Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um
Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Michelle_Engelhardt
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 1 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Huhu Carina,
Carina81 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 22:18 Mein Vorschlag war das er unter der Woche von Dienstag bis Donnerstag die Möglichkeit dazu hat und jeden zweiten Freitag.
diese Frauentage habe ich zu Beginn meines Weges mit meiner Frau auch mal ausprobiert. Es hat nicht lange funktioniert. Ich sagte ihr, ich würde damit klar kommen, habe aber letztlich sie und mich selbst belogen :(

Was macht Dich denn so sicher, das er Dich angelogen hat? Ein Schlübber im Bad ist ein Indiz, aber kein Beweis. Andererseits kennst Du ihn nach gut 3 Jahren ja schon recht gut.

Liebe Grüße
Michelle
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Lorelai74
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 2 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hallo Carina,

Du suchst Antworten und Gedankenanstösse und fragst ob deine Beziehung Noch Sinn macht.

Was ist der Sinn euerer Partnerschaft für dich?
Was macht eure Partnerschaft für dich wertvoll?
Ist es eine Partnerschaft in der 2 Partner zusammen sind oder eine Beziehung in der beide ziehen - wie es schon im Wort steckt? Be(ide)ziehung?

Worte kann man viele schreiben, Antworten können dabei sein müssen aber nicht.

Du fühltest dich in der Situation im Bad spontan belogen. Das starkes Gefühl war ganz plötzlich da, oder? Die Lüge hat für dich vielleicht etwas aufgedeckt, einen Schleier weggezogen und ich denke darunter hast du deine Angst gesehen das es bald nur noch eine Emma gibt, aber nicht mehr den Teil den du für dich brauchst. Ist das so?

Gibt es an Emma auch Seiten die du magst?
Was bräuchtest du an Sicherheit für dich damit eure Beziehung/Partnerschaft für dich wertvoll und lebendig ist?

Viele liebe Grüße
Lorelai
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heike65
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 3 im Thema

Beitrag von heike65 »

Nur eine kleine Anmerkung.
Wenn Emma sich als transsexuell einstuft, und du es akzeptierst, dann sollte "er" als Pronomen in Bezug auf Emma nicht mehr präsent sein. Aber ihr steht am Anfang eines gemeinsamen Wegess, so hoffe ich für euch, und es liest sich aus deinen Zeilen so als wenn du den Weg mit Emma gehen willst, aber ich Frage mich ob du den ganzen Weg gehen könntest? Emma 24/7 als Frau ?

Klar gehört es in einer Partnerschaft dazu offen und ehrlich zu sein, was du ja anzweifelst, eine kleine Frage, ist sie in der Öffentlichkeit Emma , oder dein Partner der mal wieder Frauenkleidung trägt ?

Viel Erfolg auf eurem Weg
Heike
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Carina,

ich kann nur für mich selber sprechen und auch nur meine Eindrücke vermitteln. Meine Anmerkungen sind nur Denkanstöße.
Carina81 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 22:18 Ich und mein Partner sind seit 3,5 Jahren zusammen.
Ist es Zufall, dass Du Dich zuerst nennst ?

Für mich klingt das bei Deinem Freund nach ganz viel Selbstfindung. Das Pendeln der Gefühle, das Hin und Her kenne ich auch von mir aus früheren Jahren. Heute ist das deutlich abgeschwächt. Trans* zu sein und es zu akzeptieren, ist eine schwere Übung. Zu viel hängt daran. Freunde, Familie, Arbeit und nicht zuletzt auch Du. Wie soll er damit umgehen, wenn er für sich selber nicht genau weiß, wo er steht.

