Ich verstehe es nicht…
Ich verstehe es nicht… - # 4

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 46 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

VanessaL hat geschrieben: Fr 18. Okt 2019, 17:27 Und noch einmal ... es ist nicht eine Fassade ... ist ist ein Teil seiner Identität...
Liebe Lilly,

das kann man nur unterstreichen. Ein Mensch ist nicht das, was Du in ihm siehst, so liebenswert Dein Eindruck sein mag. Er möchte einfach mehr sein. Dass sein Körperbau das nicht hergibt, ist doch nicht seine Schuld. Und Empathie kann auch in dem gröbsten Klotz stecken. Viele Männer verdrängen das, damit sie eben nicht für ein Weichei gehalten werden. Auch ein Bart ist gelegentlich eine Maske, hinter der sich weiblicher Mann versteckt.
Viele Grüße
Vicky

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Simon(e)
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 47 im Thema

Beitrag von Simon(e) »

Liebe Lilly,

herzliche Willkommen in diesem schönen Forum!!
Ich finde es klasse, dass du dich hier angemeldet hast und du versuchst zu verstehen,
warum es so ist wie es ist.
Ich selbst bin auch Ehefrau einer Teilzeitfrau, habe es nach 20 Jahren erfahren, obwohl
die Zeichen schon recht eindeutig waren, ich aber nicht weiter nachgefragt habe!!!
Für mich war es erst einmal ein Schock und hatte ganz große Schwierigkeiten damit
umzugehen!!! Ich wollte lange Zeit nichts davon wissen, geschweige wollte ich es sehen!!!
Wir beide wurden dadurch immer unglücklicher und merkten, wenn wir nichts tun, geht
unsere Ehe und alles was wir uns aufgebaut haben, den Bach runter!!!
Wir haben uns Hilfe in einer SHG gesucht!!! Das war der erste erfolgreiche Schritt!!!
Dort konnte ich mich mit anderen Partnerinnen austauschen. Das tat gut!!!
Zu deiner Frage, warum er die feminine Verwandlung braucht. Bei meinem Mann ist es so, er
liebt die weibliche Kleidung, findet sie einfach schöner und abwechslungsreicher.
Er sagt, er beneidet uns Frauen um unsere schöne Garderobe!!
Wenn man ehrlich ist, hat er Recht!!!
Inzwischen gehe ich sehr offen mit dem Thema um. Wir haben dadurch auch sehr viele
neue Freunde dazu gewonnen!! Wir sehen es beide als Bereicherung!!!
Vielleicht solltet ihr euch auch eine SHG in eurer Nähe suchen!!!!

Ich wünsche euch alles Gute!!!!



Liebe Grüße
Simon(e) (888)
Jaddy
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 48 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lilly-Fee hat geschrieben: Fr 18. Okt 2019, 17:16Selbstverständlich darf ein Mann seine Weiblichkeit ausdrücken, aber warum braucht er dafür eine neue Fassade?
Zum Beispiel weil die meisten Menschen - auch er selbst - an das Label "Mann" so viele Zuschreibungen und Erwartungen zu hängen gelernt haben, gewöhnt sind, geprägt wurden, die nicht zum eigenen Selbstbild passen. Ab einem gewissen Punkt der nicht-mehr-Männlichkeit muss es auch ein nicht-männliches Label sein, mit den Signalen, die 1 selbst und andere als nicht-mehr-männlich einsortieren. Bei binärgeschlichtlich denkenen Menschen ist das dann zwangsläufig "Frau".
Lilly-Fee
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 49 im Thema

Beitrag von Lilly-Fee »

Hallo Zusammen,

musste ein bisschen den Input verdauen und ganz fertig bin ich damit auch noch nicht.

Was ich aber nicht versäumen möchte — bevor ich mich weiter mit meinen Mann über die so zahlreichen Eindrücke, auch tiefen Einblicke und wertvollen Anregungen austausche — ist, mich noch mal ganz herzlich bei allen zu bedanken, die sich an diesem Beitrag beteiligt haben.
Ich denke, wir kommen jetzt einen ordentlichen Schritt weiter und mein Horizont beginnt sich zaghaft zu erweitern.

