeitig nach Merkmalen sucht, die bei verschiedenen Stellen liegen. Als Bürger darf man aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiterhin alle betroffenen Stellen einzeln mit seinen Daten bespaßen, z. B. bei Änderungen. Behörde A kann dann zwar in Zukunft abfragen, ob eine Pä bei Behörde B bereits vorgenommen wurde, hat aber keine Möglichkeit, dies dort zu veranlassen bzw. selbst durchzuführen. Man darf also weiterhin selbst zu Behörde B gehen und dort die passenden Formulare ausfüllen. Ergo kein Vorteil für den Bürger, er kann aber einfacher überwacht werden.

Das Problem das ich mit solchen Lösungen habe, ist dass unberechtigte Personen evtl. mehr Daten zur Verfügung bekommen als sie benötigen um zu arbeiten, das widerspricht dem Prinzip der Datensparsamkeit welches beim Datenschutz beachtet werden sollte.
Ein wichtiger Punkt:
Daten, die nicht existieren, müssen nicht aufwendig geschützt werden.
Zugriffsmöglichkeiten, die es nicht gibt, müssen nicht permanent administriert und aktuell gehalten werden.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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