Fest vereinbarte Termine für seine weibliche Seite sind zwar sehr schön, aber seine Gefühle, die er wahrscheinlich nicht kontrollieren kann, halten sich nicht immer daran.
Neben dem Waschbecken lag eine Unterhose von Emma. Ich hab ihn also ganz normal gefragt warum sie da liegt ob er sich gestern Zeit für sie genommen hat. Seine Antwort war ein klares Nein.
Du hast ihn "normal" gefragt, aber hat er das auch so empfunden ? Ich reagiere auch heute noch (ich bin mit meiner Frau jetzt 8 Jahre zusammen, davon 2 verheiratet) sehr empfindlich auf Fragen und Bemerkungen. Eine simple Frage, wenn ich einen Abend für mich alleine hatte, war "schöne Party gehabt ?". Die ist völlig ohne Hintersinn und freundlich gemeint, kommt aber bei mir nicht immer so an. Erst nach und nach kann ich damit lockerer umgehen. Ich hatte keine Party, sondern war einfach nur ich und habe Alltag en femme gehabt. Zuerst habe ich das aber als Angriff verstanden. Ich denke, man darf nicht davon ausgehen, dass so wie man es selber meint, auch beim anderen ankommt. So rutsch denn auch schnell ein "Nein" heraus, an dem man dann hängt.

Vielleicht ist es hilfreich, die Machtverhältnisse in der Beziehung zu hinterfragen. Trans* zu sein, bedeutet in vielen Fällen Scham und Schuld. Das bringt einen Menschen automatisch in die Defensive. Für eine Beziehung ist das mMn nicht hilfreich.
Er möchte das wir offen mit dem Thema umgehen, das ich mich damit auseinandersetze, es akzeptiere. Ich tue so viel obwohl es mir schwer fällt.
Das glaube ich sofort, sowohl seine, wie auch Deine Sicht. Die Offenheit, die er sich wünscht, bedeutet möglicherweise viel mehr Überwindung als Du Dir vorstellst. Auch wenn meine Frau bescheid weiß und wir gelegentlich darüber reden, ist es für mich noch immer extrem schwer, darüber zu reden. In meinen Gedanken und Vorstellungen ist es ganz einfach. In der Realität sieht es dann ganz anders aus. Auch wenn meine Frau goldene Brücken baut, ich brauche in der Regel meine Zeit, sie anzunehmen. Ihr beide müsst an dem Thema arbeiten. Jede/r auf seine Weise. Dein Freund muss aus dem Schneckenhaus und Du musst mit viel Fingerspitzengefühl und Beharrlichkeit daran arbeiten. Eine Beziehung wächst dadurch und nicht durch Vorwürfe wie "Du belügst mich". Übrigens trage ich nur noch weibliche Unterwäsche. Das ist nichts besonderes. Es könnte also sein, dass er Dir die Wahrheit gesagt hast.
Ich weiß ich liebe ihn, aber wenn man in einer Beziehung angelogen wird ist das Vertrauen dahin...
Kann ich gut nachvollziehen, aber ich wage die Frage zu stellen, warum lügt er (wenn er es tut) ? Will er Dich hinter das Licht führen oder ist es seine Scham und Unsicherheit ? Ist das nicht ein gravierender Unterschied ? Wenn Du das Vertrauen in Frage stellst, bedeutet das nicht, dass Du Dich wichtiger nimmst als seine Gefühlslage ?

Wie gesagt, das sind nur Denkanstöße, die auf meinen Erfahrungen ruhen und keine Analyse Eurer Beziehung.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 5 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Carina,

Lügen sind nie schön, sie sind auch keine gute Basis für eine Partnerschaft.

Hast Du Dich schon gefragt, aus welchem Grund er/sie Dich anlügt? Vielleicht liegt das auch an Deinem Verhalten?
Mein Rat wäre, sprecht miteinander, diskutiert offen und vor allem ehrlich miteinander, nicht nur ansatzweise.

Du wirst Deinen Partner nicht ändern können, was Du ändern kannst, ist Deine Einstellung, Deine Sichtweise, das solltest Du bedenken.

Wünsche Euch beiden viel Glück und Erfolg!

Liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 6 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Liebe Carina!

Bevor ich auf Dein Thema eingehe, möchte ich Dir schreiben, wie viel Respekt und Anerkennung ich für Dich empfinde. Diesen Weg hier zu gehen und Dich Problemen zu stellen zeugt von einer tollen Frau mit viel Liebe, Stärke und Bereitschaft zu kämpfen.

