VanessaL hat geschrieben: Mo 25. Dez 2017, 03:55
Gerade an Weihnachten soll häusliche Gewallt ja gar nicht so selten sein ... aber vermutlich nicht nur an diesem Tag.
Das lengt meine Gedanken auf die vielen guten Dinge in meinen Leben und die Liebe, die ich erfahre und das gute, friedvolle Leben, dass ich dühren darf. Oft vergesse ich es zu schätzen und vergrabe mich in meinem "Problem". Ich entziehe mich meinen Liebbsten und weise sie vielleicht sogar manchmal ab - so sehr hat mich meine Entwicklung "im Griff". Dabei verlerne ich auch mich selbst zu lieben, glaube ich manchmal.
Hallo Vanessa, Hallo zusammen,
tut mir leid, wenn ich dir und anderen jetzt vielleicht den Tag versaue, aber die paar Worte oben, haben grad meine Probleme und schlechten Erfahrungen der letzten 15 Jahre wieder ordentlich aufgewühlt. Schon der Thread-Titel hat mich magisch angezogen wie ein dunkles Loch ...
Erfahrungen mit häuslicher Gewalt waren sozusagen der Auftakt dieses Zeitraums. Als Mann ist man ja mit "Frauen schlägt man nicht" groß geworden, und ich war auch auch nie(!) in igrendeiner Weise aggressiv gegenüber meiner Ex-Frau oder sonst einer Freundin oder Partnerin, habe auch nie mein Kind geschlagen oder auch nur "hart angefasst" im Gegensatz zu seiner Mutter ... Mir gegenüber fing sie mit hinterhältigen Aggressionen an, die sich recht schnell zu offenen Angriffen steigerten. Glücklicherweise hatte ich den Mut, mich dem recht schnell zu entziehen, und mich von ihr zu trennen, da es in unserer Ehe sowieso schon kräftig bergab gegangen war. Es ging eigentlich nur noch um ihre vielen Krankheiten, die sie alle der Reihe nach bekam, so wie jemand im Verwandten- und Bekanntenkreis diese hatte. Hypochonder und Münchhausen-Syndrom sind ein wahres Traumpaar ...
Über die Jahre war ich auf der Suche nach einer Partnerin, die mich wirklich versteht, und der ich auch von meiner weiblichen Seite erzählen konnte. Anfang 2010 hatte ich sie endlich gefunden, alles schien super. Sie war die 2. große Liebe meines Lebens, ich endlich richtig glücklich, und habe die Probleme nicht gesehen bzw. unterschätzt, die sie seit ihrer Kindheit mit sich herumgeschleppt hat. Wohl durch meine Offenheit angeregt, hat sie sich ebenfalls geöffnet, und mir über die seelische und physische Gewalt erzählt, über die Grausamkeiten, die ihr von ihrer Mutter angetan wurden. Ich weiß nicht, ob eine von euch mal ein Buch darüber gelesen hat, was mache Mütter/Eltern ihren Kindern angetan haben, wie sie diese hungernd und frierend wie Tiere im Keller gehalten haben, denen sie keine Freude im Leben gegönnt, die sie von klein auf gehasst und für alle Probleme in ihrem Leben verantwortlich gemacht haben. Das ist nur schwer mit Worten zu beschreiben. Später wurde sie von ihrem ersten Mann wenige Tage nach der Entbindung zum Sex gezwungen, in dem dieser das Neugeborene an einem Bein aus dem 4. Stock zum Fenster hinaus hielt. Seit dem war sie ihr Leben lang auf der Flucht und ist es wohl heute noch. Ich hatte das Gefühl, dass sie bei mir endlich angekommen ist, wie auch ich bei ihr. Nach 4 Wochen waren wir so vertraut, das die Leute glaubten, wir wären schon seit 25 Jahren zusammen. Wir waren wirklich wie eine Seele in 2 Körpern. Wir hätten z.B. zu zweit Gemüse schnibbeln können, wo der eine festhält und der andere schneidet, ohne das wir uns geschnitten hätten. So etwas habe ich nie zuvor und danach wieder erlebt. - Aber ich habe die Rechung ohne den Wirt gemacht. Bald begann bei ihr die seelische Achterbahnfahrt, und irgendwann hatte ich keine Kraft mehr und musste sie schweren Herzens gehen lassen. Kurz nach ihrem Auszug trafen wir uns noch mal und da sie wieder so übermäßig optimistisch aufgekratzt war, obwohl sie doch bis zum Hals in der Scheiße steckte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, und alles in ihrer Lebensgeschichte ergab plötzlich einen Zusammnehang. Sie ist manisch-depressiv. (Übrigens hat sie heute Geburtstag, ein erweiterer Punkt, der mich runterzieht, weil ich an sie denken muss.)
Danach hatte ich noch eine liebe Frau kennengelernt, die auch meine weibliche Seite akzeptiert hat, aber für ein Zusammenleben hat es nicht gereicht. Unsere Vorstellungen waren an der Stelle nicht genügend vereinbar, aber wir sind auch heute noch befreundet. Dieses Jahr war der Herbst-Blues, den ich früher hin und wieder mal hatte, so stark, dass er sich zu einem Winter-Blues ausgewachsen hat. Mir fehlt echt jemand zum Zuhören. Ich telefoniere zwar recht regelmäßig mit ihr, aber sie redet viel, und auch wenn ich da gern zuhöre, vermisse ich doch sehr, dass mir jemand zuhört. Der größte Teil der Frauen hält sich für kommunikativ und empatisch, hört sich aber eigentlich nur selber gerne reden. Ich kenne (persönlich) nur 2 Bio-Frauen, die da anders sind, und tatsächlich ein Gespür für ihr Gegenüber haben. Das ist meine 2. große Liebe und eine Kollegin im Büro. Die hat mir vor Jahren mal in großer Not geholfen, als wir noch nicht zusammen gearbeitet haben, aber jetzt möchte ich sie wegen der Arbeit nicht mehr in Anspruch nehmen.
Soweit für den Moment ihr Liebn und Danke für's Zuhören/Lesen.
Jetzt muss ich mich erst mal wieder aufraffen, meiner Verpflichtung nachkommen und meine Rolle als Sohn und Bruder spielen. - Scheiße ... ich versuche seit Anfang des Jahres, mit meiner Schwester über mich zu reden.
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.