Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!
Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?! - # 2

Lebensplanung, Standorte
Joe95
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Re: Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!

Post 16 im Thema

Beitrag von Joe95 »

biene38 hat geschrieben: Do 9. Jan 2020, 16:15 Woran erkennt eine Frau, dass sie eine Frau ist und woran erkennt ein Mann, dass er ein Mann ist, und wie fühlt eine Frau und wie fühlt ein Mann? Und ich meine damit nicht die Gedanken oder Wünsche, die mit der sozialen/sozialisierten Geschlechterrolle zu tun haben.
Eine Frage , die ich mir immer wieder stelle, aber keine Antwort weiß...
Genau diese Frage hab ich mir auch immer und immer wieder gestellt.
Um eine Antwort zu finden musste ich erst mal männlich und weiblich sortieren. Nun gibt es aber keine Liste wo drauf steht dieses ist männlich und jenes ist weiblich. Ich hab mir also überlegt was mir in meinem Leben männlich erscheint und was weiblich, was mir gefällt und was nicht und bin zu dem Schluss gekommen dass mir die schönen Seiten an meinem Leben weiblich vorkommen.
Mit anderen Worten, das Leben, das ich führen möchte, ist das Leben einer Frau.
Zum Beispiel nur weil ein Mann sich gerne schminken oder sich aufreizend anziehen möchte, sich stylen möchte, er sensibel ist usw.(alles was man heutzutage eher Frauen zuschreibt) usf. , heißt nicht, dass er wie eine Frau fühlt oder denkt.
Ich hab keine Ahnung wie ein Mann oder eine Frau denken. Ich habe für mich beschlossen eine Frau zu sein also behaupte ich mal zu denken wie eine Frau. Ändert aber nix daran das es genau so gut Männer geben kann, die wesentlich femininer sind als ich es bin.
Bei mir ist es so, dass ich mit meinen Wünschen,Vorstellungen, Vorlieben mich viel mehr der sozialen weiblichen Geschlechterrolle nahe fühle, mich damit indentifizieren kann. Als Frau könnte ich mich höchst wahrscheinlich viel besser verwirklichen, da ich viel besser zu der Geschlechterrolle passe.

Meine Frau z.B. hält von Schminken, Highheels, Mode etc. z.B. sehr wenig, viel weniger als ich, ist nicht so sensibel wie ich, füllt die typische Frauenrolle gar nicht so gut aus, hätte wahrscheinlich vor 100 Jahren noch einige Probleme gehabt, sich zu verwirklichen, fühlt sich aber vollkommen als Frau.
Was bin dann ich? Wahrscheinlich ein Mann, dem die männliche Geschlechterrolle viel zu eng ist, eingeschnürt wie in einem Korsett....
Das wäre das eine Ende der Scala, das andere wäre wohl eine Frau mit gewissen körperlichen Eigenheiten.
Möglich wäre aber auch etwas dazwischen.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Nicole Fritz
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Re: Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!

Post 17 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Anja hat geschrieben: Do 9. Jan 2020, 14:57 Es ist ja dein Weg und ich hoffe du hast dabei Begleitung...
Dann hoffen wir mal, dass die Begleitung das auch so richtig erkennt. Leider muss ich immer wieder lesen, dass diese professionellen Begleiter offensichtlich noch nicht gelernt haben, wie man 'nicht binär' überhaupt schreibt. Und was erzählt dann vielleicht jemand so alles seinem "Begleiter", wenn er dringen Hilfe sucht, ihm aber plausibel gemacht wird, dass er ein anderes Problem hat, bei dem im Extremfall nur Medikamente oder die geschlossene Psychiatrie angeblich "helfen" sollen.

Mir wurde beispielsweise eine Tagesbetreuung in der Psychiatrie angeboten. Was soll ich da? - Mir am Beispiel der anderen eingestehen, wie "hilfsbedürftig bekloppt" ich bin (schwere Depression aufgrund einer Persönlichkeitsstörung in Kombination mit einem Minderwertigkeitskomplex)?

