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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
YvonneTV
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 16 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Ein tolles Thema Salmacis - danke dafür (moin) (ap)


10 Jahre ist echt ne Hausnummer ! Hier im Forum bin ich seit knapp drei Jahren (wenn ich da heute noch an die Bedenken bei der Anmeldung denke "Die werden mich vielleicht zerreissen ...." :shock: was sich schnell als unbegründet herausstellte :mrgreen:

Vor 10 Jahren wurde mein Denken und Fühlen viel freier ! Ich habe immer mehr begriffen, was ich möchte und was nicht. Leider ging meine Ex in die andere Richtung: Sie wurde eher konservativer und das "Was denken die Leute !" wurde immer wichtiger für sie - für mich immer unwichtiger 8) Die Ehe zerbrach, ich musste kurzfristig "zwangsausziehen", weil die Stimmung unerträglich war und ich nicht wollte, dass die Kids drunter leiden (letzteres sah meine Ex sicher auch so - immerhin da waren wir uns einig :wink: ). Ich hatte keine keine Tattoos :P Der Freundeskreis hat sich komplett "verwischt", da viele nach der Trennung sich fast nur nich mit meiner Ex getroffen haben - ich war der Böse, der Rebell ! Ich lernte neue Freunde kennen (smili)

Mich hatte es total zerrissen und ich brauchte Zeit, um mich zu finden ! Ich hatte reichlich Dates, bin nochmal umgezogen, um viel dichter bei meinen Kids zu sein - sie waren (/sind) gerne bei mir (ki) Ich habe meine Steffi gesucht und gefunden, nun sind es schon mehr als 2 Jahre (he) Der Umzug erst zu Ihr, dann in die gemeinsame Wohnung ist nun durch !

Es war eine sehr turbulente Zeit, oft dachte ich, mir zieht es den Stecker und ich kann nicht mehr. Doch immer wieder habe ich mich durchgekämpft, wollte wieder wirklich leben, Freude haben. Genau das ist mir zunächst alleine (!) immer besser gelungen, ich wurde noch freier im Denken, bin mir selbst wieder ganz wertvoll geworden.

Yvi traute sich immer mehr: In den Anfängen (vor mehr als 10 Jahren) war ich fast nur im Hotelzimmer "unterwegs", es wurde immer mehr. Über den Stammi in Mühlacker und auch Karlsruhe, diverse Schminkseminare, Fotoshootings und ein Highheels Training wurde ich immer sicherer. Ich konnte Outdoor in der Öffentlichkeit immer besser geniessen ....

Es gab Gedanken, ob ich Crossdresser bin und bleibe oder mich weiter verändere. Heute bin ich mir recht sicher, dass ich weiter als Teilzeitfrau leben möchte. Ich habe beides in mir: Mann und Frau und es ist toll beide Seiten ausleben zu können !!! (smili)

Es waren 10 turbulente Jahre - ich bin zufrieden (888) (888) (888)
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Michi
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 17 im Thema

Beitrag von Michi »

Vor zehn Jahren ...

da hatte ich mir vorgenommen, mich gegenüber meiner damaligen neuen Freundin anzuvertrauen. Es war eine Fernbeziehung und ich noch ziemlich unsicher, wie ich es anfangen sollte, und so habe ich irgendwie den Zeitpunkt verpasst. Es dreiviertel Jahr später bei der nächsten Freundin war ich dann erfolgreich, hatte mich zuvor in einem anderen Forum angemeldet, wo ich lage Zeit recht aktiv war. Seit 2,5 Jahren bin ich nun hier, und ich fühle mich sehr wohl. Vor einem Jahr dann eine neue Freundin, der ich bereits beim ersten Date von Michi erzählt habe. Und in wenigen Wochen leben wir auch 24/7 zusammen. (he)

Also insgesamt eine positive Entwicklung, auch dank der Foren und der darin aktiven Menschen.

Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Lavendellöwin
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 18 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi...

ich musste grade nochmal schauen-ich habe mich vor nicht mal ganz 9 Monaten hier angemeldet.
Und ich bin froh das ich das gemacht habe. Vorher habe ich mich nur minimal zum Thema ausgetauscht
und einfach "mein" Ding durchgezogen..

als ich hier aufschlug hatte ich bereits mit der HRT bei einer Ärztin für Psychosomatik begonnen und hatte
eigene Experimente damit hinter mir. Auch mit der Begleittherapie hatte ich angefangen und ich wusste seit langem
wo es hingeht. Was ist seit dem passiert?

Nun, ich habe viele Leute hier kennengelernt, die ich sehr schätze..danke!

Ich habe die offizielle Diagnose F64.0 (sogar 2x weils mein Endo so wollte) bekommen und beim Endokrinologen mit der HRT angefangen.

Die Logopädie macht mir total viel Spass und ich werde hier vielleicht sogar nochmal eine Ausbildung starten.
Meine Logopädin ist auch Lehrbeauftragte-ich bin also an der Quelle..

Ich habe mit allen möglichen Gutachterpersonen hier gesprochen und alle sind mir für die VÄ/PÄ positiv gesonnen.

Die Nadelepi ist gestartet...

und ich hatte schon mehr oder weniger ein Vorgespräch für die GaOP...

was war vor 10 Jahren?
Vor etwas mehr als 10 Jahren ging die Zeit zu Ende die ich in München Vollzeit gelebt habe-es war eine wunderbare
Zeit. Das war meine 2te Zweijahresvollzeitphase. Danach ging es in ein Leben zurück, das ich nicht mehr wollte
und doch lies ich mich drängen-das war ein Riesenfehler.
Nachdem ich alle Damensachen entsorgt hatte, habe ich einen Zusammenbruch bekommen aus dem ich mich fast ein
Jahr rauskämpfen musste-das war gar nicht schön-aber ich bin noch da und mehr als zuvor.

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Salmacis
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 19 im Thema

Beitrag von Salmacis »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: So 26. Mai 2019, 07:00 Im Februar 2009 lernte ich meine zweite Frau kennen und im Dezember heirateten wir. Von Michelle war da noch keine Spur; die tauchte erst knapp 3 Jahre später auf. 2013 dann die Diagnose F64.0, dann HRT, VÄ/PÄ, Trennung von der Frau, 2 Krankenhausaufenthalte, gescheiterte Beziehungen, 14 Wochen leben im Asylantenheim wegen Obdachlosigkeit, Hartz IV.....doch seit Januar 2017 geht es wieder bergauf.....raus aus Hartz IV und einen Vollzeitjob der mir Spaß macht. So lebe ich aktuell mit meinen 2 Kindern (20 u. 22) und unserem Hund.
Wow, deine Geschichte ist wirklich sehr, ja wie sage ich das, tragisch? Ja, anders kann ich es nicht beschreiben. Ich finde es schön, dass du die Kraft hattest all das zu stemmen und hinter dir zu lassen. Und so wie ich es lese auch mit Happy End :) Ich hoffe das bleibt auch so :) Vielen Dank, dass du das mit uns teilst <3
Regina hat geschrieben: So 26. Mai 2019, 17:35 Das war schon irgendwie eine Goldgräber Stimmung. Wir waren ja auch nur ein paar hundert Teilnehmer.
Schön, dass du noch dabei bist :)
Es gibt ja immer wieder neue Goldgräber. Jetzt müssen die Erfahrenen helfen :D

Vielen Dank an euch alle, die ihr eure Erfahrungen schreibt. Oft möchte man nicht an vergangene Zeiten denken, weil sie schmerzhaft und traurig waren. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass sie uns helfen zu wachsen.

Ich halte es wie Anne-Mette. Ich stehe zu jedem Wort, dass ich hier geschrieben habe. Aber Menschen entwickeln sich, verändern sich. Ich finde es gut und wichtig, wenn man selbst, und auch alle anderen, diese Veränderung miterleben dürfen :)
Andrea aus Sachsen
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 20 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Salmacis,

