Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 5. Dez 2018, 19:29
Zur Kreuzigung geht's links. Jeder nur ein Kreuz und wir haben auch Kekse
Heißt es nicht: "Steine, frische Steine ..."
Ich möchte nicht darauf herum reiten, aber eine Sache möchte ich klar stellen: Axiome (!) sind in der Tat Annahmen, auf die die Wissenschaft beruht. Ich komme aus der Strömungslehre und habe meine Axiome und deren Ableitung bis zur Anwendung in mathematischen Modellen gelernt. Wissenschaft beschreibt Fakten, z.B. eine Strömung. Die Strömung ist das Faktum. Sie existiert auch ohne Wissenschaft. Definitionen werden verwendet, um Fakten beschreibbar zu machen. Wir haben offensichtlich eine unterschiedliche Auffassung vom Begriff "Faktum".
Du siehst, dass man die Elementaren Grundregeln der Wissenschaft (letzten Endes weil sie logisch erscheinen) definiert und darauf aufbaut.
Richtig, das Weltbild ist im Bereich der Naturwissenschaften (sic!) darauf aufgebaut. Das sieht in anderen Bereichen anders aus. Die Geisteswissenschaften tun sich da etwas schwerer. Psychologie fußt zu großen Teilen auf der Statistik. Hier liegt das Problem in der begrenzten Grundgesamtheit, der Komplexität der Materie und in der Interpretation der Ergebnisse. Das lässt Spielräume zu, mit denen man umgehen muss.
und Teile diese Gesamtzeit durch die 2 Millionen Jahre.
Das ist ein Mittelwert. Und warum 2 Mio. Jahre ? Die Kurve, mit der sich Veränderungen beschreiben lässt, beschleunigt sich massiv. Wie sehen Veränderungen seit 20000 Jahren, 2000 Jahren, 200 Jahren und 20 Jahren aus ?
Ich möchte diese Diskussion an dieser Stelle beenden. Wenn Du willst, können wir sie gerne per PN fort führen.
Es ist keine Rolle oder Fetisch. Es kommt von innen und ich kann es nicht kontrollieren.
Kommt ein Fetisch nicht von Innen ? Hier lauert wieder eine Definitonsdiskussion, vor allem wenn "Fetisch" eine Wertung beinhaltet. Ich bin der Ansicht, dass zum Trans*-sein auch eine entsprechende Sexualität gehört. Es ist für mich schlicht undenkbar, diesen Bereich auszuklammern. Aber mein Verständnis von Trans* ist nicht auf diesen Bereich beschränkt. Er findet sich auch im alltäglichen Leben. Auch ist meine Sexualität nicht auf den weiblichen Ausdruck beschränkt. Ich glaube, diese Beschreibung macht vieles klarer als der Begriff "Fetisch". Man darf ihn m.E. getrost weg lassen.
Ich dachte sehr lange ich wäre typisch Trans. Durch Experimente habe ich herausgekriegt, der Mann ist auch echt und will nicht vom Bord gehen. Also definiere ich mich jetzt als Bigender.
Für mich ist das eine Spielart von Trans ...
ich kann es nicht kontrollieren. Was ich aber sehr gut kann und super geübt darin bin ist es zu maskieren wenn es nicht passt. Sprich wenn das Mädchen ungelegen kommt, kann ich es überspielen.
Also kannst Du es doch kontrollieren, aber nicht bis in die letzte Instanz. Ich denke, das ist gesund. Mir geht es ähnlich. So geht es mir aber auch mit anderen Rollen, die ich einnehme. Ich bin kein Nerd, der sich überwiegend mit einer Sache beschäftigt und sonst praktisch nichts. Ich versuche alle Facetten in meinem Leben zu integrieren. Das klappt mal mehr und mal weniger. Manches kommt und geht auch wieder. Manches bleibt und Trans gehört dazu. Ob das morgen noch von Bedeutung ist, weiß ich nicht. Die Chance auf ein Bleiben dürfte groß sein, denn es ist tief in mir verankert und ich fühle mich, trotz aller inneren Querelen, gut dabei. Irgendwie wäre es ja auch schade, wenn es mich verließe, auch wenn manches einfacher wäre. Manchmal verzweifle ich schier daran.
Möglicherweise ist die Wertung das Hauptproblem. Viele denken, die Gesellschaft will uns nicht. Aber das tägliche Leben zeigt uns, dass es den meisten egal ist. Aber bei der Jobsuche bekommen wir ein anderes Bild. Auch in der Partnerschaft ergibt sich oft ein anderes Bild. Jede nach eigener Sichtweise verändert sich das Bild. Was sagt uns also unser Trans*-Dasein ?
MMn sagt es uns, dass wir uns weniger um die Welt kümmern müssen, sondern um uns selber. Der Titel heißt "Reiz der Verwandlung". Aber geht es um eine "Verwandlung" ? Wenn man es von außen betrachtet, ja. Aber wenn man es von innenbetrachtet ist es keine Verwandlung. Dann ist es Kontinuität im eigenen Wesen. Ich bin in der "Verwandlung" mir selber treu. Dann geht es auch nicht nur um einen "Reiz", sondern um ein Bedürfnis. Das ist ein radikaler Perspektivwechsel. Hier gibt es vielleicht auch eine Gemeinsamkeit zwischen CD und TS. Für beide geht es letztlich darum, das eigene Leben sinnvoll, d.h. den eigenen Anlagen und Fähigkeiten gemäß, zu leben.
Einen Reiz kann ich ignorieren, ein Bedürfnis nicht, jedenfalls nicht auf Dauer. Vielleicht müsste man den Fred eher überschreiben mit:
Reiz der Verwandlung im Äußern vs. Bedürfnis nach Beständigkeit im Inneren
Das "vs." ist dann als Provokation zu verstehen. Denn es geht letztlich darum, beides zu verbinden.