Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 27. Mai 2019, 07:23
wir hier in Berlin leben mit einem funktionierenden LSBTQI-Team bei Polizei und einem bei der Justiz schon auf einem Ausnahmegebiet. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass wirklich etwas passiert.
Da bin ich auch gespannt. Die Zusammenarbeit der LSBTTIQ*-spezialisierten Staatsanwaltschaft mit der Abteilung 284 der Polizei in Berlin stellt ein bundesweites Unikum dar. Allerdings geht es stets um "homophobe / transphobe
Straftaten". Inwieweit hier überhaupt der strafrechtliche Tatbestand erfüllt ist (welcher?) und was alternativ zur Ahndung in Frage käme, wird sich herausstellen.
Zwar blieb mir dieser Weg bislang erspart, aber in Diskriminierungsfällen auf Arbeit (öffentlicher Dienst!) hab ich schon viel lernen dürfen. Binnen kurzer Zeit wird aus dem "Opfer" die Täterin gemacht, die sich rechtfertigen muss, die armen Täter zu verunsichern. Es wird alles daran gesetzt, den scheinbaren Beweis zu erbringen, dass die gesetzlichen Tatbestände nicht erfüllt seien usw. Die Zuständigen sind ehrlich moralisch entrüstet, woher man denn überhaupt die Ungeheuerlichkeit nähme, sich zu beschweren. Zwar darf niemand wegen einer AGG-Beschwerde benachteiligt werden, aber das ist in der Praxis der blanke Hohn.
Mein Fazit: Es ist besser, nett zu lächeln, alles runterzuschlucken und gar nichts zu unternehmen. Ich muss akzeptieren, mir alles gefallen zu lassen, ob nun Handgreiflichkeiten, sexuelle Belästigungen, Beleidigungen, Verstöße gegen das lächerliche "Offenbarungsverbot" des -§5 TSG usw. Immer hübsch lächeln und noch die andere Wange hinhalten ...
Ich hoffe für dich und künftig Betroffene, dass du auf deinem zivil- / strafrechtlichen Wege weitaus bessere Erfahrungen machen darfst - viel Erfolg!
-Diva