"Mein letzter Tag"
"Mein letzter Tag" - # 4

Lebensplanung, Standorte
Anabelle
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Re: "Mein letzter Tag"

Post 46 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Liebe Diva,
ich möchte Deine Fragen mit Fragen beantworten:
  • Angenommen, der Tod bedeutet das Ende eines Lebens (was nicht so sein muß), was wäre wichtiger, der Tod oder das Leben zuvor ?
  • Im Prozeß deines Sterbens: glaubst Du, es wäre Dir dann noch wirklich wichtig, was andere darüber denken ?
  • Wenn Du bisher das Gefühl hattest, wenig glückliche Momente zu erleben, hast Du denn schon alle Möglichkeiten in diesem Leben ausgeschöpft ?
Mir ist gerade eine passende Stelle über den Sinn des Lebens in einem Buch aufgefallen:
Wenn die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt wird, hat die Antwort darauf für viele Menschen etwas mit Liebe zu tun.
Was gibt es wichtigeres, als in der eigenen Liebesfähigkeit zu wachsen ?
Die Selbstliebe wird oft von destruktiven Gewohnheiten/Automatismen/Gedanken blockiert.
Selbstannahme und Selbstakzeptanz sind aber die Grundlagen dafür, daß ein Mensch, dem Liebe geschenkt wird, diese annehmen kann,
daß er spürt, daß sie ihm gilt, daß er es wert ist, geliebt zu werden, und daß er selbst wirklich lieben kann.
Die Fähigkeit, Liebe zu empfangen und zu verschenken, macht ein glückliches Leben erst möglich.
Deine Beträge vermitteln mir ein Bild eines sehr wachen, interessierten, intelligenten und äußerst kreativen Menschen.
Deshalb nochmals die (ernsthafte) Frage: hast Du denn wirklich schon alle Möglichkeiten dieser Welt zur Entwicklung Deiner Liebesfähigkeit in diesem Leben ausgeschöpft ?
Und wenn Dir Liebe als Begriff zu gewaltig/ungreifbar erscheint, ersetze es doch durch Annahme. Dann wird Selbstliebe zu Selbstannahme.
Dann muss man sich selbst und anderen keine romantischen oder sexuellen Gefühle entgegenbringen, sondern einfach nur akzeptieren, so wie Du/sie eben sind.
In aller Schönheit, mit allen Macken.

Ganz, ganz liebe Grüße,
Anabelle :woman:
Aus dem Herzsutra: Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha !
(Gegangen, gegangen, hinübergegangen, vollends hinübergegangen, sein wahres Wesen verwirklicht !
Jasmine
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Re: "Mein letzter Tag"

Post 47 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Frieda hat geschrieben: Do 13. Sep 2018, 10:44 .......Denkt Ihr manchmal über euren letzten Tag nach?
Falls ja! Wie? Was denkt Ihr da? Was fühlt Ihr da? Und....bewegt diese Frage etwas in Euch?
........................
Eigentlich denke ich nicht mehr darüber nach, weil es für mich nicht das Ende bedeutet. Der Tod ist für mich nur eine Passage zu etwas neuem. Ich weiß das sich mit dem Tod meine Seele vom Körper trennt und weiter existiert. Daher habe ich die Angst vor dem Tod verloren, nur würde ich mir wünschen wenn es soweit ist, das ich in den Armen meiner Liebsten die Reise antreten werde. Aber auch wenn wir nicht zusammen wären, weiß ich doch das sie bei mir ist. Unsere Seelen sind sehr stark verbunden und stärken uns gegenseitig. Wichtig ist mir mit einem friedvollem, glücklichem Dasein ein erfülltes Leben zu haben.
Das war nicht immer so, erst mit meinem Outing habe ich die wichtigste Hürde, den größten Berg, die Angst, die Verletzlichkeit ......in meinem Leben überwunden. Es begann ein neues Leben ein Traum den ich durch meine Vorgeschichte nie für möglich gehalten habe. Ich wusste es ja eigentlich immer, ich bin weiblich und nur dies zu leben konnte mein persönliches Glück bedeuten. Auf diesem Weg des Erblühens begleitet mich meine Menalee, Yoga und mein Glaube. Vor was sollte ich mich fürchten?
Liebe Grüße Jasmine
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Re: "Mein letzter Tag"

