Der Weg einer Detransition?
Der Weg einer Detransition? - # 2

Lebensplanung, Standorte
ExuserIn-2020-07-10
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 16 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 00:40
Mercyful hat geschrieben: Mo 18. Mär 2019, 16:42 In zwei Monaten habe ich wieder meinen Termin bei der Endokrinologie und werde dann versuchen, meine Ärztin in ein Gespräch zu verwickeln, sie erst einmal dezent zu fragen, ob es bei ihr schon jemals einen Patienten gab, der plötzlich Reue empfand und vielleicht sogar den Weg zurück angestrebt hat. Dann könnte womöglich eins zum anderen führen und sie selbst merken, dass ich eventuell Probleme mit meiner jetzigen Situation habe.
Du bist damit sicher nicht allein. Ich empfinde auch sehr oft Reue und habe das auch klar mit meinen Ärzten so kommuniziert. Wenngleich der Grund ein anderer ist: Nämlich das die Hormontherapie + Operationen einfach für mich keine ausreichende Angleichung erreicht haben und ich heute unglücklich damit bin.

Das Grundproblem ist jedoch meines Erachtens ähnlich gelagert: es wird nicht genug von den Ärzten nachgehakt. Bei Dir hätte vielleicht der Psychologe einfach besser nachhaken müssen und schauen, was deine Wünsche an das neue Leben betrifft bzw. auch abwägen müssen, was dann "als Mann" tabu ist. In meinem Fall hätte der Endokrinologe klar kommunizieren müssen, dass mit 30+ eine HRT womöglich einfach mal für den Arsch ist - bitte auch in so klaren Worten.

Transsexualität wird heute sehr oft "durchgewunken" und stellt für Psychologen und Endokrinologen ein lohnendes Geschäft dar, bei dem keine Ergebnisse erforderlich sind. Das ist ja das tolle daran. Der Psychologe muss keine Störung heilen, sondern nur ein Gutachten erstellen, der Endokrinologe steht auch nicht in der Verpflichtung dir ein Brustwachstum zu zaubern. Wenn ich einen Lungenentzündung habe und zum Arzt gehe, erwarte ich Heilung. Und wenn die nicht eintritt, schlage ich da so oft auf, bis das klappt. Bei TS ist das anders. Ich habe da etliche Male gesessen und meinte, dass es nicht klappt und ich etliche Nebenwirkungen habe - passiert ist nichts. Kassiert wird aber - ein Blutbild mit Hormonen kostet 300-400€. So möchte ich auch mal Geld verdienen.

Und genau dieses lockere Prozedere ist auch Schuld daran, dass immer mehr mit ihrer Transition nicht zufrieden sind oder gar zurück wollen. Das häuft sich deutlich seit 1-2 Jahren. Man soll den Menschen nicht mehr Steine in den Weg legen, aber deutlicher kommunizieren und auch deutlich darstellen, was schief laufen und nicht erfüllt werden kann. Das wird aber kein Arzt machen, wenn er daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Das Problem ist ja nicht neu in der Medizin.
quote=dunkles_sternchen post_id=236892 time=1552952430 user_id=11173]
Mercyful hat geschrieben: Mo 18. Mär 2019, 16:42 In zwei Monaten habe ich wieder meinen Termin bei der Endokrinologie und werde dann versuchen, meine Ärztin in ein Gespräch zu verwickeln, sie erst einmal dezent zu fragen, ob es bei ihr schon jemals einen Patienten gab, der plötzlich Reue empfand und vielleicht sogar den Weg zurück angestrebt hat. Dann könnte womöglich eins zum anderen führen und sie selbst merken, dass ich eventuell Probleme mit meiner jetzigen Situation habe.
Du bist damit sicher nicht allein. Ich empfinde auch sehr oft Reue und habe das auch klar mit meinen Ärzten so kommuniziert. Wenngleich der Grund ein anderer ist: Nämlich das die Hormontherapie + Operationen einfach für mich keine ausreichende Angleichung erreicht haben und ich heute unglücklich damit bin.

Das Grundproblem ist jedoch meines Erachtens ähnlich gelagert: es wird nicht genug von den Ärzten nachgehakt. Bei Dir hätte vielleicht der Psychologe einfach besser nachhaken müssen und schauen, was deine Wünsche an das neue Leben betrifft bzw. auch abwägen müssen, was dann "als Mann" tabu ist. In meinem Fall hätte der Endokrinologe klar kommunizieren müssen, dass mit 30+ eine HRT womöglich einfach mal für den Arsch ist - bitte auch in so klaren Worten.

