Frauen. Neid
Frauen. Neid - # 6

Lebensplanung, Standorte
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Carry
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Re: Frauen. Neid

Post 76 im Thema

Beitrag von Carry »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 29. Jan 2020, 20:47 Ich gehe davon aus, das deine Freunde deine Freunde sind weil sie dich erkennen, also mit dem Herzen
wahrnehmen und für wahr nehmen-und nicht weil du besonders schick angezogen bist.
Ich möchte das meine Freunde mich sehen-nicht eine Maske.
Da bin ich total bei Dir, liebe Marie! (flo)
Was ich im inneren Wesen bin, das strahle ich auch nach aussen - das glaube ich zutiefst!
Und ein Mensch, der äußerlich einen Kartoffelsack trägt, kann wunderschön sein, nur durch sein Wesen und seine Ausstrahlung.
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Carry
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Re: Frauen. Neid

Post 77 im Thema

Beitrag von Carry »

Michaela Smile hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 08:06 und gerade auf diese einfachheit mit der Frauen zwischen den Geschlechten pendeln könn(t)en,...
Wo ist denn die "Einfachheit" für Frauen, zwischen den Geschlechtern zu pendeln??? Es mag leichter sein für Frauen, zwischen allen möglichen Formen der Kleidung zu pendeln - das mag wahr sein - aber zwischen den Geschlechtern???
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Jaddy
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Re: Frauen. Neid

Post 78 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Da ich auch nur Vermutungen habe, wie offenbar die meisten hier, aber nichts auf "feste Überzeugungen" gebe, habe ich mal kurz gegoogelt, was so an einigermassen belastbaren Infos über die Motivationen verfügbar ist. Die deutsche Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie ist da mit ihrer jährlichen Patient"¢innenbefragung vermutlich eine gute Quelle.
Bildschirmfoto 2020-01-30 um 12.52.03.png
==> Eigene Motivation und ästhetischer Leidensdruck. D.h. das Bild im Spiegel nach eigenem Empfinden machen die meisten Entscheidungen aus. Gefällt mir mein Körper. Von Selbstwertgefühl ist nicht die Rede.
Bildschirmfoto 2020-01-30 um 13.00.20.png
Und trans kommt in der Statistik praktisch nicht vor, wobei natürlich nicht klar ist, wie viele trans Personen sich in der Befragung nicht als solche offenbaren.

https://www.dgaepc.de/wp-content/upload ... k-2019.pdf
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Anja
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Re: Frauen. Neid

Post 79 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Carry hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:13 Das hat mit echtem Selbstwert rein gar nichts zu tun. Denn Dein Selbst wertest Du mit Äußerlichkeiten nicht auf!
Schön gesagt!
Vor allem kann man ein operiertes (künstliches) Gesicht recht schnell als solches Wahrnehmen. Da funktioniert unser Gehirn ähnlich zuverlässig, wie bei der Unterscheidung des Geburtsgeschlechts.

Für mich war die Umkehrung dieser Sichtweise ein Prozess, der sich lange hingezogen hat. Selbst als ich mein Leben als Frau begann, war ich noch sehr darauf bedacht, wie ich nach außen wirke. Ob ich die Tasche wirklich zu der Jacke tragen kann usw. Ich war häufig unsicher wegen meiner Außenwirkung. Aber mit der Zeit wurde mir immer wichtiger, das ICH mich wohl fühle und ich machte mir immer weniger Gedanken darum, wie andere mich wohl wahrnehmen...
Aber dieser Prozess hat Jahre gedauert und trotz meiner Erfahrung durch meine Frauentage (es waren insgesamt von 2011 bis zu meinem neuen Leben 2016 über 200) hat es noch Monate im neuen Leben gedauert, bis ich so weit war.
Das Leben als Frau unterscheidet sich auch grundlegend von den Frauentagen davor. Das kann man nicht miteinander vergleichen.
Deswegen glaube ich auch nicht, das jemand, der nicht als Frau lebt, irgend ein Urteil darüber abgeben kann, wie es ist als Frau zu leben. Oder wie es nicht ist. Oder welche Einschränkungen oder Vorteile es mit sich bringt. Man hat eine Vorstellung davon, die lässt sich aber nicht so einfach übertragen.
Mal so als Vergleich: Jeder der Kinder hat, hat sich sicher vorher vorgestellt, wie das sein wird. Und wird mir zustimmen, das man sich das einfach nicht vorstellen kann, oder?
Und wenn ich dann hier von Menschen lese, die als Mann geboren wurden, aber auch mal die Frau ausleben, einer geborenen Frau was vom Leben erzählen wollen...
Ja nee, is klar! Macht erstmal selbst die Erfahrung, dann reden wir noch mal :wink:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Frauen. Neid