Besonders erwähnen möchte ich die Beiträge von Frieda und Simon(e) als PartnerInnen, die mir die mögliche Gelassenheit gezeigt haben.

"Bei meinem Mann ist es so, er liebt die weibliche Kleidung, findet sie einfach schöner und abwechslungsreicher. Er sagt, er beneidet uns Frauen um unsere schöne Garderobe!!"
Liebe Simone — als hättest Du daneben gestanden — genau das waren seine Worte"¦

A Big Hug
Lilly-Fee
Jasmin_35
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 50 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Lilly-Fee hat geschrieben: So 20. Okt 2019, 18:15 "Bei meinem Mann ist es so, er liebt die weibliche Kleidung, findet sie einfach schöner und abwechslungsreicher. Er sagt, er beneidet uns Frauen um unsere schöne Garderobe!!"
Das ist oft so und man muss sich mal die unterschiede ansehen, allein bei einfachen pullovern. Die Herrenmode wirkt krass gesagt wie ein kartoffelsack, grob, rau und überhaupt nicht farbenfroh oder irgendwie anders geschnitten als rundhals oder v-kragen. da reicht es, wenn man einfach mal ein paar exemplarische teile raussucht, im online handel, es ist ein unterschied wie tag und nacht.
Liebe Grüße Jasmin
Engelchen
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 51 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Warum brauch ich jetzt eigentlich doppelt soviel Platz im Schrank..."¦

Lisa
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Whoopy Highfly
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 52 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Jasmin,
Da bin ich fast, oder größten Teil bei dir.
Aber mittlerweile wandelt es sich schon. Im letzten "LandsEnd" Katalog, war farbenfrohe Mode angeboten worden.
Was mich allerdings noch stört ist, das keine Männerkleider und Röcke angeboten werden, aber Damen-Hosen.

GLG
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 53 im Thema

Beitrag von Mara »

Whoopy Highfly hat geschrieben: So 20. Okt 2019, 20:00 Jasmin,
...
Was mich allerdings noch stört ist, das keine Männerkleider und Röcke angeboten werden, aber Damen-Hosen.

GLG
Hallo,

Das wird auch noch lange so bleiben. Zumindest so lange, wie Jungs zu "richtigen" Männer erzogen werden. Im übrigen auch von ihren Müttern, indem sie gesagt bekommen ein "richtiger" Mann"weint doch nicht. Sie erzogen werden zu Kriegern und den Geldverdienern wo es sich durchzusetzen gilt. Sie werden in diese Rolle gepresst. Da ist alles weiche, zärtliche nicht denkbar dies als Mann oder Junge auszuleben. Rock und Kleider für Männer in der Gesellschaft daher überwiegend undenkbar. Auch von Frauenseite.
Kein Wunder, das es viele von uns gibt, die in dieser Form daraus auszubrechen versuchen.

Viele Grüße
Mara ---)))
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 54 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Mara hat geschrieben: So 20. Okt 2019, 20:30 Zumindest so lange, wie Jungs zu "richtigen" Männer erzogen werden. Im übrigen auch von ihren Müttern, indem sie gesagt bekommen ein "richtiger" Mann"weint doch nicht. Sie erzogen werden zu Kriegern und den Geldverdienern wo es sich durchzusetzen gilt. Sie werden in diese Rolle gepresst. Da ist alles weiche, zärtliche nicht denkbar dies als Mann oder Junge auszuleben. Rock und Kleider für Männer in der Gesellschaft daher überwiegend undenkbar. Auch von Frauenseite.
Genau das ist das Problem, welches ich schon mehrmals versucht habe, einigen Forumsmitgliedern zu erklären.

