Valeries Welt
Valeries Welt - # 19

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Brigitta
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Re: Valeries Welt

Post 271 im Thema

Beitrag von Brigitta »

Ach Valerie,
(moin)
erst einmal vielen Dank für diese erste Bescherung!
(ki)
Und dann bitte ganz ruhig bleiben!
Von mir aus kannst Du die nächste Folge auch am "Boxing Day" einstellen,
wie die Briten den zweiten Weihnachtstag nennen, ...
:roll:
... aber nein, besser nicht, sonst bekommt Michelle es nicht mit ...
... also doch besser morgen früh!
(wmue)
Liebe Grüße
und frohes Fest!
Brigitta ))):s
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Simone 65
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Re: Valeries Welt

Post 272 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Hallo Valerie. Ich sitze gerade hier in Frankfurt. Ich mache mir meine Gedanken. Ich weiss es ist eine Geschichte. Aber ich wurde heute gefragt , wie weit ich hehe . Ich weiss es nicht . Aber ich werde demnächst als Simone getauft. Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Pfarrer Nulf.
Deine Geschichte bringt mich ins grübeln . Es ist Deine Geschichte , aber für mich wird es real .
Trotzdem , eine schöne Weihnachten , LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 273 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo Valerie,
Wieder sehr gut geschrieben.
Ja die i-frage...
Und wieder gespannt auf morgen 😊
LG Maria
Einfach ist am schwersten.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 274 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Leserinnen und Leser,
Leider ist es wieder passiert. Im allgemeinen vorweihnachtlichen Durcheinander ist mal wieder ein Kapitel (das Kap. 62) hier im Orkus des Forums verschwunden. Es ist seltsam, ich schrieb es ganz real (nicht im Traum) gestern Nacht und heute morgen isses wech, verschwunden, nicht mehr da, scheint niemals existiert zu haben. Da ich es heute am Morgen des heiligen Abends, logo, nicht neu schreiben kann (was wohl jeder versteht), bitte ich euch um ein paar Tage Geduld, dann mache ich das alles noch einmal wie es sich gehört, und ihr werdet dann auch endlich erfahren, was sie letztes mal (in Kap. 61) mit Kohabitation meinte, die Kleine. Für die Nichtlateiner unter euch, es hat mit Gunnar und Valerie zu tun, aber es ist nichts Unanständiges, sondern eigentlich ganz normal.

Allen, denen ich es noch nicht gesagt habe, sei hier noch einmal ein frohes Weihnachtsfest gewünscht

Valerie
Brigitta
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Re: Valeries Welt

Post 275 im Thema

Beitrag von Brigitta »

Liebe Valerie,
(moin)
sei nicht traurig. auch wenn Du Dir viel Mühe gegeben hast, und nun alles verschwunden ist.

So etwas kann vorkommen im Vorweihnachtsstress ...
(wmue)
... da könnte es sogar noch viel Schmlimmeres geben ...
:roll:
Also warten wir's ab und freuen uns darauf, dass du uns in ein paar Tagen wieder eine Freude machst.
(snow)
Bis dahin wünsche ich nochmals
(wmue)
ein frohes Weihnachtsfest!

Brigitta ))):s
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 276 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 62: Hat sie Probleme mit ihrem "äußeren Erscheinungsbild" ?

Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist es nicht außergewöhnlich, dass eine Frau, wenn sie etwas auf sich hält, mit ihrem Aussehen, ihrer äußeren Optik, gemeint ist ihr äußerliches Erscheinungsbild, kritisch umgeht und damit nicht immer völlig zufrieden ist. Sondern die "Linie" stets kritisch beäugt und ihren Body eigentlich immer kontrolliert und beobachtet. Bei Valerie war das nicht anders. Da gab es also ein paar Problemzonen, sie musste also etwas unternehmen. Aber was zuerst?

Weil Valerie bei all ihren widersprüchlichen Eigenschaften aber auch jemand war, die ein Problem anpackte, wenn sie es mal als ein solches erkannt hatte, beschloss sie, ihre Problemzonen anzugehen und abzustellen, soweit das möglich war. Und mit ihrem körperlichen Erscheinungsbild wollte sie anfangen, sie wollte einen "weiblicheren" Body. Einer, der keinen Anlass mehr zu irgendwelchen Zweifeln oder dummen Fragestellungen gab. Alles an ihr sollte ein wenig runder und hübscher werden, bzw. die Rundungen sollten an die richtigen Stellen hin.

Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, musste sie zugeben, ja, da gab es schon noch ein paar Problemfelder, an denen sie würde arbeiten können. Da war erst mal ihre Linie, ihr Gewicht, ihre ganze Figur. Worüber machen sich fast alle Menschen Sorgen? (vorausgesetzt sie geben noch etwas auf sich?) Klar, im allgemeinen macht man sich Sorgen über sein Körpergewicht, seine Pfunde, über die Linie.

Valerie hatte damals im zarten Alter von Anfang dreißig bereits fast schon siebzig Kilo erreicht, sie lag noch knapp darunter. Das war für ihre Körpergröße von 1,73m zwar noch nicht besonders dick, konnte aber auch nicht mehr als schmal bezeichnet werden, auch bei gutem Willen nicht. Aber weil ihre Schultern nicht besonders ausgeprägt waren, war sie dennoch nicht wirklich unzufrieden mit diesem Body, den sie nun mal hatte. Mit gutem Willen würde man diesen Body als "sportlich" bezeichnen können. Gut, es gibt ja viele große und kräftige Frauen, und als Frau war Valerie eben groß, kräftig und sportlich. Nein, das ging alles noch relativ gut durch als "weiblich". Etwas in Richtung "Amazone" halt.

Gut, da gab es auch Dinge, die störten das Bild. Wenn man genau hinschaute, war da vielleicht ein kleines Bäuchlein, ganz im Ansatz erkennbar.

"Dafür gibt es formende Unterwäsche, diese sogenannte shapeware", dachte sie bei sich. "Und im Notfall", so die Notlüge, die sie gleich hinterherschob: "im Notfall kann ich immer noch schnell abnehmen, wenn es sein muss".

Waren da noch andere Problemzonen? Nun, Titten hatte sie ja ganz nette, und daran konnte niemand meckern. Und es waren ihre eigenen, reine Natur. 80b als BH-Größe mußte schon sein, und ohne stützendes BH-Körbchen ging das schon gar nicht mehr.
O.K. ihre Taille jetzt, das war nicht ihre beste Stelle. Wenn man ehrlich war, gab es da fast keine Taille mehr, wenigstens nichts was auf den ersten Blick als Taille zu erkennen war. Aber auch hier gab es ja Hilfsmittel bei der Unterkleidung, also das konnte sie leicht kaschieren.

Ihr Körperbau war also nicht zu breit und sie war auch nur mittelgroß, und auch die Füße und Hände waren klein und gingen insofern sofort und problemlos als weiblich durch, da hatte es Mutter Natur wirklich gut gemeint mit Valerie.

Die Gesichtszüge?

"Nullo problemo" sagte Valerie zu sich selbst und das war nicht mal eine richtige Notlüge, sondern nahezu die volle Wahrheit. Sie hatte ein ovales Gesicht, ohne ein ausgeprägtes Kinn (wie das Männer manchmal haben), sondern schön rund und auch recht klein. Dazu, nochmals einen Dank an Mutter Natur, besaß sie einen gesunden kräftigen Haarwuchs und hatte nirgendwo diese typisch männlichen Ecken und Kanten im Gesicht, hier lag absolut kein Problem.

Nachdem aus ihrer Selbstanalyse heute nichts besonders Gehaltvolles herauskam, beschloss Valerie das Ganze erst mal zu vertagen. Sie war aber ehrlich genug zu sich selbst, zuzugeben, dass sie noch nicht ganz durch war mit ihrer Problemsuche. Es gab da noch was, das passte wirklich nicht ganz zum weiblichen Erscheinungsbild, und zwar war das ihre Stimme.

Darüber könnt ihr nächste Woche weiteres lesen, wenn ihr wollt. Das wird voraussichtlich dann im neuen Jahr sein, cirka am Mittwoch nächste Woche, falls ich dann von meiner Sylvesterreise nach München zurück bin.

