Verschwinden von Klamottenläden
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Wo kann man einkaufen? Auf was sollte man achten?
Martin-a
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Verschwinden von Klamottenläden

Post 1 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Hallo zusammen

Sagt mal, spürt ihr auch in D oder A ein recht starkes Verschwinden von Klamottenläden oder gar ganzen Ladenketten? In der Schweiz sind innert kurzer Zeit mehrere Ladenketten und zahlreiche Einzelläden zugegangen. (ag) In diversen Einkaufszentren hat es bereits mehrere Lücken (, wenn nicht gleich das ganze Einkaufszentrum geschlossen wird/wurde). Eine grössere Ladenkette (140 Filialen in der Schweiz) ist gerade etwas älter als ein Jahr geworden, bevor sie hops ging. Die Schuld wird dem Onlinehandel gegeben. Das eigentliche Problem, dass die Leute nach Abzug von Steuern, Miete und Krankenkasse immer weniger Geld im Sack haben, wurde nicht erwähnt. Und ein weiteres Problem ist, dass die Ladenmieten vielfach viel zu hoch sind. Das schadet vor allem den kleinen Läden.

Übrigens hatte ich heute eine gute Lektion, dass im Onlinehandel nicht immer alles erhältlich ist. Ein blauweiss gestreifter Rock, den ich im H&M-Laden fand, gab es online im H&M-Store gar nicht zu kaufen. Ebenso ein blaugraues Kleid, das man witzigerweise aber nur in einer einzigen Filiale bekam.

LG Martin-a
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.
edeka
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 2 im Thema

Beitrag von edeka »

Hallo Martin-a,
die Problematik mit Onlinehandel und hohen Ladenmieten ist in D eigentlich dasselbe. Auch, dass die Leute wegen Miete etc weniger Geld im Sack :lol: haben.
In der Schweiz kommt das Problem dazu, daß die Leute über die Grenze nach D zum einkaufen fahren.
Trotzdem kriege ich vom Klamottenladensterben im Moment kaum was mit. Außer dass Charles Vögele (Schweizer Kette) bei uns gerade seine Filialen dicht macht.
Und wahrscheinlich gab es schon ein sterben von Einzelläden, dafür gibt es inzwischen viele Ketten. Auch Ketten, die lauter kleine Läden haben.
Ich habe allerdings den Eindruck, daß es bei uns ein Überangebot an Einkaufszentren und Klamottenläden (zumindest in den mittleren und grossen Städten) gibt. Wenn man während der Woche durchläuft, stehen die ziemlich leer. Wahrscheinlich können sie nur existieren, weil die Angestellten Billiglöhner sind, und die Klamotten unter übelsten Verhältnissen (für die Arbeiter) in Bangladesh etc produziert wurden.
Dazu kommt, dass Klamottenkauf eine Freizeitbeschäftigung geworden ist: kaufen, paar mal tragen, wegwerfen, wieder neu kaufen ... Das hält viele Läden noch am Leben.
Aber es würde mich nicht wundern, wenn bei uns auch bald ein grösseres Ladensterben einsetzt.

LG ascona
Martin-a
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 3 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Hallo ascona

Der direkte Nachfolger und Retter von Charles Vögele (die Ladenkkette OVS) wird in wenigen Wochen auch Geschichte sein. Switcher, Blackout, Yendi und einige kleineren Ladenketten gibt es nicht mehr. Das mit dem Einkaufstourismus ist ein grösseres Problem. Kommt auch daher, dass für viele Schweizer die Schweiz zu teuer geworden ist. Das mit zuvielen Klamottenläden ist schon so. Aber es gibt schon Einkaufszentren und Stadtteile, die von geschlossenen Läden nur so strotzen. Das ist dann ein unschönes Bild und kann einer Region massiv schaden. Viele leere Läden ergeben das Bild einer unrentablen Region/Quartier. Das kann vielleicht dazu führen, dass der Rest auch noch verschwindet.

