Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?!
Wir brauchen feste Geschlechter-Schubladen?! - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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ExuserIn-2020-03-10
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:08 Ich finde mich nirgend wieder - einfach verloren in der Traurigkeit
Lisa
Ich drück dich mal ganz fest, Lisa.

LG,
Ute
Jaddy
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 17 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anja hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 15:55 Ich dachte, das gibt es garnicht? Wie oft hast du mir hier "erklärt" das man Geschlecht ja garnicht an irgend etwas festmachen könne? Und Gender, puh, das ist ja eh alles Blödsinn...
Weißt du, das es mich ebenfalls verletzt? Ich hingegen habe dir nie etwas abgesprochen, ich schrieb "Ich kann deine Non-Binäre Welt problemlos akzeptieren".
Andererseits greifst du ständig die binäre Welt an, zweifelst an der Sinnhaftigkeit von Geschlecht und Gender.
Also genau die zwei Fundamente, auf die sich hier fast sämtliche Mitglieder stützen. Wenn z.B. eine Teilzeitfrau einen Rollenwechsel vornimmt, worauf stützt sie sich dann, um das besondere Gefühl für die andere Seite zu bekommen?
OK, ich dachte, das sei klar, aber offenbar gibt es hier ein Missverständnis.

Gender. Das ist erst mal Idee/Konzept und Gefühl. Es strukturiert das eigene Verhalten und die Erwartungen an andere Personen. Aber Gender ist im wahrsten Sinne metaphysisch (Popper), weil weder beweis-, noch falsifizierbar, weder mess- noch noch überhaupt sinnvoll beschreibbar, aber mit mittelbar (durch Menschen) durchaus heftigem gesellschaftlichen Einfluss. Und da ist das Problem, weil es sich eben größtenteils unbewusst, gefühlsmässig äussert. Mit anderen Worten: Gender ist wie Religion.

So wie Religionen sind Gender (Plural) zugleich wahr (persönlich, emotional) und inexistent (objektiv). Wenn du von dir sagst "ich bin weiblich" oder "ich bin eine Frau", dann bist du das nach deinen eigenen Maßstäben von "weiblich" bzw. "Frau". Und mit Glück und_oder Absicht wird deine Selbstzuordnung von deiner Umgebung geteilt, bzw. orientierst du dich umgekehrt an deren Maßstäben der gleichen Begriffe, weil du damit ein bestimmtes Verhalten dir gegenüber erreichen willst. Falls deine Umgebung nicht mitspielt, gibt es keine objektiven Beweismethoden und keine Erzwingung. Nur unterschiedliche Definitionen der gleichen Wörter.

Der größte Blödsinn wäre nun, irgendeine Definition von "weiblich" oder "Frau" als wahrer anzunehmen, als eine andere. Genauso unsinnig, wie sich darüber zu streiten, welcher unsichtbare Freund der bessere ist, oder ob zwei Leute den gleichen haben, wenn sie das behaupten.

Wir können uns auf Schnittmengen-Definitionen einigen, die aber immer nur für die teilnehmenden Personen zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Kontext - Raum, Kultur - gelten. Weil die durchschnittlichen bzw meinungsführenden Assoziationen zu einem bestimmten Gender - "was Frau/Mann tut/darf/nicht sollte" - sich in Zeit, Raum und sozialer Umgebung ändern.

Deshalb existiert Gender zwar in jedem einzelnen Kopf als Konzept und Gefühl, aber jedes ist etwas anders. Irgendwie zwei allgemeingültige, verbindliche Kataloge aufzustellen und dann ein für alle Mal zum Kanon der beiden binären Gender zu erklären, wäre deshalb eine höchst unsinnige Idee.

Trotzdem sollten Menschen, die es irgendwie brauchen, sich Gender(n) oder Religion(en) zuordnen und darin wohlfühlen. In unserer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft verbietet es sich allerdings, anderen ihr Gender - oder Religion - abzusprechen oder zu kritisieren. 1 kann es zur Kenntnis nehmen oder maximal feststellen, dass es nicht mit dem eigenen Verständnis übereinstimmt. Letzteres behält 1 dann am besten für sich. Und es verbietet sich, andere entgegen ihres selbstbestimmten Genders - oder Religion - zu behandeln.

