Her Story - YouTube mini Serie
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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nicole.f
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Her Story - YouTube mini Serie

Post 1 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 29. Dez 2017, 22:03

Trans* in den Medien ist fast immer eine sehr zweischneidige Sache. Die Drehbücher sind meist von cis Personen geschrieben, die Darsteller_innen sind cis und die erzählten Geschichten sind die von cis Personen, die mit trans* Personen in Berührung kommen - oder allenfalls noch die Thematisierung der großen Tragödie des trans* Seins. Doch wie ist er eigentlich, der Alltag von trans* Menschen? Ist es wirklich der gleiche, wie der von cis Menschen?

Immer mehr Künstler_innen, schreibend und darstellend, setzen sich dafür ein, dass trans* einen eigenen Stellenwert bekommt, dass trans* Themen von trans* Personen geschrieben und auch dargestellt werden, so wie es Lana Wachowski mit ihrer großartigen Serie Sense 8 gemacht hat - wer es nicht kennt, hiermit meine dringende Empfehlung! Leider nur bei Netflix...

Auch eine Reihe von Nischenproduktionen versuchen sich daran, etwas mehr trans* Normalität auch in den Medien und gerade im Film zu schaffen. Ein tolles Beispiel dafür ist die leider nur sechsteilige mini Serie "Her Story", kostenlos bei YouTube:

https://www.youtube.com/channel/UCw2Mg0 ... AzDiabWr9A

Das Drehbuch ist mit trans* Menschen geschrieben worden und alle dargestellten trans* Menschen werden auch von trans* Menschen gespielt. Die Geschichten sind eigentlich ganz normale Alltagsgeschichten, Partnerschaft, Liebe, Freundschaft, aber auch Übergriffigkeit und Gewalt. Alltägliche Dinge, doch für trans* Menschen stellen sich diese doch noch einmal ganz anders dar. Dies ist der Kern dieser Serie - die ich einfach großartig finde! Und die ich daher mit euch teilen wollte. Ich habe die bisher erschienen sechs nur jeweils ca. 10 minütigen Folgen förmlich in einem Zug verschlungen.

Zu Anfang von Episode vier gibt es einen Prolog, der mich besonders anrührt, eine cis Person erzählt darin:
I had always thought myself firmly on the progressive side of every issue. But like too many in our community I thought my tested acceptance of the reality of trans people was sufficient. I never questioned their total absence from my world.

I now see that our great disservice is not just to those we have excluded but to ourselves. For our world is less rich without their stories, their laughter, their voices.

It's less that the world has changed for trans people and simply that we are seeing them as people. As our brothers and sisters, our parents and children, our colleagues, even our friends.
Die Deutschen Untertitel übersetzen es wie folgt:
Ich dachte immer, ich stünde fest auf der fortschrittlichen Seite in jeder Angelegenheit, aber - wie viele andere in unserer Community auch - dachte ich, dass meine unausgesprochene Akzeptanz der Realität von Trans-Personen ausreichen würde.

Ich habe nie ihr völliges Fehlen in meiner Welt hinterfragt. Jetzt sehe ich, dass wir nicht nur denen, die wir ausgeschlossen haben, einen Schaden verursacht haben, sondern auch uns selbst, da unsere Welt viel ärmer ist ohne ihre Geschichten, ihr Lachen, ihre Stimmen.

Es ist nicht so, dass sich die Welt für Trans-Personen verändert hat, sondern, dass wir sie jetzt als Personen sehen, als unsere Brüder und Schwestern, unsere Eltern und Kinder, unsere Kollegen, sogar als unsere Freunde.
Ich weiß nicht warum, aber solche Aussagen rühren mich unglaublich an - als ich es zum ersten sah und hörte, musste ich spontan lange weinen.

Es steckt eine Aussage darin, die ich seitdem nicht mehr loslässt: "Ich habe nie ihr völliges Fehlen in meiner Welt hinterfragt. ... Es ist nicht so, dass sich die Welt für Trans-Personen verändert hat, sondern, dass wir sie jetzt als Personen sehen, als unsere Brüder und Schwestern, unsere Eltern und Kinder, unsere Kollegen, sogar als unsere Freunde.".

Ich glaube sie hat Recht. Wir trans* Menschen finden in dieser Welt nicht statt, wir fehlen in dieser Welt. Unser Alltag ist nicht sichtbar, unsere Probleme werden nicht verhandelt, unsere Geschichten und unsere Persönlichkeiten. Es wird erwartet, dass wir uns anpassen (und anpassen lassen), damit wir nicht auffallen, nicht sichtbar sind, nicht als trans*. Entsprechendes groß ist auch das Unverständnis der meisten uns gegenüber, wir finden in ihren Leben nicht statt, wir sind für sie irrelevant, ein Störfaktor.

