Warum tue ich das?
Warum tue ich das? - # 3

Lebensplanung, Standorte
Kathi87
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Re: Warum tue ich das?

Post 31 im Thema

Beitrag von Kathi87 »

Liebe Vanessa,

jetzt habe schon soviele geschrieben und im Grunde immer das gleiche gesagt, es ist dein Weg und nur du weißt wie der aussieht und wo we hin führt, es wird einfach Zeit brauchen bis du ihn gefunden hast.

Mit deiner Frau, als kleines positiv Beispiel. Meine Frau hatte auch viele Ängste am Anfang und hat zum Teil mit Ablehnung reagiert gerade was die Ops angeht.
Jetzt 2 Jahre später unterstützt sie mich in allen Bereichen wo sie nur kann und es gibt keine Zweifel daran das es sich ändern wird, wenn die letzte Op gelaufen ist.

Aber es bedeutet auch arbeiten, sich Gegenseitig ehrlich sagen was die wünsch und Ängste sind. Wir habe uns fast ein Jahr verloren und unsere Ehe stand auf der Kippe, wir haben es überwunden und sind noch stärker verbunden wie eh und je.

Liebe Grüße
Kathi
Es ist besser, für das was man ist, gehasst,
Als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.
Michi
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Re: Warum tue ich das?

Post 32 im Thema

Beitrag von Michi »

Anja hat geschrieben: Fr 7. Feb 2020, 10:17 Moinsen (moin)
MichiWell hat geschrieben: Fr 7. Feb 2020, 00:10 Hier im Forum kannst du viele unterschiedliche Selbstbeschreibungen finden. Schau dich um, aber versuche nicht, eine "Wahl" zu treffen, was dir davon am meisten gefällt und in deiner jetzigen Situation opportun erscheint.
Ja, warum denn eigentlich nicht? Fast alle hier haben doch für sich eine "Schublade" in der sie sich verorten, weil es gerade am besten passt?
Ich finde, es sollte schon darum gehen, sich selbst zu finden, anstatt sich für etwas "entscheiden", weil man glaubt, bei anderen besser anzukommen. Opportunismus ist da fehl am Platze. Was bringt es beispielsweise, sich zu "entschieden", eine Frau sein zu wollen, wenn man tatsächlich Enby ist.

Ich hoffe, es war jetzt verständlicher. :wink:
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Nessa1607

Re: Warum tue ich das?

Post 33 im Thema

Beitrag von Nessa1607 »

Vielen Dank für dein "Erklärungsmodell, Nadin.
Nadin hat geschrieben: Fr 7. Feb 2020, 11:21
Jetzt kommen die verschiedenen Abstufungen.
Man hat es etwas, das heißt Mann, kann Frauen manchmal verstehen.
Man hat es stärker, Mann weint (verstohlen) wenn etwas traurig ist.
Man hat es noch stärker, man hat Spaß daran Shoppen zu gehen und hin und wieder schöne, weiche Stoffe zu berühren.
Jetzt kommen wir in einen Ausprägungsbereich der dich veranlasst hin und wieder eine Damenstrumpfhose an zu ziehen.
So könnte wir das Band der "Erkrankung" immer weiter spinnen bis zu der stärke so wie du sie hast.
Es ist im Grunde eine hilfreiche Vorstellung. Ich muss aber noch ein wenig mehr drüber nachdenken.
Merci
Nessi
Steffi Verena
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Re: Warum tue ich das?

Post 34 im Thema

Beitrag von Steffi Verena »

Hallo Vanessa,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum!

Warum tue ich das? Das ist auch die Frage, die ich mir schon tausende Male gestellt habe. Nach langem Hin und Her bis ich zu folgender Antwort gekommen: Weil es mit gut tut! :o Es hat sehr, sehr lange gebraucht, bis ich mich so akzeptieren konnte wie ich bin. Leider kann ich Steffi Verena nicht so oft ausleben wie sie es möchte (wg. Familie) und muss die Freiräume nutzen, die sich so halt ergeben. Manchmal reicht es — manchmal aber auch nicht.

