Ich weiss, aus welcher Ecke diese Verharmlosung kommt, daher dazu mal folgendes:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ ... g-101.html
Die bisherigen Zahlen an Toten pro bestätigten Infektionen liegt global bei 0,3%. In Wuhan waren es 5% und in Italien aktuell 8%, weil a) recht spät behandelt, b) nur bei starkem Verdacht getestet wurde und b) das Gesundheitssystem schnell überlastet war und effektiv Menschen sterben lassen musste.
Das Virus ist neu. Im Gegensatz zur echten Grippe gibt es keine Immunität in der Bevölkerung, die bremsend wirken würde. Deshalb wird es mehr CoviD19 Fälle als nornale Influenza geben. Das RKI erwartet irgendwann eine Durchseuchung von 60-70% (sagt RKI) bevor die Herdenimmunität greift. Das lässt sich quasi nicht verhindern, ausser es gäbe irgendwann einen Impfstoff (Entwicklungszeit 1-2 Jahre), der flächendeckend eingesetzt würde. Haben wir aber nicht. D.h. aktuell würde sich diese Durchseuchung innerhalb von Wochen ergeben. Aktuell verdoppelt sich die Anzahl der Fälle alle 2,3 Tage - und das sind nur die getesteten. In D wäre also mindestens 48 Mio infiziert. Davon unter Berücksichtigung der in den Hot Spots ungetesteten also nicht erkannten Fälle 5-8% schwere Fälle (14% in Wuhan) macht mindestens 2,4 Mio Erkrankte (6,7 Mio bei 14%), die in Krankenhäusern bis auf die Intensivstation behandelt werden müssen. D hat im Normalbetrieb 30000 Intensivbetten, die aber auch nicht leer rumstehen, sondern mit anderen Fällen belegt sind. Ja, die 2,4 Mio kommen nicht alle gleichzeitig, aber die 30000er Marke wird rasch übersprungen werden. Und dann werden Entscheidungen getroffen, wer weiter versorgt wird und wer nicht.
_Wenn_ irgendwie mehr als 2 Millionen Schwerkranke technisch und personell bewältigt werden können (weil #FlattenTheCurve) _und_ die Sterberate nur bei 0,3% (der Infizierten) liegt, werden wir mindestens 144.000 Tote haben in den nächsten Monaten, nur wegen dieses Virus. Nach den aktuell verfügbaren Informationen ist das quasi unvermeidbar. Wir werden alle Fälle im näheren Umfeld haben. Und das sind angenommene Optimalbedingungen. Falls irgendetwas nicht optimal läuft, z.B. Kapazitätsengpässe bei der Behandlung, schnellere Verbreitung, doch mehr schwere Fälle (eher 14 als 5%), dann werden es mehr.
Die Verharmlosungen basieren also auf falschen Annahmen, die durch die bekannten Fakten widerlegt werden.
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Nachtrag, gerade in einem meiner Discord: "Es kommt im echten Leben an. Der Onkel eines Arbeitskollegen ist schon positiv getestet, und dessen Freund - auch 55, gleicher Urlaubsort, keine Vorerkrankungen - liegt schon auf der Intensiv."