taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen" (Interview)
taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen" (Interview)

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Anne-Mette
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taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

die taz befragt Timo Nieder und lässt uns an den Antworten teilhaben:

"Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen"

https://www.taz.de/!5587513/

Gruß
Anne-Mette
Jasmine
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Sehr interessant, danke für den Link. Der Satz aus dem Artikel hat mir besonders gefallen:
............da diese Frage ohnehin die betreffenden Menschen nur selbst beantworten können. Was nicht mehr passieren soll ist, dass Ärzt_innen und Psychotherapeut_innen entscheiden, wer trans ist und wer nicht.

Und was mir ein wenig Sorgen bereitet ist der letzte Satz:
............Bei der aktuellen gesamtpolitischen Lage steht allerdings zu befürchten, dass wir den Zenit der Liberalität im Zusammenhang mit Geschlecht und Gender bereits überschritten haben.

Liebe Grüße Jasmine
heike65
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 3 im Thema

Beitrag von heike65 »

Danke Anne-Mette für den Link
sehr informativ
Allerdings @ Jasmine sehe ich die Gefahren nicht
Cybill
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 4 im Thema

Beitrag von Cybill »

Pessimismus in Sachen Emanzipation queerer Lebensweisen hilft nicht weiter. Die Errungenschaften verteidigt man/frau/trans/... am Besten dadurch, dass man sie als selbstverständlich darstellt und selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilnimmt.
Es schadet natürlich nicht, wenn wir besser als die anderen sind.😉
Wer dauernd dauernd mit seinen Besonderheiten rumnervt, wird negativ wahrgenommen und schadet eher, als dass es nützt.
Meine Beobachtung und Erfahrung.

Cybill
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Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 5 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Cybill, da sind wir uns einig.

Ich denke, der Pendel wird immer mehr oder weniger hin und her gehen. Über Trans ist in den letzten Jahren dermaßen in den Medien berichtet worden, dass man sich über "Ermüdungserscheinungen" nicht wundern muss. Aber darin sehe ich auch einen Vorteil. Es wird normaler, in irgendeiner Form Trans zu sein. Als ich letzte Woche en femme, aber ohne Perücke oder Schminke in der Stadt unterwegs war, gab es natürlich erstaunte oder neugierige Blicke. Aber ich habe auch bemerkt, dass viele Menschen ganz bewusst mich nicht angestarrt haben, obwohl sie etwas "Ungewöhnliches" bemerkt haben.

Es liegt zu einem großen Teil an uns, ob wir in der Öffentlichkeit als etwas Normales angesehen werden. Dazu gehört das Selbstbewusstsein, ein ganz normales Leben zu führen. Wenn wir alltäglich auf der Straße gesehen werden, sind wir "normal". Dann brauchen wir nicht mehr Liberalität und die Toleranz als jede/r Andere. Das ist nicht einfach und muss auch immer wieder verteidigt werden. Frauen können davon ein Lied singen, wenn es um ihre Rechte geht. Die bekommt man nicht geschenkt. Nutzen wir die Gunst der Stunde, um Dinge so zu verändern. Es wird immer Menschen geben, die versuchen, die Zeit zurück zu drehen. Aber es geht dabei nicht nur um Trans. Sie sind nur deshalb Ziel, weil sie scheinbar schwach sind.

Sind wir aber nicht. Und je mehr wir als Teil der Gesellschaft als Normalität verankert sind, um so stärker sind wir. Dazu gehört Präsenz, nicht Verstecken. Es geht darum, das Denken in den Köpfen zu verändern. Praktischerweise fangen wir bei uns selber an.
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Fr 3. Mai 2019, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

das Thema ist genau gesehen etwas unscharf in der Fragestellung.
Was heißt outen und in welchem Zusammenhang ist das hier gemeint. Da sind doch ganz klar zwei Bereiche zu unterscheiden: einmal der persönliche, familiäre Bereich und andererseits der öffentliche, auch an Arbeit orientierte Bereich.
Nach meiner persönlichen Erfahrung macht das einen sehr großen Unterschied, gerade was auch das die Begrifflichkeit mit sich was trauen betrifft.
Sich zu Hause vor einem/er Partner/in und auch innerhalb einer Familie zu outen erfordert einen ganz anderen Mut als sich im Außenbereich anonym zu outen, wo mich unter Umständen niemand kennt/erkennt.

