Mysterium HRT
Mysterium HRT - # 2

Lebensplanung, Standorte
dunkles_sternchen
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Re: Mysterium HRT

Post 16 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Toni Smith hat geschrieben: Mi 27. Mär 2019, 09:45 Auf dem Weg die optimale HRT zu finden hab ich folgende Erkenntnisse gewonnen und die möchte ich mit euch teilen.

Zur Wirkung von HRT, nach meinen Erfahrungen.

Wohin mit dem Fett?

Ohne Fett kann auch nichts umverteilt werden. Fett bindet Östrogen daher sollte auf langesicht Fett abgebaut werden. Das setzt bereits gebundenes Östrogen frei.

Wie sind deine SHBG und DHEA Werte und wie haben die sich entwickelt? Meine blieben gleich und und sind auch mit HRT unverändert geblieben. Diesen Umstand mache ich auch für die mangelnde Veränderungen verantwortlich.

Die besten Resultate hatten die mit Gynokadin und unter 10 mg Androcur. (Von Androcur rate ich aber ab).
Allerdings gibt es auch viele die auf Tabletten besser reagieren als auf Gel oder Pflaster.
Ich würfel da glaube gerade was durcheinander. Dachte Du bist der Transmann, der "zurück will" ... wie auch immer. :?:

Fettumverteilung
Nach meiner Erfahrung und nachdem, was ich bei anderen sah, funktioniert die Fettumverteilung nicht bedingt oder gar nicht. Ich kenne jedenfalls keine TS mit einer einer eindeutigen Birnen-Figur. Insofern empfiehlt es sich schlank zu sein. Wenn das geht. Bei mir verhindern vor allem die Blocker eine Gewichtsabnahme, trotz Sport.

Werte
DHEA(S) verändert sich nicht durch die eine HRT oder GaOP. SHBG sollte mit Estradiol steigen, mit Gestagenen wie Androcur sinkt er. Ob und inwiefern der SHBG überhaupt etwas beizutragen hat, bleibt zumindest mir unerschlossen. Und ich habe extrem viel dazu gelesen.

Applikation
Meine Erfahrung zu den "Resultaten" ist, dass es völlig gleich ist, ob man Injektionen nutzt, Gel oder sonst was. Entweder die eigene Genetik spricht auf Hormone gut an oder nicht. Wie man die appliziert und in welcher Höhe die im Serumspiegel vorliegen ist großteils völlig unerheblich.
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Re: Mysterium HRT

Post 17 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

ChristinaF hat geschrieben: Di 2. Apr 2019, 15:00 Hormone dauern halt seine Zeit. Bei mir sind nach fünfjähriger HRT immer noch Veränderungen spür- und sichtbar.
Aber so oder so, bin ich sehr dankbar, was sich bei mir positiv hin zur Frau verändert hat.
LG
Christina
Mir geht es ja ähnlich wie dir Christiane.
Bin voll und ganz zufrieden.
Ich nehme jetzt seit dreieinhalb Jahren Hormone.
Ich merke zwar langsamer dass sich noch was tut, aber es tut sich definitiv noch etwas positives.
Meine Gaop ist jetzt gut 14 Monate her. Danach tat sich erstmal außer einem außergewöhnlichen Wohlfühlgefühl nichts.
Doch seit etwa drei Wochen habe ich wieder ein ziehen in den Brüsten, sie sind sehr empfindlich, das bedeutet es steht vermutlich ein neuer kleiner Wachstumsschub an.
Gynokadin nach wie vor 1,5 Hub am Tag.
Meine Werte sind bestens.

LG Tatjana
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Re: Mysterium HRT

Post 18 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 01:51 Fettumverteilung
Nach meiner Erfahrung und nachdem, was ich bei anderen sah, funktioniert die Fettumverteilung nicht bedingt oder gar nicht. Ich kenne jedenfalls keine TS mit einer einer eindeutigen Birnen-Figur. Insofern empfiehlt es sich schlank zu sein. Wenn das geht. Bei mir verhindern vor allem die Blocker eine Gewichtsabnahme, trotz Sport.
Das hat mit der Fettumverteilung wenig zu tun. Das Becken (damit meine ich vor allem die Beckenknochen) einer Cis-Frau ist in der Regel wesentlich breiter, als es bei Transfrauen der Fall ist. Das können die Hormone nach vollendeter Pubertät kaum noch verändern. Das selbe gilt für den Schultergürtel, nur umgekehrt.