Transsexualität wird heute sehr oft "durchgewunken" und stellt für Psychologen und Endokrinologen ein lohnendes Geschäft dar, bei dem keine Ergebnisse erforderlich sind. Das ist ja das tolle daran. Der Psychologe muss keine Störung heilen, sondern nur ein Gutachten erstellen, der Endokrinologe steht auch nicht in der Verpflichtung dir ein Brustwachstum zu zaubern. Wenn ich einen Lungenentzündung habe und zum Arzt gehe, erwarte ich Heilung. Und wenn die nicht eintritt, schlage ich da so oft auf, bis das klappt. Bei TS ist das anders. Ich habe da etliche Male gesessen und meinte, dass es nicht klappt und ich etliche Nebenwirkungen habe - passiert ist nichts. Kassiert wird aber - ein Blutbild mit Hormonen kostet 300-400€. So möchte ich auch mal Geld verdienen.

Und genau dieses lockere Prozedere ist auch Schuld daran, dass immer mehr mit ihrer Transition nicht zufrieden sind oder gar zurück wollen. Das häuft sich deutlich seit 1-2 Jahren. Man soll den Menschen nicht mehr Steine in den Weg legen, aber deutlicher kommunizieren und auch deutlich darstellen, was schief laufen und nicht erfüllt werden kann. Das wird aber kein Arzt machen, wenn er daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Das Problem ist ja nicht neu in der Medizin.
[/quote]

Es gibt aber auch durchaus Theras (das gendernetrale wort) die kritisch nachfragen, das wird meist von trans personen nicht gewünscht und die suchen sich dann den besten ärzt/ thera. Ging mir nicht anders.

Auch kannst du den Leuten von allen Risiken erzählen dennoch werden entschlossene es machen. ich kannte das risiko, in der community wurde klar gesagt das man nichts erwarten darf von der hrt und dennoch habe ich es gemacht.

Anders als meine zwei Mittransotionierten Schwestern (ich hatte zwei transfreundinnen die mit mir gestartet sind) hab ich mich aber zurück gehalten und den Druck nicht nachgegeben für VäPä und GaOP. Den Druck hat aber besonders eine von denen überhaupt erst gemacht.

Aber hätte mich die VäPä und die GaOP überhaupt interessiert dann hätte ich sie vermutlich auch schon durch.

Ich will damit sagen, die Leute rutschen da durch weil sie sich den möglichst einfachsten weg suchen. davon kann man sie aber auch nicht abbringen.

Dennoch befürworte ich den Einsatz von Transberatungsstellen die klarer über die Risiken aufklären.

Transirion ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weißnie was man bekommt. Aber die Aussicht auf den Hauptgewinn lässt einen dennoch mitmachen
Tatjana_59
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 17 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:21 Transirion ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weißnie was man bekommt. Aber die Aussicht auf den Hauptgewinn lässt einen dennoch mitmachen
Ich bin überzeugt davon dass die meisten die den Weg der Transition gehen auf den Hauptgewinn hoffen und ihn auch bekommen
Die die den Weg zurückgehen oder gehen wollen sind wohl ein sehr geringer Prozentsatz.
Ich war mir von vornherein im klaren darüber daß ich mit knapp 60 Jahren nie aussehen werde wie ein zwanzig jähriges Fotomodell.
Ich zog wie sehr sehr viele den Hauptgewinn, bin heute glücklich mit dem erreichten nach abgeschlossener Transition.

LG Tatjana
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Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".

Gut viele trans Personen wissen was sie zu sagen haben. Eine ehrliche Antwort wird man nicht bekommen. Demnach macht eine Thera auch keinen Sinn. Der Client will ja gar nixht therapiert werden, er will nur den Wisch (Indikation) haben. Es mag andere geben.

Also macht eine Therapie-Zwang überhaupt Sinn?

Die Frage ist ja auch was will man damit erreichen? Was für ein Grundverständnis zu trans habe ich?

Sehe ich es als normabweichung und möchte es weg therapieren (übrigens funktioniert nicht)?