Post 80 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Anja,
Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:05 Vicky_Rose hat geschrieben: ↑
Do 30. Jan 2020, 07:08
Das zerreisst mich manchmal. Früher noch mehr als heute. Ich habe für mich gelernt, dass ich auf beiden Seiten zuhause bin.

Ja was denn nun? Wenn ich deine Beiträge lese, habe ich den Eindruck, du bist ganz bei dir, kommst gut klar, mit deinen beiden Seiten. Und manchmal "zerreist" es dich dann? Also bist du doch nicht so im Reinen mit dir?
Da gebe ich Dir Recht. Ich fühle mich die meiste Zeit ganz gut in den Rollen, in denen ich lebe. Meine Konflikte entstehen meist dann, wenn ich en femme leben will und aus irgendwelchen Gründen es nicht kann oder glauben, dass ich es nicht kann. Die Arbeit ist ein solcher Ort. Was wäre, wenn ich hier mal so und mal so aufträte ? Hier kneife ich und das tut mir weh. Aber die Diskussion über hüh oder hott oder hottehüh möchte ich dort (noch ?) nicht leisten. Mal sehen, wann ich mich so weit überzeugt habe, es doch zu tun ...
Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:05 Vicky_Rose hat geschrieben: ↑
Do 30. Jan 2020, 09:22
Ein Mann, der sich als Frau kleidet, will im Allgemeinen als Frau gelesen werden und nicht als Mann, der Frauenkleider trägt.

Das kann man schlecht verallgemeinern. Das muss ja jeder für sich entscheiden.
Warum sollte man sich als Frau kleiden und nicht als Frau gesehen werden wollen ? Ich meine das nur auf den Augenblick des weiblich gekleidet sein bezogen und nicht als Dauerzustand. Argeumente wie, "ein Rock ist doch wesentlich angenehmer" als fadenscheinig. Was ist an einem BH oder Silikoneinlagen praktisch ?
Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:27 Oder welche Einschränkungen oder Vorteile es mit sich bringt. Man hat eine Vorstellung davon, die lässt sich aber nicht so einfach übertragen.
Mal so als Vergleich: Jeder der Kinder hat, hat sich sicher vorher vorgestellt, wie das sein wird. Und wird mir zustimmen, das man sich das einfach nicht vorstellen kann, oder?
Und die Situation von Transfrauen ist nicht die von Cis-Frauen. Ich denke, eine Entscheidung wie man leben will, sollte nicht auf einer Abwägung von Vor- und Nachteilen beruhen, sondern auf dem, was in einem steckt. Deshalb ist eine Diskussion, was besser ist, relativ sinnlos. Wir können nur die Karten spielen, die das Leben uns gegeben hat. Es gilt also das ganze Blatt zu sehen und nicht nur einzelne Karten.
Jaddy hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:07 Und trans kommt in der Statistik praktisch nicht vor
Nicht zu vergessen, sie wurden erstmals befragt und der Anteil der als divers eingetragenen ist noch sehr klein.
Viele Grüße
Vicky

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Carry
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Re: Frauen. Neid

Post 81 im Thema

Beitrag von Carry »

Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:27 Und wenn ich dann hier von Menschen lese, die als Mann geboren wurden, aber auch mal die Frau ausleben, einer geborenen Frau was vom Leben erzählen wollen...
(flow) (flow) (flow)
Schön, dass Du das mal ausgesprochen hast!!! Das geht mir runter, wie Olivenöl ... (smili)

Ich würde nur zwei Worte einfügen:

...einer geborenen Frau was vom Leben als Frau erzählen wollen...