Deshalb ist es völlig unrealistisch von der HRT zu erwarten, dass eine Transfrau eine Sanduhr- oder Birnenfigur bekommt. Das ist überhaupt nicht mysteriös, sondern (mit ein klein wenig nachdenken) sehr offensichtlich.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Mysterium HRT

Post 19 im Thema

Beitrag von Jaddy »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 01:51Fettumverteilung
Nach meiner Erfahrung und nachdem, was ich bei anderen sah, funktioniert die Fettumverteilung nicht bedingt oder gar nicht. Ich kenne jedenfalls keine TS mit einer einer eindeutigen Birnen-Figur. Insofern empfiehlt es sich schlank zu sein. Wenn das geht. Bei mir verhindern vor allem die Blocker eine Gewichtsabnahme, trotz Sport.
Schlank hilft auf jeden Fall. Ich hab auch den Verdacht, dass sich in einem klassischen XY-Körper überschüssiges Fett immer noch bevorzugt am Bauch bildet, nicht am Po und nicht an den Oberschenkeln. Und da die Beckenknochen nun mal nicht breiter und der Brustkorb nicht schmaler wird, ändert sich das einmal in der Pubertät gebildete Skelett nicht mehr sichtbar.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 01:51Werte
DHEA(S) verändert sich nicht durch die eine HRT oder GaOP. SHBG sollte mit Estradiol steigen, mit Gestagenen wie Androcur sinkt er. Ob und inwiefern der SHBG überhaupt etwas beizutragen hat, bleibt zumindest mir unerschlossen. Und ich habe extrem viel dazu gelesen.
SHBG kann ich bei mir bestätigen. Ich nehme nur Estradiol. SHBG ist von Beginn an hochgegangen und ist jetzt astronomisch. Dadurch wurde Testo soweit reduziert, dass Östrogen seine Wirkung tun konnte. Das ist ja, wozu SHBG gut ist :) Vorteil für "uns": SHBG bindet wohl bevorzugt Testo und DHT. Wenn alles nach Standard läuft und eins langsam das Ö hochdosiert, wirkt dieser Mechanismus wie ein Blocker; nur nicht so schnell und so drastisch.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 01:51Applikation
Meine Erfahrung zu den "Resultaten" ist, dass es völlig gleich ist, ob man Injektionen nutzt, Gel oder sonst was. Entweder die eigene Genetik spricht auf Hormone gut an oder nicht. Wie man die appliziert und in welcher Höhe die im Serumspiegel vorliegen ist großteils völlig unerheblich.
Die Art der Zufuhr ist mW wichtig zum einen wenn Probleme bspw mit der Leber vorliegen. Dann ist transdermal (Gel, Pflaster) wohl besser für das Organ. Zum zweiten reagieren manche Menschen auf den Peak bei Injektionen oder Tabletten ungünstig, zum Beispiel mit emotionaler Achterbahn oder körperlich zum Beispiel mit Hitzewallungen o.ä.

Bei einem Vortrag mit Fragestunde gab es den Fall eines Transmannes, bei dem Depotinjektionen nicht mehr wirkten. Das Zeugs wurde immer schneller irgendwohin abgebaut. Solche Fälle sind wohl selten, aber kommen vor und es braucht etwas spezialisiertere Fachleute, um die Probleme zu lösen.
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Re: Mysterium HRT

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Tja und spezialiserte Fachleute sind halt nur bisher die Anwender.

Jede Person reagiert anders auf die Dareichungsform. Ich habe Tabletten nie ausprobiert und nur Erfahrung mit Gel und Pflaster. Manche haben unter Tabletten bessere Erfahrung gemacht andere mit Gel. Zu Injektionen habe ich noch nicht viel gehört.

Die SHBG Steuerung funktioniert bei mir nicht. Bei mir bleiben DHEA konstant hoch und SHBG konstant niedrig. Was vermutlich bedeutet das Testosteron ständig nachgebildet wird und nicht geblockt wird vom Östrogen. Aber Östrogen reduziert schon mein Testosteronlevel allerdings nie genug um die Auswirkung von Testosteron auf meinen Körper zu bremsen.

