Hallo Conny-Andrea,
Conny-Andrea hat geschrieben:Das kann ich aber nur, wenn ich genügend Selbstvertrauen habe. Und davon bin ich noch weit entfernt.
Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen, das ich als Mann auch kaum Selbstvertrauen hatte. Dieses Verlangen nach Weiblichkeit, bzw. Frauensachen begleitet mich seit frühester Kindheit. Schon recht früh war mir auch klar, das das für einen Jungen nicht normal ist. Dieses Wissen schwang häufig im Alltag mit, vor allem wenn ich mit anderen Jungs / Männern zusammen war.
Das änderte sich aber, als ich begann, als Frau zu leben. Ich der
Rolle fühle ich mich bedeutend wohler, sie passt einfach viel besser zu mir als das Leben davor. Und wenn man mit sich selbst im Reinen ist, stärkt das natürlich auch das Selbstbewusstsein. Aber um zu
Erkennen, wo der Weg lang führt, der einen glücklich macht, ist der Bauch viel geeigneter als der Kopf.
Zum Thread-Thema möchte ich mich auch noch mal äußern. Ich lese immer wieder "ich war schon immer eine Frau". Aktuell gerade in diesem Artikel
Aus Gerhard wird Sarah. Das kann ich von mir nicht behaupten. Es war ein langer Weg hin zu dieser Erkenntnis, behindert von der äußeren Definition durch andere und durch meinen offensichtlich nicht weiblichen Körper.
Als ich mich irgendwann anfing mich intensiver (mit Hilfe des Internets) mit dem Thema zu beschäftigen
wusste ich, das ich DWT bin.
2011 habe ich mich das erste Mal komplett als Frau zurecht gemacht. Da
wusste ich, das ich ein Crossdresser bin.
Im Laufe der Jahre 2013 begann ich weibliche Gefühle in mir zu entdecken, also mich manchmal weiblich zu fühlen (meist an meinen
Frauentagen). Mit Hilfe des Internets
wusste ich, ich bin ein Bi-Gender (oder auch Two-Spirit)
2014 musste ich mir selbst eingestehen (was garnicht so einfach war) das ich mich eigentlich immer weiblich fühle, auch an
Männertagen. Ich
wusste, ich bin eine Transfrau.
Wie auch der Körper sich im Laufe der Jahre ändert, so ist auch die Identität im
Fluss. Rücklickend ergeben die ganzen Punkte eine Gerade. Aber damals
wusste ich genau, das es
das jetzt ist. Bis ich dann doch wieder unsicher wurde, ob die
Schublade noch passt...
Ich könnte jetzt auch sagen, ich war schon immer eine Frau, nur war mir das nicht klar.
So sehe ich das aber nicht. Jeder
Abschnitt damals gehört genauso zu meinem Leben, wie der heutige.
Also auch das Gefühl ändert sich , aber ich glaube es ist nicht im Wortsinn eine Änderung, eher eine Findung, eine Entwicklung zu der Persönlichkeit die man sein soll, eine bessere Version von einem selbst.
Grüße
die Anja