schön, mal wieder von dir zu lesen!
Vor 10 Jahren las ich hier im Forum einigermaßen regelmäßig als Gast mit. Dass es Männer gibt, die gern mal Frauenkleidung anziehen, wusste ich ja schon vorher. Doch dass man diese Neigung auch ganz elegant und fast unerkannt in der Öffentlichkeit ausleben kann, war mir neu. Ein Lebenstraum, von dem ich nie geglaubt hatte, dass er Wirklichkeit werden könnte, rückte damit in greifbare Nähe.
Als ich mich Ende 2011 dann hier anmeldete, dauerte es nicht mehr lange, bis ich als Frau in die Öffentlichkeit ging und mein Traum Wahrheit wurde. Crossdressing, das war in den folgenden drei Jahren ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.
Seit 2015 lebe ich nun rund um die Uhr als Frau, aber ohne VÄ/PÄ, ohne GaOP und ohne wirksame HRT verharre ich im Grunde immer noch auf dem CD-Status von damals, nur mit dem Unterschied, dass ich es heute täglich mache. Mit dieser Situation bin ich zwar fürs Erste zufrieden, aber ich fühle mich so noch nicht angekommen. Irgendwie bewege ich mich bezüglich meiner Transition wie eine lahme Ente vorwärts.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Gaby Bergmann
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 21 im Thema

Beitrag von Gaby Bergmann »

Guten Abend zusammen,

ich bin erst knapp zwei Jahre "hier registriert" und hoffe, dass ich trotzdem ein paar Gedanken los werden darf...

Vor zehn Jahren, da war ich allein. Ich hatte mir vorgenommen, "DAS" soll nie jemand erfahren, und "DAS" nimmst Du eines Tages mal mit ins Grab.
Die Gaby, sie hatte keinen Namen. Wozu braucht man schon einen Namen, wenn man niemanden zum Sprechen hat. Sie wog jenseits der 90 kg, Tendenz drastisch steigend...

Zu dem Zeitpunkt hatte die damals namenlose Gaby schon erheblich mehr als zweieinhalb Jahrzehnte heimlich "Frauensachen" (die Anführungsstriche setze ich bewußt) angezogen, sie war schon mindestens fünf Jahre mal öfter, mal seltener, draussen unterwegs. Zuerst ganz im Verborgenen, im vermeintlichen Schutz der Nacht, später tagsüber, im ebenso vermeintlichen Schutz verlassener oder wenig belebter Orte, irgendwann immer mehr in der Öffentlichkeit.

Viele Jahre habe ich so verbracht. Das Verlangen "nach mehr" stieg aber kontinuierlich. Am Ende saß die Gaby, immer noch namenlos, im voll besetzten Ferienflugzeug... Es gab, wie erwartet, keine Probleme... Und so richtig ungezwungen getraut? Hat sie sich danach immer noch nicht. Beim nächsten Ausflug nach draussen war die Türklinke immer noch schwer... verdammt schwer... Genau so schwer wie die Klinke der Fahrertür manchmal auch.

Kürzen wir das mal ab. Ich habe mich, nach mehreren (emotional NUR und AUSSCHLIESSLICH an mir selbst gescheiterten) Versuchen hier angemeldet. Ein Name musste her... ich möchte ja nun mit anderen in Kontakt treten. Es war eine spontane Eingebung. Ich fühle mich mit dem Namen wohl. Sehr sogar. Ich kam nach kurzer Zeit mit anderen, sehr sehr lieben Mädels aus meiner damaligen näheren Umgebung in Kontakt. (Danke Simone.) Ich lernte sehr schnell, dass ich nicht alleine bin. Dass es auch andere gibt, die so denken und fühlen wie ich.

Plötzlich ging es sehr schnell. Auf einmal kamen Stolz und Selbstbewusstsein von ganz allein. Ich begann, mich da draussen selbstsicher zu bewegen... In welcher "Rolle" und welchem Gender auch immer. Jetzt galt es noch, den Körper wieder etwas leichter machen, es gelang. Ich fühle mich nun viel wohler als mit "mehr drauf".

Tja, und heute? Die Selbstdefinition "CD" gefällt mir nur für mich nicht wirklich, aber es gibt scheinbar immer mehr Menschen, die diese "Schublade" verarbeiten können. Der Begriff "TV" gefällt mir noch weniger. Ich bin irgendwie beides, M und F, und vor allem bin ich beides gerne, jedes zu seiner Zeit. Ohne das Mädel geht es nicht, und den Typen mag ich genau so. Zu dieser Begriffsdefinition gibt es ja heute auch einen Anglizismus, aber muss der Mensch wirklich alles kategorisieren? Wirklich? Für alles eine Schublade? Meine Zusammenfassung: Ich bin ich.