Das sollte sich ändern! Wir sollten sichtbarer werden, als trans*, uns nicht verstecken, uns nicht anpassen. Damit wir wahrgenommen werden, damit sie sehen, dass wir da sind, mitten unter ihnen, ein Teil dieser Gesellschaft, mit den gleichen Rechten und auch den gleichen Pflichten, wie jeder andere auch. Wer sagt, er_sie kenne keine trans* Person, sagt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Wahrheit. Wir sind geschätzt ca. 3% der Bevölkerung - oder mehr. Jeder 30. Mensch! Wollen die uns allen Ernstes erzählen, sie kennen weniger als 30 Menschen?

Ich bin trans* - und das ist auch gut so!

Liebe Grüße
nicole
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 2 im Thema

Beitrag von Kerstin » Sa 30. Dez 2017, 01:25

nicole.f hat geschrieben:
Fr 29. Dez 2017, 22:03
.....
Das sollte sich ändern! Wir sollten sichtbarer werden, als trans*, uns nicht verstecken, uns nicht anpassen. ......
Grüß dich Nicole
Altes Thema - alte Frage: " Wollen die betroffenen das?"

LG Kerstin

heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 3 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 30. Dez 2017, 05:27

Kerstin hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 01:25
nicole.f hat geschrieben:
Fr 29. Dez 2017, 22:03
.....
Das sollte sich ändern! Wir sollten sichtbarer werden, als trans*, uns nicht verstecken, uns nicht anpassen. ......
Grüß dich Nicole
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LG Kerstin
Möchtest du leben oder möchtest du dich verstecken ?
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Heike

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 4 im Thema

Beitrag von nicole.f » Sa 30. Dez 2017, 14:01

Kerstin hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 01:25
nicole.f hat geschrieben:
Fr 29. Dez 2017, 22:03
.....
Das sollte sich ändern! Wir sollten sichtbarer werden, als trans*, uns nicht verstecken, uns nicht anpassen. ......
Grüß dich Nicole
Altes Thema - alte Frage: " Wollen die betroffenen das?"

LG Kerstin
"die" ist doch sehr pauschal. Mein Aufruf zur Sichtbarkeit ist ein Appell, kein Zwang. Wer für sich entscheidet oder entscheiden muss, nicht sichtbar zu sein, so ist das natürlich völlig in Ordnung! Doch diejenigen, die keinen guten Grund dafür haben, könnten es sich ja noch einmal überlegen?

Ich weiß durchaus von den Problemen, denen wir dabei im Alltag begegnen können - Stigmatisierung, Jobverlust, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung etc. Doch dies ist, denke ich, wie ein Henne-Ei-Problem. Wenn wir uns selbst stets verstecken, nicht sichtbar, nicht erkennbar werden, dann werden wir auch niemals ein lebendiger und gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft werden.

In den letzten etwa 10 bis 15 Jahren hat sich diesbzgl. viel in unserer Gesellschaft getan. Wir haben jetzt den Punkt erreicht, dass wir strukturell anerkannt sind - wir haben Rechte und werden auch vom Rechtssystem gesehen. Es ist noch nicht perfekt, aber es wird. Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz im Zusammenhang mit Europäischem Recht, welches klar macht, dass geschlechtliche Identität bzgl. Gleichstellung mit Geschlecht gleichzusetzen ist, hilft uns enorm. Andere Gesetze wie eine TSG Reform fehlen noch sowie eine Absicherung der medizinischen Versorgung, doch dies ist, glaube ich, nur noch eine Frage der Zeit.

Was aber fehlt ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Diese können wir nicht per Gesetzen erzwingen, hierfür müssen wir selbst eintreten - die, die es können und wollen. Hierfür möchte ich werben!

Wir brauchen mehr sichtbare trans* Menschen, viel mehr. Wir müssen dieser Gesellschaft klar machen, wer wir sind, was wir sind, wieviele wir sind und wie unterschiedlich wir sind - kennst Du einen trans* Menschen, kennst Du _einen_. Wir sind eben nicht verkleidete schwule Männer, wie es in den 1940er Jahren und später verbreitet wurde, nicht die stereotypischen Perversen, wie es vor 20-30 Jahren verbreitet wurde. Wir sind nicht die schrillen bunten Nachtvögel, wie es vor 10-20 Jahren verbreitet wurde. Wir sind ganz normale Menschen, wir sind Teil dieser Gesellschaft, wie jede_r andere auch, wir sind Kinder von Eltern, Brüder und Schwestern, Arbeitskolleg_innen und Freund_innen. Wir sind nichts Besonderes, nicht besser, aber auch nicht schlechter als jede_r andere auch. Wir haben nur eine besondere Eigenschaft, die die Mehrheit nicht hat. Berechtigt dies die Gesellschaft dazu uns anders zu behandeln als alle anderen?

