Streit im Forum
Streit im Forum - # 5

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Alex_andra
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Re: Streit im Forum

Post 61 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Leider ist das mit der Biologie auch nicht so einfach, aber bei Gott oder wen auch immer das interessiert, nicht mehr hier in diesem Thread, versprochen.
Dennoch sie hierbei nochmals auf das Buch von Heinz - Jürgen Voß "Making Sex Revisted" Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch medizinischer Perspektive (https://www.academia.edu/30705353/Making_Sex_Revisited) verwiesen.
Ich glaube Anne-Mette hatte das auch schonmal verlinkt.

gruß
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Streit im Forum

Post 62 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Danke Sabine,

ich habe das Buch mit gewinn gelesen. Es zeigt mMn gut ein Grundproblem in unserrem Geschlechtsverständnis auf, an dem sich immer wieder Streit entzündet. Unser gesellschaftliches Denken ist noch sehr stark in vergangenen Strukturen verhaftet, während die Biologie/Medizin heute deutlich weiter ist. Die Komplexität, die mit Geschlecht verbunden ist, findet (noch) keinen relevanten Niederschlag im Allgemeinen. Es fällt unglaublich schwer, sich von tradierten Strukturen zu lösen.

Deshalb ist der Post 57 von Dir, Sabine, durchaus treffend, auch wenn er nur einen Teilbereich umfasst. Das Loslösen von den eigenen Denkschemen sind das Problem. Und je fester die sitzen, um so schwieriger die Problematik. Die Chance, die das Leben mit einem Transmenschen in dieser Frage eröffnet, wird nicht gesehen.

Und ähnlich sehe ich auch die Meinungsunterschiede in diesem Forum. Man kann die Sichtweise des anderen als Bereicherung sehen oder als "Bedrohung". Sich auf eine andere Sichtweise einzulassen, bedroht die eigene Position. Der Streit hat für mich aber auch eine positive Komponente. Er kann Anlass sein, die eigene Position doch einmal zu überdenken. Dafür prallen die Argumente schon einmal hart aufeinander, aber nur, um verhärtete Positionen aufzubrechen. Voraussetzung ist hierfür der respektvolle Umgang, d.h. es geht um Positionen und nicht um Personen.

Manchen Menschen ist der Lärm zu laut, manche brauchen ihn, um zu Erkenntnissen zu kommen. Aber es ist nicht der einzige Weg. Vielleicht muss man einfach akzeptieren, dass Lärm manchmal dazu gehört und nicht gleichbedeutend mit "zerfleischen" ist. Aber die stille Art ist manchmal der bessere Weg, zu Lösungen zu kommen. Beides hat seine Berechtigung. Leider kommen die leisen Töne leicht "unter die Räder".

Für mich ist das Forum kein Platz für Harmonie. Unterstützung ist für mich nicht gleichbedeutend mit Empathie. Sie ist manchmal wichtig, aber die Auseinandersetzung mit einem Thema, bei dem man die eigene Meinung einbringt, ist genau so wichtig. Manchmal geht es auch darum, die eigene Meinung zu erschüttern. Das kann dann auch lauter werden.

Ich weiß, dass das für manche Menschen schwer zu ertragen ist. Aber es liegt ein Sinn im Streit. Ihn zu unterbinden, kann bedeuten, Potentiale zu verschenken. Aber wie gesagt, es geht um Positionen, nicht um Personen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Marlene K.
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Re: Streit im Forum

Post 63 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Anja hat geschrieben: Mo 9. Mär 2020, 14:44 Ich sage doch nicht das die sexuelle Orientierung eindeutig ist. Das hängt von demjenigen ab den man dazu fragt. Das es da viele Unterschiede gibt, wissen wir inzwischen.
Es gibt Menschen, bei denen das Partnergeschlecht keine Rolle spielt. Und dann gibt es Menschen, die hetero oder lesbisch, oder schwul sind und da spielt das Geschlecht eine große Rolle.
Es ist kategorisch. In meinem Fall eben nur Frauen. In Carrys Fall nur Männer.
Und was hat das mit Transmenschen zu tun?
Es ist doch das genaue Gegenteil. Bei einem Transmenschen geht es um das eigene Geschlecht, bei der sexuellen Orientierung um das Geschlecht bei der Partnerwahl. Und beides hat nix miteinander zu tun.
Und das mein Geschlecht eindeutig ist, ist ein Fakt. Fast 40 Jahre lang, wurde ich als Junge und Mann geprägt, hab selbst versucht mir das auszureden.
Funktioniert aber nicht. Zumindest nicht bei mir.
Ebensowenig wie es bei sexuell eindeutig orientierten Menschen funktioniert, denen etwas anderes einreden zu wollen.

Grüße
die Anja
Liebe Anja,
das versucht auch kein Mensch. Du weißt, wer Du bist. Aber wenn Du von der natürlichen, naturgegebenen Binarität und biologisch unverückbaren und absoluten Polen redest sprichst Du allgemein und für alle. Dem widerspreche ich so wie einige andere hier.

Wenn Du für Dich eine eindeutige Positionierung bei dem sozialen Geschlecht so wie bei der sexuellen Präferenz feststellst, dann sind diese Tatsachen. Davon auf die gesammte Biologie zu schließen ist schlicht falsch in meinen Augen.

Wir alle sind gefangen in der bestehenden Gesellschaft und ihren Bildern. Das heißt aber doch nicht, dass unsere Wahrnehmung auf ewig so war oder auf ewig so sein wird, dass es unverrückbare Wahrheiten gibt. Selbst bei der Möglichkeit der Variation der Veränderung in der Vermehrung ist die Natur erfindungsreicher als wir ermessen können. Davon bin ich überzeugt.

Wenn Du eine andere Überzeugung hast, ist das kein Angriff auf mein Sein, es sei denn, Du sagst mir, ob direkt oder indirekt, dass ich mich selber falsch sehe, mein für mich festgestelltes Sein falsch und unecht sein muss.

Nur darum geht es, falls es einen Streit geben sollte. Ich bin da nicht sicher, vielleicht handelt es sich nur um Formulierungsfragen.

Liebe Grüße
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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