GLG

Hoffe auf weitere kostruktive Diskussion.
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 55 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Da haben wir das Dilemma:

Wir müssen die Kinder auf die Welt vorbereiten und dort müssen sie sich durchsetzen. Das führt im Extremfall zu Ungerechtigkeit, Gewalt und Krieg. Aber es führt nicht zu einer besseren Welt.

Die bessere Welt kann man nur mit mehr Zartheit, Rücksicht und Empathie erreichen, aber die setzt sich nicht durch. Viele Menschen gehen daran kaputt oder verbiegen sich zumindest. Wollen wir das den Kindern zumuten ?

Klar, das ist sehr plakativ. Aber wir entscheiden über die Zukunft der Kinder, in dem wir sie erziehen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem sie sich nicht selber entscheiden können. Und by the way, sind wir als Eltern mit 25 bis 35 Jahren bereits so reflektiert, dass wir das wirklich leisten können ?
Viele Grüße
Vicky

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Frieda
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 56 im Thema

Beitrag von Frieda »

Liebe Vicky❣️

Ich habe es dir mehrfach schon aus tiefsten Herzen signalisiert, wie oft ich mich in deinen Worten wiederfinde und wie dankbar ich dafür bin.
Diesen Worten von dir hier möchte ich mich allerdings entgegen stellen...
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 21. Okt 2019, 07:25 Die bessere Welt kann man nur mit mehr Zartheit, Rücksicht und Empathie erreichen, aber die setzt sich nicht durch.
Es stimmt, dass auch ich seit längerem mich mit dem Gedanken auseinander setze, ob und wie wir zu einer friedlicheren, harmonischerem und gerechteren Miteinander kommen können.
Als ich auf das Buch "Atlas wirft die Welt ab" von Ayn Rand und seine schlimmen Auswirkungen gestoßen bin, belastete mich das sehr. Rand's Überzeugung vom Objektivismus macht(e) mich sehr oft nachdenklich und auch betrübt. In mir arbeitete es oft sehr, weil ich an Rand's Überzeugung einfach nicht glauben will❣️❣️❣️

Und am letzten Wochenende fand ich einen neuen Hoffnungsschimmer❣️ Es könnte sein, dass ich für mich den Gegenpol mit dem Buch "Die Reise nach Westen" von Wu Cheng'en gefunden habe. Ich bin sehr glücklich darüber dieses Buch gefunden zu haben. Mich wird der Preis auch nicht abschrecken, ich werde es mir 100pro kaufen, weil ich es selbst fühlen will, dass sich nicht nur Rand's Objektivismus verbreitet hat, sondern auch die Weisheit, Güte, Demut und Herzenswärme nicht ausgestorben ist bzw sie immer mehr Beachtung findet. Ich kann mein Glück kaum in Worte fassen, dieses Buch gefunden zu haben. Eine Bemerkung darüber seie mir noch gestattet. Dieses Buch stammt aus dem 16. Jahrhundert, und ist das wahrscheinlich bekannteste Buch Chinas, was so gar nichts mit Europa zu tun hat. Es beginnt ganz langsam seinen Weg außerhalb Chinas zu finden und genau das ist meine Hoffnung, dass die Menschheit vom Egoismus geheilt werden kann und wird, und wir alle zukünftig mit viel mehr Herzensgüte leben können ❣️


Ich grüße dich herzlichst liebe Vicky. 😊
Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 57 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Frieda,

vielen Dank für den Literaturhinweis. Du meinst wahrscheinlich die Übersetzung von Eva Lüdi Kong ? Hier eine Rezension:

https://www.zeit.de/kultur/literatur/20 ... 2#comments

Es gibt auch eine broschierte Version, die nur 44 € kostet. Im Augenblick ist das keine Lektüre für mich, zumal ich mit Blick auf die Welt und ihre Geschichte keine großen Hoffnungen hege, dass die Menscheit etwas Substanzielles gelernt hätte...
Viele Grüße
Vicky