Vielleicht steigt SHBG aber auch nur bei Tablettennahme, da es ja in der Leber gebildet wird. https://www.gesundheit.gv.at/labor/labo ... arker/shbg

"Bei erhöhtem Testosteron verändert sich im weiblichen Körper Muskelfasertyp I (ausgeprägte Kapillarisierung, hoher Insulinrezeptorbesatz) zu Muskelfasertyp II (verminderte Kapillarisierung, geringer Insulinrezeptorbesatz). Infolge wird weniger Glukose verbraucht, es kommt zur vermehrten Fettspeicherung im Abdominalbereich. Auf diese Weise entsteht eine Art "Teufelskreis", in dem die Hyperinsulinämie die erhöhte Androgenproduktion der Ovarien unterhält und die erhöhten Androgene wiederum die Insulinresistenz unterhalten." Wikipädia

Würde erklären warum ich unter Estradiol aufeinmal zunehmen konnte, etwas was mir sonst sehr schwer viel.
Fett bindet Estradiol und das wurde beim Abruch wieder freigesetzt. Erklärt vielleicht warum ich auch nach Abbruch noch sehr lange die Feminisierung spüren konnte und die Hitzewallung die ich ab und zu hab.

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehr ... 38871.html

Meine Ernährungsweise war Umweltbedingt sehr einseitig kohlenhydratlastig.

https://commite-dich-jetzt.de/sexualhor ... t_erhoehen
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Re: Mysterium HRT

Post 21 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anke hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 08:31 Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: Fr 5. Apr 2019, 01:51 Fettumverteilung
Nach meiner Erfahrung und nachdem, was ich bei anderen sah, funktioniert die Fettumverteilung nicht bedingt oder gar nicht. Ich kenne jedenfalls keine TS mit einer einer eindeutigen Birnen-Figur. Insofern empfiehlt es sich schlank zu sein. Wenn das geht. Bei mir verhindern vor allem die Blocker eine Gewichtsabnahme, trotz Sport.
Das hat mit der Fettumverteilung wenig zu tun. Das Becken (damit meine ich vor allem die Beckenknochen) einer Cis-Frau ist in der Regel wesentlich breiter, als es bei Transfrauen der Fall ist. Das können die Hormone nach vollendeter Pubertät kaum noch verändern. Das selbe gilt für den Schultergürtel, nur umgekehrt.

Deshalb ist es völlig unrealistisch von der HRT zu erwarten, dass eine Transfrau eine Sanduhr- oder Birnenfigur bekommt. Das ist überhaupt nicht mysteriös, sondern (mit ein klein wenig nachdenken) sehr offensichtlich.

Liebe Grüße

Anke
Dass ich dumm bin höre ja nicht das erste Mal. Ich habe aber durchaus auch Mädels mit einer eindeutigen, weiblichen Fettverteilung gesehen. Das hat durchaus dann diesen Touch des Einhorns, aber ich bin immer ein Mensch, der sich auch traut jenes erreichen zu wollen, was andere als unmöglich erachten. Tatsächlich hat das für mich immer gut funktioniert, weil sich Leidenschaft und Aufopferung für eine Sache oft bezahlt machen.

Hier habe ich mich aber definitiv wund gelaufen und musste irgendwann auch für mich mein Weltbild überdenken. Die Transition ist kein Feld für Leidenschaft, sondern nur ein genetisches Gleis, wo man dich nach dem Motto "friss oder stirb" drauf setzt. Das ist die einzige Erkenntnis der letzten 6 Jahre. Und ich kann total verstehen, dass einige dann hergehen und sagen, dass ihnen so eine inhaltslose Behandlung einfach nicht reicht.

Ich bin mit sehr sicher, dass die "Rückkehrer-Zahlen" in den nächsten Jahren noch erheblich steigen werden.
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Re: Mysterium HRT

Post 22 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 01:56 Ich bin mit sehr sicher, dass die "Rückkehrer-Zahlen" in den nächsten Jahren noch erheblich steigen werden.
Damit wirst du wohl Recht haben.
Es gehen immer mehr den Weg der Transition, weil die Öffentlichkeit offener mit den gesamten Thema umgeht.
Viel mehr Leute wie früher sind zumindest aufgeklärter.
Das Thema T* ist kein Tabuthema mehr.

Prozentual gesehen werden es nicht mehr Rückkehrer sein.

LG Tatjana
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Re: Mysterium HRT

Post 23 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Tatjana_59 hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 06:33 Prozentual gesehen werden es nicht mehr Rückkehrer sein.
So sehe ich das auch.

Wobei es nach meiner Überzeugung Möglichkeiten gibt, die Zahl der Rückkehrer zu reduzieren. Denn jeder Rückkehrer ist einer zu viel.

Dazu müsste das TSG geändert werden und gleichzeitig eine ganz andere Unterstützung und Beratung von Transpersonen eingeführt werden. Weder die Begutachtung, noch die psychologische Begleitung sind hier hilfreich.

