In ein paar Tagen hat mein Sohn Geburtstag und natürlich muss er gefeiert werden, draußen und scheibchenweise, den Virusmaßnahmen geschuldet. Im Wesentlichen geteilt nach Familie und Klassenkameraden.
Und wer Kinder hat, weiß wie wichtig so ein Geburtstag sein kann - jedenfalls kam er heute in seiner Vorfreude schon auf mich zu und meinte zu mir:
"Papa, ich möchte, das Du dich schön anziehst"
"natürlich ziehe ich mich schöner an" (ich hatte gerade am Auto geschraubt)
"nein, ganz schön"
"äh was meinst Du?"
"Dein neues blaues Kleid!"
Uff!
Ich habe ihn zuerst mal vertröstet und bin unbestimmt geblieben, aber jetzt arbeitet es in mir:
Das Kleid fällt aus dem Rahmen dessen, was ich sonst trage, es ist deutlich femininer. Aus diesem Grund kennt es auch meine Frau (noch) nicht, und ich bin mir auch nicht sicher ob es mir nicht zu weit geht, auch wenn es mir gefällt und ich mir darin auch gefalle.
Dass es mein Sohn gesehen hat, war die nächste Überraschung, dass er es sich gemerkt hat, erst recht.
Und dann bleiben die Zweifel bzgl. der doch weiten Kreise wie Schule und Verwandtschaft die es automatisch zieht.
Vielleicht bewerte ich das natürlich auch falsch, da bislang praktisch jeder die Chance hatte mich in Rock oder Kleid zu sehen oder es zumindest zu erfahren - wenn auch in einem anderen Stil.
Vielleicht ist es ja entgegen meiner Empfindung für andere Menschen völlig gleichwertig, ob ein Kleid schlicht "maskulin"
Ich tendiere gerade zu "konservativerer" Kleidung, auch wenn ich mich jetzt genötigt sehe, das Kleid meiner Frau bald vorzustellen, weil es mein Sohn sicher wieder thematisiert.
Aber eigentlich bin ich noch nicht so weit, auch wenn ich insgeheim davon träume das Kleid ganz öffentlich in meinem Umfeld zu tragen.
Und irgendwie nervt es mich immer mehr, auf irgendetwas wie das Umfeld oder "die Gesellschaft" Rücksicht zu nehmen
LG
Vincent