... Sie weiß zwar von meinen CD Ambitionen, toleriert diese auch, aber möchte mich nie in Frauenklamotten sehen. Wenn sie nicht zuhause ist, dann ist es okay für sie, aber wenn sie da ist, dann habe ich "Mann" zu sein. Das ist ein Gesichtspunkt, den ich in meinem ersten Post nicht erwähnt habe. Aber damit kann ich umgehen, denn ich verstehe sie... sie will eben nicht mit einer "Frau" zusammen sein.
Aber: selbst wenn ich als Mann "unterwegs" bin, fühle ich mich (ob bewusst, oder unbewusst), immer wieder in den weiblichen Blickwinkel ein.
Mein Dilemma ist also zum Einen (und darauf seid ihr ja schon eingegangen), dieses Wandern zwischen den Welten.


Ich ertappe mich ebenfalls dabei, dass ich, wenn ich nach Männerklamotten suche immer auch nach schönen Kleidern, Schuhe etc. schaue. Auch wenn das ein oder andere nicht immer sofort im Warenkorb landet :wink:

Ich muss nur aufpassen, dass das Ganze nicht Überhand findet, weil mein Kleiderschrank mittlerweile aus allen Nähten fällt. :roll:
Aber zum anderen "Dilemma": Was bin ich denn dann, und warum? Ich fasse es mal sehr einfach zusammen: Ich trage Frauenkleider nicht wegen der sexuellen Komponente. Ich style mich auch nicht Travestiemässig. Ich tue dies auch nicht, weil ich unbedingt Frau werden möchte. Ich bin, als Mann, gerne mit meiner Partnerin zusammen. Ich schaue Fußball und gehe mit Kumpels in die Kneipe. Ich gehe aber auch mit meiner Partnerin shoppen und kann stundenlang mit ihr Kleider aussuchen. Ich trage Frauenkleider nicht, weil ich mich "verkleiden" will (das wäre viel zu oberflächlich gedacht). Also: warum habe ich dieses starke Bedürfnis?
Ich bin kein Psychologe und halte nicht viel von diesen "das liegt in deiner Kindheit begründet" Theorien. Aber trotzdem muss es doch eine tiefere Ursache haben, warum ich mich im "anderen Geschlecht" oft so wohl fühle (obwohl ich dann immernoch ab und zu denke "das sollte ich besser lassen ... bin ja ein Mann...)
Diese Passage hätte 1:1 von mir sein können (moin). Meine tiefere Ursache ist vielleicht, dass meine Mutter sich lieber ein Mädchen gewünscht hat. Nichts desto trotz bin ich aber als "normaler" Junge groß geworden, habe Fußball und mit Autos gespielt, gerauft und mich dreckig gemacht! Wann es letztendlich genau Pling gemacht hat und ich meine weibliche Seite entdeckt habe, vermag ich gar nicht genau zu sagen - es war irgendwann in der späten Pupertät.

Sei froh wie es ist und sehe es als Bereicherung an - denn nur wir können "beide Seiten" verstehen.

Die Grenzen setzt nur Du ...

GLG
Steffi Verena
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupéry)
Anja
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Re: Warum tue ich das?

Post 35 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
MichiWell hat geschrieben: Fr 7. Feb 2020, 22:07 Ich finde, es sollte schon darum gehen, sich selbst zu finden, anstatt sich für etwas "entscheiden", weil man glaubt, bei anderen besser anzukommen.
Ich glaube, du verstehst da etwas falsch. Sich eine Schublade zu suchen, hilft einem dabei, bei sich selbst anzukommen und nicht bei anderen.
Der Mensch ist ein zutiefst soziales Wesen. Viele von uns empfinden sich von klein auf als falsch, unpassend, unverstanden, war und ist vielleicht sogar abwertenden Kommentaren bezüglich seines (falschen?) Wesens ausgesetzt...
Eine Gruppe von Menschen zu finden, zu denen man passt, die ähnlich "ticken" wie man selbst, stellt dann eine riesige Erleichterung dar. Viele Puzzleteile fügen sich plötzlich zusammen. Das Erkennen, das man eben nicht allein ist mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen ermöglicht eine Wende im Selbstverständnis weg von der Scham hin zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein.
Noch dazu, ist eine Verortung ja nicht festgelegt. Um bei deinem Beispiel zu bleiben, wenn Transfrau doch nicht passt, weil man dann eher zu Enby tendiert, lässt sich das ja recht einfach anpassen.
Die Suche nach einem Platz, das Bedürfnis dazugehören zu wollen, ist tief in uns verankert und finden wir eine Gruppe, der wir uns zugehörig fühlen, gibt das ein beruhigendes Gefühl, ein akzeptiertes und (voll)wertiges Mitglied dieser Gesellschaft zu sein.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Aria
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Re: Warum tue ich das?

