Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit
Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-01-22
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 16 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Hallo Lisa,

ich möchte einiges aus deinem Beitrag hier zitieren und über meine Erfahrung hierzu schreiben.
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Corona und Trans — was macht es mit mir?
Was haben die beiden Dinge miteinander zutun — eigentlich nichts.
Aber das eine wirkt als Verstärker zum anderen.
Die Einsamkeit wurde noch mehr erhöht.
Ich führe einen Single-Haushalt und kenne mich mit "Isolation" recht gut aus. Für mich finde ich das Single-Dasein völlig ok und komme somit auch sehr gut allein zu recht. Ich bin auch nicht der Mensch, der dauernd Leute um sich braucht. Ich habe auch noch nie in einer Beziehung (gemeinsam in einer Wohnung) gelebt - das wäre eine riesengroße Umstellung für mich. Was also meine heimischen Aktivitäten anbelangt, schränkt mich die Krise zur Zeit nicht ein. Deine von dir angesprochene "Einsamkeit" betrifft in meinem Fall andere Dinge. Soziale Kontakte außerhalb meiner Wohnung sind derzeit praktisch nicht vorhanden, was mir schon sehr wehtut. Quasi alle von mir geplanten Aktivitäten liegen auf Eis, bzw. wurden verschoben.

Ich habe mich wöchentlich mit Frau Myrczek (Gleichstellungsbeauftragte) ausgetauscht und war somit öfters in ihrem Büro - geht zur Zeit nicht. Projekte mit der eo plauen Galerie wurden auch ausgesetzt und ein Besuch in deren Büroräumen ist derzeitig auch nicht möglich, bzw. haben wir uns dafür entschieden, dies aufzuschieben. Weitere Beispiele könnte ich nun folgen lassen... Auch Besuche bei Bekannten/Freunden lassen ich gerade aus - einzig meine Mama (und Herbert) besuche ich regelmäßig, werde auch zu Ostern wieder nach Reichenbach fahren.

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Was hat mir mein Weg bisher gebracht.
Ich bin selbstzufriedener mit mir und definitiv glücklicher, aber genauso einsam wie bisher.
Auch wenn sich deine Zeilen hier negativ lesen, besonders der letzte Teil, so sehe ich eigentlich keine große Veränderung zu deinem "voherigen" Leben. Wenn du schreibst, daß du "vorher" auch einsam warst, aber nun gleichzeitig "selbstzufriedener" und "glücklicher" bist, dann ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Darf ich dich fragen, was du bisher getan hast, um mit Leuten in Kontakt zu kommen und so einen gewissen Freundeskreis aufzubauen? Und wenn ich lese, daß es dir schwerfällt allein zu sein, dann sind dir persönliche Kontakte auch sehr wichtig, richtig?

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich hatte nicht viele Soziale Kontakte, aber nun gar keine mehr.
Es fehlt mir die nähe zu Menschen und sie auch mal in den Arm nehmen zu können.
Es fehlt mir am meisten "der Mensch" an den ich mal meinen Kopf anlehnen kann"¦
Es fehlt mir die "Liebe" in meinem Leben"¦ - sie ist mir nicht vergönnt gewesen.
Bis auf deinen ersten Satz, sehe ich in den anderen Zeilen viele Ähnlichkeiten zu meiner Person. Soziale Kontakte zu knüpfen, fiel mir als CD eigentlich nicht schwer. Aber als Single fehlt es mir halt, genau wie dir, einen Partner an der Seite zu haben, wo man sich mal ausheulen kann, intimes oder über Probleme sprechen kann. Da muß ich sagen bin ich sehr froh meine Mama zu haben, denn sie ist meine Bezugsperson, wo ich auch mal ein paar Tränen lassen kann und ein Gespräch WUNDER helfen kann. Wie sieht es damit bei deiner Familie/Eltern aus?