Für heute erst mal guten Rutsch, Eure Valerie :()b
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Re: Valeries Welt

Post 277 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Danke, Svenja, Susi und Tina, und ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten (wmue)
LG,
Valerie
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Re: Valeries Welt

Post 278 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Tina, danke für deine guten Wünsche. Auch ich bin froh, dass Weihnachten überstanden ist. Bei mir ist die Zeit zwischen den Jahren leider stets mit cirka 2 Kilo Gewichtszuwachs verbunden, das ist grausam, aber wahr. Der Feiermarathon ist ja nun fast zur Hälfte rum, ich muss nur noch zu einer Silvestersause nach München und dann natürlich noch diverse Neujahrs-Einladungen überstehen. Wer hat das eigentlich gesagt: "Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen?" Bin mir bewusst, es ist eigentlich doof über ein gutes Leben zu klagen, denn es ist Klagen "auf höchstem Niveau". Mal ehrlich: ist es nicht auch schön , in Gesellschaft zu feiern und macht es nicht auch viel Freude? Wenn bloß der olle Körper noch so fit wäre wie früher und Magen und Verdauung noch so gut funktionieren würde wie vor fünfzig Jahren!

Valerie (angesäuselt und abgefüllt)
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Re: Valeries Welt

Post 279 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 63: Stimmt alles mit der Stimme?

Valerie befand sich damals, mit Anfang dreißig in einer Art von Selbstfindungsphase. Nach ihrem Outing im Büro, das ihr Chef, Dr. Schmidt, tatkräftig unterstützt hatte sah es zunächst so aus, als verliefe ihre Verwandlung vom männlichen ins weibliche Geschlecht nahezu reibungsfrei und problemlos. Diese Einschätzung stimmt jedoch nur, was ihre Beziehungen zum engsten Kollegen- und Freundeskreis betrifft, also zu den Menschen, mit denen sie im Büro täglich zu tun hatte. Blickte sie aber einmal über diesen engen Kreis hinaus, dann sah sie schnell, es gab da noch eine ganze Menge Leute, die ihr weniger offen begegneten und keineswegs diese liberale Einstellung hatten, die sie aus dem direkten Freundeskreis kannte. Dort war dann weniger bis gar keine Akzeptanz zu spüren, und mehr als einmal wurde Valerie auch auf eine recht ruppige Art und Weise mit Fragen und Zweifeln konfrontiert, von denen sie irrtümlicherweise meinte, sie wären schon längst beantwortet. Das war aber keineswegs der Fall. Gemeint ist natürlich die i-Frage, die Frage nach ihrer "wirklichen" Identität.

Jeder Dummkopf, so kam es ihr vor, fühlte sich neuerdings bemüßigt, ihr diese i- Frage stellen zu können. Beziehungsweise meinte neuerdings wohl jedermann, das recht zu haben, sie damit belästigen zu können. Haben Menschen das Recht zu so etwas? War sie denen eigentlich überhaupt eine Antwort schuldig?

Valerie verfiel eine Zeitlang in Selbstzweifel ("Dezemberblues"), die jedoch nicht lange anhielten. Allzu tiefe und anhaltende Bauchnabelschau ist noch nie der Stil von Valerie gewesen, und so fand sie auch schnell wieder zum alten Selbstbewusstsein zurück. Arbeiten wollte sie an ihrem Körper, runder, hübscher und noch weiblicher sollte er werden, so meinte sie, den Zweiflern die Argumente wegnehmen zu können.

Was allerdings nicht so einfach in Griff zu kriegen war, war ihre Stimme, die gelegentlich mal hin- und her rutschte zwischen "männlich" und "weiblich", wenn sie mal beispielsweise kurz nicht acht gab. Sie hatte allerdings auch vorher noch nie eine sehr männliche Stimme besessen im Sinne von laut oder brummig, und einen Brummbass hatte sie schon gar nicht. Was aber sicherlich auch sehr viel mit ihrer vorsichtigen und zurückhaltenden Wesensart zusammenhing. Insofern lag ihr Auftreten und ihre Stimme durchaus zusammen, das passte also. So konnte man auch ihre weibliche Erwachsenenstimme dann in einem Bereich verorten, den man als "dunkel" bezeichnen konnte. Seit sie als Frau auftrat, hatte sie sich auch angewöhnt, meistens eher leise zu sprechen, weich zu modulieren, und von der Tonhöhe her bewegte sie sich meistens in einem Bereich, den man als "Altstimme" bezeichnen könnte.