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Bea Magdalena
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 58 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Frieda, hallo @all,

ich teile Deine Hoffnung, nur leider fürchte ich, gerade in unserer westlichen, kapitalistischen Welt wird es nur sehr schwer eine Abkehr der Gesellschaft vom Egoismus geben, leider.
Allem wird ein (Geld-) Wert zugeschrieben und alles wird danach bemessen, leider. Die Menschen verkennen die wahren Werte, den Wert der Gesundheit und den Wert des Lebens, den Wert von Familien und Freundschaften...., sie lassen sich von der Massenmeinung und den Medien führen. Die Sozialversicherung (sie verdient diesen Namen nicht mehr nach meiner Meinung!) wägt ebenso Gesundheit gegen Kosten ab, eine sehr arme Welt!
Nur wir, als Einzelmenschen, können unsere Prioritäten richtig setzen. Genau da helfen gute Bücher, wie Deine Empfehlung, Dankeschön dafür. Ich denke, ich werde es mir auch kaufen, vielleicht nicht sofort.
Und gerade da hab ich auch Hoffnung, dass sich durch immer mehr "bewusste Mitmenschen" im Laufe der Zeit unsere Gesellschaft wandeln kann.

Liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
Anja
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 59 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben: Fr 18. Okt 2019, 06:52
Anja hat geschrieben: Do 17. Okt 2019, 16:44 Nur weil er sich die Körperbehaarung entfernen möchte? Also wenn er jetzt den Wunsch geäußert hätte, nach z.B. Brüsten hätte ich den Ratschlag verstanden, aber so erscheint mir das etwas übertrieben. Antworten bekommt man beim Psychologen auch nicht, die findet man nur in sich selbst. Der Therapeut kann einem höchstens dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen.
Aber weil ich meine Körperbehaarung loswerden will, soll ich mich beim Psychologen vorstellen?
Nein liebe Anja,

sondern weil er (sie) schon lange in eine andere Lebensform gleitet und wie ich es verstehe, beiden nun Probleme bereitet. Insbesondere steht gerade die Partnerschaft auf dem Spiel. Also, warum nicht auch professionelle Hilfe suchen und annehmen? Deinen Widerstand verstehe ich an dieser Stelle nicht.
In meinen Augen ist das eine übertriebene Reaktion auf die dargestellte Situation. Die Partnerin Lilly-Fee ist stark verunsichert und hat sich hier angemeldet, um Antworten zu finden. Und da tue ich mich dann schwer, wenn Empfehlungen wie ein Psychologe genannt werden. Das unterstellt Behandlungsbedarf aufgrund von Ablehung der Körperbehaarung, zumindest kommt es bei mir so an, sorry. Das würde mir (als Partnerin) nur noch mehr Angst machen. An dieser Stelle fände ich dann eine SHG vielleicht zum Beispiel "passender".
Vielleicht reagiere ich auch über, da ich selbst keine hohe Meinung von Psychologen habe, das reicht bis in meine Kindheit zurück. Ich habe manchmal den Eindruck, es ist einfacher, dem Problem eine "Krankheit" überzustülpen, als sich mit einem unbequemen Menschen auseinanderzusetzen...