Den M-Teil dauerhaft ablegen möchte ich eigentlich nicht. Den F-Teil ablegen kann ich erst recht nicht. Und in welche Schublade gehört das jetzt? F64.nixG :-)

Eins bin ich aber geworden, seit ich hier bin. Ein glückliches Mädchen. Das mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht keine Probleme hat. Heute sage ich mir, angekommen - wo die Reise noch hin geht, das werden wir ja sehen.
Danke an Anne-Mette und alle Beteiligte*n für dieses schöne Forum hier. (smili)

Liebe Grüße
die Gaby. (moin)
* ich mach' ein glückliches Mädchen aus mir *
Christiane
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 22 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Zusammen

10 Jahre - wow. Was war vor 10 Jahren?
Mein Umzug in die Schweiz lag damals gerade mal ein halbes Jahr zurück. Ich wollte eigentlich nicht - hatte aber keine andere Wahl.
Meine Frau hat den Brustkrebs seit einem Jahr überstanden und wir waren Beide der Hoffnung, dass es damit erledigt ist und wir wieder nach Vorne schauen können.
Ich hatte keine Arbeit und habe nochmals die Schulbank gedrückt. Wir waren beide vorsichtig, optimistisch.
Christiane hatte noch keinen Namen und hat sich auf gelegentliches "Umziehen" in den vier eigenen Wänden beschränkt.
Und was ist seitdem passiert:
Meine Frau ist dem Bruder Hein 2011 nochmal von der Schippe gesprungen, ich selbst bin 2013 nur knapp aus der Schusslinie geraten, seit 2016 hat Christiane einen Namen, war ein paar mal draussen und tritt auf der Stelle, weil eigentlich ein klar definiertes Ziel fehlt.
Dauerhaft als Frau leben? Kann ich nicht.
Weiter den Typen markieren? Geht nicht mehr - will ich nicht mehr!
Ich wäre gerne öfter draussen - geht aber nur alleine. Ist mit meiner Frau nicht machbar.
Bin momentan am Rauchen aufhören (Tag 5) und bin so charmant wie ein Sack Müll. :mrgreen:
Sucht ist Sucht - und dementsprechend schlagen halt die Entzugserscheinungen zu. Da muss ich halt jetzt mal durch.
Jetzt muss ich nur noch auf meine Taille aufpassen. Neue Röcke für Christiane sind momentan nicht drin. :mrgreen:

Was bin ich froh, dass ich vor 2 1/2 Jahren das Forum gefunden habe.
Lieben Dank an Dich Anne-Mette! (ap)

Grüsse von Christiane (flow)
"Pünktchen sind immer süß!"
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 23 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Guten Morgen in die Runde,

vor 10 Jahren war ich in der Endphase einer mehrjährigen Beziehung. Meine Weiblichkeit wurde von meiner damaligen Partnerin nicht akzeptiert und ich hatte trotz gelebter Offenheit, viel in mir herum getragen. Letztlich habe ich nach der endgültigen Trennung ein Jahr später wieder meine Weiblichkeit leben können. Das hat mir sehr geholfen. Meine neue Beziehung habe ich dann auch schnell eingeweiht, nicht in aller tiefe, aber doch soweit, dass sie wusste, worauf sie sich einlässt. Heute ist sie meine Frau und ich bin sehr glücklich mit ihr.

Aber wenn ich auf mein Transleben zurück schaue, musse ich viel weiter früher anfangen. Die Jugend mit weiblicher Kleidung von Schwester und Mutter, der erste Filbericht über Transsexualität. Er hat nicht gleich gewirkt, aber ich wusste zumindest, dass es so etwas gibt. Dann im Studium die erste Wohnung und neue Freiheiten, eine erste Freundin, die das mit dem Geschlecht auch nicht so genau nahm. Leider habe ich mich seinerzeit nicht getraut, mich zu offenbaren...

