Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS
Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS - # 9

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 121 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 09:53 total natürlich und entstehen aus Fakten
Für soziale Normen trifft das nicht zu ... so.o. oder hier https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Norm Dort steht auch:
Die Einhaltung sozialer Normen wird von Mitmenschen oder von Personen in einer bestimmten Machtposition (z. B. Lehrern) kontrolliert. Sie können auf diese reagieren mit Sanktionen (Belohnung oder Bestrafung) oder mit Ignorieren (d. h., sie können reagieren, müssen es aber nicht).
Aus Fakten alleine entsteht keine (soziale) Norm. Sie sind im Kern gesellschaftlich und kulturell bedingt.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 122 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 11:14 Aus Fakten alleine entsteht keine (soziale) Norm. Sie sind im Kern gesellschaftlich und kulturell bedingt.
Hallo,

Das sehe ich entschieden anders. Wenn sich in einer Gesellschaft eine Kultur über Jahrtausende zementiert, sind die Regeln dieser Kultur so ziemlich gleichzusetzen mit Fakten des Alltags. Die Woche hat 7 Tage. Das ist kein Naturgesetz oder Mathematik aber eine gesellschaftlich-kulturelle Konvention, welches heutzutage als Fakt angesehen wird. Genau so wie Männer Hosen zu tragen haben oder wie viele Töne eine Tonleiter hat, was Geld für ein Gegenwert hat. Diese Regeln können sich über längere Zeiträume ändern. Jedoch sind sie in einem Menschenleben relativ konstant.

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 123 im Thema

Beitrag von Tamara Beaujambe »

Hi,

im Gegensatz zu technischen Normen sind die gesellschaftlichen ja politisch, ideologisch gesetzt.


Also etwa Themen wie Religionsfreiheit, Umgang mit Lgbt, Wahlrecht für Frauen, da sind ja in verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche Normen gesetzt. Von selbstverständlich bis Todesstrafe....
Und das wechselt eben auch je nach dem welche Strömung die Macht ausübt und damit solche Normen festlegt.
Wenn man gerade in den Land lebt, das etwa durch eine Revolution eine drastische Änderung dieser Normen erlebt, kann das natürlich auch das persönliche Schicksal beeinflussen.

Liebe Grüße
Tamara
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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 124 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Tamara Beaujambe hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 21:07 Hi,

im Gegensatz zu technischen Normen sind die gesellschaftlichen ja politisch, ideologisch gesetzt.


Also etwa Themen wie Religionsfreiheit, Umgang mit Lgbt, Wahlrecht für Frauen, da sind ja in verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche Normen gesetzt. Von selbstverständlich bis Todesstrafe....
Und das wechselt eben auch je nach dem welche Strömung die Macht ausübt und damit solche Normen festlegt.
Wenn man gerade in den Land lebt, das etwa durch eine Revolution eine drastische Änderung dieser Normen erlebt, kann das natürlich auch das persönliche Schicksal beeinflussen.

Liebe Grüße
Tamara
Ja klar natürlich. Denk nur an die NSDAP oder was im Iran passierte. Finger weg von der AfD sage ich nur ;)
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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 125 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 21:15 Denk nur an die NSDAP
Hi Laila-Sarah, wiedersprichst Du Dich nicht an dieser Stelle. Die Normen, die vor gerade einmal 80 Jahren gesetzt wurden, haben mit Fakten nichts zu tun. Du verwechselst auch Fakten mit Definitionen. Eine Woche hat 7 Tage per Definition. Fakt ist, dass wie uns in unserem Rythmus i.d.R. daran halten. In der franz. Revolution hat man eine 10 Tageswoche eingeführt. Insofern können Veränderungen auch relativ schnell stattfinden. Und wenn ich sehe, wie sehr das Internet unsere Normen in Teilen durcheinander wirbelt, wird mir schwindelig. Ohne diese Veränderung säße ich ich noch immer zuhause im stillen Kämmerlein und würde mein Verhalten als Trans beschämend finden und mich verstecken.