Ich unterstellte niemensch schlechte Absichten. Ich glaube und möchte glauben, dass Trans*feindlichkeit kein inhärent menschliches Problem, sondern sozialisiert ist. Wir trans* Menschen können uns nicht ändern, soviel steht fest, also müssen wir die Gesellschaft verändern. So wie sich die Sichtweise auf Trans* Menschen seit einigen Jahren verändert, müssen wir nun den nächsten Schritt gehen, hin auf diese Gesellschaft. Wir müssen in einen Dialog treten. Nicht uns erklären, da gibt es nichts zu erklären. Was wir aber müssen ist, diffuse Ängste und Vorbehalte uns gegenüber abbauen. Wir müssen den Menschen zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind, Menschen wie sie, die mit den gleichen alltäglichen Herausforderungen zu tun haben, wie sie auch. Nur das wir eben noch ein paar besondere Herausforderungen zusätzlich haben.

Erst wenn wir als Teil dieser Gesellschaft wahr- und angenommen werden, erst dann können wir ein normales und unbeschwertes Leben leben.

Vielleicht ein Vorsatz für 2018 - etwas mehr Sichtbarkeit wagen?

Liebe Grüße
nicole
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 5 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 30. Dez 2017, 15:15

nicole.f hat geschrieben:
Fr 29. Dez 2017, 22:03
Trans* in den Medien ist fast immer eine sehr zweischneidige Sache. Die Drehbücher sind meist von cis Personen geschrieben, die Darsteller_innen sind cis und die erzählten Geschichten sind die von cis Personen, die mit trans* Personen in Berührung kommen - oder allenfalls noch die Thematisierung der großen Tragödie des trans* Seins. Doch wie ist er eigentlich, der Alltag von trans* Menschen? Ist es wirklich der gleiche, wie der von cis Menschen?
Hallo Nicole,

das sehe ich auch als problematisch. Nicht umsonst weiß der Volksmund, dass mache Leute reden wie der Blinde von der Farbe.

Ich freue mich immer über deinen unermüdlichen Einsatz, das möchte ich an dieser Stelle mal anmerken.


Dafür Danke und liebe Grüße
Michi
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 6 im Thema

Beitrag von MichiWell » Sa 30. Dez 2017, 15:21

heike65 hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 05:27
Kerstin hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 01:25
nicole.f hat geschrieben:
Fr 29. Dez 2017, 22:03
.....
Das sollte sich ändern! Wir sollten sichtbarer werden, als trans*, uns nicht verstecken, uns nicht anpassen. ......
Grüß dich Nicole
Altes Thema - alte Frage: " Wollen die betroffenen das?"

LG Kerstin
Möchtest du leben oder möchtest du dich verstecken ?
Du bist so wie du bist!

Heike
Also ich nicht, und Kerstin auch nicht so weit ich weiß. Aber es gibt genug, die sich nur verstecken und jammern, dass sie ja nicht akzeptiert würden, und ich denke, das war damit gemeint. Ich selbst habe auch noch nicht den Mut und die Kraft gefunden, in meinem kleinen Heimatort als Teilzeitfrau auf die Straße oder gar ins Büro zu gehen. Aber ich gehe dennoch immer wieder anderen Orts raus, gehe einfach unter Leute und betreibe als erkennbare Nicht-Bio-Frau Öffentlichkeitsarbeit.

Liebe Grüße
Michi
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Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Svetlana L
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 7 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 30. Dez 2017, 15:24

Das ist schon lange meine Auffassung: Mehr Sichtbarkeit zieht irgendwann auch Akzeptanz nach sich. Und mit Sichtbarkeit meine ich nicht schrille Drags (ohne dies negativ zu werten), sondern - wie Nicole auch schon schrieb - Menschen wie du und ich (gut, das passt jetzt hier nicht so ganz :) ), die die gleichen Probleme und Sorgen (und vielleicht noch ein paar spezifische mehr) wie Herr Müller und Frau Schulz haben. Ich weiß, dass das nicht von heute auf morgen geschehen wird und eine Menge kleiner Schritte, vielleicht auch vermeintlich unbedeutender Schritte, erfordert. Das Eintreten für mehr Sichtbarkeit war auch einer der Gründe, warum ich mich auf die Stelle der Queer-Beauftragten bei uns im Bezirksamt beworben habe. So haben wir im letzten halben Jahr beispielsweise den Gender-Gap (nein, bitte keine Diskussion über geschlechtergerechte Sprache) eingeführt und seit dem Sommer weht auch die Regenbogenfahne permanent vor dem Rathaus Schöneberg. Das meine ich mit kleinen Schritten.