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich hoffe ich finde wieder die Kraft die einst mal da war.
Den Mut zum Leben"¦, den Mut wieder auf Menschen zuzugehen"¦, den Mut helfende Hände zu fassen"¦
Um aus diesem Loch herauszukommen, muß man einfach Stärke zeigen, sonst hängt man da ewig fest. Das liest sich vielleicht ein wenig arrogant, aber nur durch einen starken Willen fast du wieder Vertrauen zu dir und hast den Mut auf andere Menschen zuzugehen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir da nur sagen, es geht wirklich nichts über Leute, die zu dir stehen und die du selbst als wahre Freunde bezeichnen kannst. Mir fiel es nie schwer auf Leute zuzugehen (das wird dir jetzt wohl nichts nützen...), aber aus einem simplen Gespräch, kann eine wunderbare Freundschaft werden. Ich hoffe für dich, daß du das selbst bald erfahren wirst!!!

Jennifer
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 17 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Liebe Lisa, dein Eingangspost lass sich sehr bedrückend, was mir ein wenig in der Seele weh tut. In deinem Beitrag sprichst du viele Bereiche bezüglich Freundschaft und Partnerschaft an, was doch wichtige Funktionen im Leben sind. Vielleicht kann ich dir aus meiner Sicht etwas beisteuern, um wieder auf Kurs zu kommen.
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich war zweimal verheiratet und habe zwei liebe Kinder.
Trotzdem verlief mein Leben sehr einsam und tut es heute noch.
Wie definierst du für dich "einsam"? Fehlen dir die Freunde außerhalb deiner Familie oder fühlst du dich sogar von deinem eigenen familiären Umfeld ausgeschlossen? Wenn du zwei Mal verheiratet warst, dann fällt es dir nicht schwer Beziehungen einzugehen. Das heißt du bist offen und suchst auch gerne menschlichen Kontakt, zudem kennst du dich auch in Sachen "Herzklopfen/rasen" (also der Liebe+++) aus. In meinen Augen bringst du doch alles mit, um mit den Menschen Kontakte zu knüpfen.
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich habe die Transidendität erst sehr spät in meinem Leben angenommen — als es fast schon zu spät war und evtl. ist.
Es ist ein sehr einsamer Weg dem viele nicht folgen konnten oder wollten und ihn zum teil gar nicht verstehen.
Mein Weg ist auch noch nicht zu Ende und es stehen Ops an, wo viele mir abraten.
Hier finde ich es wichtig zu verstehen, wie sehr sich Freunde und Familie damit auseinandergesetzt haben. Wollten sie deine Beweggründe überhaupt wissen? Fehlte danach das Verständnis von Freunden und Familie? Trans ist ja noch mal ein ganz anderer Weg als das Crossdressing meiner Tochter (Jennifer). Wie ich schon in unserem "Familienthread" geschrieben hatte, hätte mein Mann (also Jennifers Vater), dies an unserem Kind nie akzeptiert, hätte sich Jennifer dahingehend vor ihm geoutet.
Hier komme ich wieder auf das "verstehen" zurück: er hätte es in dem Sinne nicht verstanden, da er sehr konservativ eingestellt war und es für ihn nur das typische gesellschaftliche Rollenbild gab.
Es tut mir sehr Leid, daß du deinen Weg wohl so einsam gehen musst, ohne Hilfe erwarten zu können, wie schaffst du das dann allein?
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Was hat mir mein Weg bisher gebracht. Ich bin selbstzufriedener mit mir und definitiv glücklicher, aber genauso einsam wie bisher.
Als Selbsteinschätzung klingt das doch für den Moment recht befriedigend. Du bist glücklicher als vorher, das ist doch schon viel Wert. Und ich kann mir vorstellen, dass du das auch insgeheim gehofft hast und nun hast du eine gewisse Selbstzufriedenheit erreicht. Das ist in meinen Augen POSITIV. Jedoch beist sich für mich "Einsamkeit" mit "Selbstzufriedener", da fehlt mit die Balance in der Aussage. Der richtige Umgang mit den Menschen ist nicht immer leicht, jeder tickt anders und das muss man erst mal herausfinden. Mit manchen Menschen fällt der Umgang spielend leicht, während andere auf Distanz bleiben. Freundschaften entstehen nicht über Nacht, aber manche sind es wert dafür zu kämpfen. Wie gehst du auf die Menschen zu? Wie versucht du Freundschaften zu finden?
Vincent hat geschrieben: Mi 1. Apr 2020, 14:44 wenn es möglich wäre, würde ich Dich in den Arm nehmen und fest drücken - das war mein einziger Gedanke, als ich deinen Beitrag gelesen habe.
Körperliche Nähe ist in so einem Fall Gold wert (ap) (flo)
Liebe Grüße, Tina

