ich hoffe, ich bin hier im richtigen Unterforum mit meinen Fragen. Diese richten sich auch insbesondere an alle die den Weg bereits gegangen sind, den ich aktuell noch vor mir habe.
Zum Thema: Ich habe bereits eine Therapie begonnen, lebe soweit schon länger in Teilzeit und soweit es geht auch in Vollzeit in meinem Identitätsgeschlecht (solche Formulierungen kann es auch nur in Beamtensprache geben). Will meinen, ich lebe soweit es geht als Frau, was auch mein Therapeut erkannt hat und mir, sobald ich mich selber soweit fühle meine Indikation ausstellt.
Nun habe ich direkt bei meiner GKV die Voraussetzungen für die Hormonbehandlung angefragt und die kommen natürlich dann mit den allgemein Plätzen vom MDK und auch auf Nachfrage, können die keine belastbaren Antworten geben.
Daher nun hier die Frage, was einzelne Punkte davon bedeuten.
Bei den Punkten, bei denen ich eine Idee hab, schreibe ich meinen Kommentar einfach mal dazu. Insbesondere richtet sich meine Frage auf Punkt 6 und damit verbunden die Vorlaufzeit bei Endokrinologen.
1. Die Diagnose einer manifesten Geschlechtsidentitätsstörung wurde durch einen Psychiater / Psychotherapeuten ausreichend anhand der diagnostischen Kriterien überprüft und gesichert.
- Die Diagnose habe ich bereits bekommen F64.0
2. Komorbiditäten (insbesondere psychische) sind ausreichend stabilisiert bzw. ausgeschlossen.
- psychische sind ausgeschlossen, andere werden in Kürze vom Allgemein Mediziner überprüft, da gehe ich mal davon aus, das da nichts vorliegt.
3. Die Behandlung beim Psychiater / Psychotherapeuten wurde nachweisbar in ausreichender Intensität und Dauer durchgeführt (in der Regel mindestens 12 Monate). Der Therapeut ist zu dem klinisch begründeten Urteil gekommen, dass die genannten Ziele der psychiatrisch- psychotherapeutischen Behandlung erreicht sind.
- bin in Behandlung, bin geoutet bei allen wichtigen Menschen inkl. Arbeit und kann soweit es meine Tätigkeit zulässt Vollzeit als Frau leben. Therapeut hat signalisiert, das es wohl keine weiteren 10 Monate Therapie benötigt, weil ich mit meiner neuen Rolle glücklich und frei bin, im gegensatz zu früher.
4. Der Patient hat das Leben in der gewünschten Geschlechtsrolle erprobt (Alltagstest in der Regel mindestens 12 Monate).
- Erprobung läuft bereits sehr lange, soweit es mir sozial möglich ist
5. Ein krankheitswertiger Leidensdruck liegt vor.
- Das ist dann wohl das Indikationsschreiben für die GKV, in der die o.g. Dinge stehen, in der eine HET empfohlen wird, richtig?
6. Voraussetzungen und Prognose für die geplante Hormonersatztherapie sind positiv. Hierzu gehören insbesondere auch die Abwägung von Kontraindikationen und der Nachweis, dass der/die Versicherte über Nebenwirkungen und Risiken der Hormonersatztherapie umfassend aufgeklärt wurde.
- Hier kommt dann meine Frage: Wer stellt das fest? Wie läuft das ab? Ist das der Punkt mit dem ich, mit einer Überweisung vom Hausarzt zum Endokrinologen gehen kann? Der macht dann die allgemeine Voruntersuchung mit Bluttest und Vorgespräch über Risiken und Nebenwirkungen?
Leider liest man oft, das Endokrinologen ewige Wartezeiten haben, besonders bei neuen Patienten, so könnte ich die Wartezeit dort wenigstens überbrücken. Hat jemand da Erfahrungen machen können?
Danke schonmal für eure Hilfe.
Liebe Grüße
Jasmin