Wenn ich hier etwas schreiben sollte, dass Dich verletzt, dann denke bitte an die obrigen Zeilen. Es geschieht nicht mit Absicht und ist schon gar nicht als Angriff gegen Deine Person zu sehen.

Was Du geschildert hast, habe ich in ähnlicher Form erlebt und kann daher aus meiner persönlichen Sicht zu dem Thema berichten. Auch ich hatte (habe) eine tolle Frau an meiner Seite, allerdings haben wir es nicht geschafft. Und vielleicht erkennst Du auch gleich warum.

Emma ist eine Person, die schon da ist. Sie ist keine Mensch, den Du entwickeln könntest, sondern es geschieht aus ihr heraus! Jeder Vorschlag von Dir wird dankend zur Kenntnis genommen, aber gleichzeitig auch als Bevormundung gesehen. Die Enteicklungsschnelligkeit und die -stationen kannst Du nicht beeinflussen und wenn Du es versuchst, baust Du ungewollt Druck auf.
Denn was gerade passiert, ist eine Entwicklung mit einem extremen inneren Kampf. Niemand der transsexuell ist, auch Emma nicht, kann seine Persönlichkeit (als Mann) einfach über Bord werfen und zwischen den Rollen problemlos switchen. Das ist den Transvestiten/Crossdressern vorbehalten.
Stell Dir vor, Du wirst zerhackt, in den Mixer gesteckt und dann als genetischer Brei auf einen Teller gepackt - so in etwa fühlt es sich an! Einschließlich innerer Schmerzen, Hoffnungslosigkeit und dem Wunsch einfach Frau sein zu dürfen. Nur wenige Transfrauen geben ihr altes Leben kampflos her. Grade, wenn man sich erst spät findet, hält man ganz natürlich an seiner Vergangenheit fest. Das sind die Wurzeln .... und schlage diese erst einmal ab ....
Parallel sind dann die ganzen Ängste da, die gegen das Wunschgeschlecht kämpfen..... was sagen die Anderen, was passiert mit meiner sozialen Rolle, wie kann ich in meinem Körper jemals Frau sein, was passiert mit meinem Beruf, wer soll mich so jemals Lieben, verliere ich meine Familie, was ist meine Sexualität, und, und, und .... dabei darfst Du bitte nicht vergessen, dass Emma aus der männlichen Rolle kommt und Männer lösen Probleme für sich alleine, während Frauen immer das Gespräch suchen ... auch hierin besteht ein großes Konfliktpotential!
Und nu? Mein Vorschlag:
Versuche nicht Emma zu beeinflussen oder gar zu entwickeln, sei einfach mit Liebe und Zärtlichkeit da. Zeige durch Zuneigung, dass Emma zu Hause ist und nicht fliehen muss. Nimm sie einfach in den Arm! Mehr braucht es nicht. Wenn Emma spürt wo sie zu Hause ist, wird sie bleiben können.
Aber meist ist genau das nicht möglich, denn auch Du bist ja mit dem Thema beschäftigt und grübelst an allen Ecken und Enden über Eure Zukunft und Deine Position dazu. Und hier ist Deine Aufgabe. Du musst in Dich gehen, ob Du mit Emma etwas anfangen kannst, ob Du Emma liebst oder sie nur duldest, um den Mann nicht zu verlieren. Das wäre fatal und das Ende der Beziehung.
Überstürze nichts, aber höre auch auf Dein Inneres Gefühl. Lass Dich auf die Beziehung mit Emma ein und sehe die Frau in Deinem Mann. Wenn Dir das gelingt, wird wahrscheinlich alles gut, unabhängig davon, wie viel Emma am Ende tatsächlich in Eurer Beziehung ist.
Denn so wie ich es lese, kommt der Prozess grade erst in die Gänge. Emma ist dabei sich selbst zu finden. Lass Ihr den Raum und die Zeit, wenn Du nicht darunter leiden musst .... und liebe sie.

Ganz liebe Grüße
und alles Gute Euch beiden!

