"Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ
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ExuserIn-2018-07-15

"Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 1 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Di 20. Feb 2018, 14:07

Hallo,
ich stecke in einer emotionalen Zwickmühle und weiß nicht, wie ich da herauskommen soll. Einerseits kann ich aufgrund meiner Vorgeschichte erst in ein paar Jahren überhaupt den gerichtlichen Antrag auf VÄ/PÄ stellen, andererseits befürchte ich schon jetzt, dass ich dafür nicht die seelische Stärke aufbringen werde, obwohl ich alles andere als schüchtern bin. Meinen Schritt zur "Vollzeitfrau" habe ich nur 8 Monate nach der erstmaligen Erkenntnis meiner Identität getan, was meine ganze Kraft kostete - aber hier erhebt sich eine Hürde, die unüberwindbar erscheint.
Leider bin ich durch die hochnotpeinliche Erstuntersuchung beim Endokrinologen, der mich sowohl psychisch als auch körperlich an die Grenze des Ertragbaren brachte und mich erst wie eine infame Lügnerin, danach wie ein Stück Fleisch behandelte, nachhaltig traumatisiert worden. Als ich anschließend zurück auf die Straße kam, zitterte ich am ganzen Körper und weinte zum ersten Mal in aller Öffentlichkeit, fühlte mich noch monatelang regelrecht vergewaltigt. Ich denke, dass ich deshalb noch etliche Jahre schweißgebadet aus dem Schlaf hochschrecken werde.

Wenn ich jetzt lese, was in einem aktuellen Gutachten des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrage des Bundesministeriums für Familie ... zur Praxis der Zwangsgutachterei diagnostiziert wird, wird mir klar, dass ich im Schlimmstfalle zwei weitere Leute vom Schlage meines Endo's erwarten darf, die mich sogar mehrfach seelisch misshandeln und körperlich erniedrigen dürfen, weil ich ja die "Dumme" bin, die sie um ein positives Gutachten anbetteln muss.
Da die Humboldt-Uni nicht unbedingt dafür bekannt ist, reißerische Propaganda zu betreiben, nehme ich deren Feststellungen sehr ernst.
Deshalb weiß ich nicht, was ich in ein paar Jahren tun soll. Einzige Hoffnung ist, dass der gesamte menschenrechtsverletzende TSG-Irrsinn bis dahin auf Nimmerwiedersehen aus dem deutschen Recht verschwunden ist.

Ich hab keine Ahnung, wie ihr, die ihr dieses Verfahren durchlaufen habt, überhaupt noch ruhig schlafen könnt. Was hat man letztlich von korrekten Papieren, wenn man bis an sein Lebensende mehrfach traumatisiert ist? "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Ich genieße das Glück, endlich meine Identität zu leben, und will nicht wegen irgendwelcher Unmenschen in der Klapse landen.

Wer das gesamte Gutachten lesen mag, findet es hier: https://www.bmfsfj.de/blob/114064/25635 ... 7-data.pdf

Ich zitiere abschließend nur ein paar der schlimmsten Feststellungen zur Zwangsgutachterei:
"Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen Begleitmaterial zur Interministriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität - Band 7"

Das Erfordernis der Sachverständigenbegutachtung als Voraussetzung der rechtlichen Anerkennung der eigenen geschlechtlichen Identität ist eine gravierende Verletzung des verfassungs- und völkerrechtlich garantierten Rechts auf Selbstbestimmung und Privatsphäre, ebenso ein Verstoß gegen die Verbote der Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität. In Einzelfällen kann daneben das Recht auf Erreichen des individuellen Gesundheitszustands oder sogar das Verbot auf erniedrigende Behandlungen aus Art. 3 EMRK verletzt sein. Auch mit den Empfehlungen der Yogyakarta-Prinzipien steht die Voraussetzung im Widerspruch.

