Transsexualität und MDK/GKV
Transsexualität und MDK/GKV

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Jasmin_35
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 471
Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Transsexualität und MDK/GKV

Post 1 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Hallöchen an alle,

ich hoffe, ich bin hier im richtigen Unterforum mit meinen Fragen. Diese richten sich auch insbesondere an alle die den Weg bereits gegangen sind, den ich aktuell noch vor mir habe.

Zum Thema: Ich habe bereits eine Therapie begonnen, lebe soweit schon länger in Teilzeit und soweit es geht auch in Vollzeit in meinem Identitätsgeschlecht (solche Formulierungen kann es auch nur in Beamtensprache geben). Will meinen, ich lebe soweit es geht als Frau, was auch mein Therapeut erkannt hat und mir, sobald ich mich selber soweit fühle meine Indikation ausstellt.

Nun habe ich direkt bei meiner GKV die Voraussetzungen für die Hormonbehandlung angefragt und die kommen natürlich dann mit den allgemein Plätzen vom MDK und auch auf Nachfrage, können die keine belastbaren Antworten geben.
Daher nun hier die Frage, was einzelne Punkte davon bedeuten.
Bei den Punkten, bei denen ich eine Idee hab, schreibe ich meinen Kommentar einfach mal dazu. Insbesondere richtet sich meine Frage auf Punkt 6 und damit verbunden die Vorlaufzeit bei Endokrinologen.
1. Die Diagnose einer manifesten Geschlechtsidentitätsstörung wurde durch einen Psychiater / Psychotherapeuten ausreichend anhand der diagnostischen Kriterien überprüft und gesichert.
- Die Diagnose habe ich bereits bekommen F64.0
2. Komorbiditäten (insbesondere psychische) sind ausreichend stabilisiert bzw. ausgeschlossen.
- psychische sind ausgeschlossen, andere werden in Kürze vom Allgemein Mediziner überprüft, da gehe ich mal davon aus, das da nichts vorliegt.
3. Die Behandlung beim Psychiater / Psychotherapeuten wurde nachweisbar in ausreichender Intensität und Dauer durchgeführt (in der Regel mindestens 12 Monate). Der Therapeut ist zu dem klinisch begründeten Urteil gekommen, dass die genannten Ziele der psychiatrisch- psychotherapeutischen Behandlung erreicht sind.
- bin in Behandlung, bin geoutet bei allen wichtigen Menschen inkl. Arbeit und kann soweit es meine Tätigkeit zulässt Vollzeit als Frau leben. Therapeut hat signalisiert, das es wohl keine weiteren 10 Monate Therapie benötigt, weil ich mit meiner neuen Rolle glücklich und frei bin, im gegensatz zu früher.
4. Der Patient hat das Leben in der gewünschten Geschlechtsrolle erprobt (Alltagstest in der Regel mindestens 12 Monate).
- Erprobung läuft bereits sehr lange, soweit es mir sozial möglich ist
5. Ein krankheitswertiger Leidensdruck liegt vor.
- Das ist dann wohl das Indikationsschreiben für die GKV, in der die o.g. Dinge stehen, in der eine HET empfohlen wird, richtig?
6. Voraussetzungen und Prognose für die geplante Hormonersatztherapie sind positiv. Hierzu gehören insbesondere auch die Abwägung von Kontraindikationen und der Nachweis, dass der/die Versicherte über Nebenwirkungen und Risiken der Hormonersatztherapie umfassend aufgeklärt wurde.
- Hier kommt dann meine Frage: Wer stellt das fest? Wie läuft das ab? Ist das der Punkt mit dem ich, mit einer Überweisung vom Hausarzt zum Endokrinologen gehen kann? Der macht dann die allgemeine Voruntersuchung mit Bluttest und Vorgespräch über Risiken und Nebenwirkungen?

Leider liest man oft, das Endokrinologen ewige Wartezeiten haben, besonders bei neuen Patienten, so könnte ich die Wartezeit dort wenigstens überbrücken. Hat jemand da Erfahrungen machen können?

Danke schonmal für eure Hilfe.