Während ihrer früher Crossdresser-Jahre hatte sie lange und angestrengt an der Modulation ihrer Stimme und generell an der eigenen Sprechtechnik herumprobiert, ihre Ziel war die weibliche Modulation, die sie heute eigentlich recht gut beherrschte. Das hatte begonnen mit kleinen Sätzen an der Supermarktkasse oder überhaupt an der Kasse, wenn sie irgendwas einkaufte, zum Beispiel Strümpfe im Kaufhof, dann hatte sie sich oft eine Kleinigkeit zu fragen zurechtgelegt, was dann in der Regel sehr gut funktionierte, das heißt diese kurzen Sätze gelangen ihr in der Regel gut, allerdings musste dann natürlich auch das gesamt Umfeld stimmig sein, die Kleidung, usw...

Andere Versuche, die Höhe der eigene Stimme zu modulieren, hatten mit ihrer Liebe zum Singen zu tun. Sehr oft, wenn sie irgendwo allein war, sang sie irgendetwas mit, das sie gerade im Radio hörte oder ihr sonst gerade in den Sinn kam, und häufig sang sie auch am Steuer ihres Autos einfach die acht Töne der Tonleiter hinauf und wieder herunter. Beginnend mit dem tiefen C, dann die ganze Oktave aufsteigend:

"Do, Re, Mi, Fa, So, La , TI, Do" und danach auch wieder rückwärts die ganze Oktave hinunter. Immer, wenn sie den Kammerton, also das A erreicht hatte, dann versuchte sie, in dieser höheren Stimmlage weiterzusprechen, zum Beispiel widerholte sie die Sätze, die der Nachrichtensprecher gerade gesprochen hatte. Das gelang ihr bald recht gut und wurde später zu einer Art von Automatimus.

Jeder kann diese Technik, die eigene Stimmlage zu erhöhen am eigenen Körper ausprobieren. Man legt dafür nur eine Hand ganz leicht vorne auf den Kehlkopf, und zwar genau dort, wo man den Adamsapfel spürt. Dann die Tonleiter hinaufsingen, beginnend mit dem tiefen C. Schon beim zweiten oder dritten Ton bemerkt man, wenn man die Töne lange genug hält, wie sich der Kehlkopf nach oben bewegt. Mit dem Effekt, dass sich die Stimmbänder jedesmal verkürzen und sich die gesungenen Töne erhöhen, eine ganz einfache Übung ist das, viel einfacher, als sie hier zu beschreiben.

Wir müssen jetzt mal wieder auf Mutter Natur zurückkommen, die Valerie ja bekanntlich körperlich an vielen Stellen begünstigte. Irgendwelche hormonellen Veränderungen während ihrer Adoleszenz (sie hat das nie richtig von einem Doktor untersuchen lassen) hatten nämlich bei Valerie bewirkt, dass sich ihr männlicher Adamsapfel damals immer mehr verkleinerte und schlißlich fast verschwand, als äußerlich nicht mehr sichtbar war.

Der Adamsapfel ist etwas, das bei Männern viel größer ist als bei Frauen. Einfach gesprochen, handelt es sich um ein Knorpelteil im vorderen Hals, wo die Stimmbänder dran aufgehängt sind, diese sind bei Männern etwas länger als bei Frauen, dementsprechend sind auch die weiblichen Stimmen höher. Der männliche Adamsapfel ist deutlich größer, mit dem Nebeneffekt, dass dieser vorne am Hals manchmal recht hässlich absteht und dazu führt, dass man sich als Mann beim Nassrasieren an dieser Stelle gerne mal schneidet, autsch.

