Folgendes Zitat hat mich motiviert, diesen Thread aufzumachen. Ich weiß nicht mal, ob dieses Zitat auf mich gemünzt war, zumindest hab ich es aber so empfunden.
Oder auch dieses hier:!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 14:43 Wenn also inflationär die Fremdwahrnehmung anderer angeführt wird ist des Pudels
Kern die eigene Unsicherheit in einem Punkt.
Und das hat nichts damit zu tun, das man weiss oder nicht weiss wer man ist.
Denn das ist sicher so-aber da schwingt eine Unzufriedenheit mit nicht "vollständig"
zu sein...
Die Frage die ich im Betreff stelle, beschäftigt mich allerdings schon etwas länger. Nur ist sie in der letzen Zeit irgendwie in den Vordergrund gerückt.Kleine Ketzerin hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 13:32 Das ist ja kaum zu übersehen... Und ich spüre, wenn ich das anhand dessen, was Du hier schreibst, mal so sagen darf, in Deinem Bauch ein offenbar (noch) sehr großes Bedürfnis nach Bestätigung Deiner Weiblichkeit vor allem durch "geborene Frauen".
Wer mich schon länger kennt, weiß das ich mich in diversen Schubladen "zu Hause" gefühlt habe.
So lange ich zurückdenken kann war ich DWT, dann mit Anfang 30 bin ich in die Schublade Crossdresser "gehoppt" und hab mich dort ziemlich wohl gefühlt.
Kaum 3 Jahe später bemerkte ich ein neues? Gefühl in mir, an meinen "Frauentagen" fühlte ich mich auch wie eine Frau. An diesen Tagen litt ich unter meiner fehlenden Oberweite, es entwickelte sich ein Verlangen nach körperlichen Veränderungen. Google antwortete mir auf meine Fragen mit BiGender oder Two-Spirit. Halt beide Geschlechter vereint in einem Körper.
Nun war das die passende Schublade, es erklärte warum ich als Mann kein Problem mit meinem Leben hatte und warum ich als Frau den Wunsch nach einem weiblichen Körper verspürte.
Wieder gingen über 2 Jahre ins Land bis ich mir selbst eingestehen konnte, das da eigentlich garkein Mann (mehr) war - abgesehen von den Äußerlichkeiten.
Seit 2014, also nunmehr seit 6 Jahren hab ich die Schublade Transfrau für mich als bequem passend empfunden.
Nun, seit einiger Zeit, hab ich immer mehr das Gefühl, das mir diese Schublade irgendwie nicht mehr passt.
Um es nochmal vorweg zu nehmen, ich habe kein Bedürfnis nach Bestätigung. Allerdings bekomme ich sie recht häufig, was ich natürlich als sehr schmeichelhaft empfinde
Das erste Mal, das ich mich an eine solche Bestätigung erinnern kann, da saß ich einer Kollegin als Mann gegenüber. Wir unterhielten uns angeregt, ich weiß nicht mehr über was.
Plötzlich haute sie raus "Du hast ein weibliches Wesen" Ich fühlte mich in diesem Moment ertappt und war erstmal geschockt. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, outete ich mich dann bei ihr.
Nun, seit ich als Frau lebe, fühle ich mich zu geborenen Frauen hingezogen. Ich meine nicht auf die sexuelle Art, irgendwie anders. In ihrer Gegenwart fühlte ich mich wohl, ich hatte das Gefühl, ich bekomme etwas bzw. sie "geben" mir irgendwas. Ich kann das bis heute nicht richtig in Worte fassen.
Das gipfelte ja letztes Jahr in meiner ersten Freundin, die mir diese Gefühle wirklich im unbekannten Ausmaß "lieferte". In ihrer Gegenwart fühlte ich mich normal, wie eine geborene Frau. Frau ohne Trans.
Auch die anderen Frauen, die ich inzwischen als Freundinnen bezeichnen darf, geben mir irgendwie etwas. Damit meine ich keine Bestätigung, sondern emotional...
Andererseits kann ich mich immer weniger mit den anderen Transfrauen hier identifizieren. Ständig ecke ich an, habe komplett andere Sichtweisen, werde nicht verstanden... Dazu dann auch dieses Bauchgefühl, viele nicht als weiblich zu empfinden, die hier schreiben. Sorry
Es klingt für mich selbst wie pure Blasphemie, aber in mir keimt ein Verlangen auf, mich von anderen Transfrauen distanzieren zu wollen. Ich habe nicht mehr das Gefühl "dazuzugehören".
Gleichzeitig werde ich von geborenen Frauen sehr gut verstanden, brauche mich meist nicht erklären, gesagtes kommt an wie gemeint. Ich kann mich auch sehr gut in sie hineinversetzen.
Nun, ich bin ja keine geborene Frau, "passe" aber irgendwie auch nicht zu den Transfrauen. Nur, dazwischen gibts ja keine Schublade mehr?
Ich habe das Gefühl meinen "sicheren Hafen" Transfrau zu verlieren.
Ich habe darüber gerade heute mit einer Freundin gesprochen, da ich gerade das Gefühl habe, diesbezüglich in der Luft zu hängen.
Sie meinte ich verliere den Hafen nicht, ich schippere jetzt einfach Richtung Heimat...
Auf meine Frage, wo das dann sein soll, meinte sie dann: "Bei uns Frauen"
Ja, ich fühle mich unter geborenen Frauen zu Hause, ich glaube das ist zum Teil das, was ich in ihrer Gesellschaft als "geben" empfinde, ein Zugehörigkeitsempfinden.
Ob dieser Aussage, das ich mich bei den geborenen Frauen zu Hause fühle, kam von ihr dann: "Herzlich Willkommen"
Sie kann mit so wenigen Worten echt meinen Bauch zum Kochen bringen. Unglaublich.
Naja, und sie ist ja nicht die Einzige. Ich habe z.B. noch mit einer Partnerin Kontakt, die sich inzwischen getrennt hat (ihr Mann ist nun eine Frau). Ich habe die beiden noch davor als Paar kennengelernt, mit der Partnerin habe ich noch Kontakt. Auch hier ist es wieder so, das ich mich wesentlich besser mit ihr, der geborenen Frau verstehe und vieles, was ihr Partner gemacht hat, nicht nachvollziehen kann bzw. auf Unverständnis stößt.
Ich weiß, das sind nur Beispiele, von denen ich allerdings noch reichlich auf Lager hätte...
Und nun frage ich mich, darf ich mich als Transfrau von anderen Transfrauen distanzieren? Allein diese Gedanken haben irgendwie etwas Verbotenes finde ich. Und dann wäre ja die Preisfrage, wenn keine Transfrau, wer bin ich dann?
Ich bin keine geborene Frau.
Ich bin keine Transfrau.
Kann ich eine "Bio-Frau" sein? Zumindest empfinden das ja die geborenen Frauen um mich rum so.
Wer bin ich?
Grüße
die Anja