Die Begutachtungspflicht wird von den betreffenden Personen – abgesehen von dem ihnen aufgebürdeten Zeit- und Kostenaufwand – in zweierlei Hinsicht als Eingriff in ihre Rechte empfunden: zum einen durch die Erfahrungen im Begutachtungsverfahren selber und zum anderen durch Stigmatisierungs- und Diskriminierungserfahrungen, die untrennbar mit der Psychopathologisierung einhergehen. Diese Erfahrungen, die von der Stigmatisierung und Psychopathologisierung resultieren, können bei transgeschlechtlichen Menschen zu schweren gesundheitlichen Beschwerden führen.
Die Begutachtungen werden von Personen, die sie durchlaufen haben, häufig als erniedrigend, grenzüberschreitend und verletzend erlebt.
...
Dabei dürften eine Sitzungsdauer von teilweise acht bis zwölf Stunden (am Stück) sicherlich gegen jegliche Regeln der Begutachtung und der ärztlichen Kunst verstoßen und für sich genommen eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung bis hin zur unmenschlichen Behandlung im Sinne des Art. 3 EMRK und der UN-Anti-Folterkonvention darstellen, gegen die Schutz zu gewähren ist.
Zudem erstreckt sich die Begutachtung nicht selten auf Informationen, die nicht von der nach TSG zu begutachtenden Fragestellung erfasst sind. Erwachsene berichten, dass intime Details aus der Kindheit und der sexuellen Vergangenheit abgefragt werden. Nach heute geltenden diagnostischen Kriterien sind aber weder die psychosexuelle Entwicklung in der Kindheit noch die sexuelle Orientierung ausschlaggebend für die Frage, ob aktuell eine transgeschlechtliche Identität besteht.
...

Svetlana L
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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 2 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 20. Feb 2018, 15:07

Liebe Semele,

raten kann ich dir da leider gar nichts. Aber die Hoffnung, dass das gesamte TSG auf der Müllhalde der Geschichte landen wird, sollten wir nicht aufgeben.

Glaube mir, ich weiß wovon ich schreibe: Man kann natürlich auch als Frau leben und auf TSG-Verfahren, GaOp, Hormone usw. ganz bewusst verzichten. Aber das hilft dir wahrscheinlich in dieser traumatisierten Lage nicht weiter und ich würde dir wünschen, dass die Psychologen für dein PÄ/VÄ-Verfahren - wenn es dann überhaupt noch erforderlich sein sollte - ganz anders sind als der Endokrinologe. Auch bei denen spricht es sich ja mehr und mehr rum, dass das ganze Verfahren für den A...llerwertesten ist und sie im Sinne der Antragsteller_innen agieren.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

MichiWell
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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 3 im Thema

Beitrag von MichiWell » Di 20. Feb 2018, 21:58

Hallo Semele,

das klingt ja fürchterlich, was dir da passiert ist. (dr)
Wenn ich mal fragen darf: Wie bist du denn auf dieses Trampeltier mit endokrinologischer Ausbildung gekommen?

Ich bin zwar nicht selbst in der Situation, aber durch meine persönlichen Kontakte und langjährigen Erfahrungen im Netz weiß ich, dass die am Anfang stehenden TS eigentlich immer kommen und die anderen nach geeigneten Ärzten und Psychologen fragen.

Zu dem Typen solltest du nie wieder gehen. Suche dir einen Arzt, der auf diesem Gebiet bereits Erfahrung hat.
Du wirst sehen, dass die Zukunft dann gleich wieder viel besser aussieht.


Liebe Grüße
Michi
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ExuserIn-2018-05-31

Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 4 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-05-31 » Di 20. Feb 2018, 22:32

Hallo Semele ,ja es ist furchtbar was sie mit uns machen und wieviele schaffen das alles nicht ?
Es ist ein langer Steiniger weg der auch ins Verderben führen kann ,ich selber hatte nach dem ich mein
Gutachten las einen Nervenzusammenbruch aber ich muss sagen ich hatte schon mehrere in mein Leben
und auch heftigere . Aber wie es sei, mir sagte mal eine des eh 99% durchkommen ja und wenn der falsche
durchkommt ? Das kann man rückgängig machen ,nichtso die OP.
Lass dich nicht entmutigen und denke immer dran nur das zu erzählen was du musst ,ich hatte das sehr
pitter lernen müssen.
Und Kopf hoch und pass auf dich auf Süsse )))(:
LG. Deine Christiane

Ps: wenn was ist ,ich bin immer für dich da !