Nun, da sie ihren hässlichen alten Adamsapfel verloren hatte (wie so viele ihrer alten männlichen Attribute auch) fiel Valerie also vieles leichter bei ihren Versuchen, ihre Stimme dauerhaft weiblich zu modulieren. Und dass sie sich beim Nassrasieren seither auch nie mehr geschnitten an dieser Stelle, braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

Soviel für heute. Es hat mir bis hierher viel Spaß gemacht, euch diese Valerie-Geschichte erzählen zu dürfen. Möglicherweise geht die Story ja im neuen Jahr noch weiter, wer weiß?

Liebe Grüße und einen guten Rutsch an alle Leserinnen und Leser

Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 280 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 63: Stimmt alles mit der Stimme?

Valerie befand sich damals, mit Anfang dreißig in einer Art von Selbstfindungsphase. Nach ihrem Outing im Büro, das ihr Chef, Dr. Schmidt, tatkräftig unterstützt hatte sah es zunächst so aus, als verliefe ihre Verwandlung vom männlichen ins weibliche Geschlecht nahezu reibungsfrei und problemlos. Diese Einschätzung stimmt jedoch nur, was ihre Beziehungen zum engsten Kollegen- und Freundeskreis betrifft, also zu den Menschen, mit denen sie im Büro täglich zu tun hatte. Blickte sie aber einmal über diesen engen Kreis hinaus, dann sah sie schnell, es gab da noch eine ganze Menge Leute, die ihr weniger offen begegneten und keineswegs diese liberale Einstellung hatten, die sie aus dem direkten Freundeskreis kannte. Dort war dann weniger bis gar keine Akzeptanz zu spüren, und mehr als einmal wurde Valerie auch auf eine recht ruppige Art und Weise mit Fragen und Zweifeln konfrontiert, von denen sie irrtümlicherweise meinte, sie wären schon längst beantwortet. Das war aber keineswegs der Fall. Gemeint ist natürlich die i-Frage, die Frage nach ihrer "wirklichen" Identität.

Jeder Dummkopf, so kam es ihr vor, fühlte sich neuerdings bemüßigt, ihr diese i- Frage stellen zu können. Beziehungsweise meinte neuerdings wohl jedermann, das recht zu haben, sie damit belästigen zu können. Haben Menschen das Recht zu so etwas? War sie denen eigentlich überhaupt eine Antwort schuldig?

Valerie verfiel eine Zeitlang in Selbstzweifel ("Dezemberblues"), die jedoch nicht lange anhielten. Allzu tiefe und anhaltende Bauchnabelschau ist noch nie der Stil von Valerie gewesen, und so fand sie auch schnell wieder zum alten Selbstbewusstsein zurück. Arbeiten wollte sie an ihrem Körper, runder, hübscher und noch weiblicher sollte er werden, so meinte sie, den Zweiflern die Argumente wegnehmen zu können.

Was allerdings nicht so einfach in Griff zu kriegen war, war ihre Stimme, die gelegentlich mal hin- und her rutschte zwischen "männlich" und "weiblich", wenn sie mal beispielsweise kurz nicht acht gab. Sie hatte allerdings auch vorher noch nie eine sehr männliche Stimme besessen im Sinne von laut oder brummig, und einen Brummbass hatte sie schon gar nicht. Was aber sicherlich auch sehr viel mit ihrer vorsichtigen und zurückhaltenden Wesensart zusammenhing. Insofern lag ihr Auftreten und ihre Stimme durchaus zusammen, das passte also. So konnte man auch ihre weibliche Erwachsenenstimme dann in einem Bereich verorten, den man als "dunkel" bezeichnen konnte. Seit sie als Frau auftrat, hatte sie sich auch angewöhnt, meistens eher leise zu sprechen, weich zu modulieren, und von der Tonhöhe her bewegte sie sich meistens in einem Bereich, den man als "Altstimme" bezeichnen könnte.

Während ihrer früher Crossdresser-Jahre hatte sie lange und angestrengt an der Modulation ihrer Stimme und generell an der eigenen Sprechtechnik herumprobiert, ihre Ziel war die weibliche Modulation, die sie heute eigentlich recht gut beherrschte. Das hatte begonnen mit kleinen Sätzen an der Supermarktkasse oder überhaupt an der Kasse, wenn sie irgendwas einkaufte, zum Beispiel Strümpfe im Kaufhof, dann hatte sie sich oft eine Kleinigkeit zu fragen zurechtgelegt, was dann in der Regel sehr gut funktionierte, das heißt diese kurzen Sätze gelangen ihr in der Regel gut, allerdings musste dann natürlich auch das gesamt Umfeld stimmig sein, die Kleidung, usw...