Der TAZ-Artikel geht da nicht darauf ein und ich finde ihn ziemlich nichtssagend, aber das ist meine persönliche Meinung dazu.

Das private Outing hat doch ganz klar einen anderen Stellenwert, was den erforderlichen Mut angeht, diesen Schritt zu tun, denn gesagte Worte kann niemand mehr zurücknehmen. Welche Konsequenzen hängen daran oft in einzelnen, so auch bei mir. Welche Lebensenttäuschungen werden da hervorgerufen bei den Partnern, welche Lebenskompromisse müssen geschlossen werden, um ein gedeihliches weiteres gemeinsames Leben zu ermöglichen. Da gehört schon eine gewisse und nicht zu kleine Portion Mut dazu, sich selbst einzugestehen: ich bin transsexuell, trans* oder wie auch genannt zumindest von der Thematik direkt betroffen und habe das für mein weiteres Leben für mich akzeptiert. Und das dann auch noch in der Familie vertreten zu können und uneingeschränkt auch leben zu können, das wird wie in meinem Fall auch nicht immer möglich sein, sondern immer nur im Rahmen der bestehen persönlichen Freiräume, die aber natürlich von einem selbst aktiv gestaltet werden können. Psychosoziale und medizinische Fragen stehen meiner Meinung nach da erst an nachgeordneter Stelle. Erst wenn ich mir selbst über mich im klaren bin, kann ich gegebenenfalls, wenn erforderlich weitere Schritte in dieser Richtung angehen.

Outing bei der Arbeit erfordert auch Mut, weiß ich, denn ich habe es gemacht. Die Auswirkungen sind aber ganz andere. Sicher gibt es besondere Gegebenheiten in der Arbeitswelt, die da berücksichtigt werden müssen, vorhandene Zwänge, Kleidungsordnungen etc., also eine ganze Reihe von Fallstricken, die denen es auszuweichen gilt, ohne den Kollegenkreis zu überfordern.( ist auch schon an anderer Stelle ausführlich diskutieret worden). Da hilft u.U. nur noch die rechtliche Namensänderung, wenn es nicht anders geht. Mein Mut bei der Arbeit wurde insofern belohnt, dass mich heute alle im Amt so kennen, wie ich bin, da ich auch als Personalrätin so auftrete. Was hinter meinem Rücken sicher getuschelt wird, das weiß ich nicht und ist mir auch egal. Offene Ablehnung habe ich nicht erfahren sondern eher Zuspruch und Anerkennung, auch wenn sich einige schwer tun mit der richtigen Handhabung von Genderfragen mit Namen und Ansprache. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Ein Outing in anonymer Öffentlichkeit war auch bei mir ein Einstieg in die innere Erkenntnis und Akzeptanz, dessen, wie ich mich fühle und sehe. Das war der erste Schritt auf diesem langen Weg der Outings - anfangs sicher etwas holperig noch aber mit der Zeit immer besser und lockerer hin bis zur heutigen Selbstverständlichkeit.

So, das war das, was ich zu dem Thema noch loswerden wollte, schönes Wochenende,
Grüße von Ulrike-Marisa ))):s

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben...
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 7 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Ulrike-Marisa,

da stimme ich Dir voll zu. Und in der Arbeitswelt gehört auch ein deutliches Maß an Gewohnheit dazu. Irgendwann verstummen die Stimmen, die es definitiv gibt.

Ulrike-Marisa hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 08:48 Ein Outing in anonymer Öffentlichkeit war auch bei mir ein Einstieg in die innere Erkenntnis und Akzeptanz, dessen, wie ich mich fühle und sehe.
Vom anonymen Verstecken hinter Sonnenbrille und möglichst unauffälligem Verhalten an fremden Orten bis hin zur völligen Bewegungsfreiheit mit eigenem Stil und Selbsbewusstsein am Heimatort gibt es nochmals mehrere Stufen. Dann ist es wegen entwickeltem Selbstwert auch egal, ob man genauer betrachtet wird. Mir geht es jedenfalls immer mehr so.
Viele Grüße
Vicky

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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 8 im Thema