Post 48 im Thema

Beitrag von Diva »

Liebe Anabelle,
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Liebe Diva,
ich möchte Deine Fragen mit Fragen beantworten:
wow, das artet beinahe in ein Quiz aus. Da ich ohnehin ab und an gerade für eine Regelprüfung lerne, kommt das gerade recht.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
  • Angenommen, der Tod bedeutet das Ende eines Lebens (was nicht so sein muß), was wäre wichtiger, der Tod oder das Leben zuvor ?
Ich hoffe sehr stark, dass die Kritiker des (Geheim-)Buddhismus Recht haben und Karma und Wiedergeburt lediglich Blendwerk zur Verschleierung und vor allem Beeinflussung des Diesseits durch versch. Glaubensrichtungen darstellen.
Der Tod ist mir im Diesseits wichtiger, weil er mein Ziel ist, das ich wahrscheinlicher erreiche, als das Traumbild eines "normalen" Lebens, das reinste Illusion und Selbstbetrug darstellt.
Im Tod ist dann hoffentlich gar nichts mehr wichtig, weil das physische, psychische und seelische Ende erreicht ist.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
  • Im Prozeß deines Sterbens: glaubst Du, es wäre Dir dann noch wirklich wichtig, was andere darüber denken ?
Nein, wie kommst du darauf? Ich will nicht lange leiden, ruhig und schnell einschlafen und nicht gegen meine "Ästhetik der Selbsttötung" verstoßen. Das sind meine bescheidenen Wünsche, die leider schwer erfüllbar zu sein scheinen.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43
  • Wenn Du bisher das Gefühl hattest, wenig glückliche Momente zu erleben, hast Du denn schon alle Möglichkeiten in diesem Leben ausgeschöpft ?
Das habe ich unten beantwortet.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Mir ist gerade eine passende Stelle über den Sinn des Lebens in einem Buch aufgefallen:
Wenn die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt wird, hat die Antwort darauf für viele Menschen etwas mit Liebe zu tun.
Das ist in meinen Augen alles Unfug. Auch Geistesgrößen haben trocken konstatiert, dass der einzige Sinn des Lebens im Sterben besteht. Evolutions-FreundInnen fügen noch die Vermehrung und Erhaltung der Art hinzu, doch davon hat sich der Mensch seit urbaner Zivilisation herausgelöst.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Was gibt es wichtigeres, als in der eigenen Liebesfähigkeit zu wachsen ?
Die Selbstliebe wird oft von destruktiven Gewohnheiten/Automatismen/Gedanken blockiert.
Selbstannahme und Selbstakzeptanz sind aber die Grundlagen dafür, daß ein Mensch, dem Liebe geschenkt wird, diese annehmen kann,
daß er spürt, daß sie ihm gilt, daß er es wert ist, geliebt zu werden, und daß er selbst wirklich lieben kann.
Die Fähigkeit, Liebe zu empfangen und zu verschenken, macht ein glückliches Leben erst möglich.
Ja, hallo - jetzt wird das Thema erheblich erweitert. Wir fingen an mit "Leben", jetzt sind wir schon beim "glücklichen Leben" gelandet. Das ist eine vollkommen andere Nummer, die bereits anderswo ausgiebig diskutiert wurde (Schuldet uns das Leben Glück oder so ähnlich).
Und "Liebe" ist eine Sache, bei der ich überhaupt nicht mitreden kann. Das kenne ich nicht und werde sozusagen "dumm" sterben. Es gibt Schlimmeres.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Deine Beträge vermitteln mir ein Bild eines sehr wachen, interessierten, intelligenten und äußerst kreativen Menschen.
Oh, danke für die Blumen. Doch du siehst: nicht wach, intelligent und kreativ genug, um die essentiellen Probleme zu lösen! Ich stelle mich sogar zu ungeschickt an, die verschreibungspflichtigen Zutaten für meinen Cocktail zu beschaffen. Verzweiflung an der eigenen Unfähigkeit und Feigheit nenne ich das.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Deshalb nochmals die (ernsthafte) Frage: hast Du denn wirklich schon alle Möglichkeiten dieser Welt zur Entwicklung Deiner Liebesfähigkeit in diesem Leben ausgeschöpft ?
Kein Mensch kann "alle Möglichkeiten dieser Welt" ausprobieren. Natürlich versuche ich seit Anfang des Jahres, von meiner Arbeit wegzukommen, die mich emotional zerstört. Doch von höchster Ebene abwärts werden mir mit süffisant-verkniffenem Grinsen hübsch Steine in den Weg gelegt. Auch von einer Person, die weiß, wie verzweifelt ich wirklich bin. Es wird in Kauf genommen, dass ich bei diesem Spiel draufgehe. Danach wird dann gesagt: "Wie konnte das passieren? Aber irgendwie war es abzusehen, dass sie den Anforderungen nicht gerecht wird." Diesen Menschenschlag nennt man "Juristen".