Was hat mich denn depressiv gemacht und mich minderwertig fühlen lassen? Es war doch ein Leben in einer sozialen Rolle, mit der ich mich nie identifizieren konnte. Also brauche ich Hilfe aus dieser Rolle heraus zu kommen. Die bekomme ich aber von professioneller Seite nur, wenn ich mich dafür in eine andere Rolle hinein drängen lasse, mit der ich mich auch nicht vollständig identifizieren kann. Nun bleibt es an mir zu entscheiden, wie weit ich bereit bin bei diesem grausamen Spiel, bei dem ich mich bevormundet wie ein kleines Kind fühle, mit zu machen.

LG Nicole
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Re: Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-01-08 »

Hallo Sahra,

eigentlich ist schon alles gesagt,
Inga hat geschrieben: Mi 8. Jan 2020, 01:09 Noch ein Tipp: Habe vor allem Geduld mir dir selbst, deinen eigenen Weg zu finden.
und nimm dich an so wie du bist.
> Du bist nicht allein
> Lass dir nichts einreden
> Es ist nichts schlimmes "daran" --- im Gegenteil es ist das Schönste auf der Welt zu sich zu stehen!
Ohne Regen keinen Regenbogen
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Re: Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!

Post 19 im Thema

Beitrag von Maximiliana »

Es ist schon interessant , ich finde immer wieder Parallelen, sei es hier in diesem Thread oder einer der vielen anderen.
Depressionen, die Suche nach sich selbst und so einiges mehr.
Sylvester war für mich so eine Art Schlüsselerlebnis , ich war alleine, den ganzen Tag für mich - en femme - ich hab es so sehr genossen, das ich es nicht mehr missen wollte.
Irgendwie hab ich erkannt, es ist ein fester Teil von mir und jetzt möchte ich diese auch endlich akzeptieren, tief in mich hören, hinterfragen, ergründen - war das schon immer so, wie habe ich mich als Kind und Jugendlicher und junger Erwachsener gefühlt, wie fühle ich mich heute, bin ich zufrieden,wo möchte ich hin.

Es ist interessant was man über sich erfährt , hört man tief in sich hinein - es tauchen immer wieder verschüttete Erinnerungen auf und wirft dadurch noch mehr Fragen auf.. :mrgreen: .

Ich denke das braucht Zeit ,herauszufinden wer man ist, oder immer war. war ich immer schon eher weiblich ,hat sich das entwickelt, ist es nur ein Fetisch oder steckt mehr dahinter und wenn wieviel?!

Der erste Schritt wird wohl sein sich zu akzeptieren einzugestehen nicht der Norm zu entsprechen und sich zu verinnerlichen - es ist OK !

Ich für meinen Teil möchte diese Seite nicht mehr verstecken, sondern richtig kennen lernen.
Das wird leider nicht von heute auf morgen gehen...

Die Zeit wirds zeigen
...
Egal wo der Weg hingeht, es ist aller unser eigen Leben und das wir selbst bestimmen und man sollte sich nicht von falschen Werten und Idealen fehlleiten und einengen lassen (ki)


Lg M&M
Wo die Angst ist, da geht es lang .
(Günter Ammon )
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Re: Wusste ich's nicht oder hab ich's nur beiseite geschoben!?!

Post 20 im Thema

Beitrag von Patricia »

Anja hat geschrieben: Do 9. Jan 2020, 14:57 Moinsen (moin)
MJPCologne hat geschrieben: Mi 8. Jan 2020, 23:23 Ich wollte schon so lange eine Frau sein. Und bevor jetzt jemand sagt, man ist entweder eine Frau oder nicht, ich sehe die Sache ein wenig anders. [...] Ich habe eine gewisse Vorstellung was es bedeutet eine Frau zu sein, aber ich lerne es erst jetzt langsam. Und ja, bisher deutet vieles darauf, dass ich eine Frau bin. Also gehe ich diesen Weg und bin bisher mit allen Fortschritten zufrieden.
Klingt in meinen Ohren ziemlich durcheinander und nicht wirklich eindeutig, eher merkwürdig. Aber ok.
Es ist ja dein Weg und ich hoffe du hast dabei Begleitung...