Vanessa
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 7 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

VanessaL hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 08:04 und liebe sie.
Noch eine kleine Ergänzung von meiner Seite:

https://www.zgedichte.de/gedichte/khali ... liebe.html
Viele Grüße
Vicky

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Michelle_Engelhardt
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 8 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Zwei Dinge sind mir noch aufgefallen. Es war morgens, sie war nackig bis auf Socken. Ist es da nicht möglich, das sie das Unterhöschen für den Tag rausgelegt hat und es unter ihrer männlichen Kleidung tragen wollte?
In der Überschrift sehe ich das Wörtchen "wieder", in Deinem Posting ist jedoch von einer (möglichen) Lüge die Rede. Gab es in der Vergangenheit schon häufiger Lügen seinerseits und sind die gesichert oder auch nur vermutet?

LG
Michelle
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Diva
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 9 im Thema

Beitrag von Diva »

Hallo Carina,
Carina81 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 22:18 Mittlerweile hat er sich weiterentwickelt und ist zu der Erkenntnis gekommen das er sich als transsexuell einstuft.
Das ist ein Quantensprung und verändert die Lage drastisch.
Carina81 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 22:18 Wir haben viele Höhen und Tiefen mit diesem Thema erlebt, viele Gespräche geführt (zumindest ansatzweise) haben ausgetestet wie und in welchem Maß ich ihn begleiten kann. Ich komme damit zurecht das er diese weibliche Seite in sich trägt, das er es in einem gewissen Rahmen, den wir zusammen abgesteckt haben, auslebt. Wir haben es ausprobiert das er sich fertig gemacht hat als ich dabei war, wo ich aber für mich festgestellt habe das ich dazu nicht bereit bin. Nicht falsch verstehen es ist ok ihn als Emma zu sehen, aber ich komme mit seiner Wesensveränderung nicht zurecht.
Obgleich ihr keine "Anfänger" bei diesem Thema seid und die bisherigen Gespräche und Vereinbarungen eine gute Grundlage bilden dürften, verschiebt sich die Vorstellung einer Kontrollierbarkeit und Steuerbarkeit von Emma bei Transidentität (ich mag das andere Wort überhaupt nicht leiden) ins Reich der Wunschträume. Was soll geschehen, wenn Emma eine HET beginnen will? Wollt ihr dann über einzelnen Hub Estradiol-Gel diskutieren? Oder wenn Emma leben will? Soll sie Teil eines Doppellebens werden, um vor Kindern und Angehörigen den falschen Schein zu wahren? Das wäre der Beginn einer einzigen großen Lüge - wenn nämlich Emma gezwungen wäre, ihre Identität zu leugnen.
Carina81 hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 22:18 Er wollte immer das es eine Leichtigkeit bekommt, aber er lügt mich an. Ich weiß nicht wie das funktionieren soll. Das Thema komplett aus der Beziehung nehmen? Er darf es machen und das ist süchtig, aber ich will davon weder was sehen noch hören?
Ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich weiß ich liebe ihn, aber wenn man in einer Beziehung angelogen wird ist das Vertrauen dahin...
Danke das ihr bis zum Schluss durchgehalten habt und es bis hierher gelesen habt. Ich bin über jeden Rat oder Gedankenanstoß dankbar.
Lg Carina
Was du als Lüge interpretierst, ist im Grunde genommen ein Verstoß gegen eure Vereinbarungen. Das zeigt m.E., wie hoch der Druck seitens Emma ist, sich auszuleben - und dass die Kontrollierbarkeit bereits jetzt reine Fantasie sein dürfte. Ich halte das weder für boshaft noch hinterhältig. Es ist niemandem gedient, wenn du deine maßlose Enttäuschung darüber, dass dir - ja euch - Emmas Entwicklung quasi aus den Händen geglitten ist, hinter einem vermeintlichen Vertrauensbruch versteckst. Ihr habt bislang quasi einen vorbildlichen Umgang mit dem Thema CD gepflegt, den nur wenige Paare auch nur ansatzweise derart gut hinbekommen. Seid stolz auf das erreichte Vertrauensverhältnis! Die folgende Zeit wird zeigen, ob dieses Fundament reicht, um auch die künftige Entwicklung zu tragen. Alles muss neu überdacht, neue Lösungen müssen gefunden werden. Transidentität aus der Beziehung zu nehmen, bedeutet nichts weiter, als die Beziehung zu beenden. Aber das muss nicht sein!