LG Martin-a
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 4 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

was nach meiner Meinung oft verschwindet, sind die kleinen privat geführten Geschäfte. Die ersetzt werden eben durch die großen Ketten, die in fast jeder größeren Stadt zu finden sind. Mit dem Ergebnis, wen ich mal in einer anderen Stadt unterwegs bin, alles ist einheitlich. Die Geschäfte sing gleich gestaltet, Wiedererkennungseffekt der Ladenkette. Die Angebote sind so wie bei mir zu Hause. Ja und wenn etwas nicht vorrätig ist, können die Mitarbeiter auf den Warenbestand anderer Läden zugreifen. Ist mir mal bei einer Drogeriekette so gegangen. Ich wurde zu einem Geschäft einige Straßen weiter geschickt, da war das von mir Gesuchte noch ausreichend vorhanden.


Und das Ladensterben hat auch in Deutschland schon eingesetzt. Gerade in kleineren Städten, die für Ketten nicht attraktiv sind, gibt es einen hohen Leerstand an Ladengeschäften. Da wird sprichwörtlich schon Nachmitttags und an Wochenenden der Bürgersteig hochgeklappt. Das Einkaufen findet dann nur noch als Erlebnis in großen Shoppingcentern am Rande der Städte möglichst in Autobahnnähe Stadt. aber langsam habe in einigen Regionen die Verantwortlichen reagiert und es entstehen wieder belebte Innenstädte im Wechsel von Gastronomie und verschieden Läden. Es muss aber von uns als Konsumentinnen auch angenommen werden, damit diese Läden nicht nach kurzer Zeit wieder schließen. Und damit wir auch etwas zum Geldausgeben übrig haben, ist sicher auch die Frage nach gerechter Bezahlung und der Lebenshaltungskosten nicht außer Acht zu lassen.

Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 5 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Die Geschäfte sing gleich gestaltet, Wiedererkennungseffekt der Ladenkette. Die Angebote sind so wie bei mir zu Hause
Härter formuliert: Das Angebot ist überall gleich langweilig und nahezu uniform. :roll:

Wenn ich etwas Besonderes haben will, muss ich kleine Geschäfte aufsuchen (die es kaum noch gibt) oder im Secondhand-Bereich schauen (das ist umweltfreundlicher).

Letztens waren wir einige Tage in Valencia. Geradezu ein Einkaufsparadies, weil es noch sehr viele kleine Läden mit vielfältiger Auswahl zu angemessenen Preisen gibt und man nicht auf die großen Ketten angewiesen ist.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Nicole Fritz
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Martin-a,

hier in Simmern haben im letzten Jahr zwei Läden zu gemacht: Bon-Prix-Outlet und Charles Vögele. Das Online-Angebot von Bon-Prix ist anders und vor allem erheblich teuer als es in dem Laden war. Ich kaufe inzwischen das meiste in Second-Hand-Läden, da in den kleinen Läden, die auch immer weniger werden, die Preise für mich zu hoch sind - nur Röcke in meiner Größe gibt es da so gut wie nie. Bei Billig-Ketten wie Kick - wo man wegen der Bedingungen der Mitarbeiter vor allem in der Produktion ein schlechtes Gewissen haben muss - gibt es für mich meistens nur eine Größe: zu klein.

Auf der Suche nach passenden Röcken zu meinen vielen neuen Oberteilen war ich letztlich bei C&A in Koblenz. Auch dort habe ich den Eindruck, dass vor allem nur noch Einheitsware - in Einheitsgröße zu klein - verkauft wird. Vom Geist der Firmengründer Clemens und August Brenninkmeyer ist jedenfalls kaum noch etwas zu spüren. Die haben beispielsweise die amerikanischen Größen für Jeans eingeführt und diese damit auch für Mollige tragbar gemacht.

Mit den großen Billig-Angebot ergibt sich ein völlig verzerrtes Bild. Wenn ich mir die Frauen draußen auf der Straße anschaue, haben nicht viele von ihnen eine Figur, mit der sie die massenhaft angebotene Ware tragen können. Es wird also Billig suggeriert, aber die meisten müssen letztlich tief in die Tasche greifen, wenn sie etwas Ansprechendes haben wollen. Sonst ist das Angebot sehr dünn - es sei denn man steht auf schwarz. Bei Kick sehe ich vor allem schlanke junge Mädchen als Kundinnen.