Andere Versuche, die Höhe der eigene Stimme zu modulieren, hatten mit ihrer Liebe zum Singen zu tun. Sehr oft, wenn sie irgendwo allein war, sang sie irgendetwas mit, das sie gerade im Radio hörte oder ihr sonst gerade in den Sinn kam, und häufig sang sie auch am Steuer ihres Autos einfach die acht Töne der Tonleiter hinauf und wieder herunter. Beginnend mit dem tiefen C, dann die ganze Oktave aufsteigend:

"Do, Re, Mi, Fa, So, La , TI, Do" und danach auch wieder rückwärts die ganze Oktave hinunter. Immer, wenn sie den Kammerton, also das A erreicht hatte, dann versuchte sie, in dieser höheren Stimmlage weiterzusprechen, zum Beispiel widerholte sie die Sätze, die der Nachrichtensprecher gerade gesprochen hatte. Das gelang ihr bald recht gut und wurde später zu einer Art von Automatimus.

Jeder kann diese Technik, die eigene Stimmlage zu erhöhen am eigenen Körper ausprobieren. Man legt dafür nur eine Hand ganz leicht vorne auf den Kehlkopf, und zwar genau dort, wo man den Adamsapfel spürt. Dann die Tonleiter hinaufsingen, beginnend mit dem tiefen C. Schon beim zweiten oder dritten Ton bemerkt man, wenn man die Töne lange genug hält, wie sich der Kehlkopf nach oben bewegt. Mit dem Effekt, dass sich die Stimmbänder jedesmal verkürzen und sich die gesungenen Töne erhöhen, eine ganz einfache Übung ist das, viel einfacher, als sie hier zu beschreiben.

Wir müssen jetzt mal wieder auf Mutter Natur zurückkommen, die Valerie ja bekanntlich körperlich an vielen Stellen begünstigte. Irgendwelche hormonellen Veränderungen während ihrer Adoleszenz (sie hat das nie richtig von einem Doktor untersuchen lassen) hatten nämlich bei Valerie bewirkt, dass sich ihr männlicher Adamsapfel damals immer mehr verkleinerte und schlißlich fast verschwand, als äußerlich nicht mehr sichtbar war.

Der Adamsapfel ist etwas, das bei Männern viel größer ist als bei Frauen. Einfach gesprochen, handelt es sich um ein Knorpelteil im vorderen Hals, wo die Stimmbänder dran aufgehängt sind, diese sind bei Männern etwas länger als bei Frauen, dementsprechend sind auch die weiblichen Stimmen höher. Der männliche Adamsapfel ist deutlich größer, mit dem Nebeneffekt, dass dieser vorne am Hals manchmal recht hässlich absteht und dazu führt, dass man sich als Mann beim Nassrasieren an dieser Stelle gerne mal schneidet, autsch.

Nun, da sie ihren hässlichen alten Adamsapfel verloren hatte (wie so viele ihrer alten männlichen Attribute auch) fiel Valerie also vieles leichter bei ihren Versuchen, ihre Stimme dauerhaft weiblich zu modulieren. Und dass sie sich beim Nassrasieren seither auch nie mehr geschnitten an dieser Stelle, braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

Soviel für heute. Es hat mir bis hierher viel Spaß gemacht, euch diese Valerie-Geschichte erzählen zu dürfen. Möglicherweise geht die Story ja im neuen Jahr noch weiter, wer weiß?

Liebe Grüße und einen guten Rutsch an alle Leserinnen und Leser

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Re: Valeries Welt

Post 281 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 63: Stimmt alles mit der Stimme?