Aber sollten wir nicht wieder mehr zum Ausgangsthema zurück kommen, dem Reiz der Verwandlung ? In diesem Kontext stelle ich mir die Frage, ob ein Normenverstoß selber nicht etwas reizvolles ist ? Wie viel Rebellisches (offen oder verdeckt) steckt in uns ?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass im Normenverstoß auch eine Auszeit vom gefühlten Normenkorsett steckt. Wir unterwerfen uns jeden Tag den gesellschaftlichen Normen, die aber uns als Menschen vielleicht entgegen laufen. Die Normen, die gesellschaftlich für Männer akzeptiert sind, lehne ich z.T. ab. Ich kann mich nicht damit identifizieren. Das macht mich aber noch lange nicht zur Frau. Aber der Wechsel der Perspektive durch zeitweise Übernahme einer anderen Rolle, und sei es nur für mich selber, ist eine Entlastung. Letztlich bin ich eine Art "Reisende(r) zwischen den Normen". Die Frage, wie ich mich als Frau fühlen würde, kann ich nicht beantworten, denn dann hätte ich z.B. einen anderen Hormoncocktail in mir. Aber gesetzt den Fall, ich wäre mit allen Randbedingungen gleich und hätte lediglich einen weiblichen Körper, würde mich das glücklicher machen ? Es ist wie beim Kartenspiel, man muss mit dem Blatt spielen, das man auf die Hand bekommen hat. Meines hat eben ein paar Joker, bei denen nicht klar ist, was sie sind. Erst wenn man sie spielt, bekommen sie eine Gestalt ...

Ich denke, beide Aspekte dürften mehr CD als TS betreffen. TS dürften eine andere innere Notwendigkeit verspüren oder nicht ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 126 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 5. Dez 2018, 06:52
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 4. Dez 2018, 21:15 Denk nur an die NSDAP
Hi Laila-Sarah, wiedersprichst Du Dich nicht an dieser Stelle. Die Normen, die vor gerade einmal 80 Jahren gesetzt wurden, haben mit Fakten nichts zu tun. Du verwechselst auch Fakten mit Definitionen. Eine Woche hat 7 Tage per Definition. Fakt ist, dass wie uns in unserem Rythmus i.d.R. daran halten. In der franz. Revolution hat man eine 10 Tageswoche eingeführt. Insofern können Veränderungen auch relativ schnell stattfinden. Und wenn ich sehe, wie sehr das Internet unsere Normen in Teilen durcheinander wirbelt, wird mir schwindelig. Ohne diese Veränderung säße ich ich noch immer zuhause im stillen Kämmerlein und würde mein Verhalten als Trans beschämend finden und mich verstecken.
Nein, ich denke ich widerspreche mir da nicht selbst, denn wie sagt man so schön "Ausnahmen bestätigen die Regel". Den Mensch gibt es schon seit 2 Millionen Jahren. Rechne mal die Summe der Dauer radikalen gesellschaftlichen Veränderungen (Revolutionen, Katastrophen, Kriege), und zwar genau die, die eine rapide Umnormierung der gesellschaftlichen Werte hervorgebracht haben und Teile diese Gesamtzeit durch die 2 Millionen Jahre. Was meinst du ist es in Prozent? Wird es die Ausnahme sein oder die Regel?

Aber wie gesagt: Normen sind nicht schlimm und wir brauchen sie sehr. Sonst würde alles zusammenbrechen. Zumindest wie wir es bis jetzt handhaben. Das Problem sind nicht die Normen sonder die Themen um manche Normen. Wiele Normen können gebrochen werden und niemandem kratz es. Aber gerade wenn Männer die Gaußglocke verlassen wollen und sich Kleidung, Verhalten, Gedanken und Gefühle aneignen wollen, die die Gesellschaft Frauen zugeschrieben hat: Bricht das Weltbild zusammen. Umgekehrt nicht. Ich denke man das hat mit der Wahrnehmung vieler Männer und leider auch Frauen etwas zu tun. Sie denken eine Frau zu sein ist etwas was nur dann Sinn ergibt, wenn man so geboren wurde. Als Mann ist man da besser und privilegierter und damit nicht zufrieden zu sein, zeugt von schwäche und ist lächerlich. Andersrum ist es aber verständlich als eine Frau männlicher sein zu wollen. Ich habe mir es nicht so ausgedacht aber so denken viele.