Liebe Grüße

Jasmin )))(:
Liebe Grüße Jasmin
ExuserIn-2019-12-18
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1189
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo,

auch bei mir war es ähnlich. Ich habe mir ein Indikationsschreiben vom Psychologen geben lassen und vom Hausarzt eine Überweisung zum Endo.
Von der Krankenkasse gab es nie Rückfrage bislang. Nur die Nadelepilation haben sie mit der Begtündung abgelehnt, dass es jetzt Abrechungsziffern für Laserbehandlungen gibt. Der Hautarzt kann dann wohl aber direkt abrechnen, ohne weiteren Antrag ... ich bin gespannt ...

Liebe Grüße
Vanessa
Jasmin_35
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 471
Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 3 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Danke ihr lieben, für eure Antworten.

Die Laserepilation habe ich schon länger begonnen und bezahl die Privat. Ob ich auch eine GaOP machen werde steht jetzt auch nicht zu 100% fest, Vä/Pä werde ich anstoßen, sobald ich die HET beginne, bin da vom Fortschritt noch nicht weit genug für mein Gefühl, ich will da auch noch nichts überstürzen. Immer Schritt für Schritt. Diese Woche sollte ich noch einen Termin beim Hausarzt bekommen und anschließend ruf ich den Endo an, für einen Termin.
Liebe Grüße Jasmin
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1788
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 4 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Mina_35 hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 11:58 5. Ein krankheitswertiger Leidensdruck liegt vor.
- Das ist dann wohl das Indikationsschreiben für die GKV, in der die o.g. Dinge stehen, in der eine HET empfohlen wird, richtig?
Das Indikationsschreiben vom Psychologen nimmst du mit zum Endo. Darin steht ja, das eine gegengeschlechtliche Hormontherapie empfohlen wird.
Das ist für den Endo, nicht für die GKV.
Mina_35 hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 11:58 6. [...] Ist das der Punkt mit dem ich, mit einer Überweisung vom Hausarzt zum Endokrinologen gehen kann? Der macht dann die allgemeine Voruntersuchung mit Bluttest und Vorgespräch über Risiken und Nebenwirkungen?
Ganz genau. Die Krankenkasse hat direkt eigentlich garnichts damit zu tun. Dein Psychologe hat ja anscheinend schon eine Hormontherapie befürwortet (psychisch). Wenn nun der Endo (physisch) die HT ebenfalls befürwortet bzw. es keinen medizinischen Grund dagegen gibt, muss die GKV die Kosten übernehmen. Du bekommst vom Endo ein Rezept und gehst damit in die Apotheke.
Du hättest da auch vorher keine schlafenden Hunde wecken müssen.

Indikationsschreiben und ein Go vom Endo sind völlig ausreichend.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Jasmin_35
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 471
Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 5 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

ah super danke für die info, im internet habe ich dazu widersprüchliches gefunden bzw nichts wirklich hilfreiches.
Das ist auch so eine sache mit der GKV, überall steht das man frühzeitig mit der GKV sprechen sollte und hinterfragen soll, was deren voraussetzungen sind für die kostenübernahme. ich warte mal ab, schlafende hunde habe ich wohl erstmal nicht geweckt, weil die GKV sowieso es direkt mit den abrechnungen gesehen hätte und sich gemeldet hätte, wenn es ein problem geben würde.

aktuell geht es ja erstmal auch "nur" um die hormonbehandlung. GaOP steht zum jetzigen zeitpunkt sowieso noch nicht an und auch noch nicht ganz fest, das wird sich dann eher früher oder später entwickeln.

