Moinsen
Marielle hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 15:13
Es geht keineswegs nur um ein paar wenige Leute. Es geht nicht um einen Feldzug Trans-Nonbi-Unentschlossen gegen den übergrossen Rest der Welt. Es geht um alle, die in irgendeiner Form durch Zuweisungen auf Grund des Geschlechts in der möglichst freien Entfaltung ihrer Individualität gehemmt werden.
Langsam wirds absurd. Worum geht es denn jetzt noch eigentlich?
Wenn man es so sehen möchte, das sich jemand selbst den bunten Pullover verbietet, weil sie den für unschicklich hält, zu den Betroffenen zählt, dann... ja dann kann man sicher die komplette Menschheit als "betroffen" verorten. Denn Einschränkungen irgendwelcher Art aufgrund seines Geschlecht hat sicher jeder irgendwie schon mal erfahren. Wo will man da anfangen, wo aufhören? Ich dachte hier geht es um Gender, das gelebte soziale Geschlecht?
Nur wer hält denn die Frau aus deinem Beispiel vom Tragen bunter Kleidung eigentlich ab? Nur sie selbst, oder wen will man jetzt dafür verantwortlich machen?
Ja, es gibt Rollenbilder, Klischees usw. die sich mit den Jahren ergeben haben. Aber es liegt doch an jedem selbst, sich daran zu orientieren oder auch nicht?
Und wie gesagt, die Rolle in einer Beziehung und / oder in einer Familie ist sehr viel komplexer, als das wir es hier "vernünftig" benennen könnten.
Noch vor ein paar Tagen waren die meisten hier völlig überrascht, das auch die Partnerin aus ihrer Rolle fällt, wenn der Partner sich outet.
Das zeigt mir doch, was wir davon "wissen", verstehen, oder eben auch nicht...
Marielle hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 15:13
Es geht um alle, die in irgendeiner Form durch Zuweisungen auf Grund des Geschlechts in der möglichst freien Entfaltung ihrer Individualität gehemmt werden.
Und wie gesagt, ich denke diese Umschreibung trifft vermutlich auf alle Menschen zu. Insofern stell ich mir jetzt die Frage, wieviel Bedeutung diese Sichtweise hat, die quasi alle als irgendwie gehemmt darstellt.
Und ich denke, das hier in Deutschland, die meisten diesbezüglich sich selbst im Weg stehen (so wie die alte Dame oben).
Sie werden nicht gehemmt. Sie sind gehemmt. Aber keiner hält sie davon ab, einen anderen Weg zu gehen.
Ich selbst bin z.B. eine absolute Querflöte, meine Eltern haben einen ganz anderen Weg für mich vorgesehen (und auch versucht umzusetzen), welcher jetzt mit meinem Geschlechtswechsel garnichts zu tun hat.
Es liegt an uns selbst uns frei zu machen von Erwartungshaltungen anderer. Das bezieht sich aber nicht nur auf unser Gender. Sondern gilt fürs Leben ganz allgemein.
Grüße
die Anja