Fakten!=Definitionen:
Es gibt auf der Welt keine Fakten. Zumindest wenn man nicht von der religiösen Schule kommt sondern von die der Wissenschaft. Wissenschaft, Mathematik, das alles basiert auf Beobachtung, Verallgemeinerung und der Definition von Aktiomen besser bekannt unter dem Namen Fakten. Du siehst, dass man die Elementaren Grundregeln der Wissenschaft (letzten Endes weil sie logisch erscheinen) definiert und darauf aufbaut. Das ist ein sehr kompliziertes Thema und nicht Teil dieser Diskussion aber schlag mal bitte im internet nach. Aber sei dir soviel gesagt: Wir können nicht einmal beweisen, dass wir Leben weil jegliche Beweisführung auf annahmen zurückgeht.
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 5. Dez 2018, 06:52 Aber sollten wir nicht wieder mehr zum Ausgangsthema zurück kommen, dem Reiz der Verwandlung ? In diesem Kontext stelle ich mir die Frage, ob ein Normenverstoß selber nicht etwas reizvolles ist ? Wie viel Rebellisches (offen oder verdeckt) steckt in uns ?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass im Normenverstoß auch eine Auszeit vom gefühlten Normenkorsett steckt. Wir unterwerfen uns jeden Tag den gesellschaftlichen Normen, die aber uns als Menschen vielleicht entgegen laufen. Die Normen, die gesellschaftlich für Männer akzeptiert sind, lehne ich z.T. ab. Ich kann mich nicht damit identifizieren. Das macht mich aber noch lange nicht zur Frau. Aber der Wechsel der Perspektive durch zeitweise Übernahme einer anderen Rolle, und sei es nur für mich selber, ist eine Entlastung. Letztlich bin ich eine Art "Reisende(r) zwischen den Normen". Die Frage, wie ich mich als Frau fühlen würde, kann ich nicht beantworten, denn dann hätte ich z.B. einen anderen Hormoncocktail in mir. Aber gesetzt den Fall, ich wäre mit allen Randbedingungen gleich und hätte lediglich einen weiblichen Körper, würde mich das glücklicher machen ? Es ist wie beim Kartenspiel, man muss mit dem Blatt spielen, das man auf die Hand bekommen hat. Meines hat eben ein paar Joker, bei denen nicht klar ist, was sie sind. Erst wenn man sie spielt, bekommen sie eine Gestalt ...

Ich denke, beide Aspekte dürften mehr CD als TS betreffen. TS dürften eine andere innere Notwendigkeit verspüren oder nicht ?
Hier kann ich dir weder widersprechen noch recht geben, weil ich das nicht so kenne bzw. ich so nicht funktioniere. Ich dachte sehr lange ich wäre typisch Trans. Durch Experimente habe ich herausgekriegt, der Mann ist auch echt und will nicht vom Bord gehen. Also definiere ich mich jetzt als Bigender. Manchmal fühle ich mich sehr männlich und manchmal sehr weiblich. Es ist keine Rolle oder Fetisch. Es kommt von innen und ich kann es nicht kontrollieren. Was ich aber sehr gut kann und super geübt darin bin ist es zu maskieren wenn es nicht passt. Sprich wenn das Mädchen ungelegen kommt, kann ich es überspielen.

Also jeder boxt mit seinen eigenen Dämonen. Zur Kreuzigung geht's links. Jeder nur ein Kreuz und wir haben auch Kekse.

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 127 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 5. Dez 2018, 19:29 Zur Kreuzigung geht's links. Jeder nur ein Kreuz und wir haben auch Kekse
Heißt es nicht: "Steine, frische Steine ..." ;-)

Ich möchte nicht darauf herum reiten, aber eine Sache möchte ich klar stellen: Axiome (!) sind in der Tat Annahmen, auf die die Wissenschaft beruht. Ich komme aus der Strömungslehre und habe meine Axiome und deren Ableitung bis zur Anwendung in mathematischen Modellen gelernt. Wissenschaft beschreibt Fakten, z.B. eine Strömung. Die Strömung ist das Faktum. Sie existiert auch ohne Wissenschaft. Definitionen werden verwendet, um Fakten beschreibbar zu machen. Wir haben offensichtlich eine unterschiedliche Auffassung vom Begriff "Faktum".
Du siehst, dass man die Elementaren Grundregeln der Wissenschaft (letzten Endes weil sie logisch erscheinen) definiert und darauf aufbaut.
Richtig, das Weltbild ist im Bereich der Naturwissenschaften (sic!) darauf aufgebaut. Das sieht in anderen Bereichen anders aus. Die Geisteswissenschaften tun sich da etwas schwerer. Psychologie fußt zu großen Teilen auf der Statistik. Hier liegt das Problem in der begrenzten Grundgesamtheit, der Komplexität der Materie und in der Interpretation der Ergebnisse. Das lässt Spielräume zu, mit denen man umgehen muss.
und Teile diese Gesamtzeit durch die 2 Millionen Jahre.
Das ist ein Mittelwert. Und warum 2 Mio. Jahre ? Die Kurve, mit der sich Veränderungen beschreiben lässt, beschleunigt sich massiv. Wie sehen Veränderungen seit 20000 Jahren, 2000 Jahren, 200 Jahren und 20 Jahren aus ?

