Viktoria-TV hat geschrieben: So 11. Mär 2018, 13:33
Aber frag deine Frau mal, auch wenn du dich ihr nicht als Victoria zeigst, ob sich das Bild in ihrem Kopf nicht verändert hat. Bist du für sie immer noch ein Mann?
Meine Frau sagt immer, wenn ich ein Problem mit etwas habe, dann liegt das an mir selbst, nicht an der Sache. Sie meint dann immer, dass sie die Dinge nicht ändern kann, sie kann nur ihre Einstellung dazu verändern. Es scheint auch bei dir so zu sein: Du scheinst ein Problem damit zu haben. Du kannst dich darüber beklagen und das ganze Mist finden, ändern wirst du so nichts. Du kannst aber versuchen deinen Frieden damit zumachen. Du verlierst deinen Mann dadurch ja nicht.
Hallo betty,
die Einstellung, die Viktorias Frau hat, ist auch meine: wenn ich ein Problem mit etwas habe, dann liegt es an meinem Denken.
Wie du selbst ja schreibst, ist es das, was in deinem Kopf an Gedanken passiert, was dich ängstigt und dir dieses Unbehagen bringt.
Es gibt eine Frau in der Welt, die das Hinterfragen der Gedanken sehr genau untersucht hat und erfolgreich einen Weg gefunden hat, seine Gedanken zu verändern.
Das funktioniert natürlich nur - wenn ein Mensch das so wirklich will und bereit dafür ist.
Byron Katie The Work
http://thework.com/sites/thework/deutsch/
Ja betty, es gibt Frauen, die meinen sie können nicht alleine sein und bleiben bei ihren Männern.
Diese Situation gibt es auch bei "ganz normalen Paaren".
Wenn eine Frau Angst vor dem Alleinsein hat, dann ist das größere Problem bei der Frau, nicht beim Partner und dann wäre eine Therapie eine Möglichkeit - doch leider ist das nicht immer so klar, woran welches Problem im Leben/in der Beziehung liegt.
Viele Menschen haben heutzutage gar keinen Zugang mehr zu ihren Gefühlen und Bedürfnissen und können vieles, was in ihnen vorgeht gar nicht mehr wirklich benennen. Vielleicht geht das vielen Partnerinnen und Partnern so?
Und wenn es so ist, dass Männer sich in Frauenkleidern wohlfühlen und dies angenommen tatsächlich abnormal wäre, was muss wohl im Leben eines Mannes so schief liegen, dass er zu diesem Mittel greifen muss? Trauma, unnatürlicher gesellschaftlicher/familiärer Zwang nicht sich selbst sein zu dürfen - und ganz viel mehr. Müsste man denn dann nicht hinterfragen, was im Leben des Menschen schief gelaufen wäre? Was in der Familie alles schief gelaufen ist? Usw, usw.
(BTW, ja doofe Formulierung, Zwang kann nie natürlich sein - doch weiß ich es jetzt nicht besser zu formulieren)
Als Denies sich entdeckte (sie ist nun kurz vor der GaOp), hatte ich nicht an ein Forum gedacht. Das kam erst später als wir Michaela P. in Mönchengladbach bei einem Stammtisch kennenlernten.
Ich hatte damals als ich Denies die Frauenkleider hin legte, keine Ahnung was ich lostreten würde, doch ich spürte "da stimmt etwas nicht und das muss raus".
Glaub mir auch wenn ich einen richtig guten Umgang damit habe, dass Denies transsexuell ist, wer sagt, dass es einfach ist?
Damit ich die Kraft habe, wirklich damit umzugehen, habe ich Familienaufstellungen gemacht und mir The Work vorgenommen und erst einmal einen kraftraubenden familiären Konflikt in Angriff genommen, der schon über 30 Jahre alt war.
Ist doch interessant, dass der Konflikt so alt geworden ist, die Furchen und Kluften gewaltig und ich es trotzdem geschafft habe, eine Einstellung zu bekommen, die es mir plötzlich leicht gemacht hat, mit meiner Mutter wieder liebevoller und freundlicher umzugehen. Dieser Prozess dauerte auch fast ein Jahr, aber ich habe es in meinem Rhythmus und Tempo geschafft.
In der Trauerphase habe ich viel in mir aufgeräumt und insgesamt bin ich seit 1 1/2 Jahren sehr auf mich geworfen und mit mir selbst konfrontiert - dabei habe ich schon vor 20 Jahren angefangen, mein Leben aufzuräumen.
Wenn ich das damals nicht begonnen hätte - wäre ich vielleicht heute auch eine hadernde Ehefrau.
Ich dachte vor 5 Jahren ich hätte meinen Traumprinzen getroffen, einen Mann wie ein Lottogewinn - Pustekuchen, der Mann ist eine Frau!!!
betty, du bist mir im Winter 2016 hier im Forum das erste Mal begegnet.
Seitdem wissen wir hier, dass du mit der Frau in deinem Mann haderst. Dein Mann hat sich schon viel länger vor dir offenbart und es sind schon viele hadernde Jahre.
betty, das was du machst und wie du mit dir umgehst, ist enorm anstrengend und raubt auch dir die Kraft.
Meinst du nicht, es wäre vielleicht gut, wirklich mal einen neuen Ansatz zu wagen?
Die Angst, die dein Mann in dir hervorbringt, ist nur ein Knopf, welchen er drückt, der aber schon vorher durch ein Ereignis in deinem Leben angelegt wurde. Was ist die Ursache dieser Angst?
Etwas haben dir schon so viele geschrieben, dass es so ist, wie es ist: wenn so mancher Mann anders könnte, würde er lieber seine Männerrolle erfüllt, glücklich auskleiden als diesen Weg zu gehen.
Es ist keine Entscheidung - einfach so, die ein Mensch trifft - das haben dir andere auch schon geschrieben.
Transsexuelle Männer und Frauen sind kein neuzeitliches Phänomen, Transsexualität ist schon hunderte von Jahren "alt" und es gibt sie durch alle Kulturen hindurch.
Ich kann nicht bestimmt sagen, dass es in allen Urvölkern so wahr, doch von denen ich weiß, wurden diese Menschen sogar verehrt, besonders geachtet.
Hier ein Beispiel:
https://www.sein.de/two-spirit-people-z ... m-koerper/
Deine Worte hier klingen vorwurfsvoll und da ist es die Natur der Sache selbst, dass jene, die hier sich zusammen gefunden haben, in eine verteidigende Haltung gehen, sich angegriffen fühlen.
Jene, die in ihrem stillen Kämmerlein sitzen und nicht rausgehen, sie haben auch Ängste, nicht anders als du auch. Hadernde und vorwurfsvolle Worte machen höchstens etwas noch schlimmer, aber nicht besser.
Sobald man jemanden in eine Verteidigungshaltung bringt, werden dessen Mauern nur noch manifester, stärker, höher, breiter und armierter.
In einer Verteidigungshaltung kommt dann oft zum gegenüber auch nur wieder Hadern und Vorwürfe, was dann eine "wunderbare" Wechselwirkung hervorruft und zu einem Teufelskreis wird.
So ähnlich empfinde ich es hier im Schreiben mit dir auch.
Ich wünsche dir sehr, dass der Knoten in deinem Leben einmal platzen kann und du viel Erleichterung empfinden kannst.
Viele Grüße vom nachdenklichen Drachen, Ulla