Moinsen
Carry hat geschrieben: Do 30. Jan 2020, 12:13
Das hat mit echtem Selbstwert rein gar nichts zu tun. Denn Dein Selbst wertest Du mit Äußerlichkeiten nicht auf!
Schön gesagt!
Vor allem kann man ein operiertes (künstliches) Gesicht recht schnell als solches Wahrnehmen. Da funktioniert unser Gehirn ähnlich zuverlässig, wie bei der Unterscheidung des Geburtsgeschlechts.
Für mich war die Umkehrung dieser Sichtweise ein Prozess, der sich lange hingezogen hat. Selbst als ich mein Leben als Frau begann, war ich noch sehr darauf bedacht, wie ich nach außen wirke. Ob ich die Tasche wirklich zu der Jacke tragen kann usw. Ich war häufig unsicher wegen meiner Außenwirkung. Aber mit der Zeit wurde mir immer wichtiger, das ICH mich wohl fühle und ich machte mir immer weniger Gedanken darum, wie andere mich wohl wahrnehmen...
Aber dieser Prozess hat Jahre gedauert und trotz meiner Erfahrung durch meine Frauentage (es waren insgesamt von 2011 bis zu meinem neuen Leben 2016 über 200) hat es noch Monate im neuen Leben gedauert, bis ich so weit war.
Das Leben als Frau unterscheidet sich auch grundlegend von den Frauentagen davor. Das kann man nicht miteinander vergleichen.
Deswegen glaube ich auch nicht, das jemand, der nicht als Frau lebt, irgend ein Urteil darüber abgeben kann,
wie es ist als Frau zu leben. Oder wie es nicht ist. Oder welche Einschränkungen oder Vorteile es mit sich bringt. Man hat eine Vorstellung davon, die lässt sich aber nicht so einfach übertragen.
Mal so als Vergleich: Jeder der Kinder hat, hat sich sicher vorher vorgestellt, wie das sein wird. Und wird mir zustimmen, das man sich das einfach nicht vorstellen kann, oder?
Und wenn ich dann hier von Menschen lese, die als Mann geboren wurden, aber auch
mal die Frau ausleben, einer geborenen Frau was vom Leben erzählen wollen...
Ja nee, is klar! Macht erstmal selbst die Erfahrung, dann reden wir noch mal
Grüße
die Anja