Post 36 im Thema

Beitrag von Aria »

Anja hat geschrieben: Mo 10. Feb 2020, 10:05 Moinsen (moin)
MichiWell hat geschrieben: Fr 7. Feb 2020, 22:07 Ich finde, es sollte schon darum gehen, sich selbst zu finden, anstatt sich für etwas "entscheiden", weil man glaubt, bei anderen besser anzukommen.
Ich glaube, du verstehst da etwas falsch. Sich eine Schublade zu suchen, hilft einem dabei, bei sich selbst anzukommen und nicht bei anderen.
Der Mensch ist ein zutiefst soziales Wesen. Viele von uns empfinden sich von klein auf als falsch, unpassend, unverstanden, war und ist vielleicht sogar abwertenden Kommentaren bezüglich seines (falschen?) Wesens ausgesetzt...
Eine Gruppe von Menschen zu finden, zu denen man passt, die ähnlich "ticken" wie man selbst, stellt dann eine riesige Erleichterung dar. Viele Puzzleteile fügen sich plötzlich zusammen. Das Erkennen, das man eben nicht allein ist mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen ermöglicht eine Wende im Selbstverständnis weg von der Scham hin zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein.
Noch dazu, ist eine Verortung ja nicht festgelegt. Um bei deinem Beispiel zu bleiben, wenn Transfrau doch nicht passt, weil man dann eher zu Enby tendiert, lässt sich das ja recht einfach anpassen.
Die Suche nach einem Platz, das Bedürfnis dazugehören zu wollen, ist tief in uns verankert und finden wir eine Gruppe, der wir uns zugehörig fühlen, gibt das ein beruhigendes Gefühl, ein akzeptiertes und (voll)wertiges Mitglied dieser Gesellschaft zu sein.

Grüße
die Anja
Ich finde auch überhaupt nix verkehrtes dabei, sich bei seiner Selbstfindung an anderen Selbstbeschreibungen zu orientieren. Schließlich ist man am Anfang ja komplett planlos, was das eigene Ich betrifft. Ohne jeglichen Anhalt wird es ziemlich schwer mit der Selbstfindung, wenn sie denn überhaupt gelingt. Und wenn sie dann doch gelingt, kommt man sich dennoch irgendwie alleine vor, weil man vllt. noch niemanden gefunden hat, der sich genau so oder ähnlich verortet. Und das kann dann ziemlich aufs Gemüt schlagen, weil - wie Anja so recht gesagt hat - es ein Grundbedürfnis von uns Menschen ist, sich zugehörig zu fühlen. Von daher spricht mMn nix dagegen, sich an anderen zu orientieren und sein Plätzchen (vorerst) zu finden. Dieser Vorgang muss ja auch keineswegs final sein. Man kann sich später ja immer noch umentscheiden, da ist doch nix schlimmes bei. Oder man macht ganz und gar innerhalb seiner Schublade eine neue Sub-Schublade auf. Warum muss man das alles immer als Einbahnstrasse betrachten? Verstehe ich nicht. Aber es wird ja auch immer wieder gerne behauptet, dass Late-on-set TS gar keine richtigen TS sind, da sie ja nur einer Masse hinterher laufen, ums sich irgendwo zugehörig fühlen zu können, anstatt mal ehrlich zu sich und einfach lieber sie selbst zu sein.
¡no lamento nada!
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