Online-Einkauf ist für mich keine wirkliche Option. Wenn ich im Laden absolut nichts bekomme - wie beispielsweise einen BH in Größe 100 A - bestelle ich. Wenn es günstig ist, gibt es keine kostenlose Rücksendung. Was soll man dann mit den Sachen anstellen, wenn sie nicht passen? Wie schön ist es da doch, wenn man im Laden anprobieren kann?

LG Nicole
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 7 im Thema

Beitrag von Exuser-2019-01-04 »

Hallo miteiander,

sehr ärgerlich finde ich den Umstand, daß man Online kaum noch zielsicher die gewünschte Größe kaufen kann. Nicht, weil die nicht angeboten wird, sondern weil die oftmals aus chinesischer Produktion stammenden Kleidungsstücke offenbar stets falsch ettikettiert werden. Manchmal ist XL zu groß, XXXXXL aber wesentlich zu klein. Die mit abgebildeten Größenvergleichstabellen scheinen irgendwo her zu stammen und passen seltenst, keine Ahnung warum. Selbst wenn EU-Größen mit angegeben werden, stimmen diese ebenfalls sehr selten. Will man zurückschicken, heisst es, das Porto nach China muß selbst getragen werden - das ist mehrfach teurer, als die Ware selbst.

Fazit: selbst im Laden zu kaufen verhindert wohl am ehesten Fehlkäufe, oder man wählt seriöse Handelhäuser (z.B. _tt_) mit bequemer Rückgabe an das Handelshaus selbst

VG Sasha
Christiane
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 8 im Thema

Beitrag von Christiane »

Martin-a hat geschrieben: So 10. Jun 2018, 08:01 Das mit dem Einkaufstourismus ist ein grösseres Problem.
LG Martin-a
Hallo Martina

Hmmm - so ganz kann ich das jetzt nicht nachvollziehen. Musste mal in Singen/Hohentwiel (D) rausfahren wegen Baustelle - einmal quer durchs Kaff.
Eigentlich müssten hier alle Läden nur noch so brummen, wegen der grenznahen Einkäufe.
Ich hab ganze verwaiste Ladenzeilen gesehen - herunter gekommen - ich hab den "Todeskampf" echt gespürt.
Da war mir dann echt schleierhaft, wo die Leute hinfahren.
O.k. - Konstanz ist überlaufen und ein paar andere Standorte auf der anderen Rheinseite auch. Aber - nur punktuell - andere Orte sehen aus, wie ausgestorben.

Der Handel hat dezent gepennt und die Verantwortlichen, die diese Super-Gau-Parks auf der grünen Wiese genehmigen, sind die willigen Totengräber.
Genau die jammern dann über aussterbende Innenstädte. "Ein Schelm der Arges dabei denkt." :wink:

Und dann gibt es auch noch die "extrem Anpassungsfähigen" (triefende Ironie!!).
Ich sag nur Luzerner Läden - Au Backe!!
Ich brauchte Jeans - so wie jedes Jahr ( :mrgreen: ). Anprobiert - passt - nehm ich 3 Stück! Sie hatten genau diese eine Jeans in meiner Grösse! :roll:
Sie könnten mal schauen, ob sie die für mich nachbestellen können - kann sie mir aber wirklich nicht versprechen............ . :roll:
Gut, dann nehme ich halt noch ne andere Farbe - da war halt die Einzige in meiner Grösse schon weg. :?
Gehst Du in so einen Laden noch rein??? Ich renn doch nicht 5 Mal in so einen blöden Schuppen, um 4 Mal ohne Resultat raus zu gehen - dafür ist mir meine Zeit echt zu Schade.
Ich hab ja nur die Chance am Donnerstag bis 20:00 Uhr - oder am Samstag von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr - willkommen im Mittelalter!!
Wenn ich Lotto spielen will, kauf ich mir nen Schein.
Klamotten müssen verfügbar sein, wenn ich sie brauche - das kann ich eigentlich von jedem normalen Bekleidungsgeschäft erwarten - vor allem bei Jeans - oder bin ich jetzt zu anspruchsvoll?
Wenn ich MM-Zeugs brauche - muss das so schnell und reibungsarm wie möglich (weil ich es hasse!) über die Bühne gehen - am besten von allem 5 Stück - Ruhe für ein Jahr - fertig!
Und - ich bin da nicht so wählerisch wie im FM. :mrgreen:
Und - da hilft es mir auch nicht, wenn mir die Verkäuferin dauernd wie ein kleiner Hund nachläuft und nur noch, deutlich teurere Ware anschleppt - das macht mich höchstens bestialisch sauer.
Das Blöde ist - die kann ich nicht bestellen - da muss der Zwerg reinspringen und sehen, ob sie passen.
Dann halt wieder in Nürnberg, Hamburg oder Kiel. (Schulter zuck!)
Zumindest habe ich dort dann auch mehr Zeit.