Ich möchte diese Diskussion an dieser Stelle beenden. Wenn Du willst, können wir sie gerne per PN fort führen.
Es ist keine Rolle oder Fetisch. Es kommt von innen und ich kann es nicht kontrollieren.
Kommt ein Fetisch nicht von Innen ? Hier lauert wieder eine Definitonsdiskussion, vor allem wenn "Fetisch" eine Wertung beinhaltet. Ich bin der Ansicht, dass zum Trans*-sein auch eine entsprechende Sexualität gehört. Es ist für mich schlicht undenkbar, diesen Bereich auszuklammern. Aber mein Verständnis von Trans* ist nicht auf diesen Bereich beschränkt. Er findet sich auch im alltäglichen Leben. Auch ist meine Sexualität nicht auf den weiblichen Ausdruck beschränkt. Ich glaube, diese Beschreibung macht vieles klarer als der Begriff "Fetisch". Man darf ihn m.E. getrost weg lassen.
Ich dachte sehr lange ich wäre typisch Trans. Durch Experimente habe ich herausgekriegt, der Mann ist auch echt und will nicht vom Bord gehen. Also definiere ich mich jetzt als Bigender.
Für mich ist das eine Spielart von Trans ...
ich kann es nicht kontrollieren. Was ich aber sehr gut kann und super geübt darin bin ist es zu maskieren wenn es nicht passt. Sprich wenn das Mädchen ungelegen kommt, kann ich es überspielen.
Also kannst Du es doch kontrollieren, aber nicht bis in die letzte Instanz. Ich denke, das ist gesund. Mir geht es ähnlich. So geht es mir aber auch mit anderen Rollen, die ich einnehme. Ich bin kein Nerd, der sich überwiegend mit einer Sache beschäftigt und sonst praktisch nichts. Ich versuche alle Facetten in meinem Leben zu integrieren. Das klappt mal mehr und mal weniger. Manches kommt und geht auch wieder. Manches bleibt und Trans gehört dazu. Ob das morgen noch von Bedeutung ist, weiß ich nicht. Die Chance auf ein Bleiben dürfte groß sein, denn es ist tief in mir verankert und ich fühle mich, trotz aller inneren Querelen, gut dabei. Irgendwie wäre es ja auch schade, wenn es mich verließe, auch wenn manches einfacher wäre. Manchmal verzweifle ich schier daran.

Möglicherweise ist die Wertung das Hauptproblem. Viele denken, die Gesellschaft will uns nicht. Aber das tägliche Leben zeigt uns, dass es den meisten egal ist. Aber bei der Jobsuche bekommen wir ein anderes Bild. Auch in der Partnerschaft ergibt sich oft ein anderes Bild. Jede nach eigener Sichtweise verändert sich das Bild. Was sagt uns also unser Trans*-Dasein ?

MMn sagt es uns, dass wir uns weniger um die Welt kümmern müssen, sondern um uns selber. Der Titel heißt "Reiz der Verwandlung". Aber geht es um eine "Verwandlung" ? Wenn man es von außen betrachtet, ja. Aber wenn man es von innenbetrachtet ist es keine Verwandlung. Dann ist es Kontinuität im eigenen Wesen. Ich bin in der "Verwandlung" mir selber treu. Dann geht es auch nicht nur um einen "Reiz", sondern um ein Bedürfnis. Das ist ein radikaler Perspektivwechsel. Hier gibt es vielleicht auch eine Gemeinsamkeit zwischen CD und TS. Für beide geht es letztlich darum, das eigene Leben sinnvoll, d.h. den eigenen Anlagen und Fähigkeiten gemäß, zu leben.