Eine erste Wendung kam mit dem Internet. Ich war schon mitte der 1990er-Jahre über das deutsche Forschungsnetz angeschlossen. Da gab es das Internet noch nicht in seiner kommerziellen Form. Auch ohne google habe ich die ersten Beiträge über CD gefunden. Sehr schnell fand ich dann auch Agnes mit ihrem Crossdresser Guide, gedruckt ca. 600 Seiten ! Kennt den noch jemand ? Gibt es heute in einer Internetform (http://crossdress.transgender.at/). In Teilen etwas angestaubt, aber im Grundsatz noch immer aktuell. Jetzt begannen auch langsam die ersten schüchternen Ausflüge en femme. Zuerst bei Nacht und Nebel oder im Wald, dann aber auch immer forscher. Schwimmen im Badesee, Geld abheben auf der Bank etc. Ich bin halt Stierin, die gleich mit dem Kopf durch die Wand geht. Damals war ich noch verheiratet, aber die Ehe schleppte sich lange hin, bis meine Frau dann ging. Ich fiel in ein tiefes Loch.

Dann lernte ich meine Freundin kennen, mit der mein Sexualleben wieder ordentlich in Schuss kam. Für Weiblichkeit war da nur wenig Platz, was nicht heißt, dass sie nicht da war. Ich war unzufrieden und die Beziehung ging auch zu Bruch. Ich fand ein Forum und damit auch die Möglichkeit zum Austausch. Ein Besuch bei einem Stammtisch in Karlsruhe war vielleicht noch zu früh oder die Themen waren nicht die richtigen. Ich ging jedenfalls nicht wieder hin. Ich fand einen Zirkel mit einigen anderen Transmenschen, die sich einmal im Jahr trafen. Bei allem interessanten Austausch gab es für mich auch hier nur ein Treffen. Ich glaube es waren die öffentlichen Ausgänge, die ich noch nicht richtig genießen konnte.

Vor 5 Jahren fand ich dieses Forum. Hier fand ich neue Möglichkeiten, mich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. Es war und ist eine "Spielwiese" für meine Gedanken und so konnte ich mich weiter entwickeln. Aber das kann man hier nachlesen. Meine damaligen ersten Fragen waren:
Dabei ist mir das Dressen nicht von entscheidender Bedeutung, sondern es geht mir darum zu ergründen, was das Männliche und das Weibliche eigentlich ausmacht. Oder anders gesagt, gibt es etwas, das jenseits der biologischen oder gesellschaftlichen Definitionen ?

Warum fühlen sich manche T* keinem eindeutigen Geschlecht zugehörig, warum wollen manche wechseln oder wieder andere, so wie ich, die glauben, beides in sich spüren ?

Sind wir so geprägt, ist es Einbildung oder was ist es, dass wir uns nicht vollkommen in unserer Haut wohl fühlen (können) ?
Ich denke, sie sind noch heute aktuell, aber ich gehe anders mit dem Thema um. Das Kernthema ist erkannt. Ich muss mich selber akzeptieren, wie ich bin. Oder wie Rilke es sinngemäß schrieb: Lebe die Fragen und Du findest vielleicht die Antworten. ich habe das als Aufforderung verstanden, der Weiblichkeit in mir den Ausdruck zu verleihen, der ihr gebürt. Es ist spannend, wie das auf mich wirkt. Inoffiziell würde ich mir die Diagnose F64.1 geben, aber ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch ein Stück weit F64.0 in mir steckt. Die Selbstverständlichkeit, mit der ich Weiblichkeit leben kann, ist für mich auffällig. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich den ganzen Weg gehen will. Ich gebe mir also die Diagnose F64.0,5 ;-)