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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 18 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Transweg und Corona,

das kann auch in einer (bis auf hinsichtlich Transsexualität) funktionierenden Partnerschaft eine Verstärkung der Einsamkeit bedeuten: Es fallen Freiräume weg, im wörtlichen Sinne, da nun beide viel Zeit zusammen in der gemeinsamen Wohnung verbringen. Je nachdem, wie herum die Situation hinsichtlich TS gelebt wird, kann der eine oder der andere Partner nicht mehr ausweichen und wird entweder mit einer intensiveren Dosis des Ausleben konfrontiert, oder es gehen die bisherigen Freiräume verloren, in denen ein Ausleben und mentales Auftanken möglich war. In der Konsequenz ziehen nicht wenige sich dann immer weiter in sich zurück, suchen eine innere Oase - und es zeigt sich, dass man dort sehr allein ist, trotz eigentlich räumlicher Nähe des Partners. Auch das wird seine Spuren hinterlassen, selbst wenn die eigentliche Corona-Krise ausgestanden scheint.

Das ist natürlich weder Trost für Lisa, noch auf ihre Situation anwendbar. Aber mindestens aus meiner Sicht ist es direkt passend zum Thema dieses Thread. Und wie auch Lisa haben die im hier beschriebenen Sinne Betroffenen zumindest eine Chance, diese (hoffentlich Ausnahme-) Situation zu Reflexion zu nutzen und dazu, Möglichkeiten für einen besseren Umgang nicht nur mit "Mitmenschen, Ressourcen und Natur" zu finden, sondern auch mit der ganz speziellen Situation, in der sie selbst sich befinden.

Ich wünsche allen, dass wir nicht nur "global-galaktisch", sondern auch für uns selbst Wege finden, besser mit den Situationen umzugehen und dass wir ein Leben mit mehr Freude erreichen können.

Ganz liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 19 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Lisa,

ich bin erst jetzt auf Deinen Beitrag gestoßen. Es hat indirekt mit der derzeitigen Situation zu tun. Ich habe jetzt die Zeit intensiver hier zu lesen. Und so möchte ich Dich gedanklich erst einmal in meine Arme nehmen und Dich ganz lieb drücken.

Soziale Kontakte sind wichtig und müssen auch gepflegt werden. Dies ist zur Zeit nicht einfach. Bei mir, wie auch bei vielen hier im Forum, fehlen die Treffen zu den verschienen SHG oder Stammtischen. Ich habe das Glück noch arbeiten zu können. Da bin ich noch mnwhr eingespannt als an normalen Tagen. Doch jetzt am Osterwochenende finde ich etwas Ruhe. Fand doe Zeit zum Lesen.

Und jetzt versuche ich Dir hier zu schreiben. Ich kann Dir Deine Einsamkeit nicht vertreiben. Vielleicht ist es möglich, dass Du doch noch Freunde oder Freundinnen in Deiner Nähe findest. Vom mir bis zu Dir sindey rund 450 - 500 Kilometer. Da kann ich nicht schnell mal vorbei kommen. Ich kann Dir nur schreiben, wie jetzt. Und auch versuchen immer wieder Deine Berichte zu lesen. Soals offeney Ohr, dem Du Dich anvertrauen kannst. Eine starke taffe Frau sein und gleichzeitig schwach und zerbrechlich, schließen sich nicht aus. Wer Hilfe gibt muss auch Hilfe annehmen. Nutze die Tage und die Zeit Dich auf Deine Stärken zu besinnen, liebe Lisa. Dann woryt Du auch wieder soziale Kontakte aufbauen können.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Zuletzt geändert von Magdalena am So 12. Apr 2020, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe jeden Tag.
Engelchen
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 20 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ach ihr lieben,,
ihr versüßt mir Ostern.
Bin schon ganz schrumpelig vom vielen gedrückt werden....,hihi
Bin unter die "Ein-Euro-Jogger" gegangen - hab einen Euro gefunden auf meinen Spaziergängen...
Bin gestern bestimmt 7 km zu Fuß gegangen und heut auch wieder - überflüssige Kilos müssen weg.
Hab meine Kleidchen probiert und festgestellt das das eine oder andere nicht mehr passt - Bäuchlein
Hab euch ganz dolle gern
Und ich bekomme meinen Zucker in den Griff - die letzten drei Tage nicht einmal nachgespritzt am Tag - nur noch Abends das Langzeitinsulin - ich bin stolz auf mich
Eure Lisa
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 21 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Ich habe gerade deinen letzten Post gelesen und es freut mich, dass du Ostern als Lichtblick ansehen konntest+++ (yes) (gitli)