Privat bin ich seit Monaten dabei, mir ein neues Umfeld unter unvoreingenommenen Menschen zu schaffen. Abgesehen von etlichen "Herzinfarkten" wegen einer emotionalen Geschichte, die nicht geplant war, funktioniert das bislang recht gut. Doch das Ende kommt in Kürze: Im Winter kann ich den Sport nicht mehr machen und liege spätestens nach einer Woche erneut mit der R... im Bett oder ich werde endlich entlarvt und geteert und gefedert. Es ist nur die Frage, was zuerst kommt.

"Liebesfähigkeit" - wo sollte die herkommen? Bisher traf ich genau einen Mann, der meinen Eispanzer knackte. Alle anderen hab ich abserviert, abblitzen lassen. Was soll ich mir das transphobe Geschrei antun, wenn ich die Karten auf den Tisch lege? Dann lasse ich es erst gar nicht mehr soweit kommen. Da ich ziemlich unterkühlt bin, fällt das bei 99% der Typen nicht schwer. Meine Masche, wenn ich draußen angequatscht werde:
"Lady / junge Dame / Madame, entschuldigen Sie ..."
ist die Antwort:
"Die Lady /junge Dame / Madame entschuldigt NICHT!"
Hab ich gerade vor kurzem auf einem Bahnhof gemacht. Soll er doch sein Messer ziehen und mir von hinten in den Rücken rammen. Nur zu! Hauptsache, er bringt es zuende. Auf Pflegefall hab ich keinen Bock.

Bzgl. der falschen Geburt nutzt auch kein Kontinent-Wechsel. Es wird immer einen Anlass geben, der zum Outing führt: nicht tief genug, zu eng, zu klein, komisch und überhaupt insgesamt anders. Dann f... euch doch selbst! Das sollte man diesen Leuten ziemlich un-ladylike an den Kopf werfen, weil es die einzige Sprache ist, die sie verstehen. Nicht die vermeintliche geborene Frau hat sie betrogen, sondern sie haben die Frau betrogen, weil sie vorgaben, einen Menschen zu mögen und kein Geschlechtsteil.