Zusammengefasst: Obwohl Gender nicht existieren, haben fast alle Menschen eines - und ein Konzept von anderen. Diese Ambiguität müssen wir aushalten, deshalb die Links zu Beginn des Threads.

Wenn ich sage "ich bin nicht-binär" heisst das, dass die beiden gängigen Gender, so wie sie von meiner Umgebung definiert, gelebt und auf andere projiziert werden, für mich nicht als Selbstbeschreibung passen. Ich habe einfach kein Gefühl "als Mann" oder "als Frau". Ich habe auch kein Gefühl "als Christ"¢in" oder "als Hindu". Ich möchte von anderen weder ständig als "Mann" behandelt werden, noch als "Frau" oder "Christ"¢in" oder "Hindu". Leider ist meine Umgebung darauf gedrillt, auf bestimmte Signale hin genau eine der beiden Standardschubladen zu aktivieren und sich fürderhin mir gegenüber aus genau und nur diesem einen zu bedienen.
ExuserIn-2020-03-10
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:33
Wenn ich sage "ich bin nicht-binär" heisst das, dass die beiden gängigen Gender, so wie sie von meiner Umgebung definiert, gelebt und auf andere projiziert werden, für mich nicht als Selbstbeschreibung passen. Ich habe einfach kein Gefühl "als Mann" oder "als Frau". Ich habe auch kein Gefühl "als Christ"¢in" oder "als Hindu". Ich möchte von anderen weder ständig als "Mann" behandelt werden, noch als "Frau" oder "Christ"¢in" oder "Hindu". Leider ist meine Umgebung darauf gedrillt, auf bestimmte Signale hin genau eine der beiden Standardschubladen zu aktivieren und sich fürderhin mir gegenüber aus genau und nur diesem einen zu bedienen.
Hi Jaddy, nein, unsere Umgebung ist nicht "Leider" drauf gedrillt in 2 Kategorien Mann/Frau zu denken.

Wir denken alle so, weil es die Komplexität unserer Umgebung reduzieren hilft wenn vermeintlich Unwichtiges weggelassen wird. Es ist nunmal für 80-90% unserer Umwelt egal ob wir uns als nichtbinär-queer oder Mann oder Frau definieren, solange das äußerlich sichtbare Bild eindeutig erscheint und wir ein valider Kandidat für die Zeugung von Nachkommen darstellen könnten :-)

Die Evolution hatte hier nur genau 1 Ziel, eben sich selbst zu erhalten. Hätte man jeweils vorher genau ergründen müssen wer der Gegenüber nun wirklich ist, wären wir schon lange ausgestorben! Und wer weiss, vielleicht gab es ja mal vor 51Mio Jahren eine Population die nicht in Kategorien gedacht hat, und die ist genau deshalb ausgestorben weil sie beim Ergründen des Gegenüber vergessen hatten was zum Erhalt seiner Selbst denn notwendig ist :-)

LG,
eine Ute die zum Scherzen aufgelegt ist
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 19 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 16:42 Gute Frage,
im Moment finde ich keinen Schublade in die ich mich verorten könnte.
Aber Fettnäpfchen die finde ich ständig.
Lisa
Schau mal was ich hier in diesem Forum gefunden habe:

viewtopic.php?p=271502#p271502
Keiner ist wie du und das ist deine Stärke!

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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 20 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Hmmmm und etwas sprachlos.

@Ute, wie recht du wohl hast. Geschlechter helfen, die Biologische Art zu erhalten. Egal ob Säugetiere, Vögel, Fische, etc.
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
YvonneTV
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 21 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Huuuuuhuuuuu (moin)

Ich passe in keine Schublade ! Das mag vielleicht etwas arrogant klingen, doch das Leben ist soooooo bunt !!! )))(:

So habe ich weibliche Anteile in mir (sehr emotional, "Frauenversteher"), bin gerne Mann, lebe die Frau in mir super gern aus. Manchmal gibt es Zeiten, da kommt Yvi gar nicht durch, weil ich es nicht brauche (mal unabhängig davon, wenn ich Yvi gern erleben würde, doch keine Zeit da ist).

Ich kann mich täglich neu entdecken - und tue das auch öfters ! Da würde eine Schublade nur einengen (smili)

Sicher werde ich von "der Gesellschaft" (was auch immer genau das sein mag) entweder als Mann oder als Crossdresser (Transe, Transvestit oder was auch immer da für Begriffe fallen - diese bitte nicht zerpflücken) ubd manchmal wohl auch als Frau gesehen.