Dennoch bewegt mich nach wie vor, was du in deinem Eingangspost geschrieben hast:
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich hoffe ich finde wieder die Kraft die einst mal da war.
Den Mut zum Leben"¦, den Mut wieder auf Menschen zuzugehen"¦, den Mut helfende Hände zu fassen"¦
Kannst du diesbezüglich etwas Positives berichten oder hält dich nach wie vor ein gewisser Status Quo in seinen fiesen Krallen gefangen? In diesem Post hast du dir einiges von der Seele geschrieben und es wäre wundervoll, wenn du uns inzwischen einen positiven Weg aus deiner Misere schreiben könntest.
Liebe Grüße, Tina

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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 22 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Die fesche Tina hat geschrieben: Di 21. Apr 2020, 15:26 Kannst du diesbezüglich etwas Positives berichten oder hält dich nach wie vor ein gewisser Status Quo in seinen fiesen Krallen gefangen? In diesem Post hast du dir einiges von der Seele geschrieben und es wäre wundervoll, wenn du uns inzwischen einen positiven Weg aus deiner Misere schreiben könntest.
Ich danke erstmal für deine Fürsorge und komme gleichzeitig deiner Bitte nach, euch mal auf dem laufenden zu halten.

Ich gehöre zwar zur Risikogruppe aber das Leben ist mir wichtiger.
Ich treffe mich mit einem Mädel regelmäßig und habe dadurch einfach wieder einen Input den ich brauche.

Mein Zucker halte ich gut im Zaum - ich muss nur noch Abends Langzeitinsulin spritzen - aber nicht mehr tagsüber.
Aufgrund dessen bekomme ich nun am Montag von meinem Therapeuten die nötige Indikation um die GaOp und Stimmband Op zu beantragen. (nurse)

Ich habe ja das Androcur (Testosteronblocker) abgesetzt und das mach mir im Moment ein bissl zum schaffen - unten fängt an sich wieder was zu rühren - und das gefällt mir überhaupt nicht.
Ich hoffe ich bekomme das über die Hormone und Progesteron geregelt - es belastet mich sehr, aber ich will gleichzeitig kein Androcur mehr nehmen.
Am Montag habe ich auch endlich wieder eine Sitzung bei meinem Therapeuten und das ist mir sehr wichtig.

Es gibt leider immer wieder mal Tage wo die dunklen Wolken versuchen Macht über mich zu bekommen und zwar so stark das es manchmal gefährlich wird.
Mir wurde wieder die Nadelepilation des Bartes abgelehnt mit der Begründung "Arztvorbehalt" -- nur macht es keiner...., sowas fördert die Stimmung...
Es wird Zeit das man sich wieder Treffen kann ohne wenn und aber.
Ich gebe mir Mühe am Leben zu bleiben, immer positiv Denken und die Fortschritte sehen