Vielleicht für ev. Anregungen ein paar Stichpunkte aus meiner Ehe, als das Thema aufkam:
CD, DWT usw. hab ich übersprungen, begann von einem Tag zum anderen sofort mit Transidentität. Nach zwei Wochen Bedenkzeit mit mir selbst outete ich mich bei meiner Frau. Für sie brach eine Welt zusammen. Doch binnen eines halben Jahres fanden wir gemeinsam einen Weg, damit umzugehen. Mein Drang war von der ersten Sekunde an derart stark, dass ich einen "Hormonsturz" bekam und mich körperlich - vor allem im Gesicht - rasant veränderte. Da konnten wir über kleine Schritte diskutieren, wie wir wollten. Mein Körper galoppierte davon, nach 4 Monaten bekam ich keine Pakete mehr auf den Männerausweis (auch nicht im Männermodus), Leute erkannten mich nicht mehr wieder. Innerhalb von 8 Monaten war ich komplett geoutet und lebte als "Vollzeitfrau" - zunächst ohne HET.

Meiner Frau und mir war zu keinem Zeitpunkt möglich, die Sache zu steuern. "Nun bau mal weniger Östrogene und wieder mehr Testo an!" klappt nicht. Aber wir haben reagiert, lernten uns neu kennen - doch dieses Mal als zwei Frauen. Unsere Ehe war vorher zerrüttet und bekam dadurch sogar eine neue Chance. Wir verbrachten so viel Zeit zusammen wie seit Jahren nicht mehr, fuhren gemeinsam in den Urlaub - und haben nie irgendwelche bösen Blicke oder Reaktionen geerntet.
Das kostete enorme Kraft, besonders auf ihrer Seite. Aber wenn sie ehrlich war, gestand sie sich ein, es im Gegensatz zu mir selbst von Anfang an geahnt zu haben, was mit mir los war. Zu vieles war an mir war unmännlich - vom Aussehen bis zum Verhalten, aber sie hatte die Signale nicht beachtet. Belogen hatte ich sie nie, da ich selbst von meiner Identität nichts wusste - bis zum Tag X.

Zunächst machten wir kleine Dates, trafen uns wie in der Anfangszeit in Kinos und Restaurants. Das war wunderschön, romantisch und wir verliebten uns neu, obwohl sie stets beteuerte, nicht lesbisch zu sein. Wir fuhren zusammen shoppen, unternahmen später mit unserem Kind sehr viel gemeinsam, nachdem wir beide einigermaßen gefestigt waren.

Warum denn letztlich doch alles in einer bitterbösen Trennung endete, lag an der brachialen Fremdeinmischung ihrer Familie, die pausenlos gegen mich - das Monster, die Kreatur, die Schwuchtel - hetzte und leider auch mein Kind auf dem Gewissen hat, das seitdem schwer psychisch gestört und in ständiger Behandlung ist. Inzwischen meine ich, eine tote Papi sei für ihn besser als eine Frau. Deshalb stelle ich mir jeden Tag dieselben Fragen, weine neue Tränen und bin im Grunde genommen trotz einer überaus erfolgreichen Transition am Ende.

Euch und vor allem dir wünsche ich, dass ihr es schlauer anstellt, euch vor allem nicht von Dritten reinreden lasst und eure Kinder beschützen könnt, denn die Kleinen können wunderbar alleine Verständnis entwickeln und brauchen weder Hetze noch Hass.