morgen habe ich dann auch meinen hausarzt termin und guck, ob ich mir eine überweisung für den endo geben lassen kann, um zumindestens schonmal die voruntersuchungen durchführen zu können. mal gucken, wie es am ende rauslaufen wird. ich bleibe gespannt :)
Liebe Grüße Jasmin
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3425
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 6 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Mein erster Therapeut war Urologe und Psychotherapeut.
Als nach seiner Meinung fest stand das ich transsexuell bin eröffnete er mir das er mich nicht weiter begleiten könne.
Von ihm bekam ich dann eine Überweisung zu einem anderen Therapeuten und eine zum Endokrinologen.
Beide musste ich erst mal suchen, ich hab dann auch bei beiden einen Termin gemacht.
Beim Therapeuten bekam ich diesen nach zwei Wochen, beim Endokrinologen auf den Tag nach fünf Monaten.
Mein jetziger Therapeut ist Psychiater, "transerfahren" und wohl auch anerkannter Gutachter.
Anja hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 16:15...das eine gegengeschlechtliche Hormontherapie empfohlen wird...
Mein Endokrinologe eröffnete mir beim ersten Termin (Blutabnahme fürs Labor) das er mich ja nicht kennt und keinen Grund für eine HET hat, es sei denn sie wird von meinem Therapeuten gefordert. Eine Empfehlung reicht ausdrücklich nicht aus!
Mein Therapeut hat mir entsprechend
Therapeut hat geschrieben:...ergibt sich aus meiner Fachsicht die Notwendigkeit der Einleitung der HET
einige Zeilen (handgeschrieben) mitgegeben.

Nachtrag:
Mina_35 hat geschrieben: Mi 5. Dez 2018, 08:38...überall steht das man frühzeitig mit der GKV sprechen sollte und hinterfragen soll, was deren voraussetzungen sind für die kostenübernahme...
Ich habe vor langer zeit bei meiner GKV per Mail angefragt wie vorzugehen sei.
Ich habe nie eine Antwort erhalten.
Der Endokrinologe bekommt eine Überweisung vom Therapeuten, beantragen braucht man da nix.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1788
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 7 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:08 Mein Endokrinologe eröffnete mir beim ersten Termin (Blutabnahme fürs Labor) das er mich ja nicht kennt und keinen Grund für eine HET hat, es sei denn sie wird von meinem Therapeuten gefordert. Eine Empfehlung reicht ausdrücklich nicht aus!
So stehts in "meinem" Schreiben vom Psychologen. Sie empfiehlt eine gegengeschlechtliche Hormontherapie. Fordern / Empfehlen ist doch Wortklauberei. Vielleicht gibt es für diese Schreiben keine Standardformulierung und die Therapeuten schreiben sich was "zusammen" für den Endo.
Jedenfalls kann der Endo eine HT immer noch ablehnen, egal ob der Therapeut etwas empfiehlt oder fordert, wenn medizinische Gründe vorliegen, die gegen eine HT sprechen. Z.B. eine Gerinnungsstörung.
Der Psychotherapeut checkt das Oberstübchen ob eine HT helfen würde. Der Endo checkt dann den Körper, ob etwas gegen eine HT spricht.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3425
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 8 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Anja hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:21... Fordern / Empfehlen ist doch Wortklauberei...
Wie mir der Endokrinologe erklärte ist es das nicht.
Es geht darum wer die Verantwortung übernimmt.
So eine Hormontherapie macht man ja nicht ohne Grund und genau den hat der Endokrinologe nicht.
Anstatt selber zu entscheiden lässt er den "schwarzen Peter" beim Therapeuten und wäscht damit seine Hände in Unschuld.

In der Praxis haben sie es wohl oft mit Leuten zu tun, die alles mögliche und unmögliche versuchen um an Hormone zu gelangen.
Das der Arzt da eine klare Linie zieht kann ich nachvollziehen.
Er sagt zu mir er kennt mich und meine Hintergründe nicht und er sieht sich nur als ausführendes Organ des Therapeuten, quasi als Handwerker.
Ich kann das sehr gut verstehen, zumal es ja genau das ist, was ich von ihm erwarte.

Für mich ist mein Therapeut die Bezugsperson.
Ich sage ihm was ich will und wie ich fühle, er sagt mir wann ich was wie mache.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1788
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 9 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:43 Wie mir der Endokrinologe erklärte ist es das nicht.
Es geht darum wer die Verantwortung übernimmt.
Die (medizinische) Verantwortung hat doch der Endo? Der kann doch keine Rücksicht darauf nehmen was der Psychologe "will", wenn medizinische Gründe gegen eine HT sprechen? 🤔
So wie ich das sehe, teilen sich beide die Verantwortung. Der Psychologe verantwortet ja mit seiner Empfehlung einer HT, das diese bei dem Patienten Leidensdruck mindert. Und der Endo sorgt dafür, das die Risiken und Nebenwirkungen so gering wie möglich ausfallen. Ich habe bei meinen Behandlern jedenfalls nicht den Eindruck, als würde da irgendein Peter hin-und hergeschoben.
Meine Psychotherapie habe ich, nach Beginn der HT, selbst beendet. Nun liegt die alleinige Verantwortung bei meiner Endo, die mich alle 6 Monate untersucht.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
heike65

