Eine richtig gute DOKU lief heute auf VOX, die sich in 2 Folgen mit der gesamten Bandbreite von "Geschlechter-Rollen-Merkmalen" befasste. Die Frage lautete: "Typisch Junge? Typisch Mädchen? -- Was ist da dran?"
Eine der Kernaussgen der Wissenschaftler, die die Doku begleiteten, lautete immer wieder: Eltern sollten ihren Kindern vollen Freiraum geben, sie nicht schon in diesen frühen Jahren zu sehr auf die gesellschaftlich dominanten (und geforderten) Rollen festlegen. "Die Kinder testen in diesem Alter aus, welche femininen und welche maskulinen Anteile in jedem stecken."
Die Realität sieht (auch in dieser Doku) leider meist anders aus: Selbst 5 Jährige im KiGa haben schon ganz feste Klischees im Kopf was ein Junge nicht macht, was nur für Mädchen OK ist. Erst recht, wenn die Eltern diese Konventionen und Normen noch besonders als Vorbilder verstärken. Sogar ein Zwillingspaar (Jungs) zeigte aber, dass die inneren Voraussetzungen eben ganz unterschiedlich stark wirken. Während der eine Junge im KiGa mit Lust, Begeisterung und Hingabe sich an den Schminktischen, Klamottenständern und Accessoires egal ob "weiblich" oder "männlich" bediente, machte sich sein Bruder nur darüber lustig, dass "der ist ja gar kein richtiger Junge", der sei eigentlich ein Mädchen.
Auch einige Mädchen wachten, teils regelrecht eifersüchtig darüber, dass die die Jungs sich bloß nicht schminken sollten. Igittigit! Umgekehrt hatten sie aber keinerlei Probleme damit sich in "typische" männliche Looks und Typen zu verwandeln, bis hin zu den aufgeklebten Bärten und die Art sich zu bewegen. Als man dann die jeweiligen Eltern dazu sah, wurde schnell klar, WESHALB diese Kinder so früh, so stark geprägt sind. Man könnte es auch "Selbstbeschränktheit" nennen.
Noch etwas, was die Doku sehr schön herausarbeitete war die Tatsache, dass wir heute wissenschaftlich belegen können, dass wir alle als MÄDCHEN in den ersten Wochen nach der Verschmelzung der Eizelle mit dem Sperium, in der frühen Embryonal-Phase, beide genetischen Voraussetzungen in uns tragen. Erst in der späteren Anschaltphase bestimmter Hormone, entscheidet sich, ob wir ein biologisches Mädchen, oder ein Junge werden. Der Rest ist die wesentlich dominantere SOZIALISATION geschuldet. Wir "lernen" eben vor allem, was angeblich "typisch Junge" oder "typisch Mädchen" sei. Das gilt auch für die sog. Softkskills, also bspw, Emphatie, soziales Verhalten, Gefühle ausdrücken können, usw.
Würde mich über eine rege Diskussion zum ewigen Thema der Geschlechter-Rollen, die im Wandel sind und immer schon waren, sehr freuen!
Herzliche Grüße
Eure Ronda