Genauso nehme ich auf dem ersten Blick andere Menschen auch als Cis- Frau oder Mann oder T* wahr. Doch das ist nur der erste Blick und viel zu oberflächlich.

Es gibt soooo viele Facetten - der MENSCHEN )))(:

Da würden die Geschlechterschubladen nur einengen!!!

Nur meine Sicht - aus meiner NICHT-Schublade :mrgreen:
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Jaddy
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 22 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ute2506 hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:53
Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:33 Wenn ich sage "ich bin nicht-binär" heisst das, dass die beiden gängigen Gender, so wie sie von meiner Umgebung definiert, gelebt und auf andere projiziert werden, für mich nicht als Selbstbeschreibung passen. Ich habe einfach kein Gefühl "als Mann" oder "als Frau". Ich habe auch kein Gefühl "als Christ"¢in" oder "als Hindu". Ich möchte von anderen weder ständig als "Mann" behandelt werden, noch als "Frau" oder "Christ"¢in" oder "Hindu". Leider ist meine Umgebung darauf gedrillt, auf bestimmte Signale hin genau eine der beiden Standardschubladen zu aktivieren und sich fürderhin mir gegenüber aus genau und nur diesem einen zu bedienen.
Hi Jaddy, nein, unsere Umgebung ist nicht "Leider" drauf gedrillt in 2 Kategorien Mann/Frau zu denken.

Wir denken alle so, weil es die Komplexität unserer Umgebung reduzieren hilft wenn vermeintlich Unwichtiges weggelassen wird. Es ist nunmal für 80-90% unserer Umwelt egal ob wir uns als nichtbinär-queer oder Mann oder Frau definieren, solange das äußerlich sichtbare Bild eindeutig erscheint und wir ein valider Kandidat für die Zeugung von Nachkommen darstellen könnten :-)
Ach du liebes bisschen! Du machst mir Angst, Ute. Soll das heissen, dass die binären da draussen die ganze Zeit im Balzmodus rumlaufen? Oh je oh je. Wie halten die das bloss aus? Ist das nicht super anstrengend? Ständig den inneren Sex-Zombie - "Ich brauche Seeex" - im Zaum halten? Auch die Backwarenfachverkaufskräfte? Und die Autofahrer"¢innen? Und alle die Leute im Forum hier? Au weia. Ich hatte ja keine Ahnung! Ich fand diese binäre Fixierung ja eher putzig, aber deine Vorstellung klingt echt ungesund. Gibt's da nicht was von Ratiopharm?

Aber dann ist mir auch klar, weshalb ich relativ entspannt darüber philosophieren kann, während bei einigen anderen sehr schnell die Emotionen ausser Kontrolle geraten. Denn ich weiss nicht, wie es Dir geht, aber ich möchte mich eigentlich gar nicht fortpflanzen. Mit ca. 99,9999% der Menschen da draussen möchte ich nicht mal Sex haben. Darunter so ziemlich alle Menschen, denen ich im Alltag begegne. Ich dachte bisher, denen ginge das auch so.

Was bin ich froh, dass wir uns mit der ganzen Zivilisation wenigstens die Affektkontrolle einigermassen antrainiert haben, also nicht mehr spontan die Köpfe einschlagen. Also wenigstens nicht mehr so häufig. Oh, und nicht mehr spontan kopulieren. Das gibt Hoffnung in Bezug auf Sex und Gender und bessere Impulskontrolle bei der Zuschreibung auf andere Menschen ;)

P.S. Eine große Tüte Ironiefähnchen zur freien Verwendung für alle ;)
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 23 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