Beitrag von Diva »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 10:25 Und in der Arbeitswelt gehört auch ein deutliches Maß an Gewohnheit dazu. Irgendwann verstummen die Stimmen, die es definitiv gibt.
Im besten Fall verstummen die hörbaren Stimmen. Das Gerede hinter vorgehaltener Hand geht unvermindert weiter. Damit das niemals endet, gibt es wahre 'Netzwerke' von eifrigen Kolleginnen und Kollegen, die dafür Sorge tragen, die neue Belegschaft innerhalb von zwei bis spätestens drei Wochen (bei ca. 200 Personen) gewissenhaft zu briefen. Wer als ahnungsloser Mann zuvor unwissend die Transfrau angeflirtet hat, wird im Kreise der 'Wissenden' kräftig ausgelacht und vielleicht als 'schwul' hingestellt. Dann steigt die Wut auf die Transperson, die armen Cis-Männer derart hinterlistig zu täuschen, anstatt ein gut lesbares Schild um den Hals zu tragen 'Achtung! Ich bin kein Mensch, ich habe mich nur als solcher verkleidet.'

Die Thematik ist leider kein Hirngespinst, sondern findet sogar bei Mobbingfällen unter Cis-Menschen gleichartige Auswüchse. Die 'Vernetzung' derer, von denen die Gewalt ausgeht, verbessert sich stetig. Innerhalb einer Verwaltungssparte von Behörden desselben Bundeslandes ist es darum sehr wahrscheinlich, dass ein Mobbing-Opfer bereits an seinem ersten Arbeitstag in der neuen Behörde auf verbrannter Erde steht. Der Horror geht weiter, nur mit anderen Leuten. Und das gilt ebenso für Trans*Personen, woran der von vornherein sauber ausgehebelte -§5 Abs. 1 TSG und div. (Un-)Rechtsprechung ebenfalls ihren Anteil haben.
Ich hatte letztens ein Gespräch mit einer Dame aus der übergeordneten Personalabteilung, die einen landesweiten Überblick genießen darf. Danach hab ich geheult. Meine schlimmen Befürchtungen waren eher noch zu kurz gegriffen ...
Darum ist es nur allzu verständlich, dass die meisten ein Coming Out auf Arbeit vermeiden. Das Überleben in vergiftetem Klima gelingt nicht ewig. Die Transfrauen, von denen ich weiß, waren alle schlauer als ich: Sie verschwanden 6-12 Monate komplett von der Bildfläche, um danach mehr oder weniger "fertig" in einer anderen Fachbehörde desselben Landes oder sogar in einem anderen Bundesland wieder aufzutauchen.

Und dann gibt es natürlich die Stimmen im Kopf. In einer Umgebung, wo die Hälfte der Beschäftigten noch die Männer-Imago von früher kennt und der Rest der Leute umfangreich gebrieft ist, entsteht ein tödliches Kopfkino, das leider doch mehr ist als Kino: Jeder Blick, jede Geste wird automatisch darauf bezogen, dass einen alle stets auf die Vergangenheit reduzieren. Es geht soweit, dass selbst die Wände und Flure anklagen: 'Du bist derjenige, der versucht, die Leute zu täuschen. Aber alle wissen, als was du geboren wurdest! Nur das zählt und wird auf ewig in allen Köpfen eingebrannt sein!'
Das Perverse daran ist, dass selbst Männer, die mich nur kurz und flüchtig von damals kannten, regelrecht verbissen am alten Bild festhalten! Es bereitet ihnen die unangenehmsten Komplexe, mir als Frau zu begegnen, mich in Röcken und Kleidern geschminkt mit Damenfrisur zu sehen. Das Geständnis hab ich von jemandem, den ich rethorisch zu etwas Klartext veranlasst hatte ...

Die Arbeit ist das negative Spiegelbild zum sonstigen Alltagsleben: Dort werde ich so gelesen, wie ich bin - keine Vorurteile, woher auch. Die Arbeit verzerrt alles, bis der Spiegel zerspringt ... Ohne ein positives Gegenbild außerhalb des Jobs geht alles kaputt. Es ist wie bei Mobbingopfern, die ein starkes privates Gegengewicht mit vielen - vor allem neuen und damit unvoreingenommenen - sozialen Kontakten aufbauen müssen, um sich nicht die Seele von Kolleginnen und Kollegen zertrampeln zu lassen. Oder sie fallen in den warmen Schoß einer treusorgenden Familie, die sie aufbaut. Das ist die einzige mir bekannte Chance (die ein Weiterleben ermöglicht).