Auch dahingehende Äußerungen (mein ich jetzt allgemein, Vanessa, nicht auf dich bezogen), was Lillys Partner sein oder werden könnte, lese ich mit Bauchschmerzen, weil eigentlich jede von uns weiß, das es unmöglich ist, diesbezüglich irgendwelche Vorhersagen zum machen. Ich kenne CD's, die bereits seit 20 Jahren sich ab und zu als Frau ausleben und mit sich selbst im Reinen sind.
Es muss keineswegs auf eine Transidentität hinauslaufen. Aber manche Beiträge vermitteln beim Lesen den Eindruck. Auch das, finde ich, verunsichert doch eher als das es aufklärt.
Lilly hat uns den Ist-Zustand doch gut beschrieben, vielleicht sollten wir uns erstmal danach "richten", anstatt in eine ungewisse Zukunft zu blicken.
Lilly-Fee hat geschrieben: Fr 18. Okt 2019, 01:22 Aber auch aus diesem Grund sehe ich nicht wirklich, was genau die ganze Zeit unterdrückt, verdrängt und als schwere Last empfunden wurde. Wenn ich — und sicher auch andere - diese weibliche Note auch ohne Frauen-Fassade sehen konnte, worin liegt dann die "Befreiung"?
Da kann ich nur sagen: Wow!
Um zu dieser Sichtweise zu kommen, hab ich Jahre gebraucht. Du unterscheidest hier schon deutlich zwischen Identität und "Fassade", deine Frage finde ich fundamental.
Es ist auch garnicht so einfach zu beantworten.
Von mir ausgehend, ich habe früher einfach viele Gedanken und Gefühle verheimlicht um auf Aussenstehende nicht "komisch" zu wirken. Z.B. wenn ich fand, das eine Kollegin voll schöne Ohrringe trug und ich gern gewusst hätte, wo sie die her hat, hab ich dann lieber die Klappe gehalten - man weiß ja nicht wie das ankommt. Gepsräche mit Frauen waren teilweise ziemlich anstrengend, weil ständig die Firewall mitlief "kann man das jetzt so sagen oder nicht?"
Die Befreiung für mich war einfach, das ich nicht mehr eine Rolle (Mann) spielen musste, sondern einfach so reden konnte wie ich wollte (gegenüber Eingeweihten).
Das "Zurechtmachen" als Frau war für mich so eine Art Selbstreflexion, oder Selbsterkenntnis? Ich wusste, das ich großes Interesse an weiblichen Dingen hatte, aber ich konnte es nicht "verstehen".
Als ich mich selbst, das erste Mal als Frau im Spiegel sah, erkannte ich überhaupt erst, was da in mir steckte bzw. aus mir raus wollte. Was ich all die Jahre versucht habe zu unterdrücken...
Sorry, besser kriege ich es gerade nicht zusammengeschrieben.
Inzwischen bin über diese sagen wir mal Pubertät (Selbstfindung) hinaus und weiß wer ich bin. Ich brauche keine "Fassade". Häufig schminke ich mich nicht und ich brauche auch keine Damenkleidung um mich als Frau zu empfinden. Aber es hat Jahre gedauert, an diesen Punkt zu kommen.
Dein Mann versucht gerade sich selbst zu finden und braucht dafür die "Fassade".
Irgendwann wird er zu sich gefunden haben, aber das geht nur durch ausprobieren...

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Ich verstehe es nicht…

Post 60 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Danke Anja für den Beitrag. Ich sehe das in weiten Bereichen, vor allem in der ersten Hälfte auch so.

Ich würde nicht von Fassade sprechen. Auch führt der Begriff "Identität" m.E. etwas aufs Glatteis. Ich sehe Kleidung, Makeup etc. als Ausdruck meines inneren Gefühls. Es hilft mir, mich mit meiner Weiblichkeit zu identifizieren. Insofern ist es nicht Fassade, sondern (m)eine Form der Kommunikation. Es ist ein Teil der Identität, die mal mehr, mal schwächer ausfällt. Es ist nicht meine Identität, zu der sehr viel mehr gehört und deren Teile in unterschiedlichen Gewichtungen auftritt.

Was für mich schwierig ist, ist die Beschreibung meiner weiblichen Gefühle. Was machen sie aus ? Wofür stehen sie ? Was ist an ihnenspezifisch weiblich ? Ich weiß nur, dass sie so da sind, dass sie meinem äußeren Ausdruck entsprechen. Auch ist meine Weiblichkeit nicht immer gleich. Mal ist sie eher "normal" (z.B. Jeans und Oberteil), mal betone ich sie durch sehr ausgeprägt weibliche Kleidung mit Makeup und Frisur, mal ist sie sexy. Aber immer drängt mich die Gefühlslage in die äußere Form.
Viele Grüße
Vicky

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