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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 5 im Thema

Beitrag von Eisfee » Di 20. Feb 2018, 22:57

Wenn Du von einem Arztbesuch nachhaltig traumatisiert worden bist, dann solltest Du diesen Punkt vielleicht erst einmal mit psychologischer Beratung innerlich verarbeiten.
Für gewöhnlich müsstest Du doch eh bereits eine psychologische Betreuung haben, wenn Du bezüglich der HRT zum Endo bist?
Oder bist Du direkt zu einem Endokrinologen als aller ersten Ansprechpartner gegangen?
Oder wie genau ist das bei Dir gelaufen?


Generell hat das vielleicht auch gar nicht direkt mit dem Trans-Thema zu tun sondern nur mit diesem einen Arzt.
Möglicherweise haben auch andere Frauen in Deiner Nähe ähnliche Erfahrungen mit diesem Arzt gemacht?

Frauke
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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 6 im Thema

Beitrag von Frauke » Mi 21. Feb 2018, 11:21

Sicher kann alles ganz fürchterlich sein. Aber es kann auch das Gegenteil passieren. Meine persönlichen Erfahrungen mit meinen Ärzten (aus vielen verschiedenen Fachrichtungen) sind sehr positiv. Allerdings habe ich schon früher Ärzte bzw. Ärztinnen, zu welchen ich keine Vertrauensbasis finden konnte, gemieden. Ganz unabhängig vom Thema TS. Das geht natürlich nur, wenn im persönlichen Umfeld eine Auswahl besteht.

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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 7 im Thema

Beitrag von Chrissie » Mi 21. Feb 2018, 17:58

Hi, die oben erwähnten Fälle sind Einzelfälle, die tatsächlich vorkommen können, aber eben nur im Einzelfall. Fast alle, die ich kenne haben bei den Gutachten zur Pae keine Probleme gehabt und fühlten sich auch nicht diskriminiert oder gar traumatisiert.

Es ist natürlich auch eine Frage der persönlichen Einstellung zu dem Thema. Ich sehe es da so wie es ist: der Gutachter soll prüfen ob sich meine Identität nicht mehr ändert und seit mindestens 3 Jahren besteht.

Darin sehe ich nichts schlimmes und beantworte die notwendigen Fragen gern.

Wenn Fragen unter die Gürtellinie gehen , z.b. mit welchem Partner hatten sie Ihre ersten sex. Erfahrungen, erkläre ich, dass diese Frage nichts mit dem Auftrag des Gerichtes zu tun hat, da sexuelle Vorlieben nunmal nichts mit der Geschlechtsidentität zu haben und beantworte sie dann entweder aus „Kulanz“ oder lass es.

Also keine Panik.

Was den Endo anbelangt: Mir hatte auch mal einer gesagt er würde so was nicht machen, da er keine Verstümmelung unterstützen würde.
Ich habe ihm dann gesagt, dass es zum Glück auch Kollegen gibt, die eine ordentliche Ausbildung genossen haben und er sollte sich vielleicht mal in Sachen Trans weiterbilden.


LG Chrissie
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ExuserIn-2018-07-15

Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 8 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Do 22. Feb 2018, 08:26

Hallo,

ohne jetzt alle einzelnen Anfragen bzgl. meines Endos zitieren zu wollen, ergänzend nur Folgendes dazu, weiteres bei Bedarf ggf. per PN:
Selbstverständlich bin ich nicht blauäugig dahergekommen und zum erstbesten Arzt gegangen, ohne mich zuvor genau zu informieren ;-) Ganz im Gegenteil: Der Herr stammt von einer äußerst konspirativ gehandelten Liste mit "transfreundlichen" Ärztinnen und Ärzten, die neben Endokrinologen auch Psychologen, Psychiater, Frauenärzte und Hautärzte zwecks Haarentfernung enthält. Die Liste erhielt ich von einer absolut vertrauenswürdigen Person innerhalb der Trans*Szene, die fast alle dort genannten Ärzte - leider ausgerechnet diesen Endo nicht - auch persönlich kennt.