Sehe ich es als körperliche krankheit, frau steckt im körper eines mannes oder umgekehrt? dann muss der körper angeglichen werden. es ist dann mehr eine medizinisch notwendige kosmetische behandlung. (klappt auch nicht bei allen und kann zur operationssucht werden)

oder unterteile ich es in die Krankheit körperdysphorie und sozialdysphorie? Körperdysphorie kann durch angleichung behandelt werden, sozialdysphorie durch verhaltenstherapie und körperarbeit. Mit beiden dysphorien muss man leben lernen, denn sie verschwinden nicht. transition kann ein mittel zur behandlung sein oder lerne ich andere wege damit klar zu kommen z.b. crossdressing, drag oder etabliere ich meine persönlichkeit ohne diese hilsmaßnahmen. in dem ich mich von der meinung anderer unabhängig mache.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 19 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:50 Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".
In meiner langjährigen Verbundenheit zum angesprochenen Personenkreis, Beratung von transsexuellen Menschen und Lesen 100er ärztlicher Bescheinigungen und Gutachten, muss ich Dir sagen, dass ich diese Aussage nicht bestätigen kann; ganz im Gegenteil: sie ist nicht nur (zu) allgemein, sondern stimmt einfach nicht - oder nur für einen sehr eingeschränkten Kreis.

Ich weiß nicht recht, warum hier Einzelerfahrungen auf einen weiten Personenkreis übertragen werden.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 20 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:58 Guten Tag,
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:50 Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".
In meiner langjährigen Verbundenheit zum angesprochenen Personenkreis, Beratung von transsexuellen Menschen und Lesen 100er ärztlicher Bescheinigungen und Gutachten, muss ich Dir sagen, dass ich diese Aussage nicht bestätigen kann; ganz im Gegenteil: sie ist nicht nur (zu) allgemein, sondern stimmt einfach nicht - oder nur für einen sehr eingeschränkten Kreis.

Ich weiß nicht recht, warum hier Einzelerfahrungen auf einen weiten Personenkreis übertragen werden.

Gruß
Anne-Mette
Also meine thera hat das nicht gefragt und sie ist die hauptanlaufstelle für trans hier im umkreis.

Kann sein das es auch andere gibt.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 10:05 Also meine thera hat das nicht gefragt und sie ist die hauptanlaufstelle für trans hier im umkreis.
Natürlich gibt es auch andere "Anlaufstellen". Die Stellen, die ich kenne, beraten "ergebnisoffen" und stellen Risken und Nebenwirkungen klar heraus.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 22 im Thema

Beitrag von Frieda »

Hallo Mercyful.

Eine schwere Zeit durch die du im Moment gehst. Umso mehr freue ich mich über deinen letzten Post wo du uns erzählt hast, dass du dich vor deiner Freundin geöffnet hast und Sie weiterhin an deiner Seite ist. (yes)

In meiner Wahrnehmung zeigst du uns deutlich, wie kritisch du beim Thema Psychologen denkst.
Nur mal eine Idee die ich vorsichtig und höflich an- /aussprechen möchte. Falls ich dich richtig verstanden habe, müsstest du dir evtl einen neuen Psychologen suchen, falls du den Weg zurück gehen möchtest!?
Mein Gedanke ist nun ...warum willst du dich und deine Partnerin die nächsten Wochen/Monate alleine rum quälen, wenn du für den eventuellen Rückweg eh einen Psychologen aufsuchen musst!?
Warum kümmerst du dich nicht jetzt schon um eine neuen Therapie? Mit einer neuen Therapie und neuen Psychologen, könnte sich die Chance für dich, für deine Partnerin, für eure Beziehung erhöhen, besser durch die nächsten Wochen hindurch zu kommen, als alleine.
Mit fachlicher kompetenter Hilfe wäre a) der schwierige Weg womöglich etwas leichter, und b) du könntest evtl deinen richtigen Weg besser finden!?

Ich wünsche dir ehrlich ganz viel Mut, damit deine Reue und Scham dich nicht ausbremsen.
Es ist weise und mutig offen aus seinen Fehlern zu lernen. Dieser Weg ist schwer, aber meiner Meinung nach immer lohnenswert.
Es gibt viele Facetten in unserer Welt der Geschlechter. Sieh bitte diesen Umweg den du im Moment gehen musst als Chance, um dein wahres Plätzchen unter all diesen Möglichkeiten jetzt finden zu können.
Namste🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 23 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:50 Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".

Gut viele trans Personen wissen was sie zu sagen haben. Eine ehrliche Antwort wird man nicht bekommen. Demnach macht eine Thera auch keinen Sinn. Der Client will ja gar nixht therapiert werden, er will nur den Wisch (Indikation) haben. Es mag andere geben.

Also macht eine Therapie-Zwang überhaupt Sinn?

Die Frage ist ja auch was will man damit erreichen? Was für ein Grundverständnis zu trans habe ich?