Auch von mir ein großes Dankeschööööön an Anne-Mette (flo) (flo) (flo) (flo)
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Joe95
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 24 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Seit 9 1/4 Jahren bin ich jetzt hier.
Damals nannte ich mich einen "Alltagscrossdresser" weil ich damals schon lange trug was mir gefiehl.
An meiner Kleidung hat sich nicht viel geändert. Nicht viel, aber wesentliches. Als ich nicht mehr darauf verzichten konnte Bh und Prothesen zu tragen habe ich mir professionelle Hilfe gesucht.
Mittlerweile definierte ich mich auch schon als "etwas androgynes". Eine Frau sein kam für mich nicht in Frage, weil sich mein Körper mit dem Bild, das ich von einer Frau hatte, nun so garnicht vereinbaren lies.
Heute weiß ich das ich weiblich bin, ich muss es dem Körper nur noch beibringen.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
ChristinaF
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 25 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Noch keine 10 Jahre dafür warens im Februar 2019 sieben. Kaum zu glauben wie die Zeit schnell vergeht. Und in dieser konnte ich, auch wegen diesem Forum, mein neues Leben als Christina ausbauen, festigen und vor allem genießen.
Liebe Grüße
Christina
Ulrike-Marisa
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 26 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

ich bin nun genau sieben Jahre hier im Forum registriert. Viel hat sich bei mir verändert seitdem. Seit 2011 habe ich im Forum gelesen, Januar 2012 habe ich die Ulrike-Marisa dann für mich zugelassen. Ein stetiger Prozess der Veränderung ist in Gang gekommen, scheibchenweise immer ein bißchen mehr, wie meine Frau anfangs öfters bemerkte. Nun ist vieles selbstverständlich geworden: Ich nutze meine Freiräume und lebe mit meiner Frau mit einem Status Quo als Lebenskompromiss und dem Motto: es geht nicht alles im Leben aber eine ganze Menge. :wink:

Grüße, Ulrike-Marisa ))):s

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben...
Helga
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 27 im Thema

Beitrag von Helga »

Hallo Allerseits,
vor 10 Jahren war ich in einer längeren non- Crossdressing Phase in der ich mich erfolgreich selbst übertölpelt habe. Ich wusste nicht dass es dieses Forum gab, der Begriff Crossdresser sagte mir nichts, ich habe mich nicht getraut das Wort Transvestit in eine Suchmaschine einzutippen da ich Angst hatte mich zu verraten. Aber das ist zum Glück überwunden. Ich nutze dieses Thema einfach mal als Anlass meinen Dank an das Forum und insbesondere Anne- Mette auszusprechen. Hier mitzulesen und mitzuschreiben ist besser als jede Therapie. Soviele Schubladen wie sich hier auftun kann kein Therapeut im Kopf haben.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 28 im Thema

Beitrag von Aria »

Hmm, schreibe ich nun was passiert ist, seit ich hier angemeldet bin oder was in den letzten 10 Jahren bei mir so los war? Ich denke, letzteres ist der interessantere Teil und beinhaltet ja sowieso meine 7 Jahre hier im Forum. Vor 10 Jahren hatte ich gerade mein Studium abgeschlossen und eine erste Anstellung. Meine Tochter ging noch in den Kindergarten und an mein Junior war noch nicht zu denken. Aría gab es damals nur ab und zu mal, wenn gerade "sturmfrei" war. Damals war es auch mehr ein Fetisch und Aría fing erst vom Hals an abwärts an. Hatte ich mich ausgelebt, hatte ich auch kein Bedürfnis mehr danach. Meine damalige Lebensgefährtin wusste von Aría, hat es geduldet aber mehr war nicht zu erwarten. Für mich war das aber okay, ich hatte ja meine Zeiten als Frau

Drei Jahre später wurde aus unserer langjährigen Beziehung Mann & Frau und kurz darauf kam unser Sohn zur Welt. Alles schien perfekt zu laufen. Arbeit, Ehe, Kinder, alle gesund. Was will Mann mehr? Vielleicht mehr Frau sein? Ich merkte, wie ich mehr und mehr nach Gelegenheiten suchte, für mich sein zu können - Aría sein zu können. Was ich dabei nicht bedachte, dass ich somit meine Beziehung immer weiter von mir schob. Das führte schliesslich drei weitere Jahre später zur Trennung.