Ich bin also überspitzt formuliert auf "beste Empfehlung" traumatisiert worden. Damit konnte keiner rechnen. Zwar hab ich das der Vertrauensperson mitgeteilt, aber ob sie den Typen deshalb von der Liste genommen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Da ich im Rahmen meiner Transition ohnehin regelmäßig beim Psychologen (übrigens auch einer von der Liste und dort gibt es keine Probleme!) bin, bearbeiten wir das unangenehme Thema gleich mit.

Ich bin gespannt, ob noch mehr Erfahrungen mit Zwangsgutachter_innen beigetragen werden. Wenn ich dem Wortlaut des Uni-Gutachtens Glauben schenken soll, dann klingt das dort keineswegs so, als würde es sich nur um ein paar negative Einzelfälle handeln ...

LG
Semele

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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 22. Feb 2018, 10:35

Hallo Semele,

danke für die Info. Es erstaunt mich schon sehr, dass dieser Arzt unter Betroffenen als Empfehlung gehandelt wird.

Dir alles Gute und liebe Grüße
Michi
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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 10 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 22. Feb 2018, 12:14

Chrissie hat geschrieben:
Mi 21. Feb 2018, 17:58
....
Was den Endo anbelangt: Mir hatte auch mal einer gesagt er würde so was nicht machen, da er keine Verstümmelung unterstützen würde.
Ich habe ihm dann gesagt, dass es zum Glück auch Kollegen gibt, die eine ordentliche Ausbildung genossen haben und er sollte sich vielleicht mal in Sachen Trans weiterbilden.
...
Crissie,

das ist offenbar seine persönliche Gewissenseintscheidung. Die steht ihm frei. Ihm zu unterstellen er habe keine ordentliche Ausbildung und er sei nicht informiert ist sehr daneben, fast beleidigend. Es gibt auch Ärzte die einen Schwangerschaftsabbruch aus Gewissensgründen ablehnen, das finde ich auch nicht richtig, ist aber deren eigene freie Entscheidung.

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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 11 im Thema

Beitrag von -Alexandra- » Do 22. Feb 2018, 12:33

Hi,
Daneben, bzw erschreckend finde ich, dass es anscheinend tatsächlich Ärzte gibt, die davon überhaut keine Ahnung haben und somit das Leid der Betroffenen noch weiter verschlimmern :((a
Ohje, ein Schwangerschaftsabbruch ist aber dann doch was ganz was anderes als die eigene Geschlechtsidentität und die in den meisten Fällen überlebensnotwendigen geschlechtsanpassenden Maßnahmen :roll:
Manche Dinge kann man nicht schönreden.

LG, Alex

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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 12 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 22. Feb 2018, 15:29

Alex hat geschrieben:
Do 22. Feb 2018, 12:33
....
Ohje, ein Schwangerschaftsabbruch ist aber dann doch was ganz was anderes als die eigene Geschlechtsidentität und die in den meisten Fällen überlebensnotwendigen geschlechtsanpassenden Maßnahmen ...
Au weia, ein Schwangerschaftabbruch ist also einfach mal so ein Ding was man nebenbei entscheidet und macht.... Na gute Nacht! Ich könnte Dir gerne mal ein Gespräch mit meiner Frau vermitteln, die das hinter sich hat und nach nunmehr 36 Jahren immer noch jedes Jahr diesem gewaltigem Einschnitt in ihrem Leben gedenkt.

Und natürlich sind geschlechtsanpassende Maßnahmen ein unbedingt und bedingungslos durchzuführendes Ding, bei dem niemandem eine andere Meinung zugestanden werden darf. :roll: :x

Ich glaube das sollte doch dringend überdacht werden.

Jenina
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Re: "Staatlich geprüfte", aber psychisch kaputte Frau? Mögliche Folgen der Zwangsgutachten VÄ/PÄ

Post 13 im Thema

Beitrag von -Alexandra- » Do 22. Feb 2018, 16:32

Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man einen Schwangerschaftsabbruch nicht mit Transidentität vergleichen kann, weil das was völlig anderes ist.
Ja, ich finde tatsächlich dass geschlechtsanpassende Maßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein müssen wenn es notwendig ist. (falls du das mit "ein unbedingt und bedingungslos durchzuführendes Ding" meinst) Es steht dir natürlich völlig frei eine andere Meinung dazu zu haben, aber helfen wird das vermutlich trotzdem niemandem.

LG, Alex

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