Sehe ich es als normabweichung und möchte es weg therapieren (übrigens funktioniert nicht)?

Sehe ich es als körperliche krankheit, frau steckt im körper eines mannes oder umgekehrt? dann muss der körper angeglichen werden. es ist dann mehr eine medizinisch notwendige kosmetische behandlung. (klappt auch nicht bei allen und kann zur operationssucht werden)

oder unterteile ich es in die Krankheit körperdysphorie und sozialdysphorie? Körperdysphorie kann durch angleichung behandelt werden, sozialdysphorie durch verhaltenstherapie und körperarbeit. Mit beiden dysphorien muss man leben lernen, denn sie verschwinden nicht. transition kann ein mittel zur behandlung sein oder lerne ich andere wege damit klar zu kommen z.b. crossdressing, drag oder etabliere ich meine persönlichkeit ohne diese hilsmaßnahmen. in dem ich mich von der meinung anderer unabhängig mache.
Hi Toni,

du meinst die Frage, warum auch körperlich Mann oder Frau sein.
Und doch meine Thera hat die Frage gestellt-aber es gibt kein will, sondern ich bin eine Frau und
daher habe ich den Wunsch nach angleichenden Massnahmen und zwar ergebnisoffen.

Zudem ich gehe sehr gerne zu meiner Thera, ich spreche manchmal nur über ganz alltägliche Dinge
mit ihr und sie stützt und unterstützt mich auch und wir tauschen ganz einfach Infos aus,
weil es auch eine Beziehung mit Geben und Nehmen ist.
Kein Zwang, ich freue mich auf jede Stunde die leider nur noch im monatlichen Rhythmus stattfinden.
Sie ist ein neutraler Anlaufpunkt der mir die Möglichkeit gibt, Situationen und Dinge nochmal
aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und das schätze ich sehr.

Und sie wollte von Anfang an nichts wegtherapieren, sondern sie wollte das ich mich erfahre.

Aber in einem hast du Recht, es ist wichtig mit den Dysphorien leben zu lernen, sonst wirds nur
unendlich schwer! Und auch dabei ist meine Thera für mich da.
Wir definieren vor jeder Stunde ein Ziel und manchmal ist leider die Zeit zu kurz es auch zu erreichen
aber schon zu definieren was Stand jetzt los ist, ist eine ungemeine Hilfe!

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 24 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ehrlich gesagt krieg ich schon ein bisschen Bauchgrimmen bei dieser Form von Schuldzuweisung an die Beratungspersonen. Auf der einen Seite wollen wohl die meisten von uns eher weniger Gatekeeping, Wartezeiten, Laufereien, noch'n Gutachten, weitere Seelenstrips und banges Hoffen, dass Funktionsperson X eins für "würdig" oder wenigstens bedürftig genug befindet. Die Grundtendenz, der ich auch zustimme, lautet doch, dass kein anderer Menschen einem selbst ausreichend in den Kopf gucken kann.

Auf der anderen Seite, wenn's dann nicht so läuft, wird (von anderen, das sehe ich auch) jemand gesucht, die einen doch von der "falschen Entscheidung" hätte abhalten sollen. Das passt so nicht zusammen.

Ich möchte das mal etwas in Perspektive setzen. Wer würde denn die Freiheit aufgeben wollen, welchen Job an welchem Ort er*sie zu verrichten hat? In welcher Wohnung (mit Bausparvertag oder nicht), mit welchem Auto (oder nicht), welcher Beziehung (oder nicht), welchen Kindern (oder nicht), welchem Sport (oder nicht), welcher Religion (oder nicht), welcher Partei oder Regierung er*sie zu leben hätte, festgelegt durch ein System, das sagt "ich hab dir in den Kopf geguckt, ich weiss was das beste für dich ist"? Bei all diesen Sachen wollen die meisten sich doch selbst orientieren, informieren und am Ende selbst entscheiden. Auch dunkles_sternchen wollte das.

Und Sternchen hat getan, was wir im sonstigen Leben auch tun, wenn ein Thema uns überfordert: Wir suchen uns eine Fachperson. Und das kann schief gehen. Wer von euch bringt das kaputte Auto in die erste Werkstatt, an der eins zufällig vorbei fährt? Wer gibt den Werkstattleuten einen Blankoscheck für alles, was sie basteln wollen? Wer kauft auch nur ein neues Bett, ohne sich in verschiedenen Läden umzusehen? Nein, wir gucken uns verschiedene Alternativen an, vergleichen Preise und Leistungen, fragen andere, recherchieren vielleicht im Internet, bewerten die Beratenden in den Läden, ob sie uns kompetent erscheinen und alle Fragen plausibel beantworten.

