MichiWell hat geschrieben: So 21. Okt 2018, 21:12
Aber ich habe, obgleich ich mich als Atheist bezeichnen möchte, mir dennoch vor Jahren mal die Bibel zu Gemüte geführt.
Und da heißt es im 5. Buch Mose:
Gebote gegen ungöttliche Vermischung
Eine Frau soll keine Männersachen auf sich haben, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen; denn jeder, der dies tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel.
Michi
Hier kann ich mit einer anderen Bibelstelle antworten. Im Brief an die Hebräer steht:
Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und am wahrhaftigen Zelt, das der Herr aufgerichtet hat und nicht ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muss auch dieser etwas haben, das er opfert. Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern. Sie dienen aber dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er das Zelt errichten sollte (2. Mose 25,40): -»Sieh zu-«, heißt es, -»dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.-« Nun aber hat er ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist. Denn wenn jener erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht.
Denn er tadelt sie und sagt (Jeremia 31,31-34): -»Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Bund; darum habe ich auch nicht mehr auf sie geachtet, spricht der Herr. Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich sie schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird niemand seinen Mitbürger lehren noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie alle, Klein und Groß, werden mich erkennen. Denn ich will gnädig sein ihren Missetaten, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.-« Indem er sagt: -»einen neuen Bund-«, hat er den ersten zu einem alten gemacht. Was aber alt wird und betagt ist, das ist dem Ende nahe.
Die von Dir zitierte Bibelstelle (5.Mose 22,5) gehört zu den Vorschriften des alten Bundes, der mittlerweile ersetzt worden ist durch das Opfer Jesu am Kreuz, welches den neuen Bund begründet hat. Und in
dem leben wir jetzt und dessen Vorschriften gelten jetzt.
Folglich wird z.B. die in 5.Mose 21, 18-21 enthaltene Vorschrift nicht angewendet. Die ist heftig (Todesstrafe für ungeratene Söhne):
Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, und wenn ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold, dann sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, dass ganz Israel aufhorche und sich fürchte.
Niemand kommt auf die Idee, auf die Einhaltung dieser Vorschrift zu pochen. Aber die Stelle über die Kleidung wird gerne mal hervorgekramt.
Wer sich auf die Einhaltung
einer Vorschrift beruft, muss allerdings
alle Vorschriften einhalten.
LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)