Das ist Deine Sicht der Dinge, dass heißt nicht das andere Menschen automatisch das auch so sehen müssen.MichiWell hat geschrieben: Mi 22. Jul 2020, 07:45 Andere kommentarlos auf die Schleimspur der rechten Ideologie zu lenken, halte ich für keine gute Idee!![]()
Jeder kennt den Spruch "Die Intoleranz der Toleranten" oder den Begriff "Meinungsdiktatur" - durch einseitige Sichtweise liefert man den lautesten Schreiern doch erst die Munition. Lesen resp. hören, nachdenken, ruhig und sachlich argumentieren und versuchen zu überzeugen. Es gelingt in vielen Fällen nicht. Jeder verharrt auf seinem Standpunkt, schaut nicht links und schaut nicht rechts.
Einen Artikel in den Medien kommentiert weiterzugeben ist schon Beeinflussung, den/die Leser/in auf das Kommende einstimmen... lenken... manipulieren.
Ich habe etwas Erfahrung wie die Spiel läuft. Seit 4-½ Jahren betreibe ich eine Informationsseite, täglich mit allerlei Nachrichten und interessanten Themen gefüttert die zu Ort und Umland passen. Es sind Beiträge dabei, die von mehreren zehntausend Menschen aufgerufen werden. Spitzenwert war einmal über 65.000 "unique users", so wird es in der Statistikauswertung genannt. Wie sehr man Leser/innen steuern kann weiß ich aus eigener Erfahrung. Ob ein sachlicher Polizeibericht der Wort für Wort übernommen wird, der Pressemitteilung aus dem Rathaus und der Kreisverwaltung, oder aber freie Themen die aktuell von Interesse sind... man kann lenken. Das sieht man an Reaktionen ähnlich wie bei Facebook oder an den Kommentaren. Auf meiner Informationsseite muss sich niemand anmelden, jedem steht es frei zu reagieren und zu kommentieren - oder auch nicht. Damit gehe ich auch ein Risiko ein verbal angegriffen oder beleidigt zu werden. Aber alles halb so wild - bislang waren es vielleicht zehn Fälle in der Zeit. Maulhelden waren es eben, die bald verstummten und ihre Drohungen nicht wahr machten. Geholfen hat dabei fast immer der gesunde Menschenverstand anderer Leser/innen, die sich auch zu Wort meldeten.
Danke! Du hast es für mich auf den Punkt gebracht! Ich lebe genau in einer Situation wie Du. Nicht nur Toleranz einfordern, selbst tolerant sein. Sich anpassen, eingliedern, keine Sonderstellung fordern. Das funktioniert einfach nicht. Mit Rücksicht auf meine Frau, die mittlerweile volljährigen Kinder, Verwandschaft und Bekanntschaft halte ich es genauso wie Ulrike-Marisa - keine rechtliche Namensänderung, keine GAOP. Alles bleibt wie es ist.Ulrike-Marisa hat geschrieben: Mi 22. Jul 2020, 09:09 Als selbst Betroffene können wie eigentlich nur mit Toleranz und Zurückhaltung reagieren; eigene Räume für Transpersonen wird es in absehbarer Zukunft wohl eher nicht geben. Da müssen sich halt alle ein wenig an die Gegebenheiten der Gesellschaft anpassen; ist meine persönliche Meinung und die gegebenen eigenen Freiräume nutzen. Ich lebe für mich als Ulrike, habe aber keine rechtliche Namensänderung mit Rücksicht auf meine Frau und auch keine GAOP, also halte ich mich zurück. Fordern kann ich vieles, ob das auch genehmigt wird, entscheiden nun mal unsere gewählten Repräsentanten in der Demokratie, in der wir leben.
Vor etlichen Jahren, es muss noch in dern 1990er-Jahren gewesen sein, hatte ich mit der Autorin eines Buches eine Zeitlang eMail-Kontakt. Sie hatte ihren Lebensweg in Worte gefasst und verlegen lassen. Ein Lebensweg, nicht unähnlich von denen die hier im Forum regelmäßig zu lesen sind. Ein Lebensweg den ich persönlich nicht bereit bin zu gehen.
Kurzfassung:
Irgendwann festgestellt, dass da noch etwas anderes ist, Verkleidungsspiele, sexuelle Erfüllung, Wunsch nach mehr. Der schwere Gang durch die Instanzen, der einjährige "Alltagstest", Hormonersatztherapie bis hin zur GOAP.
Das Resultat erschütternd:
Familie verloren, Freundeskreis nicht mehr vorhanden, Arbeit verloren, finanziell ruiniert, Obdachlosenunterkunft - das einzige was noch von etwas Wert war: der Stapel unverkaufter Bücher, den ihr der Verlag hatte zukommen lassen.
Jeder Mensch muss seinen Weg finden, besonders wir sollten uns jeden Schritt genau überlegen. Nicht nur das Optimieren des eigenen körperlichen Wohlbefindens darf ausschließlich im Vordergrund stehen. Familie, Freunde und Bekannte, dass gesamte soziale Umfeld, die berufliche Zukunft, finanzielle Sicherheit - alles ist für unser Leben von Bedeutung. Wir sind soziale Wesen, für ein Leben in Einsamkeit sind die wenigsten geschaffen.
Anpassen, Tolerant sein, sich andere Meinung anhören ohne gleich an die Decke zu gehen, sich arrangieren können. Das ist eine Idealvorstellung.
Sich arrangierten können, dazu habe ich eben durch Zufall ein schönes Beispiel gefunden: Unser Kater - ein Freigänger - mag es nicht, wenn der Saugroboter in der unteren Etage seine Runden dreht. Anfangs ist er sofort nach draußen gestürmt, nun liegt er auf der zweiten Treppenstufe und beobachtet das seltsame Gefährt auf seinem Weg durch die Räume. Der Kater hat erkannt, dass das lärmende Ding nicht Treppen steigen und ihm gefährlich werden kann. Er läuft nicht mehr weg, sondern beobachtet das Ding von erhöhter Warte. Katerchen hat sich mit dem für ihn unheimlichen Apparat arrangiert. Man muss nicht alle oder alles lieben, aber man kann damit leben.
Das ist meine Sicht auf Dinge - andere sehen es vielleicht anders. Und das ist auch gut so. Zuhören, akzeptieren das andere Menschen andere Meinungen haben. Man ist nicht gezwungen sie sich zu eigen zu machen, aber man sollte zumindest in der Lage sein sie zu tolerieren.
Bleibt gesund!