Liebe Anabelle,
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Liebe Diva,
ich möchte Deine Fragen mit Fragen beantworten:
wow, das artet beinahe in ein Quiz aus. Da ich ohnehin ab und an gerade für eine Regelprüfung lerne, kommt das gerade recht.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
- Angenommen, der Tod bedeutet das Ende eines Lebens (was nicht so sein muß), was wäre wichtiger, der Tod oder das Leben zuvor ?
Ich hoffe sehr stark, dass die Kritiker des (Geheim-)Buddhismus Recht haben und Karma und Wiedergeburt lediglich Blendwerk zur Verschleierung und vor allem Beeinflussung des Diesseits durch versch. Glaubensrichtungen darstellen.
Der Tod ist mir im Diesseits wichtiger, weil er mein Ziel ist, das ich wahrscheinlicher erreiche, als das Traumbild eines "normalen" Lebens, das reinste Illusion und Selbstbetrug darstellt.
Im Tod ist dann hoffentlich gar nichts mehr wichtig, weil das physische, psychische und seelische Ende erreicht ist.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
- Im Prozeß deines Sterbens: glaubst Du, es wäre Dir dann noch wirklich wichtig, was andere darüber denken ?
Nein, wie kommst du darauf? Ich will nicht lange leiden, ruhig und schnell einschlafen und nicht gegen meine "Ästhetik der Selbsttötung" verstoßen. Das sind meine bescheidenen Wünsche, die leider schwer erfüllbar zu sein scheinen.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
- Wenn Du bisher das Gefühl hattest, wenig glückliche Momente zu erleben, hast Du denn schon alle Möglichkeiten in diesem Leben ausgeschöpft ?
Das habe ich unten beantwortet.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Mir ist gerade eine passende Stelle über den Sinn des Lebens in einem Buch aufgefallen:
Wenn die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt wird, hat die Antwort darauf für viele Menschen etwas mit Liebe zu tun.
Das ist in meinen Augen alles Unfug. Auch Geistesgrößen haben trocken konstatiert, dass der einzige Sinn des Lebens im Sterben besteht. Evolutions-FreundInnen fügen noch die Vermehrung und Erhaltung der Art hinzu, doch davon hat sich der Mensch seit urbaner Zivilisation herausgelöst.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Was gibt es wichtigeres, als in der eigenen Liebesfähigkeit zu wachsen ?
Die Selbstliebe wird oft von destruktiven Gewohnheiten/Automatismen/Gedanken blockiert.
Selbstannahme und Selbstakzeptanz sind aber die Grundlagen dafür, daß ein Mensch, dem Liebe geschenkt wird, diese annehmen kann,
daß er spürt, daß sie ihm gilt, daß er es wert ist, geliebt zu werden, und daß er selbst wirklich lieben kann.
Die Fähigkeit, Liebe zu empfangen und zu verschenken, macht ein glückliches Leben erst möglich.
Ja, hallo - jetzt wird das Thema erheblich erweitert. Wir fingen an mit "Leben", jetzt sind wir schon beim "glücklichen Leben" gelandet. Das ist eine vollkommen andere Nummer, die bereits anderswo ausgiebig diskutiert wurde (Schuldet uns das Leben Glück oder so ähnlich).
Und "Liebe" ist eine Sache, bei der ich überhaupt nicht mitreden kann. Das kenne ich nicht und werde sozusagen "dumm" sterben. Es gibt Schlimmeres.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Deine Beträge vermitteln mir ein Bild eines sehr wachen, interessierten, intelligenten und äußerst kreativen Menschen.
Oh, danke für die Blumen. Doch du siehst: nicht wach, intelligent und kreativ genug, um die essentiellen Probleme zu lösen! Ich stelle mich sogar zu ungeschickt an, die verschreibungspflichtigen Zutaten für meinen Cocktail zu beschaffen.
Verzweiflung an der eigenen Unfähigkeit und Feigheit nenne ich das.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Deshalb nochmals die (ernsthafte) Frage: hast Du denn wirklich schon alle Möglichkeiten dieser Welt zur Entwicklung Deiner Liebesfähigkeit in diesem Leben ausgeschöpft ?