LG
-Diva
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 10 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Carina,
vorweg, ich finde es ganz toll dass du soviel Verständnis für deinen Partner aufbringst. Das ist keineswegs selbstverständlich.
Ich bin selber Crossdresser und kann dir aus eigener Leid oller Erfahrung bestätigen dass man in dieser Situation zum Lügner wird. Man luegt um sich zu schützen, umdie Familie zu schützen, um den Schein zu wahren. Anfangs fällt es schwer, später wird es zur Gewohnheit. Irgendwann fehlt der Überblick wann es notwendig ist zu lügen und wann nicht.
Ich würde dieses "Nein" nicht überbewerten.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 11 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

VanessaL hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 08:04 Stell Dir vor, Du wirst zerhackt, in den Mixer gesteckt und dann als genetischer Brei auf einen Teller gepackt - so in etwa fühlt es sich an! Einschließlich innerer Schmerzen, Hoffnungslosigkeit und dem Wunsch einfach Frau sein zu dürfen.
Hi Vanessa,

das war nun dein 2ter Beitrag innerhalb von 2 Tagen der mich einfach nur zum weinen gebracht hat!
edit-im positiven Sinn, danke, danke, danke!
Ich kann auch wirklich nicht viel mehr dazu anfügen...

vielleicht eines @Carina,

meine Liebste und ich sind nun seit 16 Jahren zusammen und es gab immer wieder einmal Situationen
in denen ich oder sie darüber nachgedacht habe/hat zu gehen. Es ist normal die Beziehung zu hinterfragen.

Aber, und das ist der entscheidende Knackpunkt bei uns glaube ich-wir lieben uns als Menschen, unabhängig
von Geschlechtsgrenzen oder sonstiger Projektionen wie etwas allgemeingültig sein sollte.
Das versetzt uns im Grund in eine sehr komfortable Lage, trotzdem sind wir nicht frei von Differenzen.

Nun zu deiner Grundfrage-es ist ohne Zweifel verletzend wenn man sich belogen und zurückgesetzt fühlt.
Gar nicht schön, klar kühlen da die lieben Gefühle etwas ab..
..allerdings bin ich mir auch sicher, das, ich sage jetzt mal "Minilügen", ständig zwischen allen Menschen
im Umlauf sind um den lieben Frieden zu wahren.

Das ist jetzt aber kein Urteil zu der Situation an sich..

..was sagt dir dein Herz, wenn du darauf hörst?


Gruss von der rosa Wolke Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Liebe Carina,

ich finde, Du betrachtest das ganze Thema aus der "falschen" Perspektive und das wird Euch nicht weiterbringen.
Carina81 hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 19:20 Ich finde man muss schon eine gewisse Regelung finden inwieweit er Emma auslebt
Carina81 hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 19:20 ich mag dieses Wort auch nicht, da ich finde das es für ihn nicht passend ist
Carina81 hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 19:20 Warum sollen wir Bio-Frauen immer verständnisvoll sein
Carina81 hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 19:20 Also hält es sich einigermaßen die Waage
Ich lass das einfach jetzt mal so im Raum stehen, denn alles ist richtig und falsch zugleich!

Liebe Grüße
Vanessa

(Wenn Du darüber reden möchtest, kennst Du mein Angebot.)
Michelle_Engelhardt
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 13 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Carina81 hat geschrieben: Di 28. Mai 2019, 19:20 Warum sollen wir Bio-Frauen immer verständnisvoll sein, damit der Druck des Partner nicht noch größer wird. Auch bei uns baut sich durch dieses Thema was auch uns mit auferlegt wurde Druck auf. Auch wir haben unsere Grenzen die genauso von der anderen Seite beachtet werden müssen. Immer geht es nur darum das es ja ach so schwer für die Trans* Menschen ist. Das man sich in sie reinversetzen soll.
Wer sagt, das Du bzw. die Bio-Frauen (auch so ein blöder Begriff...ich bin keine Bio-Frau aber deswegen keinen Deut weniger Frau als die sog. Biofrauen) immer verständnisvoll sein sollen? Wer so etwas verlangt, ist in meinen Augen ein ziemlicher Egoist. Ja es ist "ach so schwer für die Trans* Menschen", die sich teilweise jahrzehntelang verstecken, verleugnen und eine Rolle spielen, bei der jeder gute Schauspieler vor Neid erblassen würde. Menschen, die alles dafür geben würden ein eindeutiges Leben führen zu können, Menschen deren sehnlichster Wunsch es ist, einfach nur normal (was auch immer das sein mag) zu sein. Ich schrieb es bereits die Tage in einem anderen Thread.....niemand, der nicht selbst betroffen ist, kann sich da auch nur ansatzweise hineinversetzen.