(888)
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Anja
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Re: Frauen. Neid

Post 82 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:50 Warum sollte man sich als Frau kleiden und nicht als Frau gesehen werden wollen ?
Das ist doch jedem selbst überlassen? Wie er dann gesehen werden möchte? Alles andere wäre Fremdzuweisung bzw. Zwangszuweisung.
Ich sehe während meines Pendelns häufiger geborene Männer, die im Rock unterwegs sind, aber auch ab und zu Transfrauen. Während Männer (die ihr Geburtsgeschlecht nicht kaschieren) einfach nur einen Rock tragen, muss man bei einer Transfrau schon wesentlich genau hinschauen, denn sie möchte als Frau erkannt werden und trägt natürlich z.B. keinen Bart.
Ich denke nur, wenn jemand als Frau "gesehen" werden möchte, würde derjenige etwas mehr Aufwand betreiben, als nur einen Rock anzuziehen... (Perücke, Schminke, Bartschatten abdecken, Körperbehaarung entfernen, Silis usw.) Eben ein Gesamtbild erzeugen, das annähernd einer Frau entspricht.
Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, das ein Mann, der einfach nur weibliche Kleidung trägt, als Frau gesehen werden möchte.
Was natürlich auch nur alles wieder Zuschreibungen von außen sind.
Denn wer er ist, kann nur derjenige selbst sagen - egal was er trägt.

Grüße
die Anja
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Re: Frauen. Neid

Post 83 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jaddy hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 11:55 Wer das nicht so leben kann, sprich: an Zerrissenheit oder den Wechseln leidet, könnte mal nachschauen und aufarbeiten, weshalb die verschiedenen Genderaspekte nach dem eigenen Empfinden so getrennt werden, also was diese eindeutigen Zuordnungen zu m und w so wichtig für 1 selbst macht.
Ganz spontan und nicht weiter reflektiert würde ich sagen, dass die Ursachen vielleicht weniger bei Genderaspekten liegen als bei den übrigen Lebensumständen. Oder anders gefragt, gibt es ein Muster, wann die Frage nach Weiblichkeit im Ausdruck auftritt ? Ganz vorsichtig gesagt hat das viel mit Belastungen von außen zu tun. Vicky kennt nicht die Belastungen, die ihr männliches alter ego hat. Es ist auch ein Ausweichen und ein Stück "psychische Hygiene". Ein Aspekt ist auch der Wunsch nach Akzeptiert werden, wie man ist. Das kann man als zu wenig Anerkennung in der Kindheit deuten.

Egal wie es ist, an dieser Stelle arbeite ich gerade an mir. Aber ich fürchte, das ist hir OT.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Frauen. Neid

Post 84 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 14:02 Während Männer (die ihr Geburtsgeschlecht nicht kaschieren) einfach nur einen Rock tragen
Genau den Unterschied meine ich. In dem von Dir genannten Fall trägt der Mann einen Rock, kleidet sich aber nicht als Frau. Übrigens muss man nicht das volle Passing-Programm betreiben, um als Frau behandelt zu werden...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Frauen. Neid

Post 85 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Vicky_Rose hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 14:07 Vicky kennt nicht die Belastungen, die ihr männliches alter ego hat.
Interessant, wie scharf du hier trennst. Ich hatte deine Beiträge bisher so verstanden, das bei dir alles im Fluss ist, auch der Übergang zwischen den Geschlechtern.
Hier unterscheidest du ja eindeutig zwei Personen / Persönlichkeiten. Also nicht Männlichkeit in der Weiblichkeit sondern entweder oder?

Grüße
die Anja
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Re: Frauen. Neid

Post 86 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 14:13 Also nicht Männlichkeit in der Weiblichkeit sondern entweder oder?
Ich bin auf der Suche ... ;-) Aber ich unterscheide nicht zwischen zwei Personen, sondern zwei Geschlechter in einer Person, die jeweils einen Namen haben. Und ja, da bin ich tendenziell binär, aber nicht streng binär. Der Gedanke "Männlichkeit in der Weiblichkeit" entspringt dem Gedanken der Aussöhnung mit dem Männlichen in mir. Vielleicht muss ich mich auch mit dem Weiblichen aussöhnen oder einfach beides akzeptieren. Es gibt Phasen, da fühle ich mich relativ sicher, dann gibt es Momente, in denen ich zweifle, ob das alles so richtig ist.Die sind aber meist kurz und heftig.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Frauen. Neid