Meine Erfahrung ist deshalb, dass man sich selbst und ebenso der Umgebung einen großen Gefallen damit tut, Coming Out und Transition nicht am bisherigen Arbeitsort durchzuziehen. Ein wirklicher Neuanfang ist dort keinesfalls möglich. Niemand begreift, dass nicht die jetzige äußere Erscheinung eine Täuschung ist, sondern dass es im Gegenteil die alte war! Das übersteigt ganz klar die Anforderungen an Mitmenschen im Job - logisch, wenn in vielen Fällen selbst der eigene private Kreis nur Ausgrenzung, Ablehnung und Gewalt kennt.

-Diva
heike65
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 9 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ja, alle wissen als was du geboren bist..... ich habe von 54 Lebensjahren 53 am selben Wohnort gelebt, wo ist das Problem ?
Und ich habe kein festes Arbeitsumfeld das ich nur im begrenzten Personenumfeld tätig bin.... wir haben einen kleines Baumarktähnliches Geschäft in einer Kleinstadt (8000 EW), klar höre ich ab und an mal Heiko oder er, aber so dramatisch ist das nun nicht.....
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 10 im Thema

Beitrag von heike65 »

Aber Neuanfang ist dann schwierig, aber den will ich auch nicht, ich mag meine Wurzeln
Cybill
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 11 im Thema

Beitrag von Cybill »

Nach meiner Erfahrung ist die Akzeptanz durch andere als Transfrau weitgehend davon abhängig, wie man als Person vor und während der Transition auftritt, bzw aufgetreten ist.
Dazu kommt sicherlich auch die Art der Persönlichkeit. Offenere Menschen haben es sicher leichter. Größere Resilienz ist sicherlich hilfreich um "Geschwätz" zu ertragen.

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Post 12 im Thema

Beitrag von heike65 »

nun musste ich doch glatt mal nach "Resilienz" googeln
aber da hast du wohl recht, ein gesundes selbstbewusstsein ist hilfreich
Cybill
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Post 13 im Thema

Beitrag von Cybill »

heike65 hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 22:52 nun musste ich doch glatt mal nach "Resilienz" googeln
aber da hast du wohl recht, ein gesundes selbstbewusstsein ist hilfreich
Bin halt eine alte Psychoschlampe...

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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 14 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Es ist halt ernüchternd wenn man von dem sozialen Schutzraum auf den Alltagsmainstream trifft.

Dabei ist dann das eigene Auftreten besonders wichtig. Beispiel an zwei trans Freundinnen. Während die eine schon etwas tuntig auftrat (mitlerweile hat es sich gelegt und es wirkt natürlicher), trat die andere etwas angespannt auf. Auch wenn die letztere ein besseres Passing hatte vom Aussehen her. Hat die erstere von ihrer Art her überzeugt.

Bei der angespannten habe ich selbst langsam den Mann gesehen, obwohl ich die alte Person gar nicht kannte.

Auch hier ist Big Brother UK mit India und Courtney ein gutes Beispiel. India trügt regelrecht das Transthema auf und zeigt kaum mehr Persönlichkeit als eben nur das eine Thema. Courtney dagegen geht offen und herzlich mit allen um und trängt das Thema nicht auf.

Anders als India, die quasi wie ein Luchs darauf achtet das sie als Frau gesehen wird, ist es Courtney egal.
Courtney überzeugt durch ihr Verhalten, welches selbstsicher ist.

India dagegen schafft es gerade durch dieses permanente angespannt sein und sich rechtfertigen das sich das Bild von ihr immer mehr ändert und viele sie eben nicht mehr als Frau sehen. Gerade weil sie so wehemend darauf gepocht hat ist der Unterschied überhaupt erst vermeintlich sichtbar geworden.

Also zwei unterschiedliche Arten von Sichtbarkeit.
Die eine ist die rechtfertigende Sichtbarkeit (ich muss euch was sagen, ich bin schwul... (sie sugeriert schon in ihrer Art das sie nicht normal sein könnte)) und die andere ist die selbstverständliche Sichtbarkeit (hallo, das ist mein Freund).

Ich bin Fan von der zweiteren Art.
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Re: taz: "Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Diva hat geschrieben: Fr 3. Mai 2019, 19:47 Im besten Fall verstummen die hörbaren Stimmen. Das Gerede hinter vorgehaltener Hand geht unvermindert weiter.
Ich denke, das ist menschlich und nicht auf Trans beschränkt. Insofern ist es vielleicht unschön, aber nicht zu ändern. Irgendjemand schwätzt oder lästert immer. Was kümmert es die Eiche, welcher Köter daran pinkelt ...
Viele Grüße
Vicky

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