Liebe Michi,MichiWell hat geschrieben: Fr 2. Nov 2018, 07:47 ich merke, dass ich mich noch immer nicht verständlich genug ausgedrückt habe. Das tut mir leid. Bei diesem alten Vorurteil geht es, so verstand ich das immer, gerade nicht um einvernehmlichen Sex, sondern um die Vorspiegelung falscher Tatsachen: Schwuler Mann der sich als Frau ausgibt, um die Hetero-Männer hinters Licht zu führen und gegen ihren Willen, nämlich dass sie nicht mit einem Mann sondern mit einer Frau Sex haben wollen, ins Bett zu kriegen. Also quasi eine Art Vergewaltigung. (Ich finde gerade keinen besseren Vergleich.) Ich hoffe, nun war es verständlicher, was ich meine. Wenn immer noch nicht, dann frage mich bitte.
Liebe Grüße
Michi
ich werde diese Diskussion weiter hier in der Öffrntlichkeit führen, da es nicht nur uns beide betrifft. Ich sehe das ganze eher als weiter verbreitetes Problem. Deine Haltung ist nicht einzigartig, nur sprichst Du sie offen aus.
Zum einen kann ich mir nicht vorstellen, dass das Passing dieses Mannes so perfekt ist und davon ist auch nirgendwo in dem Artikel die Rede. Eher dürften die Männer, so wie ich es auch häufiger erlebe, Appetit auf ein exotisches Spiel gehabt haben.
Also frage ich Dich, benutzen hier nicht zwei Menschen einander im freien Willen?
Zum anderen ist, wie Du selber ja merkst, der Vergleich mit einer Vergewaltigung ziemlich daneben. Ich kenne von Männern vergewaltigte, wobei ich hier das Eindringen in den Körper meine, schwule Männer und Frauen, habe es glücklicherweise nie selber erlebt. Alleine das Trauma und der Mord an der Seele/ geschlechtlichen Liebesfähigkeit Betroffener, das ich gespürt habe, verbietet diesen Vergleich.
Der Artikel transportiert Trans*Feindlichkeit und Schwulenfeindlichkeit. Über erstere bist Du wütend, das die zweite mit der ersten Verknüpft wird, lastest Du dem hier agierenden schwulen Menschen an. Dieser hat die Verknüpfung aber nicht hergestellt.
Ich sehe die Strafbarkeit der Verletzung der Persönlichkeit.
Ich sehe weiter, dass hier Abweichungen, die einem uralten patriarchalichen Bild zu entsprechen scheinen, dem wohlig schauernden und heimlich zuschauenden Mehrheitspublikum bedient werden.
Dieser von mir benannte Teil Deiner Haltung, die auch andere Menschen haben, empfinde ich persönlich als verletzend, den schwulen Teil meiner Persönlichkeit als Minderwetig wertend.
Ich sehe durchaus, dass das nicht Deine Absicht ist. Das ändert aber nichts an meinem Gefühl, eher im Gegenteil. Mich erschreckt die Selbstverständlichkeit, wie hier Vorurteile weiterwirken.
Der Heteromann ist unschuldig an der Situation, ist Opfer seiner Triebe und des dämonischen schwulen Mannes. Dieser ist in jedem Falle Schuld: Am falschen Bild von Trans*Personen, am Leid des armen wehrlosen, ausgenutzten Mannes.
Traurig, aber nicht wütend oder feindseelig,