Astrid hat geschrieben: Di 7. Mai 2019, 08:40Daß aber gerade diese Frau, die einerseits die technischen 4.0-Innovationen und 5G für überlebenswichtig für diesen Staat ansieht, aber in sozialen Bereichen plötzlich wieder völlig mutlos und dämlich/dümmlich das Rad der Zeit zurückdrehen möchte, sich noch wärmstens für das höchste politische Amt in diesem Staat empfiehlt, empfinde ich völlig absurd.
Das passt auf eine gewisse Art und Weise schon zusammen. Konservative Einstellungen sind in der Regel von Angst vor Veränderungen getrieben. Diese Menschen sind neophob. Sie befürchten, durch Veränderungen etwas zu verlieren - und sei es die emotionale Sicherheit zu wissen, wie "die Welt funktioniert". Dazu gab es Studien, mindestens in USA. Müsste ich raussuchen, findet eins aber auch im Netz.
Veränderungen werden von neophoben Menschen nur akzeptiert, wenn sie vor noch größerer Angst schützen sollen. Im Fall technischer Fortschritte z.B. die Angst, von anderen großen Spielern wirtschaftlich abgehängt zu werden. Aktuell "CHINA!!!11elf!!". Vor 35 Jahren war es Japan ("wir müssen jetzt alle wie die Japaner arbeiten"), davor USA (Reaganismus, Thatcherismus, Neoliberalismus). Oder die Angst vor militärischer Übermacht. Deshalb stecken Konservative so viel in die Militärtechnik bis hin zum Unsinn (SDI).
Wirklich innovativ sind die Konservativen nicht. Das Internet ist bei ihnen nicht soziales Forum und Möglichkeit für alle, sondern Vertriebskanal und Wirtschaftsraum. Deshalb geht es ihnen um die Kontrolle über Großfirmen, während Graswurzel-Formen, nicht-kommerzielle und wirtschaftlihch subversive Strömungen marginalisiert und klein gehalten werden.
Neophobie findet sich aber nicht nur bei Menschen ab Mitte-rechts im Spektrum. Es lohnt sich auch bei anderen, auf die Ängste zu schauen. Der größte Fehler von neophilen Initiativen von der Umwelt- und Friedensbewegung bis zu den techno-gesellschaftlichen Ideen der Piraten war immer, die anderen emotional nicht mitzunehmen. Ebenso die EU-Politik von €, Lissabon-Vertrag, Schengen-Raum, usw.
Es ist witzlos, einem phobischen Menschen zu sagen "Du schaffst das" - oder wie Merkel "Wir schaffen das". Die Ängste machen irrational und empfänglich für irrationale Ideen bis hin zur Menschenfeindlichkeit, aggressiver Religiosität, Abschottung um jeden Preis, Verschwörungsmythen, Eso-Kram, usw.