Valerie befand sich damals, mit Anfang dreißig in einer Art von Selbstfindungsphase. Nach ihrem Outing im Büro, das ihr Chef, Dr. Schmidt, tatkräftig unterstützt hatte sah es zunächst so aus, als verliefe ihre Verwandlung vom männlichen ins weibliche Geschlecht nahezu reibungsfrei und problemlos. Diese Einschätzung stimmt jedoch nur, was ihre Beziehungen zum engsten Kollegen- und Freundeskreis betrifft, also zu den Menschen, mit denen sie im Büro täglich zu tun hatte. Blickte sie aber einmal über diesen engen Kreis hinaus, dann sah sie schnell, es gab da noch eine ganze Menge Leute, die ihr weniger offen begegneten und keineswegs diese liberale Einstellung hatten, die sie aus dem direkten Freundeskreis kannte. Dort war dann weniger bis gar keine Akzeptanz zu spüren, und mehr als einmal wurde Valerie auch auf eine recht ruppige Art und Weise mit Fragen und Zweifeln konfrontiert, von denen sie irrtümlicherweise meinte, sie wären schon längst beantwortet. Das war aber keineswegs der Fall. Gemeint ist natürlich die i-Frage, die Frage nach ihrer "wirklichen" Identität.

Jeder Dummkopf, so kam es ihr vor, fühlte sich neuerdings bemüßigt, ihr diese i- Frage stellen zu können. Beziehungsweise meinte neuerdings wohl jedermann, das Recht zu haben, sie damit belästigen zu können. Haben Menschen das Recht zu so etwas? War sie denen eigentlich überhaupt eine Antwort schuldig?

Valerie verfiel eine Zeitlang in Selbstzweifel ("Dezemberblues"), die jedoch nicht lange anhielten. Allzu tiefe und anhaltende Bauchnabelschau ist noch nie der Stil von Valerie gewesen, und so fand sie auch schnell wieder zum alten Selbstbewusstsein zurück. Arbeiten wollte sie an ihrem Körper, runder, hübscher und noch weiblicher sollte er werden, so meinte sie, den Zweiflern die Argumente wegnehmen zu können.

Was allerdings nicht so einfach in Griff zu kriegen war, war ihre Stimme, die gelegentlich mal hin- und her rutschte zwischen "männlich" und "weiblich", wenn sie mal beispielsweise kurz nicht acht gab. Sie hatte allerdings auch vorher noch nie eine sehr männliche Stimme besessen im Sinne von laut oder brummig, und einen Brummbass hatte sie schon gar nicht. Was aber sicherlich auch sehr viel mit ihrer vorsichtigen und zurückhaltenden Wesensart zusammenhing. Insofern lag ihr Auftreten und ihre Stimme durchaus zusammen, das passte also. So konnte man auch ihre weibliche Erwachsenenstimme dann in einem Bereich verorten, den man als "dunkel" bezeichnen konnte. Seit sie als Frau auftrat, hatte sie sich auch angewöhnt, meistens eher leise zu sprechen, weich zu modulieren, und von der Tonhöhe her bewegte sie sich meistens in einem Bereich, den man als "Altstimme" bezeichnen könnte.

Während ihrer früher Crossdresser-Jahre hatte sie lange und angestrengt an der Modulation ihrer Stimme und generell an der eigenen Sprechtechnik herumprobiert, ihre Ziel war die weibliche Modulation, die sie heute eigentlich recht gut beherrschte. Das hatte begonnen mit kleinen Sätzen an der Supermarktkasse oder überhaupt an der Kasse, wenn sie irgendwas einkaufte, zum Beispiel Strümpfe im Kaufhof, dann hatte sie sich oft eine Kleinigkeit zu fragen zurechtgelegt, was dann in der Regel sehr gut funktionierte, das heißt diese kurzen Sätze gelangen ihr in der Regel gut, allerdings musste dann natürlich auch das gesamt Umfeld stimmig sein, die Kleidung, usw...

Andere Versuche, die Höhe der eigene Stimme zu modulieren, hatten mit ihrer Liebe zum Singen zu tun. Sehr oft, wenn sie irgendwo allein war, sang sie irgendetwas mit, das sie gerade im Radio hörte oder ihr sonst gerade in den Sinn kam, und häufig sang sie auch am Steuer ihres Autos einfach die acht Töne der Tonleiter hinauf und wieder herunter. Beginnend mit dem tiefen C, dann die ganze Oktave aufsteigend:

"Do, Re, Mi, Fa, So, La , TI, Do" und danach auch wieder rückwärts die ganze Oktave hinunter. Immer, wenn sie den Kammerton, also das A erreicht hatte, dann versuchte sie, in dieser höheren Stimmlage weiterzusprechen, zum Beispiel widerholte sie die Sätze, die der Nachrichtensprecher gerade gesprochen hatte. Das gelang ihr bald recht gut und wurde später zu einer Art von Automatimus.

