Hallo Frieda,Frieda hat geschrieben: Fr 29. Nov 2019, 06:37 Gefühle und Emotionen sind zwei unterschiedliche Dinge.
danke für die Anregung. Ich musste doch gleich etwas googlen und konnte die folgenden Sätze bei Dir besser verstehen. Aber die Begriffe sind wieder einmal nicht eindeutig.
Wir sind m.E. für beides verantwortlich, aber auf unterschiedliche Art und Weise. Bei der Emotion, so wie Du sie verstehst, geht es um die Reaktion auf ein Gefühl. Da ist die Verantwortung recht offensichlich, dass wir verantwortlich sind. Ich schlage ja nicht jemanden, nur weil ich wütend auf ihn bin. Verantwortung für die Emotion liegt in der Gegenwart.
Bei den Gefühlen bin ich insofern verantwortlich, weil die Gefühle Reaktionen auf mein Denken und Handeln sind. Beispiel: Weil ich als Transmensch denke, mein Tun en femme wäre falsch, habe ich Angst, auf der Straße erkannt zu werden. Wenn ich es schaffe, mein Tun anders zu werten, verliert sich die Angst. D.h. Gefühle sind Hinweise, die in die Zukunft gerichtet sind. ich bin heute für die Gefühle von morgen verantwortlich. An erster Stelle steht für mich die Frage, warum ich ein bestimmtes Gefühl habe und dann die Veränderung meines aktuellen Denkens und Handelns. Ziel ist es, Verantwortung für meine Gefühle in der Zukunft zu übernehmen.
Das ist für mich fundamental. Ändere ich nicht mein Denken, werde ich diese Gefühle immer wieder haben. Sie werden vielleicht immer stärker, so dass ich irgendwann doch zu Änderungen gezwungen werde. In meinem Fall haben sich meine Beziehungen zu anderen Menschen immer weiter verschlechtert, bis ich irgendwann erkannte, dass es so nicht weiter geht. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, was mit mir los ist und Änderungen vornehmen konnte. Mein Leben hat sich darauf hin zum Besseren verändert. Ich habe verstanden, das meine Gefühle sehr starke Hilfsmittel sind, mein Leben zu gestalten. Dazu gehört, dass ich Vertrauen entwickeln muss, dass es meine Gefühle gut mit mir meinen und ich in der Lage bin, sie richtig zu interpretieren. Das ist nicht immer einfach, denn es bedeutet auch, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben. Neben den Gefühlen haben wir aber noch den Verstand. Aber das ist jetzt ein anderes Thema.