Ich halte die Argumentation des Artikels für überhaupt nicht schlüssig. Der Paketbote macht schließlich seine Tour und auch wenn er nicht in jedem Haus ein Paket abgibt oder eine Retour annimmt, so fährt er doch sicher weniger Kilometer als wenn jeder Kunde einzeln in die Stadt fährt. Ökologisch wird die Sache noch interessanter, wenn der Lieferwagen mit Ökostrom "betankt" wird.
Was gar nicht berücksichtigt wird: Beim stationären Handel finde ich nicht alles in einem Geschäft (d.h. zusätzlicher Verkehr), was ich Online auf einmal bestellen kann. Außerdem kommen die Verkäuferinnen morgens zur Arbeit und abends wieder zurück, der Laden wird geheizt und beleuchtet, was (pro Verkauf) alles viel mehr Energie frißt als das Lager eines Versandhändlers.
Ich sehe den stark wachsenden Online-Handel aus ganz anderen Gründen extrem kritisch:
- Konzentration und damit Marktmacht mit allen Konsequenzen
- Echte Beratung lohnt sich nicht mehr, weshalb insbesondere die Läden mit qualifiziertem Fachpersonal mehr und mehr verschwinden
- Die Innenstädte veröden
Ich hoffe deshalb, daß sich das duale Geschäftsmodell mehr und mehr durchsetzt, wo also Läden und Online möglichst gut verzahnt sind.
Der Film "Email für Dich" bringt es -- noch ohne Online-Handel aber nach demselben Prinzip -- auf den Punkt: Es geht Lebensqualität des kleinen Ladens um die Ecke und gute Beratung im Kampf mit dem übermächtigen Gegner verloren. Und der Film hat auch gleich die Lösung: die beiden verlieben sich, d.h. sie gehen zusammen
Silke