Viele Menschen meinen, sich ein Bild über trans*-Menschen machen zu können, haben aber noch nie einen solchen gesehen, geschweige denn näher kennengelernt. Deshalb müssten auch solche Serien, auch wenn sie (leider) noch so kurz sind, die aber das Leben von trans*-Menschen so zeigen, wie es ist, noch viel mehr Verbreitung finden (da war doch kürzlich auch so eine Mini-Serie aus Köln vorgestellt worden).

P.S.: Danke, Nicole, für den Link zur Serie, die mir sehr gut gefallen hat und auch an manchen Stellen für feuchte Augen gesorgt hat.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 8 im Thema

Beitrag von Mina » Sa 30. Dez 2017, 15:39

Es geht also darum, uns deutlich zu zeigen. Nicht im Einzelnen, im Kollektiv.

Gedanken...ein Flashmob zu vereinbarter Uhrzeit, auf dem Platz der Republik. Exakt 65 Sekunden dicht an dicht zu stehen mit dem Gesicht zum Bundestag. Oberteile der Regenbogenflagge tragend auf denen in der Mitte das Symbol der Dreigeschlechtlichkeit erkennbar ist.

Diesen Mob in allen großen Städten wiederholen und das in regelmäßigen Abständen.

Dabei: Ein friedlicher Flashmob wäre legal!

Ansonsten sind wir zu klein, zu wenige und zu vernachlässigen in unserem System. Ob es uns gibt oder Peng, von der anderen Seite aus reflektiert.

Eine Sichtweise welche so nicht haltbar ist. Jedes Individuum ist wertvoll und kostbar! Hat Eigenschaften gut und weniger gut wie jeder andere Mensch auch.

Denn letzlich brauchen alle Menschen Luft zum Atmen.
Und ich wünsche Euch allen ein erfülltes Leben. Macht´s gut, bleibt Euch treu.

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 9 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 30. Dez 2017, 16:10

Mina hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 15:39
Gedanken...ein Flashmob zu vereinbarter Uhrzeit, auf dem Platz der Republik. Exakt 65 Sekunden dicht an dicht zu stehen mit dem Gesicht zum Bundestag. Oberteile der Regenbogenflagge tragend auf denen in der Mitte das Symbol der Dreigeschlechtlichkeit erkennbar ist.

Diesen Mob in allen großen Städten wiederholen und das in regelmäßigen Abständen.
Das wäre doch schon mal ein Anfang :P Aber vielleicht sollten wir dann - weil spezifisches Anliegen - lieber die trans-Flagge zeigen - oder beide.

Dazu vielleicht noch eine Plakataktion, mit ganz vielen unserer Porträts und verschiedenen Statements. (so ähnlich wie hier)

Also, ich wäre dabei!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 10 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 30. Dez 2017, 17:30

Mina hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 15:39
Es geht also darum, uns deutlich zu zeigen. Nicht im Einzelnen, im Kollektiv.


Ansonsten sind wir zu klein, zu wenige und zu vernachlässigen in unserem System. Ob es uns gibt oder Peng, von der anderen Seite aus reflektiert.

Eine Sichtweise welche so nicht haltbar ist. Jedes Individuum ist wertvoll und kostbar! Hat Eigenschaften gut und weniger gut wie jeder andere Mensch auch.

Denn letzlich brauchen alle Menschen Luft zum Atmen.
Warum nicht im einzelnen, ganz natürlich im Alltag, sich nicht verstecken sondern einfach sagen: das bin ich, so bin ich !

fragende Grüße
Heike

Mina
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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 11 im Thema

Beitrag von Mina » Sa 30. Dez 2017, 17:47

heike65 hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 17:30
Mina hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 15:39
Es geht also darum, uns deutlich zu zeigen. Nicht im Einzelnen, im Kollektiv.


Ansonsten sind wir zu klein, zu wenige und zu vernachlässigen in unserem System. Ob es uns gibt oder Peng, von der anderen Seite aus reflektiert.