Grüße
die Anja
Ich habe mein Leben lang versucht die Männliche Rolle zu erfüllen. So wie meine Vorstellung von einem Mann ist.
Und immer wieder habe ich festgestellt, dass es nicht das Leben ist welches ich wünsche. Die Vorstellung mein Leben so weiter führen zu müssen erfüllt mich mit Angst. Ich will so nicht mehr leben. Ich hasse das männliche Gesicht welches ich morgens im Spiegel sehe. Wenn ich mich geschminkt habe und die männlichen Merkmale weniger werden, geht es mir besser.
Ja, es ist verwirrend, auch für mich und das obwohl mir meine Transidentität schon seit meiner Kindheit bewusst ist. Ich habe in meinem Leben viel durchgemacht und gelernt immer das Beste daraus zu machen. Ich denke gerade deswegen akzeptiere ich zum Teil meine männliche Seite und deswegen habe ich es überhaupt so lange in der Rolle ausgehalten.
Warum ich nicht direkt sagen kann dass ich eine Frau bin? Weil ich es unter anderem anmaßend finde, denn ich habe bisher das privilegierte Leben eines Mannes gelebt.
Ich habe es schon immer gehasst wie Männer Frauen nicht ernst nehmen, sie für blöd erklären, nur weil es Frauen sind. Deswegen sage ich, dass ich es erst lerne was es wirklich bedeutet eine Frau zu sein.
Ebenso lerne ich erst langsam ich zu sein. 44 Jahre selbstauferlegter Konditionierung, wie ein Mann zu handeln hat, können nicht von jetzt auf gleich abgelegt werden. Ich lerne langsam wie ich wirklich bin.
Es kann sein, dass ich durchaus nicht-binär bin, allerdings glaube ich, dass es kein Leben ist welches ich leben könnte.
Wenn ich aber meine Augen schließe und meinen Gedanken freien Lauf lasse, weiss ich ich will das Leben einer Frau führen.
Ich bin ehrlich, ich habe Probleme mit manchen transidenten Menschen und ich habe Schwierigkeiten manche Transfrauen als Frauen zu sehen. Den selben Maßstab setze ich bei mir an. Auch aus diesem Grund bin ich noch nicht in der Lage zu behaupten dass ich eine Frau bin. Es geht nicht darum, wie jemand aussieht, oder welche Interessen die Person hat. Es ist das Gesamtbild. Wenn ich jemanden als Mann oder Frau lese, dann kannst du behaupten was du willst, mein Gefühl ändert das nicht.
Und wenn ich mich im Spiegel sehe oder an mir runterschaue, dann ist da eindeutig ein Mann.
Und nein ich bin nicht im falschen Körper denn es ist mein Körper, aber er ist nicht so wie er sein sollte.
Was meine Gefühle und Gedanken angeht, so beobachte ich Änderungen welche stattfinden seit ich nicht mehr den Mann spiele, der ich nie gewesen bin. Meine Psyche ändert sich.
Und das nur weil ich die Ketten abgelegt habe, welche ich mir selbst in der Rolle als Mann auferlegt habe. Angefangen bei Interessen welche ich als Mann verweigert habe, bis hin zu meiner Sexualität. Als Mann war ich hetero mit einem Touch bi, aber eine Beziehung zu einem Mann käme nie in Frage. Im Laufe der Jahre verlor ich das Interesse an Sex, denn der Sex als Mann war immer weniger erfüllend für mich. Meine Expartnerin wusste von meiner Transidentität und das war ok für Sie, aber im Bett musste ich immer der Mann sein. Auch außerhalb vom Bett möchte ich als Frau behandelt werden. Daran zerbrach die Beziehung letztendlich. Mittlerweile erkenne ich, dass ich sehr wohl in der Lage wäre mit einem Mann eine Beziehung zu führen, aber ich sehe mich dann eindeutig in der Frauenrolle. Und es hat nicht unbedingt was mit dem Sex zu tun. Ich brauche kein Sex um glücklich zu sein.
Seit mehr als zwei Monaten lebe ich 24/7 als Frau und mir geht es gut. So gut gibt g es mir lange nicht mehr. Ich will mehr. Ich will dass das Teil zwischen meinen Beinen endlich aufhört ein Eigenleben zu führen. Ich will weiblich sein. Ich will endlich die Frau sein, welche ich schon immer sein wollte.
Lebe dein Leben, denn du hast nur das eine!!!
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