Jeder kann diese Technik, die eigene Stimmlage zu erhöhen am eigenen Körper ausprobieren. Man legt dafür nur eine Hand ganz leicht vorne auf den Kehlkopf, und zwar genau dort, wo man den Adamsapfel spürt. Dann die Tonleiter hinaufsingen, beginnend mit dem tiefen C. Schon beim zweiten oder dritten Ton bemerkt man, wenn man die Töne lange genug hält, wie sich der Kehlkopf nach oben bewegt. Mit dem Effekt, dass sich die Stimmbänder jedesmal verkürzen und sich die gesungenen Töne erhöhen, eine ganz einfache Übung ist das, viel einfacher, als sie hier zu beschreiben.

Wir müssen jetzt mal wieder auf Mutter Natur zurückkommen, die Valerie ja bekanntlich körperlich an vielen Stellen begünstigte. Irgendwelche hormonellen Veränderungen während ihrer Adoleszenz (sie hat das nie richtig von einem Doktor untersuchen lassen) hatten nämlich bei Valerie bewirkt, dass sich ihr männlicher Adamsapfel damals immer mehr verkleinerte und schließlich fast verschwand, also äußerlich nicht mehr sichtbar war.

Der Adamsapfel ist etwas, das bei Männern viel größer ist als bei Frauen. Einfach gesprochen, handelt es sich um ein Knorpelteil im vorderen Hals, wo die Stimmbänder dran aufgehängt sind, diese sind bei Männern etwas länger als bei Frauen, dementsprechend sind auch die weiblichen Stimmen höher. Der männliche Adamsapfel ist deutlich größer, mit dem Nebeneffekt, dass dieser vorne am Hals manchmal recht hässlich absteht und dazu führt, dass man sich als Mann beim Nassrasieren an dieser Stelle gerne mal schneidet, autsch.

Nun, da sie ihren hässlichen alten Adamsapfel verloren hatte (wie so viele ihrer alten männlichen Attribute auch) fiel Valerie also vieles leichter bei ihren Versuchen, ihre Stimme dauerhaft weiblich zu modulieren. Und dass sie sich beim Nassrasieren seither auch nie mehr geschnitten an dieser Stelle, braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

Soviel für heute. Es hat mir bis hierher viel Spaß gemacht, euch diese Valerie-Geschichte erzählen zu dürfen. Möglicherweise geht die Story ja im neuen Jahr noch weiter, wer weiß?

Liebe Grüße und einen guten Rutsch an alle Leserinnen und Leser

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Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Sa 30. Dez 2017, 15:21, insgesamt 2-mal geändert.
Brigitta
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Re: Valeries Welt

Post 282 im Thema

Beitrag von Brigitta »

Hallo Valerie,
(moin)
ganz herzlichen Dank auch für dieses Kapitel!
(ap)
Ja, bitte erfreue uns auch im neuen Jahr mit weiteren Geschichten aus Valeries Welt!!!
Da gibt es doch noch soviel zu erzählen ... und das Leben geht weiter ...
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Re: Valeries Welt

Post 283 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Brigitta,
es passieren Zeichen und Wunder. Auf meinem Bildschirm erschien das letzte Kapitel (63) sogar dreimal. Wenn das nichts bedeutet?

Valerie (am rätseln)
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Re: Valeries Welt

Post 284 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo Valerie,
danke mal wieder.
Bitte im neuen Jahr weiter schreiben 😊
Ich hab's auch 3x am schirm gehabt...
Wünsche euch morgen nen guten Rutsch 🎆🎊🎉
LG Maria
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Beitrag von Satinxsilk »

Hallo Valerie ich als neu Leser würde mir auch wünschen daß die Geschichte weitergeht weil ich sie sehr inspirierend finde.

LG Rene (smili)
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