Jetzt aus einem Damenunterhöschen über Nacht das Ausleben als Emma abzuleiten ist in meinen Augen etwas übertrieben. Du lebst ja auch nicht den Hans-Josef aus, nur weil Du vielleicht mal für einen Tag ein Holzfällerhemd trägst (smili)

Aber gut, nicht das wir uns falsch verstehen....ich habe absolutes Verständnis für Deine Situation. Meine Frau war damals in einer ähnlichen Situation wie Du es jetzt bist. Wir haben geredet....nächtelang und so viele Dinge kamen auf den Tisch, abseits von Michelle. Eines haben wir uns allerdings bis heute bewahrt und es war auch nie erschüttert.....das Vertrauen zueinander.

Alles Liebe
Michelle
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 14 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi Carina...

grade vor kurzem habe ich einen Vergleich gezogen und weiss ich noch nicht, ob das so stehen bleiben kann...
kannst du mir vielleicht helfen?

Das war der Text


Hi meine Lieben,

da meine Liebste sich ein paar Tage Auszeit nimmt (sie brauchte einen Tapetenwechsel, verstehe ich,
wobei ich jetzt hier mit meiner Bandscheibenproblematik alleine und nicht ganz glücklich bin), habe ich meine
Mum importiert für dieses Wochenende..

nun, irgendwie fange ich an zu verstehen, was für manche Partnerinnen/Partner passiert wenn sich der Mensch, dem sie
sich vorher sicher waren langsam "auflöst".

Meine Mum ist immer noch eine Liebe, aber eben mit 84 setzt langsam oder doch schneller die Demenz bei ihr ein.
Ich bin ihr Nesthäkchen und ihr Schatz, das ist immer noch schön. Heute hat sie mir Zöpfe geflochten, weil ichs alleine
nicht wirklich gut kann..
und wir haben uns toll über Schmuck, Klamotten und Farbkombinationen unterhalten.
Und ein bisschen gelästert weil der Männerdutt vom meinem Neffen letztens so scheisse aussah..

Aber es bedrückt mich zu sehen (muss mal Tränen wischen) wie sich ihre Persönlichkeit und ihr Geist sich mir langsam
entziehen...ist es da was euch traurig, sauer oder enttäuscht sein lässt?

Nun, kann ich aber solche Gefühle haben? Es ist der Lauf der Zeit, den ich selbst mit aller Macht nicht stoppen könnte.
Also bleibt mir eines, mich erden und sie ziehen lassen, so hart es ist, festhalten wird nicht klappen..

ich könnte ja sowas von Rotz und Wasser heulen!

Mach ich jetzt auch... (wo) Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Vom Partner wieder belogen... wie gehe ich damit um

Post 15 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Denk doch über diese grundsätzlichen Fragen nach:

Liebst Du Deinen Partner bedingungslos, so wie er ist? Inklusive Emma. Oder liebst Du Deinen Partner abzüglich Emma? Siehst Du ihn als ganzheitliche Einheit oder siehst Du zwei unterschiedliche Persönlichkeiten?

Dass er durch Unwahrheiten an Dir schuldig geworden ist, steht außer Zweifel. Nur wie gehst Du damit um? Vergeben und vergessen (und zwar komplett). Nicht leicht, aber befreiend für Dich. Und danach einen Neuanfang mit Deinem Partner. Oder Du führst die Partnerschaft auf Bewährung weiter. Ob das auf Dauer gelingt? Ich glaube nicht*.

(*Besser wäre es gewesen, Emmas Unnerbüchs zu übersehen.)

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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