In dem Moment eine Katastrophe, nicht nur familiär sondern auch wirstschaftlich gesehen, hatte ich mich doch kurz vorher von meiner Anstellung getrennt und mich selbständig gemacht. Da sass ich also, Trennungsbewältigung, ein Business in den Startlöchern und väterliche Pflichten, die ich nun an den Wochenenden kompensieren musste. Es gab Zeiten, da habe ich samstags und sonntags bis halb 4 Uhr morgens an der Arbeit gesessen und ab 8:00 wieder meinen Junior bespasst. Es half ja alles nix, denn was unter der Woche angelaufen war, musste ja abgearbeitet werden. Rückblickend hätte ich mir leichter getan, wenn ich in der Anstellung geblieben wäre. Aber dort war ich genau so unfrei, wie ich es in meiner Beziehung war. Manchmal muss man eben ganz tief in den Mist greifen, um Erfüllung zu finden. Und ich kann mir nichts Erfüllenderes vorstellen, als meine eigene Chefin zu sein.

Berufliche Erfüllung auf der einen Seite, seeliches Tief auf der anderen. Zwar konnte ich nun Aría immer dann Raum geben, wann sie ihn brauchte aber trotzdem merkte ich, wie ich mehr und mehr unzufriedener wurde. Ich fand keine andere Lösung als mir Hilfe zu suchen. Was bei der Trennungsbewältigung schon so gut funktionierte, hilft bestimmt auch da, dachte ich. Ja, gut gedacht und gemacht. Ich meldete mich bei meiner alten Thera und schilderte ihr, was sich schon teilweise wusste. Dass sie dann dafür nicht die richtige war, merkte sie und ich ziemlich schnell. Also suchte ich mir jemand Erfahrenes. Diese Erfahrung war Gold wert. Ihr war relativ schnell klar, was mit mir los war - noch schneller als mir selbst :D

Ja, und so sind denn nun auch schon beinahe 10 Jahre rum. Vor 1,5 Jahren habe ich mit der HRT angefangen und bin trotz aller Höhen und viel viel mehr Tiefen froh, wie alles gekommen ist. Immer wieder mal, denke ich an die Zeit zurück und wünschte, es wäre - für unsere Kinder - anders gelaufen. Nicht für mich, das ist okay. Nicht für unsere Beziehung, denn die wäre so oder so in die Brüche gegangen. Nein, nur für unsere Kinder. Zu gerne hätte ich ihnen eine normale Familie/Kindheit gegeben. Eine, wie ich sie - scheinbar - hatte. Doch auch das, war nur mehr Schein als Sein. Und lieber lebe ich authentisch anstatt ich meinen Kindern etwas vorgaukel, was nicht ist. Das ist es auch immer, was ich ihnen sage. Wollt ihr MICH oder wollt ihr, dass ihr glaubt ich sei ICH? Die Antwort könnt ihr euch denken!
¡no lamento nada!
Engelchen
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 29 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ups, 10 Jahre,
komme mir grade vor wie euer Küken.

3 Monate und 250 Beiträge

Aber was wäre ich ohne euch - diese 3 Monate haben mir so unendlich viel geholfen.

Stabilität und kontinuität.

Ich hoffe in 9 Jahren und 3 Monaten hier auch noch den 10 Jährigen feiern zu können.

Liebe Grüße Lisa
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Bianca D.
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Re: Seit 10 Jahren registriert

Post 30 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Salmacis hat geschrieben: Sa 25. Mai 2019, 23:47 Was hat sich bei euch in 10 Jahren verändert?
Moin Salma,

auch wenn du nur noch selten hier vorbei schaust und ich nicht weiß, wann du meine Antwort lesen wirst, ich will dir trotzdem schreiben. In den vergangenen 10 Jahren sind wir uns ja immer wieder mal über den virtuellen Weg gelaufen. Es freut mich sehr, daß auch du deinen Weg gefunden hast und glücklich bist.
Nun, in den 10 Jahren hier hat sich bei mir die komplette Transition vollzogen. Vom unzufriedenen weiblichen Wesen im Männerkörper zu einer glücklichen und mit sich und der Welt zufriedenen Frau. Die letzte OP ist nun auch schon fünf Jahre her und das Thema Trans* im Alltag auch nicht mehr relevant. Trotzdem lese ich hier noch gerne mit... auch der vielen Freundschaften wegen, die sich hier entwickelt haben.
Dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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