Und wer vertraut dann den eigene Körper oder die eigene Seele der erstbesten Arztperson an? So klingt mir das hier.

Damit möchte ich keine Schuldumkehr betreiben. Es gibt da meines Erachtens wie so häufig keine eindeutige "Schuld". Nur fehlgeschlagene Kommunikation, mangelnde Information und daraus folgend mehrere Fehler auf beiden Seiten. Auch für das Personal in Körper- und Seelenwerkstätten gilt: Wat dem een sin Uhl is dem annern sin Nachtigal. Es liegt aber nicht nur an den Fachleuten, zu erkennen, dass eine Klient*in nicht passt, sondern auch an uns auf der anderen Seite. Nennt sich "mündige Patient*in". Und dann muss eins eben jemand anders suchen. Machen wir ja bei der Friseur*innenwahl auch.
Whoopy Highfly
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 25 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Hallo Biologische Kohlenstoffeinheite, genannt Mensch,

Der biologische Körper ist komplizierter als wir alle meinen. Die vielen Hormone steuern den Organismus nach einem gewissen Programm. Dieses Programm wird wiederum vom Hirn geschrieben, welches sich von der Umwelt beeinflussen lässt.

So lautete mal ein Statement von einem meiner Ärzte. Die Hormone werde außerdem noch von außen zugeführten Medikamente beeinflüsst, worauf das Standard Programm keinen Einfluss hat. Aber das Hrin bekommt Widersprüchliche Melsungen.
Was ist zu tun?
Da ich weder Arzt noch Fachfrau bin, obliegt es mir fern, einen ultimativen Rat zu geben. Eins gebe ich zu bedenken, das der Körper Zeit benötigt, am alles wieder in Ordnung zu bringen. Dazu sind medizinische Fachkenntnisse von nöten. Der Körper muss aber mitwirken.

GLG

PS: nimmt den Artikel nicht zu ernst
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 26 im Thema

Beitrag von Vincent »

Hallo Mercyful,
deine Beiträge habe ich mir jetzt mehrmals durchgelesen, und dabei fällt mir auf, dass, scheinbar für dich das, was andere sagen oder denken (könnten) oft wichtiger zu sein scheint, wie deine eigenen Gefühle oder Bedürfnisse.

Du passt nicht wirklich in das Raster, was man als "normal" für eine Frau betrachtet, also bewegst du dich auf die männliche Seite - die dir in der Art der gesellschaftlichen Einschränkung der Rolle auch nicht gerecht wird. Du hat immer Angst anzuecken, würdest du dich einfach so geben, wie du dich fühlst.

So verstehe ich was ich gelesen habe, und es kommt mir sehr bekannt vor.
Mir ist seit meiner Jugend klar, dass ich nicht zum "normalen" Mann tauge, habe ihn aber bis vor ein paar Jahren immer vorgespielt - bis auf eine sehr kurze Zeit dazwischen, in der ich die Frau gespielt habe. Es war ein kurzes Intermezzo, ein Experiment, im dem mir klar wurde, dass ich auch das nicht bin.
Fortan habe ich brav und frustriert meine alte Rolle wieder angenommen, emotional für mich gleichwertig, aber von den physischen Gegebenheiten konfliktfreier.

Ich habe Jahrzehnte gebraucht zu erkennen, dass ich mein Leben und nicht das Leben der anderen lebe, und mir wenig davon abschneiden kann, wenn ich die Erwartungen der Umgebung erfülle.

Es ist auf jeden Fall richtig, dass sich die meisten Mitmenschen leichter tun, mit einem Menschen der sich in Rolle und Aussehen klar zu einer Seite bekennt, egal wie überzeugend er wirkt, als mit einem bärtigen Mann, im leichten Blümchenkleid, auf seiner Harley, der gerade eine Modezeitschrift liest.
Aber es ist deren Aufgabe damit klar zu kommen, nicht meine.

Was ich Dir sagen möchte, ist: Werde dir zuerst klar, wer du bist, was du willst, und wie du es erreichst.
Ich bin mir sicher, dass auch dein Umfeld den Weg mitgehen wird, wenn er aus deiner tiefen inneren Überzeugung resultiert.