Einen Reiz kann ich ignorieren, ein Bedürfnis nicht, jedenfalls nicht auf Dauer. Vielleicht müsste man den Fred eher überschreiben mit:

Reiz der Verwandlung im Äußern vs. Bedürfnis nach Beständigkeit im Inneren

Das "vs." ist dann als Provokation zu verstehen. Denn es geht letztlich darum, beides zu verbinden.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 128 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo Vicky,

ich denke ich verstehe dich jetzt besser und obwohl dieses Thema wirklich ungelogen ultra Spannend ist, fehl mir gerade wegen RL ein wenig die Zeit es weiter auszuführen.

Deshalb die kurze Antwort nicht als Respektlosigkeit verstehen, denn eine ausführlichere wäre sicher angebracht gewesen.

Steine:

Ich bitte dich! Ich will nicht steinigen. Mir ging es darum zu zeigen, dass wir alle unsere eigenen Versionen von diesem Thema haben. Daher die Metapher jeder sein Kreuz oder jeder bekämpft die eigenen Dämonen.

Axiome:

Hier bin ich nicht überzeugt. Als ein Subsystem eines Systems und ohne Betriebsanleitung (Bibel) kannst du nur logische, sinnvolle Annahmen machen. Alles basiert auf Annahmen. Auch das Wasser fließt ist eine logische Annahme welches wir als Fakt betrachten. Weitere prominente logische, wissenschaftlich Fakten solcher Art ware z.B. im Mittelalter: 1. Die Welt ist eine Scheibe, 2. Die Welt ist das Mittelpunkt des Universums etc. Das waren damals wissenschaftliche Fakten. Die wurden dann irgendwann wiederlegt. Das passiert in der Wissenschaft andauernd.

Letzten Endes können wir nichts Beweisen, weil wir schlicht und ergreifend das System nicht administrieren. Wir stehen nicht darüber sondern mitten drin. Das Wasser fließt scheint logisch. beweisen können wir es nicht. Den die Beweisführung würde auf weitere Annahmen aufbauen. Das ganze hier könnte auch ein kollektiver Traum sein und ich wäre ein Zauberponny das schläft. Oder ein Alien im Wachkoma in einer fremden Galaxie. Oder wir sind alle in der Matrix. Deshalb sagt man auch, dass die Wissenschaft eine weitere Religion ist. Der unterscheid zu anderen Religionen ist, dass viele Annahmen logischer erscheinen. Aber das wars dann auch schon.

Meine Situation:

Ich kann meine Gefühle oder Empfinden nicht kontrollieren. Ich kann jedoch kontrollieren, wie ich mich nach außen zeige. Ich fühle mich an machen Tagen überwiegend weiblich und an anderen überwiegend männlich. Beides nicht gespielt oder an sexuellen Fantasien gekoppelt. Ich musste wusste, dass nur männlich zu leben mich nicht glücklich macht. Selbstexperimente über längere Strecken haben aber total überraschend gezeigt: Umgekehrt gilt es genau so.

Ich sehe wirklich nicht viele, die so wie ich ticken. Deshalb finde ich mich manchmal als Sonderling unter Sonderlingen. Daher war es ein Versuch der Erklärung meiner Verzweiflung und keine abwertende Ausgrenzung von "normalem" TS, fetischistischer TV oder Co.

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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 129 im Thema

Beitrag von Tamara Beaujambe »

'Steine, frische Steine' war wohl ein Zitat aus Monty Python Leben des Brian.....
Was haben die Römer jemals für uns getan?

🤭

Tamara
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Re: Der Reiz der Verwandlung - CD/Transe vs. TS

Post 130 im Thema

Beitrag von Tamara Beaujambe »

Laila-Sarah hat geschrieben: Do 6. Dez 2018, 09:56 Hallo Vicky,

Ich sehe wirklich nicht viele, die so wie ich ticken. Deshalb finde ich mich manchmal als Sonderling unter Sonderlingen. Daher war es ein Versuch der Erklärung meiner Verzweiflung und keine abwertende Ausgrenzung von "normalem" TS, fetischistischer TV oder Co.

VlG
Hallo,

Ach ja, ich würde meinen die meisten CD TV sind abwechselnd das eine oder (die) Andere?

Das darf ich zumindest auch von mir behaupten. Beide Persönlichkeiten haben etwas und ich möchte keine vermissen.
Und siehe Thema des Threads, der Reiz liegt in der Verwandlung.

Liebe Grüße Tamara
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