Liebe Grüße
Lisa

Ps: Danke das es euch gibt
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 23 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Lisa, ich finde es super, dass du uns hier auf diese Weise an deinem Leben lässt teilhaben, auch wenn es wohl hin und wieder einer Achterbahnfahrt gleicht. Lobenswert finde ich deine Offenheit, auch über negative Dinge zu schreiben die doch einen gewissen intimen Faktor besitzen (yes) (moin)
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 21. Apr 2020, 20:18 Ich treffe mich mit einem Mädel regelmäßig und habe dadurch einfach wieder einen Input den ich brauche.
Eine Bezugsperson zu haben ist immer von Vorteil. Am besten wäre jedoch den Rückhalt in der eigenen Familie zu finden, aber scheinbar ist dieser dir nicht gegeben. Darf ich dich fragen, über welche Themen ihr bei euren Treffen kommuniziert? Steht da der Alltag im Fokus oder sprecht ihr konkret nur über deine Situation mit all den positiven und negativen Einflüssen?
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 21. Apr 2020, 20:18 Es wird Zeit das man sich wieder Treffen kann ohne wenn und aber.
Ist zur Zeit wirklich keine schöne Zeit für Begegnungen. Auch Jennifer fühlt sich "gelangweilt", da auch ihre Kontakte recht abgeschnitten sind und das schon seit Wochen+++ :(
Da heißt es einfach nur HOLD ON, bessere Zeiten werden kommen!!!
Liebe Grüße, Tina

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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 24 im Thema

Beitrag von lexes »

Lady Jennifer hat geschrieben: Sa 11. Apr 2020, 11:37 Hallo Lisa,

ich möchte einiges aus deinem Beitrag hier zitieren und über meine Erfahrung hierzu schreiben.
Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Corona und Trans — was macht es mit mir?
Was haben die beiden Dinge miteinander zutun — eigentlich nichts.
Aber das eine wirkt als Verstärker zum anderen.
Die Einsamkeit wurde noch mehr erhöht.
Ich führe einen Single-Haushalt und kenne mich mit "Isolation" recht gut aus. Für mich finde ich das Single-Dasein völlig ok und komme somit auch sehr gut allein zu recht. Ich bin auch nicht der Mensch, der dauernd Leute um sich braucht. Ich habe auch noch nie in einer Beziehung (gemeinsam in einer Wohnung) gelebt - das wäre eine riesengroße Umstellung für mich. Was also meine heimischen Aktivitäten anbelangt, schränkt mich die Krise zur Zeit nicht ein. Deine von dir angesprochene "Einsamkeit" betrifft in meinem Fall andere Dinge. Soziale Kontakte außerhalb meiner Wohnung sind derzeit praktisch nicht vorhanden, was mir schon sehr wehtut. Quasi alle von mir geplanten Aktivitäten liegen auf Eis, bzw. wurden verschoben.

Ich habe mich wöchentlich mit Frau Myrczek (Gleichstellungsbeauftragte) ausgetauscht und war somit öfters in ihrem Büro - geht zur Zeit nicht. Projekte mit der eo plauen Galerie wurden auch ausgesetzt und ein Besuch in deren Büroräumen ist derzeitig auch nicht möglich, bzw. haben wir uns dafür entschieden, dies aufzuschieben. Weitere Beispiele könnte ich nun folgen lassen... Auch Besuche bei Bekannten/Freunden lassen ich gerade aus - einzig meine Mama (und Herbert) besuche ich regelmäßig, werde auch zu Ostern wieder nach Reichenbach fahren.

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Was hat mir mein Weg bisher gebracht.
Ich bin selbstzufriedener mit mir und definitiv glücklicher, aber genauso einsam wie bisher.
Auch wenn sich deine Zeilen hier negativ lesen, besonders der letzte Teil, so sehe ich eigentlich keine große Veränderung zu deinem "voherigen" Leben. Wenn du schreibst, daß du "vorher" auch einsam warst, aber nun gleichzeitig "selbstzufriedener" und "glücklicher" bist, dann ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Darf ich dich fragen, was du bisher getan hast, um mit Leuten in Kontakt zu kommen und so einen gewissen Freundeskreis aufzubauen? Und wenn ich lese, daß es dir schwerfällt allein zu sein, dann sind dir persönliche Kontakte auch sehr wichtig, richtig?

