ich bin ja hier im Forum eigentlich nicht dafür bekannt allzu tief in mein Seelenleben blicken zu lassen.
Ja, ich finde es grundsätzlich unpassend über tiefere Empfindungen und Sorgen in einem Internet-Forum zu schreiben.
Weil das hier ein sehr spezielles Forum mit besonderen Menschen ist und ich den Eindruck haben dass die Beteiligten hier mehr aufeinander und auf die Vertraulichkeit und Integrität achten, komme ich doch mal aus der Deckung:
Irgendwie hab ich seit 1/2 Jahr das Gefühl auf einer schiefen Ebene zu sein. Ich rutsche eigentlich ständig tiefer in das Leben als Frau rein ohne dass ich das bewußt entschieden hätte. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich das eigentlich nicht will.
OK, für mich ist es ja rein optisch ziemlich leicht das tägliche Leben als Frau zu bestreiten, solange ich Arbeit und das sonstige (nicht involvierte) soziale Umfeld irgendwie auf Distanz halte. Ich hatte ja auch schon an anderer Stelle angemerkt, dass mich die Erfahrung mehrere Tage Eva zu sein ziemlich beeindruckt hat.
Aber es geht nicht so weiter.
Meine Konzentration leidet - meine Arbeitsqualität sinkt dadurch - der private Lebens-Fokus verschwimmt und meine Zeit und Energie verwende ich mehr für Äußerlichkeiten als mir gut tut. Schließlich bin ich wirklich nicht die Beauty Queen...
Bis Anfang 2020 war ich eben nur gelegentlich und mit langen Unterbrechungen als Eva unterwegs.
Mal mit gleichgesinnten Bekannten einen Wein trinken, mal alleine in der Stadt zum einkaufen oder auch mit dem Rad unterwegs.
Einfach das Gefühl genießen als halbwegs attraktive Dame gesehen zu werden und sich vom Wind die Beinen streicheln lassen....
(Ja gut, Narzissmus spielt auch eine Rolle wenn ich in den Spiegel schaue...)
Das passte alles ganz gut zu meinem privaten Lebensrhytmus, zu meiner Arbeit und zu meinem Selbstbild. (Mann mit einem Faible für das weibliche.)
Drag in einer milden Ausprägung, irgendwie.
Über die Entwicklung und die Signale im einzelnen, die ich an mir in letzter Zeit wahrnehme muss ich eigentlich gar nicht viel schreiben....
Die die ich hier anspreche, kennen die ja selber. Lese ich jedenfalls aus vielen Beiträgen so raus.
Zeit der Entscheidung!
Nicht ob ich als Mann oder Frau leben will - so schwarz / weiss ist das ja nicht - sondern welche Richtung ich verfolgen will und auch verantworten kann.
Im Sinne einer Entwicklung also.
Irgendwer hat das sogar als Motto in seinem Profil:
Der Narr tut was er nicht lassen kann, der Weise läßt was er nicht tun kann.
Dabei dachte ich, ich bin da angekommen wo ich sein will. (Das stimmte auch bis Anfang des Jahres)
Aber gut es bleibt nichts wie es ist!
Gemütlichkeit ade' - es ist wieder mal Arbeit an der Persönlichkeit erforderlich.
Warum schreib ich das eigentlich alles?
Nun, zum einen hoffe ich auf Reaktionen, Meinungen, Erfahrungen, was auch immer. Davon werd ich zwar nicht wirklich stark beeinflusst, aber es erweitert den Horizont.
Zum anderen: ich denke es gibt gerade hier Menschen, die diese Situation kennen oder zukünftig mal an so einen Punkt kommen. In dieser Runde würde ich mich über einen Austausch freuen:
Wie war das bei Euch ?
Wie habt ihr solche Lebensweg Entscheidungen getroffen ?
Was hat Euch beeinflußt ?
Seid Ihr glücklich damit ?
So, jetzt schnell auf SENDEN Knoopf drücken, bevor ich mir das noch einmal anders überlege und den Threat lösche bevor es ihn gibt.
Liebe Grüße
Eva