nachdem ich das erste Mal erfolgreich einen Ausflug bestritten hatte, wollte ich das unbedingt wiederholen. Geplant war das ganze für den 18. November 2017 stattfinden. Leider fiel mein Ausflug ins Wasser, da sich kurzfristig ein familiärer Termin einschob.
Als nächstes fasste ich dann den 18. Dezember ins Auge. Mein Plan war erst shoppen zu gehen und dann in die Oper.
Geplant war dass ich um 12 Uhr bei meinem Vigasisten bin. Wenige Tage vor dem Termin, kam dann meine Frau an. Sie hätte am Samstag einen Termin der ihr persönlich wichtig ist und ob ich nicht später starten könne. Etwas wiederwillig stimmte ich zu und buchte alles um.
Je näher der Termin rückte, so nervöser wurde ich. Bereits zwei Nächte vorher schlief ich nicht mehr so gut. Das ich angespannt war, merkte ich deutlich, denn ich hab die Angewohnheit dann mit dem Kiefer zu knirschen. Um 14 Uhr startete ich von zuhause und fuhr zunächst nach Bochum. Im Auto war ich total hibbelig, denn wie beim ersten Ausflug, stellte ich mir die Frage, ob das eigentlich richtig ist, ob man mich erkennt etc. ...Eigentlich ist das ziemlich bescheuert, denn es ist ja nicht der erste Ausflug. Vor dem Shooting gabs auch schon ein paar heimliche und auch da ist nichts passiert. Naja diese Art Lampenfieber scheint irgendwie dazu zugehören.
Aus der halben Stunde laut Navi wurde natürlich eine, denn die Autobahnen im Ruhrgebiet waren natürlich voll. Zuhause hatte ich mich soweit fertig gemacht, dass ich nur Jacke und Schuhe drüber zu ziehen brauchte.
In Bochum angekommen, fand ich auch direkt vorm Haus einen Parkplatz. Die Nervosität stieg. Kami, mein Vigasist, zauberte mir dann ein wunderschönes Makeup. Allerdings war es inzwischen auch 16.30 Uhr. Nachdem er fertig war, wurden noch schnell Nägel aufgeklebt und die Perücke aufgesetzt und dann ging es los. Zuvor bat ich Kami noch schnell ein Foto zumachen.
Quelle: http://fs1.directupload.net/images/171218/fmctll9f.jpgIch trug eine blaue Skinny Jeans, mein weiß-schwarzes Minikleid, welches auch gut als längerer Pullover taugt, meine schwarzen Pumps und meinen schwaren Trenchcoat.
Als ich den ersten Schritt zur Tür hinaus setzte, war es als hätte jemand den Schalter umgelegt. Tatata Vorhang auf, die Show beginnt...da war sie nun Viktoria. In dem Moment passte einfach alles. Die fast zwei Monate gut gehütete andere Seite durfte hinaus. Ich fühlte mich in dem Moment einfach rund um wohl, es hat einfach alles gepasst. Ich fuhr also mit dem Aufzug nach unten, trat auf die Straße raus und ging zu meinem Auto. Danach fuhr ich nach Essen.
Im Parkhaus tauschte ich meine "Männerschuhe" - Autofahren mit High Heels mach ich nicht - gegen meine Stiefel mit 10cm Absatz. Die wollte ich sowieso schon lange mal in der Öffentlichkeit tragen. Leider war es nun schon 17 Uhr, sodass nicht mehr viel Zeit zum Einkaufen verbleiben würde, da ich schon um 19.30 Uhr in Duisburg in der Oper sein musste.
Vom Parkhaus aus ging es in die Stadt. Und auch hier musste ich festellen, dass die Menschen die an mir vorbei liefen, mich zwar wahrnahmen, aber sich nicht weiter um mich sich kümmerten geschweige denn erkannten, dass ich quasi nicht "echt" bin. Dieses Gefühl tat echt gut.
Für den Tag habeich mir zur Aufgabe gestellt, eine neue Handtasche zu kaufen und einen schönen Rock (etwas anderes als schwarz) zu finden. Zudem hatte ich ein oder zwei Ringe zu kaufen. ... nimmt dieses Vorhaben als Massstab, dann habe ich jämerlich versagt, denn ich habe absolut nichts gekauft. Ich bin zwar durch einige Geschäfte, aber ich habe nichts gefunden was mir gefällt. Die Ringe bei Bijou Brigitte waren mir leider alle zu klein.
Um 18 Uhr hieß es daher schnell zurück zum Auto um in die Abendgarderobe zu schlüpfen.Ich hatte vor, dass gleiche Kleid (Bild 4 - weiter oben) zu tragen. Ich fand dann einen Ort zum Umziehen und schlüpfte in das Abendkleid. Im Auto zog ich dann die Stiefel aus und tauschte sie wieder wegen dem Fahren gegen die anderen Treter.
Gegen 18.45 Uhr traf ich dann an der Oper in Duisburg ein. Leider gab es weit und breit keinen Parkplatz mehr. Die Parkhäuser in der Innenstadt waren alle voll. Nach etwa 20 Minuten kurven fand ich dann einen Parkplatz. Hier hab sich schnell noch die Perücke getauscht und mir zwei Nägel, die sich gelöst haben, neu angeklebt. Dann gings los Richtung Opernhaus.
Als ich das Foyer betrat wurde mir auch gleich die Richtung zu meinem Platz gewiesen. Durchs Treppenhaus gings nach oben zu den Rängen. Dort habe ich dann auch meine Jacke abgegeben und gewartet, bis man hinein konnte. Auch hier scheinen mich alle für eine echte Frau gehalten zu haben.
Gespielt wurde in Duisburg "Rheingold" von Richard Wagner. Das Stück war modern, aber sehr schön inzeniert. Leider war es viel zu schnell vorbei. Dann hieß es auch schon den Rückweg antreten. Zu gern hätte ich gern noch etwas gemacht, aber allein ist halt doof...also wer sich angesprochen fühlen sollte, ich bin gern für Unternehmungen zu haben
Mit meiner Frau war abgesprochen, dass ich sie informieren sollte, wenn ich komme, da sie mich nicht enfemme sehen wollte. Zuhause also ins Bad, abschmicken, duschen, aufräumen und schon war der schöne Zauber vorbei.
Was bleibt: Ein kurzer, aber toller Tag. Leider hat die Zeit zum Shoppen nicht gereicht. Eine Stunde war einfach zu knapp. Zudem müssen meine Stiefel zum Schuster, da ein Absatz abgegangen ist. Ein längerer Shoppingausflug war damit ohnehin nicht mehr möglich. Dennoch: Alles schreit nach Widerholung. Wann und was weiß ich noch nicht. Mal sehen das werd ich demnächst entscheiden.
Liebe Grüße
Viktoria