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich hatte nicht viele Soziale Kontakte, aber nun gar keine mehr.
Es fehlt mir die nähe zu Menschen und sie auch mal in den Arm nehmen zu können.
Es fehlt mir am meisten "der Mensch" an den ich mal meinen Kopf anlehnen kann"¦
Es fehlt mir die "Liebe" in meinem Leben"¦ - sie ist mir nicht vergönnt gewesen.
Bis auf deinen ersten Satz, sehe ich in den anderen Zeilen viele Ähnlichkeiten zu meiner Person. Soziale Kontakte zu knüpfen, fiel mir als CD eigentlich nicht schwer. Aber als Single fehlt es mir halt, genau wie dir, einen Partner an der Seite zu haben, wo man sich mal ausheulen kann, intimes oder über Probleme sprechen kann. Da muß ich sagen bin ich sehr froh meine Mama zu haben, denn sie ist meine Bezugsperson, wo ich auch mal ein paar Tränen lassen kann und ein Gespräch WUNDER helfen kann. Wie sieht es damit bei deiner Familie/Eltern aus?

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 31. Mär 2020, 21:24 Ich hoffe ich finde wieder die Kraft die einst mal da war.
Den Mut zum Leben"¦, den Mut wieder auf Menschen zuzugehen"¦, den Mut helfende Hände zu fassen"¦
Um aus diesem Loch herauszukommen, muß man einfach Stärke zeigen, sonst hängt man da ewig fest. Das liest sich vielleicht ein wenig arrogant, aber nur durch einen starken Willen fast du wieder Vertrauen zu dir und hast den Mut auf andere Menschen zuzugehen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir da nur sagen, es geht wirklich nichts über Leute, die zu dir stehen und die du selbst als wahre Freunde bezeichnen kannst. Mir fiel es nie schwer auf Leute zuzugehen (das wird dir jetzt wohl nichts nützen...), aber aus einem simplen Gespräch, kann eine wunderbare Freundschaft werden. Ich hoffe für dich, daß du das selbst bald erfahren wirst!!!

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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 25 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Die fesche Tina hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 11:16 Eine Bezugsperson zu haben ist immer von Vorteil. Am besten wäre jedoch den Rückhalt in der eigenen Familie zu finden, aber scheinbar ist dieser dir nicht gegeben. Darf ich dich fragen, über welche Themen ihr bei euren Treffen kommuniziert? Steht da der Alltag im Fokus oder sprecht ihr konkret nur über deine Situation mit all den positiven und negativen Einflüssen?
Wir reden über alles mögliche nur nicht über meine Probleme - das vermeide ich. Aber es hilft mir trotzdem immens.

Meine Familie interressiert sich recht wenig für meinen Weg und ich seh das relaxt. Meine Mutter wird 86 und das würde sie auch überfordern.
Ein Bruder ist auf Ibiza zuhause und somit auch weit entfernt. Mein zweiter Bruder gibt sich redlich Mühe seit dem ich ihnen mal deutlich vor Augen führte was da in meinem Leben abging. Aber auch dort wäre das Thema Trans-Weg eine überforderung. Aber allein das er sich bemüht um Kontakt und auch immer wissen will wie es mir geht, tut schon gut.
Aber er ist selber in einer schwierigen Situation und macht eine Therapie - also belaste ich ihn nicht damit.
Die fesche Tina hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 11:16 Lisa, ich finde es super, dass du uns hier auf diese Weise an deinem Leben lässt teilhaben, auch wenn es wohl hin und wieder einer Achterbahnfahrt gleicht. Lobenswert finde ich deine Offenheit, auch über negative Dinge zu schreiben die doch einen gewissen intimen Faktor besitzen
Was nützt es mir immer alles ganz toll zu schreiben wenn es Mist ist - nichts.
Mir hilft es den Kopf frei zu bekommen wenn ich es niederschreibe.
Und noch mehr hilft mir, wenn ich Lösungsansätze zurück bekomme.
Wir sind alle verschieden deswegen kann man nicht alles so umsetzen wie andere - aber es regt zum denken an.
Ihr helft mir damit oft weiter.

Ganz liebe Grüße

Lisa
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 26 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 21. Apr 2020, 20:18 Ich danke erstmal für deine Fürsorge und komme gleichzeitig deiner Bitte nach, euch mal auf dem laufenden zu halten.
Hallo Lisa,

danke, daß du das machst! Ist ja auch für uns Userinnen interessant zu lesen, wie du mit deiner aktuellen Situation umgehst. Also, bitte weiter schreiben.