Liebe Grüße
Vincent
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 27 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:50 Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".
Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Meistens sitzt man beim Therapeuten, weil man sein altes Leben nicht mehr länger aufrecht erhalten kann.
Nicht, weil man eine Frau sein will, sondern weil man eine ist und kein Mann mehr sein kann.
Das Risiko, das einem das komplette Leben (Frau, Familie, Freunde, Arbeit, Haus usw.) um die Ohren fliegt, geht man nicht ein, weil man etwas möchte, sondern weil man keine Wahl mehr hat...
Man entscheidet sich nicht, als Frau zu leben, man kann einfach nicht anders...

Es ist keine Entscheidung, keine Wahl, kein Wunsch.
Sagte nicht mal ein Therapeut: "Irgendwann sitzt jeder hier"? Früher oder später...
Der eine hält das falsche Leben länger durch, der andere nicht so lang.

Man kann eben nicht gegen sich selbst kämpfen und gewinnen. Wer bliebe dann übrig?

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 28 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Hi Anja,
Anja hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 14:41 Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Meistens sitzt man beim Therapeuten, weil man sein altes Leben nicht mehr länger aufrecht erhalten kann.
Nicht, weil man eine Frau sein will, sondern weil man eine ist und kein Mann mehr sein kann.
Das Risiko, das einem das komplette Leben (Frau, Familie, Freunde, Arbeit, Haus usw.) um die Ohren fliegt, geht man nicht ein, weil man etwas möchte, sondern weil man keine Wahl mehr hat...
entweder das eine und krank, oder das andere und gesund.

Der rationale Mensch wählt immer Gesundheit.

GLG
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 29 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Anja hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 14:41 Moinsen (moin)
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 09:50 Ich verstehe aber auch nicht warum Ärzte/Theras nicht wenigstens einmal Fragen " warum man Frau/Mann sein will".
Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Meistens sitzt man beim Therapeuten, weil man sein altes Leben nicht mehr länger aufrecht erhalten kann.
Nicht, weil man eine Frau sein will, sondern weil man eine ist und kein Mann mehr sein kann.
Das Risiko, das einem das komplette Leben (Frau, Familie, Freunde, Arbeit, Haus usw.) um die Ohren fliegt, geht man nicht ein, weil man etwas möchte, sondern weil man keine Wahl mehr hat...
Man entscheidet sich nicht, als Frau zu leben, man kann einfach nicht anders...

Es ist keine Entscheidung, keine Wahl, kein Wunsch.
Sagte nicht mal ein Therapeut: "Irgendwann sitzt jeder hier"? Früher oder später...
Der eine hält das falsche Leben länger durch, der andere nicht so lang.

Man kann eben nicht gegen sich selbst kämpfen und gewinnen. Wer bliebe dann übrig?

Grüße
die Anja
Das sehe ich anders. Ich habe mich entschieden die Transition zu machen und ich kann mich auch entscheiden als Frau oder als Mann zu leben, so wie ich mir das Leben einer Frau oder eines Mannes vorstelle ohne eine geborene Frau oder Mann zu sein. Es geht hier um die soziale Rolle (als X leben, bedeutet die soziale Rolle zu leben). Der Sexus ist was ganz anderes und die Identität ebenfalls.

Kurz: Ich kann auch Frau (identität) sein ohne als Frau (Rolle) zu leben.
Die Frage lautete also, "Warum möchten sie in der sozialen Rolle als Frau leben? Und was stellen sie sich darunter vor? Warum können sie das jetzt nicht auch schon ohne Transition?"

Und auf das 2-Optionen-Denken bin ich auch schon eingegangen, womit ich erklärt habe warum es egal ist ob man den Leuten die Risiken erklärt, es wird nichts an deren Entschluss ändern die Transition zu machen, nur vielleicht in der Intensität wie diese gemacht wird.

Aber es ist leider im Forum aussichtlos vernünftig zu diskutieren, da man hier nur einen Teil der Gedanken wieder geben kann und teilweise Gedanken aus dem Zusammenhang gerissen sind.
Anne-Mette
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 30 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 15:18 Aber es ist leider im Forum aussichtlos vernünftig zu diskutieren,
Das liegt an denjenigen, die mit diskutieren; also fasse auch an Deine eigene Nase )))(:

Du hast persönliche Erfahrungen als "allgemein gültig" bezeichnet. Es sollte vorsichtig damit umgegangen werden, z.B. von einer Anlaufstelle auf alle Anlaufstellen zu schließen.

Wie kommst Du eigentlich auf
womit ich erklärt habe warum es egal ist ob man den Leuten die Risiken erklärt
Gruß
Anne-Mette
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