Schönen sonnigen Sonntag noch!
Liebe Grüße
Christiane
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Sabrina Verena
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 9 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Magdalena hat geschrieben: So 10. Jun 2018, 08:26 Hallo,

was nach meiner Meinung oft verschwindet, sind die kleinen privat geführten Geschäfte. Die ersetzt werden eben durch die großen Ketten, die in fast jeder größeren Stadt zu finden sind. Mit dem Ergebnis, wen ich mal in einer anderen Stadt unterwegs bin, alles ist einheitlich. Die Geschäfte sing gleich gestaltet, Wiedererkennungseffekt der Ladenkette. Die Angebote sind so wie bei mir zu Hause. Ja und wenn etwas nicht vorrätig ist, können die Mitarbeiter auf den Warenbestand anderer Läden zugreifen. Ist mir mal bei einer Drogeriekette so gegangen. Ich wurde zu einem Geschäft einige Straßen weiter geschickt, da war das von mir Gesuchte noch ausreichend vorhanden.


Und das Ladensterben hat auch in Deutschland schon eingesetzt. Gerade in kleineren Städten, die für Ketten nicht attraktiv sind, gibt es einen hohen Leerstand an Ladengeschäften. Da wird sprichwörtlich schon Nachmitttags und an Wochenenden der Bürgersteig hochgeklappt. Das Einkaufen findet dann nur noch als Erlebnis in großen Shoppingcentern am Rande der Städte möglichst in Autobahnnähe Stadt. aber langsam habe in einigen Regionen die Verantwortlichen reagiert und es entstehen wieder belebte Innenstädte im Wechsel von Gastronomie und verschieden Läden. Es muss aber von uns als Konsumentinnen auch angenommen werden, damit diese Läden nicht nach kurzer Zeit wieder schließen. Und damit wir auch etwas zum Geldausgeben übrig haben, ist sicher auch die Frage nach gerechter Bezahlung und der Lebenshaltungskosten nicht außer Acht zu lassen.

Viele liebe Grüße Magdalena
Hallo!
Ein Aspekt für das Ladensterben ist die Fixierung auf den MIV. Früher konnten die Leute mit den Wagen in die Innenstadt fahren, was heute wegen Fussgängerzonen nicht geht.
Gleichzeitig ist aber das Angebot an ÖPNV sehr bescheiden, gerade auch, wenn man aus dem Umland kommt.
Auch ist es sehr ärgerlich, wenn man Zeitkarten nur Strecken gebunden bekommt und nicht für das Gesamtnetz eines Verkehrsbetriebes oder gar Verkehrsverbundes.
In dem Zusammenhang kommt noch die kostenpflichtigkeit von Parkplätzen und Parkhäusern am Stadtrand. Eigentlich soll man ja den Wagen dort stehen lassen und mit dem Bus oder der Stadtbahn in die Stadt rein fahren.
Die vielen Einkaufszentren auf der "Grünen Wiese" sind aber das Hauptproblem. Das Ladensterben begann schon, bevor es Onlinehandel gab.
Dieser gibt dem örtlichen Einzelhandel allerdings den Rest.
Ach ja die Einkommensverhältnisse (sinkende Einkommen der Kunden) und steigende Ausgaben (Steuern, Mieten, Pachten usw.) kommen auch noch dazu.
Ich habe bewusst nicht die Löhne der Verkäuferinnen aufgelistet, da diese eher gesunken sind.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
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Martin-a
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 10 im Thema

Beitrag von Martin-a »

Hallo zusammen

Gebe mal mein letztes Shoppingerlebnis wieder.