Für mich sind die Peer-Beratung und Patenschaftsmodelle die vielversprechendsten Ansätze. Ich frage mich, wann die Politik hier endlich ein Einsehen hat und tätig wird.

Aber wir verlassen das Thema HRT. Es gibt sehr berechtigte Kritik an der HRT. Es gibt dazu viel zu wenig Forschung und dementsprechend viel zu wenig gesicherte Erkenntnisse, auf denen Behandlungsstrategien aufgebaut werden können. Ist eben ein Randthema. Bleibt zu hoffen, dass sich das mal ändert.

Auch wenn es medizinisch-wissenschaftlich beträchtliche Wissenslücken gibt, über Möglichkeiten und Grenzen der HRT gibt es jede Menge gut erreichbare Informationen. Ich kann nicht verstehen, dass jemand sich auf so etwas einlässt, ohne sich vorher entsprechend zu informieren. Und sich dann ständig darüber beklagt, dass es nicht so geklappt hat, wie sie sich das vorgestellt hat.

Sätze wie
aber ich bin immer ein Mensch, der sich auch traut jenes erreichen zu wollen, was andere als unmöglich erachten. Tatsächlich hat das für mich immer gut funktioniert, weil sich Leidenschaft und Aufopferung für eine Sache oft bezahlt machen.
gehen in diesem Kontext völlig am Thema vorbei. Unser Einfluss auf die Ergebnisse der HRT geht gegen Null. Leidenschaft und Engagement beschränken sich darauf die Medikamente regelmäßig zu nehmen und die Entwicklung überwachen zu lassen.

Um so mehr Leidenschaft und Engagement braucht es bei anderen Bereichen der Transition. Bei der Auseinandersetzung mit sich selbst, im Umgang mit den Grenzen und Limitierungen. Einiges davon kostet viel Kraft und manchmal ist es auch schmerzhaft. Doch hier lohnen sich Leidenschaft und Engagement.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Mysterium HRT

Post 24 im Thema

Beitrag von Britt »

Tatjana_59 hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 06:33
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 01:56 Ich bin mit sehr sicher, dass die "Rückkehrer-Zahlen" in den nächsten Jahren noch erheblich steigen werden.
Damit wirst du wohl Recht haben.
Es gehen immer mehr den Weg der Transition, weil die Öffentlichkeit offener mit den gesamten Thema umgeht.
Viel mehr Leute wie früher sind zumindest aufgeklärter.
Das Thema T* ist kein Tabuthema mehr.

Prozentual gesehen werden es nicht mehr Rückkehrer sein.

LG Tatjana
Nun ja,
es ist richtig, das sich immer mehr Leute trauen. Aber die Leute, bei denen der Leidensdruck extrem groß war, die halben sich auch vorher getraut. Gerade diese waren sich auch ziemlich sicher, deswegen gehe ich davon aus das bei diesem Menschen die Quote der Rückkehr geringer ist. Somit steigt die prozentuale Quote der Rückkehr.

Andersrum muss man aber auch sehen, das es trotzdem sehr wenige Rückkehrer sind, also es sehr vielen Dank der Transition besser geht.

Und die Rückkehrer zeigen uns das die Transition kein point of no return ist.

Wir müssen einfach akzeptieren wie es ist. Wenn jemand den Weg der Transition wählt dann ist das eben so. Will er/sie später zurück dann ist es eben so.

LG Britt
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Re: Mysterium HRT

Post 25 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Britt hat geschrieben: Mo 8. Apr 2019, 23:07
Wir müssen einfach akzeptieren wie es ist. Wenn jemand den Weg der Transition wählt dann ist das eben so. Will er/sie später zurück dann ist es eben so.
Ich kann nur immer wieder betonen, dass sich niemand aussuchen kann, welcher Erfolg sich einstellt. Und das bewertet jeder für sich selber. Es ist nicht dümmer mit gewissen Erwartungen an eine Behandlung zu gehen. So kommt das nämlich hier immer an.

Wenn man mitten im Leben steht, heterosexuell ist und vielleicht mit einem Partner eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte, ist es doch absolut verständlich, dass da für sich auch weiblich wirken möchte. Das mag bei Transfrauen nicht der Regelfall sein, aber einige - wie ich - sind eben auch dabei. Und ich erwarte da einfach eine gewisse Normalität für mich, um auch die Dinge im Leben wahrnehmen zu dürfen, die mich glücklich machen - ohne ständig von einem Stein am Fuß zurückgehalten zu werden.