Ich denke Ute hat die von dir eingestellten Links gelesen, und sich mit ihnen auseinander gesetzt. Der größte Prozentsatz der Bevölkerung vestaut sein Gegenüber zuerst einmal in einer der beiden Schubladen mit den Aufschriften Mann oder Frau. So weit so gut. Jetzt kommt es darauf an, in wie weit der Inhalt bereit ist sich mit dem was da gerade reingeworfen wurde zu beschäftigen. Zuerst einmal entsteht Angst vor dem neuen Ankömmling. Sind es viele denen es nichts ausmacht das Risiko einzugehen sich mit etwas neuem auseinanderzusetzen, oder sind es die jenigen, die nur die einfache Lösung zulassen. Du bist in der Schublade Mann gelandet, also bist du Mann, Basta. Besteht die Mehrheit nun aus denen die nur die eindeutige Interpretation zulassen wird es ungemütlich. Also hopp rüber in die andere Kiste. Zuerst passiert es wieder, da ist die Angst, aber diesmal stößt du auf mehr Risikobereitschaft sich mit etwas Fremden auseinderzusetzen. Wohl oder Übel hilft nur bleiben. Oben auf den Seitenwänden der Schubladen zu hocken ist nicht nur ein einsames Dasein, sondern auch ziemlich unbequem. Man kann es drehen und wenden wie man will, wer Vielschichtigkeit im Denken anderer fordert muß selbst auch dazu bereit sein. Sonst rennt man in eine Sackgasse, und steht an deren Ende mit dem Rücken zur Wand, um nicht enden wollende Angriffe abzuwehren.

LG
Petra Sofie
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 24 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 23:55 Gibt's da nicht was von Ratiopharm?
Ja: Horror-Night oder Toxiparan - erholsamer Schlaf. :mrgreen:

Hallo Jaddy,

ich muss da Ute recht geben - obwohl selbst Enby. Der typische Mann ist ständig auf der Pirsch nach einer fruchtbaren, gebärfähigen Frau. - Große Brüste, dicker Hintern, da fährt er drauf ab. Und wenn sie dann auch noch hübsch ist, tanzen die Hormone. Und dann muss er dieser Frau und allen Konkurrenten zeigen, was für ein toller Typ er ist, und dass alle anderen Schlappschwänze sind. Wenn das dann mit dem Auto (der dicken Potenz-Verstärker-Wuchtbrumme) im Straßenverkehr geschieht, wird es gefährlich.

Und die typische Frau macht sich so zurecht, dass sie von den richtigen Männern, die sie ja begehrt, genau so wahrgenommen wird, wie vorab beschrieben - trotz einer inzwischen weit verbreiteten Gegenbewegung der Emanzipation. Warum sind denn wohl in dieser Fraktion so viele lesbisch?

Auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann jemals mit einem Rohr in der Hose herum gelaufen zu sein, ist mir das typisch männliche Verhalten nicht fremd. Irgendwie bin ich immer noch auf der Pirsch nach schönen Frauen. Nur wenn die mich jetzt als schwulen Transvestiten* lesen, bleibt es erfolglos. Aber das war es früher als Mann meistens auch. Man sah mir sicherlich an, dass ich mich in meiner Rolle nicht wohl fühlte und alles nur gespielt war.

Wenn man es, wie ich, nie schaffte in diesem Spiel erfolgreich mit zu machen und irgendwie schon immer im sozialen Abseits sein Leben fristete, ist es wohl relativ einfach sich als nicht-binär zu verorten. Möchte man jedoch dazu gehören und Anerkennung finden, verspricht der Wechsel ins andere Geschlecht erheblich mehr Aussicht auf Erfolg, was letztlich den Leidensdruck befeuert. Wer dann aber einer Illusion nach jagt, ".. wenn ich erst einmal eine richtige Frau bin .." kann schwer enttäuscht werden.

*Vielleicht sollte ich mir ein T-Shirt bedrucken lassen, wo ganz groß 'lesbisch' drauf steht - oder lieber nicht, dann gehen die TERFs auf mich los. :? :lol:

LG Nicole

PS: Ich bin ja bei FB schon länger in einer Single-Gruppe. Seit meiner Vorstellung dort als Transgender lese ich eigentlich nur noch und sehe bei den Männern fast immer genau das Bild, das ich vorab beschrieben habe. Deren Sprüche sind oft dermaßen dumm, dass ich mich frage, was ich in dieser Gruppe überhaupt will. Und die Frauen halten sich meistens zurück.
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 25 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lisa-Weber hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:08
Nicole Doll hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:04 Wie jetzt? Im innersten der Seele doch ein Stück nicht-binär und nicht vollkommen eindeutig eine Frau? Das verstehe ich jetzt irgendwie nicht.
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Liebe Lisa,
ich denke, dass kennen wir alle manchmal. Ich, und ich denke ganz viele andere würden gerne einfach ein großes Paket Kraft schicken und denken an Dich.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 26 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nicole Doll hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 09:39 Warum sind denn wohl in dieser Fraktion so viele lesbisch?
Sind sie das wirklich ? Oder ist das nur ein gut gepflegtes Vorurteil ? Frau bekennt sich wahrscheinlich in dieser Fraktion leichter dazu als im Rest der weiblichen Bevölkerung. Aber tragfähig ist das nicht. Auch halte ich das Männerbild für ziemlich überzogen. Viele tragen Rohre lieber auf der Schulter als in der Hose. ;-) Ich kenne viele Männer, die mögen das Macho-Getue überhaupt nicht und sind ganz normale Menschen...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 27 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ute2506 hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:53 Hi Jaddy, nein, unsere Umgebung ist nicht "Leider" drauf gedrillt in 2 Kategorien Mann/Frau zu denken.