Zu den Eckdaten. Ich lebe in einem Dorf mit 7,2k Einwohner. Das liegt neben einer Stadt mit 20k Einwohner. Wir haben da 3 kleinere Shoppingcenter mit max. 30 Läden. Ein weiteres ist in einer anderen Nachbargemeinde. Eins dieser Center, gerade mal ca. 5 Jahre alt, wurde letztes Jahr total umgebaut und mit neuen Ladenketten bestückt.

In einem Center ist die erwähnte OVS, die demnächst dicht macht. Dort drin hatte ich einen Rock gesehen. Angeschrieben mit 48/ Euro 44. Ich brauch normalerweise 42 bis 44. Das Teil war zu klein. Geschätzt höchstens Grösse 40. Auch bei anderen Klamotten im selben Laden dasselbe Problem.

Weiter in einem anderen Center. Dort hat es einen H&M. Die hatten mal Kleidungsstücke verkauft, die in Bezug angeschriebenen Grösse viel zu klein waren. Dieses Wochenende gab ich dem Laden wieder eine Chance und fand einen blauweiss gestreiften Rock. Doch meine Grösse hatten die leider nicht. App angeschmissen, um rauszufinden, ob es den Rock in einer anderen Filiale finden kann. Erste Enttäuschung, die Scan und Researchfunktion hatte überhaupt nicht funktioniert. Danach im Online-Shop gesucht. Auch dort nichts gefunden. Einen danach durchgeführten Test mit 10 verschiedenen Röcken zeigte mir, dass meine Grösse 8x ausverkauft war. So bringt auch Online-Shopping nichts. Also fuhr ich nach Zürich, um die beiden Filialen in der Bahnhofstr. abzuklappern. In der ersten Filiale fand ich den Rock nicht, dafür ein tolles Kleid. In der zweiten Filiale fand ich den Rock auch in meiner Grösse, doch das Kleid hatten die nicht. Nun habe ich ein Rock und ein Kleid mehr, aber das mit einem ziemlichen Krampf.

Da die kleineren Städten eher kleinere Filialen und Läden haben, besteht eher die Gefahr, dass Kunden in die grösseren Städten abwandern, weil sie nichts passendes finden können.

Betreffend Second-Handläden in der Schweiz. Die sind in der Regel teurer als die normalen Klamottenläden.

In Luzern habe ich 3 Stammklamottenläden, die ich regelmässig frequentiere, wenn ich in Luzern bin. Einer ist ein Second-Handladen, dessen Besitzer ich sehr gut kenne. Auch er klagt das Leid, dass es nicht mehr so gut läuft wie früher. Dabei hat er Klamotten, die man kaum woanders kriegt.

Sabrina Verena tönt die starke Ausrichtung an den MIV an. Ist in der Schweiz nicht mehr so ein Problem, weil Shoppingcenter verpflichtet werden, für eine anständige ÖV-Anbindung zu sorgen. Kommt auch daher, dass in der Schweiz viel mehr Leute den ÖV benutzen.

Betreffend Einkaufstourismus nach D. Südlich von Singen soll ein neues Shoppingcenter im Bau sein. Viele Schweizer fahren auch nach Jestetten. Sehr gefragt sind Weil, Lörrach, Rheinfelden (Baden), Bad Säckingen, Laufenburg (Baden), Waldshut, Koblenz (Baden) und Konstanz.

LG Martin-a
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 11 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Die vielen Einkaufszentren auf der "Grünen Wiese" sind aber das Hauptproblem. Das Ladensterben begann schon, bevor es Onlinehandel gab.
Das G3 Shopping Resort nördlich von Wien hat sich innerhalb der letzten drei Jahre zum Schlechteren entwickelt. Mittlerweile gibt es dort viel Leerstand und das Gesamtsortiment ist kleiner geworden. Trotz guter Verkehrsanbindung nebst Bushaltestelle direkt vor dem Center.