Ein "Zurück" kann also durchaus auch ein Scheitern bedeuten. Das muss zwangsläufig nicht immer den Geschmack haben, dass man sich nicht sicher war.
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Re: Mysterium HRT

Post 26 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Das Leben ist auch nicht statisch. Warum sollte sich ein Mensch einmal für immer festlegen? Warum sind überhaupt HET und andere Maßnahmen so fest mit Identität und Lebensstil verknüpft? Da ist ja selbst die S3-Leitlinie inzwischen weiter. Warum können wir uns nicht einfach für körperliche Veränderungen entscheiden, weil sie in einem bestimmten Lebensabschnitt besser passen - oder einfach besser gefallen? Sollte das nicht grundsätzlich so einfach und risikoarm wie möglich sein?

Okay, ein Grund ist sicherlich die rückständige Medizin auf diesem Gebiet. HET ist trial & error, es gibt kaum gute Studien, wenige Expertixe, sehr individuelle, schwer vorhersagbare Wirkungen und praktisch keine Möglichkeit selektiver Modifikationen. Von der Chirurgie mal gar nicht zu reden. Das ist ja von der Warte der Wünsche aus gesehen eher eine Mangelverwaltung von mehr oder weniger guter Klemptnerei. Eins kann nur hoffen, dass alles gut geht.

Mir geht die "Rückkehrer"-Diskussion aber aus mehreren Gründen gegen den Strich. Vor allem die Instrumentalisierung derjenigen. Wer vor Jahren, häufig später im Leben, nach damaligem Stand der Regelungen und des Gatekeepings eine Transition gemacht hat, ist auch in gewissem Maße Opfer des medizinischen Systems, des Rechtssystems, der gesellschaftlichen Geschlechtskonventionen der Zeit im allgemeinen und des persönlichen Umfelds, Sozialisierung, Familie, etc. im speziellen.

Viele heutige Erkenntnisse und Möglichkeiten gab es da noch nicht. Weder was Angleichungen und Zugang dazu angeht, noch wie ein Mensch sich ohne kompletten Transprozess von seinem zugewiesen Geschlecht emanzipieren kann. Laut aktueller Quellenlage verorten sich 30% aller Personen, die wegen Genderinkongruenz irgendwo vorstellig werden, nicht eindeutig männlich oder weiblich, sondern irgendwo im nicht-binären Spektrum.

Immer noch bleibt diesen Menschen lediglich die Wahl der weniger schlimmen von genau zwei Alternativen. Es ist also kein Wunder, wenn mindestens von diesen 30% eine gewisse Anzahl nach einigen Jahren zu einer anderen Erkenntnis kommt. Und das ist nur eine von mehreren Erklärungen. Ich kenne auch mangelhafte Beratung in mehreren Fällen, was dann statt das eigentliche Problem zu lösen, ein weiteres oben drauf packt.

Ich finde es deshalb äusserst schäbig, eine erneute Veränderung als "Rückkehr" zu bezeichnen, mit "Reue" zu verbinden, oder gar als abschreckendes Beispiel zu verwenden. Ich akzeptiere durchaus, wenn jemand das für sich selbst so beschreibt. Das ist individuelle Wahrheit. Aber Verallgemeinerungen und Instrumentalisierung verbietet sich meines Erachtens.

Ich möchte mehr Aufklärung, mehr individuelle Möglichkeiten, leichteren Zugang und persönliche Steuerung, für möglichst optimale Ergebnisse. Und ich möchte, dass wir sowohl Entscheidungen akzeptieren, die zu einer gegebenen Zeit unter den damaligen Bedingungen mal richtig waren, als auch die Freiheit, sich später einmal völlig anders zu entscheiden.
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Mysterium HRT

Post 27 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo Ihr Lieben ...
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:14 Ich kann nur immer wieder betonen, dass sich niemand aussuchen kann, welcher Erfolg sich einstellt.
Ja, das ist richtig - doch ich meine: meine Erwartungshaltung kann ich durchaus beeinflussen.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:14 Wenn man mitten im Leben steht, heterosexuell ist und vielleicht mit einem Partner eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte, ist es doch absolut verständlich, dass da für sich auch weiblich wirken möchte.
Ich verstehe nicht, was die sexuelle Orientierung damit zu tun hat. Und ich persönlich wage zu bezweifeln, dass der Wunsch für einen Partner weiblich zu wirken, der eigentliche Antrieb sein kann/sollte.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:14 Ein "Zurück" kann also durchaus auch ein Scheitern bedeuten. Das muss zwangsläufig nicht immer den Geschmack haben, dass man sich nicht sicher war.
Das ist völlig richtig! Es bedeutet vielleicht vielmehr, dass man falsche Ziele und Vorstellungen hatte. Denn, um Erfolg haben zu können, müssen Ziele auch realistisch und erreichbar sein. Das erkennt man jedoch nicht unbedingt, wenn man sich in der "katalytischen Phase" am Anfang der Transition befindet. Es heißt: Liebe macht blind .... Transition vielleicht anfangs auch (etwas)?!?