Post 87 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:50Nicht zu vergessen, sie wurden erstmals befragt und der Anteil der als divers eingetragenen ist noch sehr klein.
Ja, trans wurde wohl das erste Mal abgefragt und dann gab es wie in den vergangenen Jahren "keine Angabe". Mir ist nicht klar, wie sie von da 2019 zu "divers" gekommen sind und ich bin bei den Zahlen etwas skeptisch, wer warum sich wie als trans angekreuzt hat oder unter "keine Angabe". 2018 waren unter "keine Angabe" 3,7%. Wäre ich da befragt worden, wäre das meine Kategorie gewesen. Und wie gesagt ist unklar, wie viele trans Personen lieber "Frau" oder "Mann" angegeben haben.
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Re: Frauen. Neid

Post 88 im Thema

Beitrag von Christiane04 »


Ich bin auf der Suche ... ;-) Es gibt Phasen, da fühle ich mich relativ sicher, dann gibt es Momente, in denen ich zweifle, ob das alles so richtig ist.Die sind aber meist kurz und heftig.
Danke an Vicky für diese Aussagen. Ich fühle da mit und weiß wovon du sprichst, mir geht sehr sehr ähnlich! Durch deine Beiträge heute hat die Diskussion für mich sehr an Qualität gewonnen und Anja und Jaddy haben noch eines drauf gesetzt!
Sehr schön.
Ich frage mich nach Jahrzehnten des Irrens und Suchens warum ich jetzt ruhiger bin und nicht so viel Druck auf meinem "Frauenanteil" verspüre....meine tolerante EheFrau mit der ich mich immer über alles gut austauschen kann? Alter? Eine Phase der Ausgeglichenheit in meiner Genderdysphorie.....?
Das macht mir weniger Gedanken als es scheint, aber ganz klar ist das Äußerlichkeiten wie die FFS Operation zum Beispiel nichts bringen werden, wenn im Inneren kein Gefühl , keine echte Überzeugung und kein Bild vom Selbst in der zukünftigen Rolle existieren!

Lg Christiane
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Re: Frauen. Neid

Post 89 im Thema

Beitrag von Michaela Smile »

Carry hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:44

Wo ist denn die "Einfachheit" für Frauen, zwischen den Geschlechtern zu pendeln??? Es mag leichter sein für Frauen, zwischen allen möglichen Formen der Kleidung zu pendeln - das mag wahr sein - aber zwischen den Geschlechtern???
genau das meinte ich.... hab mich da etwas blöd ausgedrückt
Michaela
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Re: Frauen. Neid

Post 90 im Thema

Beitrag von Aria »

Carry hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:13
Helga hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 20:51 Schönheitsoperationen sind schließlich bei cis- Menschen jeglichen Geschlechts durchaus nicht unüblich. Adressat einer solchen Maßnahme ist in der Regel das eigene Selbstwertgefühl, weniger die Außenwelt.
Liebe Helga,

hab Dank für Deinen Versuch, mir die "vermeintliche" Oberflächlichkeit etwas schmackhaft zu machen ...aber, sorry, das wird nix :wink:

Vor Allem bei dem zitierten Satz möchte ich Dir widersprechen, bzw. Dir meine Sicht schildern.