Kein Mensch kann "alle Möglichkeiten dieser Welt" ausprobieren. Natürlich versuche ich seit Anfang des Jahres, von meiner Arbeit wegzukommen, die mich emotional zerstört. Doch von höchster Ebene abwärts werden mir mit süffisant-verkniffenem Grinsen hübsch Steine in den Weg gelegt. Auch von einer Person, die weiß,
wie verzweifelt ich wirklich bin. Es wird in Kauf genommen, dass ich bei diesem Spiel draufgehe. Danach wird dann gesagt: "Wie konnte das passieren? Aber irgendwie war es abzusehen, dass sie den Anforderungen nicht gerecht wird." Diesen Menschenschlag nennt man "Juristen".
Privat bin ich seit Monaten dabei, mir ein neues Umfeld unter unvoreingenommenen Menschen zu schaffen. Abgesehen von etlichen "Herzinfarkten" wegen einer emotionalen Geschichte, die nicht geplant war, funktioniert das bislang recht gut. Doch das Ende kommt in Kürze: Im Winter kann ich den Sport nicht mehr machen und liege spätestens nach einer Woche erneut mit der R... im Bett oder ich werde endlich entlarvt und geteert und gefedert. Es ist nur die Frage, was zuerst kommt.
"Liebesfähigkeit" - wo sollte die herkommen? Bisher traf ich genau
einen Mann, der meinen Eispanzer knackte. Alle anderen hab ich abserviert, abblitzen lassen. Was soll ich mir das transphobe Geschrei antun, wenn ich die Karten auf den Tisch lege? Dann lasse ich es erst gar nicht mehr soweit kommen. Da ich ziemlich unterkühlt bin, fällt das bei 99% der Typen nicht schwer. Meine Masche, wenn ich draußen angequatscht werde:
"Lady / junge Dame / Madame, entschuldigen Sie ..."
ist die Antwort:
"Die Lady /junge Dame / Madame entschuldigt NICHT!"
Hab ich gerade vor kurzem auf einem Bahnhof gemacht. Soll er doch sein Messer ziehen und mir von hinten in den Rücken rammen. Nur zu! Hauptsache, er bringt es zuende. Auf Pflegefall hab ich keinen Bock.
Bzgl. der falschen Geburt nutzt auch kein Kontinent-Wechsel. Es wird immer einen Anlass geben, der zum Outing führt: nicht tief genug, zu eng, zu klein, komisch und überhaupt insgesamt anders.
Dann f... euch doch selbst! Das sollte man diesen Leuten ziemlich un-ladylike an den Kopf werfen, weil es die einzige Sprache ist, die sie verstehen. Nicht die vermeintliche geborene Frau hat sie betrogen, sondern
sie haben die Frau betrogen, weil sie vorgaben, einen
Menschen zu mögen und kein
Geschlechtsteil.
Unter diesem Gesichtspunkt schrumpfen selbst "alle Möglichkeiten dieser Welt" zu einem kläglichen Klumpen moralischen Elends und Kleingeistigkeit zusammen, der zum Himmel stinkt.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Und wenn Dir Liebe als Begriff zu gewaltig/ungreifbar erscheint, ersetze es doch durch Annahme. Dann wird Selbstliebe zu Selbstannahme.
Wie geschrieben, "Liebe" kenne ich nicht, werde ich nie erfahren - "Selbstliebe" ebenso wenig. Die einzige "Liebe", die ich mir schenken kann, ist das Ende - genauso, wie es auf meinem Spiegel steht.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Dann muss man sich selbst und anderen keine romantischen oder sexuellen Gefühle entgegenbringen, sondern einfach nur akzeptieren, so wie Du/sie eben sind.
In aller Schönheit, mit allen Macken.
Ich kann nicht "einfach akzeptieren", was in kleinen Schritten meine Seele getötet hat.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
Ganz, ganz liebe Grüße,
Anabelle
Ich danke dir in jedem Fall für deine Bemühungen, auch wenn dich meine Antworten wohl wenig erfreuen werden. An mir haben sich auch Leute die Zähne ausgebissen, die ihr Geld damit verdienen, den Teufel auszutreiben.
LG
-Diva