Moinsen
vorweg muss ich sagen, das ich es mir mit diesem Beitrag wirklich nicht einfach gemacht habe. Ich möchte sehr ungern den ausgesprochen positiven Tenor in diesem Thread nunja "kaputt machen". Aber ich finde, der Thread wäre ansonsten unvollständig und es wäre nur die halbe Wahrheit, wenn ich unschöne Dinge einfach verschweigen würde... Ihr habt die Wahrheit verdient...
Vor ca. 4 Wochen hat sich unsere Freundschaft krass zum Gegeteil gewandelt. Ich hatte ja schon mal erwähnt, das ich hochsensibel bin und ich hatte echt damit zu kämpfen, das Ganze zu verarbeiten. Das meine ich wortwörtlich. Ich war am Boden zerstört. Zum Glück hab ich ein paar Menschen um mich rum, die mich aufgefangen haben. Meine Frau und meine beiden Lieblingskolleginnen haben sich z.B. total lieb um mich gekümmert und versucht mich emotional wieder halbwegs zu stabilisieren. Sogar meine Ex (die Vorgängerin meiner Frau - die beiden verstehen sich aber prächtig), hat mich angerufen und mich getröstet. In solchen Momenten wundert man sich dann, wer für einen da ist, von dem man das nicht vermutet hätte.
Naja, ich kann natürlich nur einseitig Bericht erstatten, also wie ich das Ganze wahrgenommen habe.
Ich kann es auf den Tag nicht genau festmachen, aber vom Gefühl her würde ich sagen, es änderte sich, mit einem erneuten (kleinen) Schicksalsschlag, der sie aus der Bahn geworfen hat. Ihr Mann musste ins Krankenhaus. Sie rief mich an, um mir davon zu berichten und mich zu fragen, ob ich sie besuchen könnte. Ich weiß ja, das sie nicht gut allein sein kann, natürlich kam ich abends vorbei. Da die Kinder schon in ihren Betten waren, verbrachten wir den größten Teil des Abends draußen im Garten. Aber die Stimmung war natürlich etwas getrübt. An dem Abend, war abgesehen von der Stimmung eigentlich zwischen uns alles normal, so weit ich das beurteilen kann. Das war ein Freitag. Am Wochenende bekam sie ihren Mann allerdings schon wieder zurück, trotzdem machte ihr das Ereignis weiterhin schwer zu schaffen. Wir haben auch häufiger deswegen geschrieben. Aber Wochenende darauf gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen uns, die über WhatsApp zustande kam. Das klärten wir aber einen Tag später per Telefon und alles war wieder gut. Eigentlich.
Dann kam 2 Tage später eine WhatsApp von ihr, das sie zur Zeit jede Nachricht von mir stressen würde und das ja nicht die Basis einer Freundschaft sein könne, wenn einer von beiden durch den anderen gestresst wird. Und das sie häufig kein gutes Gefühl hatte, was mich anbelangt. Und das sie schon länger so empfindet und Angst hatte mir das zu sagen. Hinzu kamen noch ein paar weitere fragwürdige Argumente. Und dann die Bitte, keinen Kontakt mehr zu ihr aufzunehmen. Also quasi Ende Banane.
Für den Rest des Tages war ich dann eigentlich damit beschäftigt, selbigen irgendwie zu überstehen und möglichst die Tränen zurückzuhalten, da ich auf der Arbeit war...
Die nächsten 2 Tage waren für mich emotional die Hölle. Es fühlte sich an wie Liebeskummer.
Wenn ich ehrlich zu mir bin muss ich mir auch eingestehen: Ja. Ich liebe sie. Aber ich bin nicht verliebt in sie. Allein das auf die Reihe zu bekommen, war garnicht so einfach, denn solche Gefühle gegenüber einer Frau sind für mich völlig neu. Bisher war ich in Frauen verliebt. Aber eine Frau zu lieben ohne sexuelle Hintergedanken, das kannte ich bisher nicht.
Zurück zum Liebeskummer. Solche Gefühle hatte ich seit über 25 Jahren nicht mehr zu verarbeiten und ich tat mich, demzufolge, auch wahnsinnig schwer damit. Es kostete mich einiges an Kraft, aber ich hielt mich an das Kontaktverbot.
Nach 2 qualvollen Tagen bekam ich plötzlich eine Nachricht von ihr.
Erklärungsversuche. Es wäre vieles zusammengekommen. Das Geschriebene eigentlich nicht so hart gemeint wie es "geklungen" hat usw. Ohne mich kann sie anscheinend irgendwie auch nicht. Also doch nicht das Ende.
Aber so richtig lebendig auch nicht mehr.
Nachdem es vorher eigentlich nicht besser hätte laufen können, fühlt es sich jetzt nach ner Vollbremsung an. Wir haben zwar wieder Kontakt, es ist aber kein Vergleich zu vorher.
Sporadisch, wenig, zeitverzögert.
Getroffen haben wir uns auch nicht mehr.
Und ich frage mich nun die ganze Zeit was eigentlich passiert ist? Denn der ständige Kontakt per WhatsApp und Telefon ging keinesfalls nur von mir aus. Häufig hat sie auch die erste Nachricht des Tages verfasst oder gefragt ob ich Lust und Zeit zu quatschen hätte. Und ihr kennt meine Beiträge bezüglich meiner Freundin. Hört sich das für euch so an, als würden da schlechte Gefühle mitschwingen? Wir hatten sogar schon ein gemeinsames Wochenende und eine Woche Urlaub zusammen geplant, das hat sie vorgeschlagen. Macht man jemandem solche Vorschläge, bei dem man sich nicht gut fühlt? Ich kann ihren Argumenten nur sehr bedingt folgen, möchte allerdings auch zur Zeit nicht darin herumrühren, aus Sorge, das sie sich vielelicht wieder ganz zurückzieht.
Ich weiß das es ihr gerade nicht gut geht. Sie steht ziemlich unter Stress (der sich auch schon körperlich bemerkbar macht) und kämpft dazu seit 2 Wochen mit ner heftigen Erkältung. Als "Sahnehäubchen" ist das Baby nachts wieder sehr unruhig, so das sie selbst dann kaum zur Ruhe kommt um sich zu erholen.
In den letzten Monaten war es in solchen Fällen eigentlich so, das wir telefoniert haben und sie mir ihr Herz ausgeschüttet hat. Nur hat sie sich jetzt total von mir zurückgezogen.
Und ich habe Angst, das wenn ich auf sie zugehe, sie sich weiter von mir entfernt...
Das ist der Stand der Dinge.
Mir persönlich macht das Ganze immer noch ordentlich zu schaffen, gerade weil ich es überhaupt nicht nachvollziehen kann, wie es dazu kommen konnte. Ich bin natürlich erstmal unendlich froh, das sie wieder "zurückgerudert" ist, aber andererseits bleibe ich doch mit vielen Fragen zurück. Ich weiß, durch ihre Erlebnisse in der Vergangenheit, ist sie kein einfacher Charakter. Das hat sie mir auch selbst schon gesagt, das sie sich mit Menschen schwer tut.
Ich kann mich aber normalerweise äußerst gut anpassen, wenn man mit offenen Karten spielt. Wenn ich nicht weiß, was in ihr vorgeht, kann ich auch schlecht darauf eingehen.
Ihr Mann meinte ihr gegenüber mal, relativ zu Anfang unserer Freundschaft, das ich sowieso gleich wieder weg wäre, sobald es kompliziert werden würde.
Ich wende mich nicht ab. Ich geb sie nicht auf.
Irgendwas muss passiert sein.
Grüße
die Anja