Wir denken alle so, weil es die Komplexität unserer Umgebung reduzieren hilft wenn vermeintlich Unwichtiges weggelassen wird. Es ist nunmal für 80-90% unserer Umwelt egal ob wir uns als nichtbinär-queer oder Mann oder Frau definieren, solange das äußerlich sichtbare Bild eindeutig erscheint und wir ein valider Kandidat für die Zeugung von Nachkommen darstellen könnten :-)

Die Evolution hatte hier nur genau 1 Ziel, eben sich selbst zu erhalten. Hätte man jeweils vorher genau ergründen müssen wer der Gegenüber nun wirklich ist, wären wir schon lange ausgestorben! Und wer weiss, vielleicht gab es ja mal vor 51Mio Jahren eine Population die nicht in Kategorien gedacht hat, und die ist genau deshalb ausgestorben weil sie beim Ergründen des Gegenüber vergessen hatten was zum Erhalt seiner Selbst denn notwendig ist :-)

LG,
eine Ute die zum Scherzen aufgelegt ist
Jaddy hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 23:55 Ach du liebes bisschen! Du machst mir Angst, Ute. Soll das heissen, dass die binären da draussen die ganze Zeit im Balzmodus rumlaufen? Oh je oh je. Wie halten die das bloss aus? Ist das nicht super anstrengend? Ständig den inneren Sex-Zombie - "Ich brauche Seeex" - im Zaum halten? Auch die Backwarenfachverkaufskräfte? Und die Autofahrer"¢innen? Und alle die Leute im Forum hier? Au weia. Ich hatte ja keine Ahnung! Ich fand diese binäre Fixierung ja eher putzig, aber deine Vorstellung klingt echt ungesund. Gibt's da nicht was von Ratiopharm?

Aber dann ist mir auch klar, weshalb ich relativ entspannt darüber philosophieren kann, während bei einigen anderen sehr schnell die Emotionen ausser Kontrolle geraten. Denn ich weiss nicht, wie es Dir geht, aber ich möchte mich eigentlich gar nicht fortpflanzen. Mit ca. 99,9999% der Menschen da draussen möchte ich nicht mal Sex haben. Darunter so ziemlich alle Menschen, denen ich im Alltag begegne. Ich dachte bisher, denen ginge das auch so.

Was bin ich froh, dass wir uns mit der ganzen Zivilisation wenigstens die Affektkontrolle einigermassen antrainiert haben, also nicht mehr spontan die Köpfe einschlagen. Also wenigstens nicht mehr so häufig. Oh, und nicht mehr spontan kopulieren. Das gibt Hoffnung in Bezug auf Sex und Gender und bessere Impulskontrolle bei der Zuschreibung auf andere Menschen ;)

P.S. Eine große Tüte Ironiefähnchen zur freien Verwendung für alle ;)
Ich mag beide Antworten... auch wenn ich anmerken möchte, dass auch nicht binäre Menschen das binäre Denken als Gesprächsgrundlage in dieser Gesellschaft benutzen, da es keine andere Sprache gibt.

Außerdem können auch sich als nicht binäre Menschen definierende Menschen unerfüllte Kinderwünsche haben. Mir geht es so. Also auch hier bitte nicht verallgemeinern, liebe*r Jaddy...

*ich habe mich bei den Ironiefähnchen bedient...
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:21 Ich mag beide Antworten... auch wenn ich anmerken möchte, dass auch nicht binäre Menschen das binäre Denken als Gesprächsgrundlage in dieser Gesellschaft benutzen, da es keine andere Sprache gibt.