Auch im Donauzentrum fast mitten in Wien mit U-Bahn-Haltestelle ist einiger Leerstand entstanden.

Und bei uns in der Kleinstadt (15.000 Einwohner) haben schon etliche Läden geschlossen. Zur Zeit schließt das letzte Schuhgeschäft aus Altersgründen (kein Nachfolger), so dass ich demnächst für eine Reparatur in den Nachbarort fahren muss. Vorher sind in den letzten Jahren zwei Klamottenläden und ein anderes Schuhgeschäft verschwunden.

Eine Einkaufsfahrt nach Hannover ist kosten- und zeitaufwendig und nicht notwendigerweise von Erfolg gekrönt, wenn ich etwas Bestimmtes suche.
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 12 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

nach den vielen negativen Berichten, möchte ich auch mal wiedergeben, das es auch anders geht. Es war bei meinem Urlaub im letzten Jahr. Das Hotel in dem ich mich einquartierte,lag nicht gerade im Zentrum der Stadt. Und dennoch habe ich mein Auto nur zur An- und Abreise benötigt. Mit dem Bus kam ich zu jeder Zeit überall hin. Und mit dem entsprechenden Fahrschein sogar unkompliziert ins benachbarte Bundesland. In der Stadt selber sind zwei Kaufhäuser ansässig, die noch familiengeführt sind. Also nicht zu einer der bekannten Ketten gehören. In den beiden Häusern bin ich sehr gut bedient und beraten worden. Beim Kauf einer Hose, welche mir zu lang war, kam umgehend eine Schneiderin. Da ich am Folgetag schon abreiste, konnte ich noch am gleichen Tag die geänderte Hose mitnehmen. die Häuser boten einen Service, der allerdings nicht zum Nulltarif zu bekommen ist.


Viele liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 13 im Thema

Beitrag von Martin-a »

OVS in der Schweiz hatte auch einen Schneider- und Anpassungsservice. Aber auch das hatte nicht gegen den Untergang der Kette in der Schweiz geholfen. Ein Problem in der Schweiz ist, dass Dienstleistungen aller Art irre teuer sind.

LG Martin-a
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 14 im Thema

Beitrag von Vincent »

Dolores59 hat geschrieben: So 10. Jun 2018, 08:53
Die Geschäfte sing gleich gestaltet, Wiedererkennungseffekt der Ladenkette. Die Angebote sind so wie bei mir zu Hause
Härter formuliert: Das Angebot ist überall gleich langweilig und nahezu uniform. :roll:
Und obendrein haben diese Großketten praktisch alle einen Onlineshop, mit dem identischen Angebot. Warum sollte ich also in einen Laden fahren, und dort vergleichsweise lange ach den Größen und Teilen suchen die ich online schnell im Überblick habe?
Dabei vielleicht noch Geld für die Fahrt aufzuwenden?
Obendrein auch noch schnell sein zu müssen, weil alle um 20:00 die Pforten schließen müssen und Sonntags zu haben, im Gegensatz zum Onlinehandel...

Kleine individuelle Geschäfte sind im Zentrum Münchens komplett ausgestorben so dass ich in den letzten Jahren maximal zwei Mal zum Einkaufen im Stadtzentrum war -obwohl ich in München lebe.

Mal sehen, wie sich das so entwickelt (wo)
LG

Vincent
Inga
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Re: Verschwinden von Klamottenläden

Post 15 im Thema

Beitrag von Inga »

Hi,

bisher hier nicht angesprochen: Einen großen Anteil am Umsatz von Damenkleidung haben auch die Lebensmitteldiscounter in ihren wöchentlich wechselnden NonFood-Produkten und auch der Kaffeehändler Tchibo vertreibt reichlich Kleidung.

Ich selbst liebe es, auf Flohmärkten ach übschen Sachen zu gucken.

Liebe Grüße
Inga
Antworten

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