Die fesche Tina hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 11:16 Ist zur Zeit wirklich keine schöne Zeit für Begegnungen. Auch Jennifer fühlt sich "gelangweilt", da auch ihre Kontakte recht abgeschnitten sind und das schon seit Wochen+++ :(
Ich drücke das mal ganz "natürlich" aus - es ist zur Zeit wirklich zum (ko) ...
Mir fehlen meine Ansprechpartner (außerhalb der Familie) schon sehr, aber es nützt ja nichts. Wir müssen die Zeit halt aussitzen.


lexes hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 12:19 Schön geschrieben , Jenny : mit Liebe zum Detail ... einfach gut
Dankschön sexy hexi LEXI!!!
Ich finde es gut so etwas zu "Papier" bringen zu können, eben in digitaler Form. Es ist eben auch ein Thema wo man schön seine eigenen Erfahrungen einfließen lassen kann - vielleicht hilft es ja der ein oder anderen die hier mit liest.


Lisa-Weber hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 17:17 Mir hilft es den Kopf frei zu bekommen wenn ich es niederschreibe.
Und noch mehr hilft mir, wenn ich Lösungsansätze zurück bekomme.
Und genau dafür ist dieses Forum der richtige Platz - besonders, wenn man in der Familie keinen Rückhalt findet. Ich finde es immer wieder toll: wir sind teilweise 100te Kilometer getrennt, können uns aber in digitaler Form dennoch helfen - SUPER!!!

Jennifer
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 27 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 17:17 Wir reden über alles mögliche nur nicht über meine Probleme - das vermeide ich. Aber es hilft mir trotzdem immens.
Das verwirrt mich ein wenig. Warum sprichst du deine Probleme nicht an, deine Posts hier vermitteln doch deine Suche nach Hilfe. Wenn man Probleme selbst nicht lösen kann, hat aber gleichzeitig eine gute Freundin an der Seite, dann ist es doch ein leichtes sich dieser Person anzuvertrauen. Schätzt du deine Freundin vielleicht falsch ein und glaubst, dass sie dir in deiner Lage nicht weiterhelfen könnte? Oder fehlt dir auf gewisse Weise der Mut über (intime, persönliche+++) Probleme zu sprechen? Hier im Forum (bei fremden Menschen) führst du die Probleme auch an und suchst nach Rat.
Ich kann das aus der Ferne leider nicht beurteilen, aber wenn du deiner Freundin vertraust, dann öffne dich ihr.
Lisa-Weber hat geschrieben: Mi 22. Apr 2020, 17:17 Was nützt es mir immer alles ganz toll zu schreiben wenn es Mist ist - nichts.
Mir hilft es den Kopf frei zu bekommen wenn ich es niederschreibe.
Und noch mehr hilft mir, wenn ich Lösungsansätze zurück bekomme.
Wir sind alle verschieden deswegen kann man nicht alles so umsetzen wie andere - aber es regt zum denken an.
Ihr helft mir damit oft weiter.
Das ist super, dass du dich so auf das Forum hier verlassen kannst. Aber vielleicht findest du doch in deinem Umfeld Hilfe, wo du es gar nicht vermutet hättest. Aber ein 4-Augen-Gespräch wäre eine logische Konsequenz, dabei kann man einfach besser kommunizieren. Du hast auch öfters hier angeführt, dass du in Therapie bist, kannst du da offen über deine Probleme sprechen? Wenn ja, hilft dir das weiter?
Liebe Grüße, Tina

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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 28 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Die fesche Tina hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 12:50 Das verwirrt mich ein wenig.
Ich bin ja auch verworren, lach

Mir fällt es tatsächlich oft schwer meine Probleme im direkten Gespräch anzusprechen - das liegt an schlechten Erfahrung in der Vergangenheit.

Meine Bekannte hat selber Probleme zur Zeit also belaste ich sie nicht mit meinen.
Hier kann ich mich gut "auskotzen" und es endet auch manchmal im geistigen FlicFlac....