In meinen Augen sind sogenannte "Schönheits"-Operationen in den aller-aller seltensten Fällen wirklich eine Maßnahme, die dem Betroffenen Selbstwertgefühl geben kann. Denn ich glaube, echtes Selbstwertgefühl kann nur aus dem eigenen Inneren generiert werden. Die Kunst dabei ist m.E.n., sich so annehmen zu können, wie man nunmal ist.
Eine Schönheits-OP kann meines Erachtens nur bewirken, dass die Außenwelt einen "anders" wahrnimmt - das bewirkt maximal ein Gefühl von Bestätigung durch das Aussen, aber kein wirkliches Selbstwertgefühl. Wie der Name schon sagt, geht es darum, was man sich selbst wert ist - nicht, was man dem Aussen wert ist.
Bitte nicht falsch verstehen, dass es solche Operationen überhaupt gibt, ist sicher für viele Menschen ein Segen, wenn zum Beispiel nach einem Unfall jemand in irgendeiner Form entstellt ist, und das wieder "hingebogen" werden kann, ist das sicher ein Segen.
Aber in den allermeisten Fällen geht es doch darum, dass man von der Aussenwelt so gesehen werden möchte, wie es dem vermeintlichen Schönheitsideal zu entsprechend scheint.
Das hat mit echtem Selbstwert rein gar nichts zu tun. Denn Dein Selbst wertest Du mit Äußerlichkeiten nicht auf!
Gerade wenn es um Operationen im Gesicht geht, finde ich es persönlich immer sehr traurig, die Ergebnisse zu sehen, denn aus meiner Sicht verlieren dadurch die Menschen ihre Ausstrahlung, da die Mimik völlig verfremdet wird. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung...

Für mich kommt das Selbstwertgefühl aus dem Selbstbewußtsein - das heißt, ich muss mir meiner Selbst zu allererst mal bewusst werden um dann darin den eigenen Wert zu erkennen...und wenn dieser Wert an einer bestimmten Nasenform, Brustgröße oder was auch immer hängt, läuft meiner Meinung nach etwas ganz gehörig verkehrt...
Anja hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 13:27 Moinsen (moin)
Carry hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:13 Das hat mit echtem Selbstwert rein gar nichts zu tun. Denn Dein Selbst wertest Du mit Äußerlichkeiten nicht auf!
Schön gesagt!
Vor allem kann man ein operiertes (künstliches) Gesicht recht schnell als solches Wahrnehmen. Da funktioniert unser Gehirn ähnlich zuverlässig, wie bei der Unterscheidung des Geburtsgeschlechts.

Für mich war die Umkehrung dieser Sichtweise ein Prozess, der sich lange hingezogen hat. Selbst als ich mein Leben als Frau begann, war ich noch sehr darauf bedacht, wie ich nach außen wirke. Ob ich die Tasche wirklich zu der Jacke tragen kann usw. Ich war häufig unsicher wegen meiner Außenwirkung. Aber mit der Zeit wurde mir immer wichtiger, das ICH mich wohl fühle und ich machte mir immer weniger Gedanken darum, wie andere mich wohl wahrnehmen...
Aber dieser Prozess hat Jahre gedauert und trotz meiner Erfahrung durch meine Frauentage (es waren insgesamt von 2011 bis zu meinem neuen Leben 2016 über 200) hat es noch Monate im neuen Leben gedauert, bis ich so weit war.
Das Leben als Frau unterscheidet sich auch grundlegend von den Frauentagen davor. Das kann man nicht miteinander vergleichen.
Deswegen glaube ich auch nicht, das jemand, der nicht als Frau lebt, irgend ein Urteil darüber abgeben kann, wie es ist als Frau zu leben. Oder wie es nicht ist. Oder welche Einschränkungen oder Vorteile es mit sich bringt. Man hat eine Vorstellung davon, die lässt sich aber nicht so einfach übertragen.
Mal so als Vergleich: Jeder der Kinder hat, hat sich sicher vorher vorgestellt, wie das sein wird. Und wird mir zustimmen, das man sich das einfach nicht vorstellen kann, oder?
Und wenn ich dann hier von Menschen lese, die als Mann geboren wurden, aber auch mal die Frau ausleben, einer geborenen Frau was vom Leben erzählen wollen...
Ja nee, is klar! Macht erstmal selbst die Erfahrung, dann reden wir noch mal :wink:

Grüße
die Anja
Danke, ihr beiden! Ihr habt es sehr gut beschrieben, was ich gestern irgendwie nicht konnte. Mir haben echt die Worte gefehlt - wie so oft hier, in letzter Zeit.
Ich glaube, ich bin an einem Punkt angekommen, wo mir dieses ganze Diskutieren echt zu viel wird. Ganz oft denke ich mir nur noch: Na dann.....
Aber, da ich es irgendwie nicht schaffe meine Klappe zu halten, wenn ich so manche Sachen lese, muss ich wohl in den sauren Apfel beissen und antworten.
¡no lamento nada!
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