Liebe Grüße
Vanessa
dunkles_sternchen
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Re: Mysterium HRT

Post 28 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

VanessaL hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 04:02
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 9. Apr 2019, 00:14 Wenn man mitten im Leben steht, heterosexuell ist und vielleicht mit einem Partner eine gemeinsame Zukunft aufbauen möchte, ist es doch absolut verständlich, dass da für sich auch weiblich wirken möchte.
Ich verstehe nicht, was die sexuelle Orientierung damit zu tun hat. Und ich persönlich wage zu bezweifeln, dass der Wunsch für einen Partner weiblich zu wirken, der eigentliche Antrieb sein kann/sollte.
Nichts. Aber wenn man eben nicht "klassisch" als TS verheiratet ist und 2 Kinder hat, entstehen da für einen auch andere Konstellationen. Aus diesem Denkapparat können sich ja offensichtlich nur wenige lösen. Wenn man da mit Mitte 30 auf Partnersuche geht, kann das mitunter ziemlich bitter werden. Und die Tatsache wird auch nicht dadurch besser, dass man sie anderen Menschen abredet, nur weil man selbst davon nicht betroffen ist.
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Mysterium HRT

Post 29 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 03:00 Nichts. Aber ....
Dan lass doch das "Aber" weg ...

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 03:00 Aber wenn man eben nicht "klassisch" als TS verheiratet ist und 2 Kinder hat, entstehen da für einen auch andere Konstellationen.
Ab hier kann ich Dir leider nicht mehr folgen. Offensichtlich sehnst Du Dich nach dem klassischen (übrigens so nur selten existenten) Rollenbild einer Bilderbuch-Familie? Oder wie kann ich diesen Bezug verstehen? Und welche Konstellationen entstehen da für Dich? Worauf möchtest Du hinaus?
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 03:00 Aus diesem Denkapparat können sich ja offensichtlich nur wenige lösen.
Von welchem Denkapparat sprichst Du? Was ist der Bezug? Meinst Du hier das klassische Familienbild?
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 03:00 Wenn man da mit Mitte 30 auf Partnersuche geht, kann das mitunter ziemlich bitter werden.
Nun, das gilt nicht nur für Trans. Aber für Transpersonen haben es da besonders schwer. Insbesondere, wenn sie letztlich die "Hose" runterlassen müssen, dass sie nicht zeugungsfähig sind, kein biologisches Geschlechtsding haben oder vielleicht auch gar nicht unterm Messer waren. Ist es das, was Du meinst?
dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 10. Apr 2019, 03:00 Und die Tatsache wird auch nicht dadurch besser, dass man sie anderen Menschen abredet, nur weil man selbst davon nicht betroffen ist.
Ab hier habe ich wieder Probleme zu verstehen, was Du meinst. Wer redet wem was ab? Und wer ist betroffen oder auch nicht?

Ich persönlich finde es manchmal schwer Deinen Beiträgen zu folgen (wie Du oben siehst). Ich möchte da auch keine Grundsatzdiskussionen führen, jede hat Ihr Leben, Ihre Erfahrungen und natürlich daraus resultierend Ihre Einstellung - Ihre Lebenseigenarten.
Ich würde mich freuen, wenn Du Deine Beiträge für mich etwas "lesbarer" schreiben würdest. Mit ein wenig mehr Hintergrund und Erklärung von Zusammenhängen und Sichtweisen und vielleicht auch einer deutlicheren Kennzeichnung an manchen Stellen, ob das Deine persönliche Einstellung/Erfahrung ist oder ob Du das als Verallgemeinerung siehst.

Liebe Grüße
Vanessa
ExuserIn-2019-12-22

Re: Mysterium HRT

Post 30 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Ich habe folgenden Text im Internet gefunden und dachte mir er passt hier ganz gut rein.


https://www.gendertreff.de/2012/08/29/k ... r-hormone/


Liebe Grüße
Antworten

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