Mit meinem Therapeuten spreche ich natürlich offen und er hilft mir auch weiter.
Wobei ich im Moment sehr vorsichtig bin, bis ich mein Schreiben für die Indikation von ihm habe, was er mir ja schonmal wegen dem Zucker verweigert hat.

Aber es folgen nun Schritte die nicht mehr rückgängig machbar sind und ich mir Gedanken über die Folgen mache.
Dazu gehört auch die Stimm-Op

Dies sind letztendlich immer sehr einsame Entscheidungen.

Durch mein Alter - Gesundheit und nun noch der Zucker werde ich wohl auf die große GaOp verzichten müssen - das tut sehr weh und beschäftigt mich immens.

Und ja - meine Liebeskummer ist auch noch da - hier schaffe ich es wenigstens Abstand zu gewinnen - nicht zu Vanessa - sondern zu meinen Gefühlen.

Der Kampf mit der Krankenkasse ist auch eine Baustelle die mich fordert.

Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
ExUserIn-2026-01-21
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 29 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 13:07 Mir fällt es tatsächlich oft schwer meine Probleme im direkten Gespräch anzusprechen - das liegt an schlechten Erfahrung in der Vergangenheit.
Meine Bekannte hat selber Probleme zur Zeit also belaste ich sie nicht mit meinen.
Vielleicht könntet ihr euch auch gegenseitig helfen. Aber auch ich kenne das (aus meiner Vergangenheit+++) und gehe damit auch sensibel um, wenn im Bekanntenkreis die ein oder andere Freundin mal down ist. Ich denke aber, dass man zuweilen die Situation falsch einschätzt und nicht den Mut aufbringt um einfach nach Problemen bei anderen zu fragen. Ich habe mich dahingehend verändert, dass ich meine Freundinnen nun direkt anspreche und versuche zu helfen. Du wirst überrascht sein (oder auch nicht+++), der direkte Weg kam gut an. Natürlich spricht meine Erkenntnis nicht für alle anderen Fälle, gibt auch immer einen Prozentsatz, der sich vielleicht schämt seine Probleme mit anderen zu teilen.
Liebe Grüße, Tina

+++Wissenswertes+++
Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"
Nicole Fritz
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Re: Transweg und Corona - Verstärkung der Einsamkeit

Post 30 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Lisa-Weber hat geschrieben: Do 23. Apr 2020, 13:07 Mit meinem Therapeuten spreche ich natürlich offen und er hilft mir auch weiter.
Wobei ich im Moment sehr vorsichtig bin, bis ich mein Schreiben für die Indikation von ihm habe, was er mir ja schonmal wegen dem Zucker verweigert hat.
... Was mich schon wieder bei meinem Empfinden bestätigt, dass Therapeuten nur selbstherrliche, eingebildete und Geldgierige Arschlöcher sind, denen der Mensch letztlich egal ist. Was bitte soll denn die Trans(*)-Indikation mit dem Zucker zu tun haben? Und wenn da gesundheitliche Risiken bezüglich der HT abzuwägen sind, ist das doch einzig und alleine Sache des Endokrinologen. Eine Bekannte aus Koblenz hatte ähnliche Schwierigkeiten wegen Übergewicht. - Nur geil auf die Karriere und herrschsüchtig! Und wir stehen da als wollten wir betteln.

Ich kann Medizinern oder Therapeuten nur gut geplant und zielgerichtet etwas vorlügen - wobei ich mich dann richtig beschissen fühle. Und sollten die von meinen sexuellen Phantasien etwas wissen wollen, gibt es da harte Pornos zum schlau Machen, damit denen beim Zuhören so richtig einer ab geht. "Perverse" männliche sexuelle Phantasien kann ich gut nachempfinden.

Vielleicht ist auch das ein wichtiger Grund, warum ich mich als nicht binär verorte und auf eine (teilweise) Transition (bisher?) verzichte. Dass ich gegenüber einer "HT-light" nicht gänzlich abgeneigt bin, habe ich ja bereits geäußert. Bart epilieren (Nadel) wäre dann auch noch eine Option.

Liebe Grüße
Nicole
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