Eine Sichtweise welche so nicht haltbar ist. Jedes Individuum ist wertvoll und kostbar! Hat Eigenschaften gut und weniger gut wie jeder andere Mensch auch.

Denn letzlich brauchen alle Menschen Luft zum Atmen.
Warum nicht im einzelnen, ganz natürlich im Alltag, sich nicht verstecken sondern einfach sagen: das bin ich, so bin ich !

fragende Grüße
Heike
Es geht nicht darum sich selbst zu outen oder mit dem Vorschlaghammer durch die Regale der durchsortierten Gesellschaft zu wüten. Es geht um allumfassende Aufklärung, ein Zeichen, einen Ruf an die Gesellschaft das es uns gibt, wir nicht pervers, abartig, Idioten oder gentechnische Missbildungen der Evolution sind.

Der gemeine Bildzeitungsleser (80% der Gesellschaft) wäre aber bereit dies zu denken und ein erschreckend großer Teil tut dies. Denn Aufklärung und die stetige Wiederholung dessen kann es heilen, ebenso wenn in den Schulen von Beginn an die Lehre der Vielfalt unterrichtet werden würde.

Ca 10% der Bruttogewinne innerhalb der BRD, gelöst aus dem Produkt der Arbeitnehmer in Deutschland, fließen in private Taschen. Hat irgendwer schonmal gehört die wären pervers, abartig oder sollten an die Wand gestellt werden wie man es vor 75 Jahren gemacht hätte?

Nein, sicher nicht. Denn diese knapp 10% sind Gesellschaftsteile zu welchen aufgesehen wird. Und auch diese sind mit 10% eine Minderheit - wie die Menschen unter der Regenbogenflagge auch!

Noch Fragen? Gerne her damit )))(:
Und ich wünsche Euch allen ein erfülltes Leben. Macht´s gut, bleibt Euch treu.

heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 12 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 30. Dez 2017, 19:14

Es geht nicht darum sich selbst zu outen oder mit dem Vorschlaghammer durch die Regale der durchsortierten Gesellschaft zu wüten. Es geht um allumfassende Aufklärung, ein Zeichen, einen Ruf an die Gesellschaft das es uns gibt, wir nicht pervers, abartig, Idioten oder gentechnische Missbildungen der Evolution sind.
doch genau darum gehts, das jede/r den Rücken gerade macht.... nicht anonym in irgendwelcher Masse.

Heike

Ps: klar ist es in der masse einfacher, aber so mal von mensch zu mensch bewirkt das deutlich mehr

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 13 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Sa 30. Dez 2017, 19:29

Mina hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 17:47
Es geht nicht darum sich selbst zu outen oder mit dem Vorschlaghammer durch die Regale der durchsortierten Gesellschaft zu wüten. Es geht um allumfassende Aufklärung, ein Zeichen, einen Ruf an die Gesellschaft das es uns gibt, wir nicht pervers, abartig, Idioten oder gentechnische Missbildungen der Evolution sind.
Wer will denn mit dem Vorschlaghammer losziehen? Ich gebe Heike durchaus Recht, dass jede_r auch in seinem_ihren begrenzten Umfeld dazu beitragen kann, trans*-Sein positiv darzustellen und so das Bild langsam aber stetig zu verändern. Jede_r auf seine Art und mit seinen_ihren Möglichkeiten. Um sich für trans*-Belange einzusetzen schließt ja außerdem nicht aus, dass man selbst nicht trans* ist - soviel zum Thema "Es geht nicht darum sich selbst zu outen". Und auch gemeinsame Aktionen sind damit ja nicht ausgeschlossen. Könnte man für so eine "großangelegte PR-Aktion" nicht auch den BVT* in die Spur schicken, die das koordinieren können?
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 14 im Thema

Beitrag von Mina » Sa 30. Dez 2017, 19:37

Nothing to used in more..,,

Aber nicht rumheulen wenn sich nichts ändert, während man die Verantwortung anderen zuspricht. )))(:
Und ich wünsche Euch allen ein erfülltes Leben. Macht´s gut, bleibt Euch treu.

heike65

Re: Her Story - YouTube mini Serie

Post 15 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 30. Dez 2017, 21:08

Mina hat geschrieben:
Sa 30. Dez 2017, 19:37
Nothing to used in more..,,

Aber nicht rumheulen wenn sich nichts ändert, während man die Verantwortung anderen zuspricht. )))(:
Also geh raus als mädel oder vertrete das wofür alle kämpfen ....

nicht vom PC aus, sondern im täglichen leben ganz natürlich, denn du bist genauso natürlich wie ich, meine Frau oder meine Tochter

Heike

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