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 10 im Thema

Beitrag von heike65 »

Anja hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:50 Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:43 Wie mir der Endokrinologe erklärte ist es das nicht.
Es geht darum wer die Verantwortung übernimmt.
Die (medizinische) Verantwortung hat doch der Endo? Der kann doch keine Rücksicht darauf nehmen was der Psychologe "will", wenn medizinische Gründe gegen eine HT sprechen? 🤔
So wie ich das sehe, teilen sich beide die Verantwortung. Der Psychologe verantwortet ja mit seiner Empfehlung einer HT, das diese bei dem Patienten Leidensdruck mindert. Und der Endo sorgt dafür, das die Risiken und Nebenwirkungen so gering wie möglich ausfallen. Ich habe bei meinen Behandlern jedenfalls nicht den Eindruck, als würde da irgendein Peter hin-und hergeschoben.
Meine Psychotherapie habe ich, nach Beginn der HT, selbst beendet. Nun liegt die alleinige Verantwortung bei meiner Endo, die mich alle 6 Monate untersucht.

Grüße
die Anja
Die meisten endos erwarten eine Überweisung und eine Diagnose nach den Richtlinien der MDK den Standards of care etc

Niemand will sich Schadensersatzforderungen ausgesetzt sehen wenn es doch nicht so toll ausschaut wie gewünscht
Jasmin_35
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 471
Registriert: Do 30. Aug 2018, 19:44
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 11 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 »

Hallo ihr lieben,

ich freue mich immer neuigkeiten zu lesen :) Insbesondere die Wege von anderen, das zeigt offenbar sehr gut, wie unterschiedlich die Wege sind und vorallem wie unterschiedlich Ärzte und Therapeuten "Richtlinien" behandeln und auslegen und natürlich auch wie verschieden Menschen sind.

Ich möchte aber nichts schreiben, ohne von meinen Fortschritten zu berichten.
Ich hatte letzte Woche meinen Hausarzt Termin, dort wurde mir auch zu einer Hormontherapie geraten, auch dazu mir möglichst bald einen Termin beim Endokrinologen zu machen, weil die Vorlaufzeit lang sein könnte.
Kurz und schmerzlos habe ich gleich am Freitag meine Liste abtelefoniert und beim zweiten Anruf schon einen Treffer gehabt. So gehts am 1.4. dort weiter, am Telefon schien zumindestens die Med. Fachangestellte schon ein Bewusstsein für die Transthematik zu haben und hat mich auch gleich gefragt, wie ich angesprochen werden möchte (na)

1.4. passt mir auch gefühlt ganz gut, früher wäre mir selber auch zu früh und zu schnell. Ende Dezember habe ich dann auch schonmal einen Gesundsheitscheck bei meinem Hausarzt, bei dem bereits vorab abgecheckt wird, ob soweit alles in Ordnung ist. Da ich aber weder auf Tabletten, noch sonstigerweise in Behandlung bin und viel Sport mach, geh ich mal davon aus, das dort keine "Überraschungen" herauskommen. Gucken wir mal wie es weitergeht. Laser Termin und Therapietermin liegen auch wieder in dem Bereich.

Andererseits ist es auch ganz gut, das es ein paar Hürden gibt, das gibt einem auch noch etwas extra Zeit zum Nachdenken, Hinterfragen und sich Dinge bewusst zu werden. Steine sollten aber einem nicht unnötigerweise in den Weg gelegt werden.
Liebe Grüße Jasmin
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1788
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 12 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
heike65 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:56 Niemand will sich Schadensersatzforderungen ausgesetzt sehen wenn es doch nicht so toll ausschaut wie gewünscht
Ich kann Schadenersatz fordern wenn die HT nicht wirkt wie gewünscht? Das ist ja geil :lol: (wenns wahr wäre)
Der Endo checkt doch, ob etwas gegen eine HT spricht und klärt über Risiken usw. auf. Anschließend übernimmt er auch die medizinische Begleitung in dem regelmäßig die Blutwerte gecheckt werden und Dosierempfehlungen gegeben werden...
Er übernimmt aber keine Garantie für irgendwelche Aus(Wirkungen).
Eine HT kann viel verändern, muss es aber nicht.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
heike65