Unter diesem Gesichtspunkt schrumpfen selbst "alle Möglichkeiten dieser Welt" zu einem kläglichen Klumpen moralischen Elends und Kleingeistigkeit zusammen, der zum Himmel stinkt.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Und wenn Dir Liebe als Begriff zu gewaltig/ungreifbar erscheint, ersetze es doch durch Annahme. Dann wird Selbstliebe zu Selbstannahme.
Wie geschrieben, "Liebe" kenne ich nicht, werde ich nie erfahren - "Selbstliebe" ebenso wenig. Die einzige "Liebe", die ich mir schenken kann, ist das Ende - genauso, wie es auf meinem Spiegel steht.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Dann muss man sich selbst und anderen keine romantischen oder sexuellen Gefühle entgegenbringen, sondern einfach nur akzeptieren, so wie Du/sie eben sind.
In aller Schönheit, mit allen Macken.
Ich kann nicht "einfach akzeptieren", was in kleinen Schritten meine Seele getötet hat.
Anabelle hat geschrieben: Do 13. Jun 2019, 20:43 Ganz, ganz liebe Grüße,
Anabelle :woman:
Ich danke dir in jedem Fall für deine Bemühungen, auch wenn dich meine Antworten wohl wenig erfreuen werden. An mir haben sich auch Leute die Zähne ausgebissen, die ihr Geld damit verdienen, den Teufel auszutreiben.

LG
-Diva
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Re: "Mein letzter Tag"

Post 49 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Hallo liebe Diva,
Ich danke dir in jedem Fall für deine Bemühungen, auch wenn dich meine Antworten wohl wenig erfreuen werden.
Es macht mich eher traurig, daß Du so denkst und schreibst, obwohl ich es sehr gut durch Deine Lebensgeschichte nachvollziehen kann und auch in keiner Weise bewerten möchte.

Eigentlich haben Deine Fragen mich veranlaßt mich damit zu beschäftigen und daraus entstanden dann meine Fragen, die ich einfach mit Dir teilen wollte.
Ich bin gar nicht so sehr an schnellen Antworten aus dem (logisch) denkenden Verstand aus, sondern lasse ganz gerne die Fragen einsickern und wirken.
Für mich ist es wichtiger, auch mal meine Meinungen und Überzeugungen spielerisch mit solchen Fragen in Frage zu stellen, ganz besonders, wenn es etwas ist, womit ich hadere.

Deine wissenschaftlich/skeptisch/rationale Haltung ist mir wohl vertraut. Ich hatte sie selbst einen großen Teil meines Lebens.
Liebe war mir lange Zeit ein Fremdwort, mit dem ich gar nix anfangen konnte. Im Laufe eines, zugegeben, langen und sehr mühseligen Prozesses bekam ich mehr und mehr Zugang.
Der Prozeß kam aber erst durch eine schwere Krise in Gang, wodurch ich offener für neue Gedanken wurde. Seit etwa 10 Jahren meditiere ich und seitdem hat sich sehr, sehr viel
für mich verändert.
Auch Geistesgrößen haben trocken konstatiert, dass der einzige Sinn des Lebens im Sterben besteht.
Das mag sein. Einige renomierte Quantenphysiker, seit Einstein, haben eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen Quantenphysik und manchen Lehren des Buddhismus festgestellt.
Viele dieser Wissenschaftler meditieren auch selbst, auch wenn sie nicht offen drüber reden. Allerdings geht es da nicht um Religion im kirchlichen Sinn, sondern um eigene Erfahrungen.
Einer meinte, der Sinn des Lebens ist das Leben selbst und seine Vielfalt. Leben braucht keinen Sinn, es ist einfach (da) und will gelebt werden, wie auch immer.
Das basiert dann auch nicht auf theoretischen Diskussionen, sondern die Leute haben das halt einfach mal ein paar Jahre praktisch ausprobiert und festgestellt.
Deshalb nochmals die (ernsthafte) Frage: hast Du denn wirklich schon alle Möglichkeiten dieser Welt zur Entwicklung Deiner Liebesfähigkeit in diesem Leben ausgeschöpft ?
Entschuldige, ich wollte Dich etwas provozieren (spielerisch). (moin)
Ernsthaft würde es mich aber schon interessieren, ob Du schon mal etwas von dem eine Zeitlang ausprobiert hast, was Du so kategorisch ablehnst.
Du mußt aber nichts darauf sagen. Und ich frag auch nicht weiter.

Mit aufrichtigem Mitgefühl,
Anabelle :woman:
Aus dem Herzsutra: Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha !
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