Außerdem können auch sich als nicht binäre Menschen definierende Menschen unerfüllte Kinderwünsche haben. Mir geht es so. Also auch hier bitte nicht verallgemeinern, liebe*r Jaddy...
Da hast du mit beidem vollkommen recht und wenn ich eines vermeiden will, dann verallgemeinern :) Wobei sich unter Enbys schon so langsam eine andere Sprache und damit auch anderes denken entwickelt. Es ist ganz erstaunlich, wie bunt die Welt plötzlich wird, wenn 1 nicht mehr automatisch diese Stereotypen als gegeben annimmt, sondern sich ungezwungen darüber unterhalten kann. Auch einfach fragen statt voraussetzen.

Unter meinen Frienbys sind auch ausgeprägte Familienmenschen, zum Beispiel ein ganz tolles Polykül von -hm- 4 oder 5 hauptsächlich nicht-binären Menschen, die gemeinsam Kinder aufziehen. Darunter ein Enby, dey unglaublich gerne schwanger ist und Kinder gebährt. Inzwischen sind es drei, um die sich alle gemeinsam kümmern.

Ich bin jedesmal sehr fasziniert, was die machen. Es wäre nicht mein Lebensstil, aber ich freue mich für jeden einzelnen Menschen, der sich ein glückliches Leben geschaffen hat.
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 29 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:14
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 09:39 Warum sind denn wohl in dieser Fraktion so viele lesbisch?
Sind sie das wirklich ? Oder ist das nur ein gut gepflegtes Vorurteil ? Frau bekennt sich wahrscheinlich in dieser Fraktion leichter dazu als im Rest der weiblichen Bevölkerung. Aber tragfähig ist das nicht. Auch halte ich das Männerbild für ziemlich überzogen. Viele tragen Rohre lieber auf der Schulter als in der Hose. ;-) Ich kenne viele Männer, die mögen das Macho-Getue überhaupt nicht und sind ganz normale Menschen...
Hallo Vicky,

wirklich? Oder Vorurteil? Ich weiß es nicht! Man liest es nur immer wieder.

Sonst habe ich hier nur das Bild von typischen Männern und Frauen aufgezeigt, wie es mir immer wieder (jetzt in der FB-Gruppe) begegnet. Sicherlich gibt es (viele?) Männer, die nicht in dieses Schema passen, und ihre Rohre ganz unauffällig auf irgend einer Baustelle auf der Schulter tragen. Ich glaubte ja irgendwie auch mal einer davon zu sein. Nur sehe ich ein ganz großes Problem sich als Mann außerhalb dieser Klischees zu definieren und dabei ein echtes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Wenn so eine männliche "graue Maus" das Glück hat eine Partnerin zu finden, kann es wohl auch ohne Fetisch mit der "dezenten" Männlichkeit funktionieren - wenn man nicht meint eine unpassende Rolle spielen zu müssen und dabei eine Sozialphobie entwickelt. Für mein Empfinden - aus der sozialen Prägung heraus - gab es lange nur "richtige Männer" und "(vom Nudelholz der Ehefrau bedrohte) Pantoffelhelden". Als das erste fühlte ich mich nicht, und das zweite wollte ich nicht sein. Das sind natürlich alles Vorurteile, aber sie prägten mich. Und überhaupt: Was ist ein ganz normaler Mensch? Auch das weiß ich nicht. Ich bin keiner und will auch keiner sein. Normalität bedeutet für mich Langeweile.

LG Nicole
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Re: Wir brauchen feste Geschlechter„Schubladen?!

Post 30 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nicole Doll hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 12:12 Nur sehe ich ein ganz großes Problem sich als Mann außerhalb dieser Klischees zu definieren und dabei ein echtes Selbstwertgefühl zu entwickeln.
Das kann ich für mich auch so unterschreiben, weil ich das auch so erlebt habe.
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 12:12 Wenn so eine männliche "graue Maus" das Glück hat eine Partnerin zu finden
Deshalb muss man aber keine "graue Maus" sein. Ich glaube viel eher, dass die Menschen interessanter sind, weil sie mehr Humor haben bzw. mehr Humor erlauben.
Nicole Doll hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 12:12 kann es wohl auch ohne Fetisch mit der "dezenten" Männlichkeit funktionieren -
Das geht auch mit Fetisch, denn das hat gar nichts mit den Extremen der Männlichkeit zu tun. Es soll sogar Frauen geben, die Fetische und Männer mit Fetischen mögen ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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