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 13 im Thema

Beitrag von heike65 »

Du kannst schadensersatzforderungen stellen, ja

voraussetzung, du siehst dich geschädigt, warum auch immer

a) gegenüber deinem Therapeuten, weil der die "Standards of care nicht eingehalten hat" und dich vor einem Jahr Begleitung an den Endo überwiesen hat

b) gegenüber deinem endo weil er ohne ausreichende Diagnostik dir Hormone verschrieben hat

da können summen fliessen die es erlauben nicht mehr arbeiten zu müssen (ich berufe mich hier auf Aussagen von 3 Therapeuten, die mir unabhängig selbiges geschildert haben)
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3425
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 14 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Anja hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 11:50...teilen sich beide die Verantwortung. Der Psychologe verantwortet ja mit seiner Empfehlung einer HT, das diese bei dem Patienten Leidensdruck mindert. Und der Endo sorgt dafür, das die Risiken und Nebenwirkungen so gering wie möglich ausfallen...
Das meinte ich ja auch, nur das dem Endokrinologe eben eine Empfehlung nicht eindeutig genug ist.

Nachtrag:
heike65 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 12:31 Du kannst schadensersatzforderungen stellen, ja

voraussetzung, du siehst dich geschädigt, warum auch immer

a) gegenüber deinem Therapeuten, weil der die "Standards of care nicht eingehalten hat" und dich vor einem Jahr Begleitung an den Endo überwiesen hat

b) gegenüber deinem endo weil er ohne ausreichende Diagnostik dir Hormone verschrieben hat

da können summen fliessen die es erlauben nicht mehr arbeiten zu müssen (ich berufe mich hier auf Aussagen von 3 Therapeuten, die mir unabhängig selbiges geschildert haben)
Genau darum gehts wohl.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Anja
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1788
Registriert: Di 26. Jan 2016, 09:45
Geschlecht: weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Buchholz in der Nordheide
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 15 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben: Mo 10. Dez 2018, 12:56 Das meinte ich ja auch, nur das dem Endokrinologe eben eine Empfehlung nicht eindeutig genug ist.
Naja, ich hatte nur dieses eine Blatt. Da stand natürlich noch mehr drauf. Die Empfehlung zur gegengeschlechtlichen Hormontherapie war nur die Betreffzeile.
Ein (erklärender) Text folgte dann noch.
Meiner Endo reichte dieses Schreiben jedenfalls aus. Vielleicht sind die Vorgehensweisen nicht einheitlich geregelt und die Ärzte haben Spielraum. Mein Hausarzt konnte mir ja auch bereits ohne dieses Blatt Hormone verschreiben.
Da hängt es dann wohl von der Nase des Patienten bzw. vom Endo ab, inwieweit dieser sich absichern will. Ich habe auch schon hier gelesen, das man eine HT auch ganz ohne Indikationsschreiben bekommen kann, wenn man den "richtigen" Arzt findet :wink:
Mir wurde ein Endo empfohlen, an den ich mich zuerst wandte. Der bestand allerdings darauf, das ich die HT 6 Wochen vor meinem ersten Termin bei ihm aussetzen sollte, damit er quasi meine Ausganswerte hat. Davon ließ er sich auch nicht abbringen. So nahm ich schon den ersten Termin bei dem nicht wahr, weil ich keine Lust hatte, die Hormone abzusetzen. Außerdem, würde mein ganzer Kreislauf durcheinander geraten. Ob da am Ende die Werte vor der HT herausgekommen wären, wage ich zu bezweifeln.

Meine derzeitige Endo wunderte sich über das Vorgehen ihres "Kollegen". Bei ihr musste ich nicht einen Tag die HT unterbrechen. Bei ihr fühle ich mich jedenfalls sehr wohl.
Wieder mal Glück gehabt 🍀

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, Crossdresser: PartnerInnen und Beteiligte“