Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 1 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo in die Runde,

angeregt durch den Strang bei Mona viewtopic.php?f=23&t=12541&p=171777#p171777, bei der ein Tipp für eine Queer-Veranstaltung in Berlin gegeben https://www.siegessaeule.de/queersummer ... plash.html wurde, stellte sich mir spontan die Frage, ob solche Veranstaltungen wirklich erforderlich sind. Besonders irritiert haben mich Aussagen wie
"Wir haben die schöne Aufgabe, Gästen unterschiedlichster Herkunft, Lebensform oder sexueller Orientierung eine gute Zeit zu verschaffen", erklären die Berliner Bäder Betriebe dazu.
Ich möchte gerne als normaler Badegast ins Schwimmbad gehen können. Nach Rücksprache mit dem Bad ist dies auch möglich. Aber ich habe auch schon von anderen Geschichten gehört, in denen das nicht so einfach möglich ist.

Bedeutet diese Veranstaltung, dass andere Schwimmgäste nicht erwünscht sind ?
Das an diesem Tag stattfindende Finale der Fußballeuropameisterschaft der Frauen wird ab 17:00 live im Schwimmbad übertragen, somit dürfte für lesbische Wohlfühlatmosphäre gesorgt sein.
Sorry, aber was ist "lesbische Wohlfühlatmosphäre" im Kontext mit Damenfußball. geht es hier um eine Sex-Veranstaltung ?

Ich wünsche mir, dass Menschen, die in irgendeiner Form heute noch "schräg" angesehen werden, als normale Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert werden ? Sind dann nicht solche Veranstaltungen, die sich gerade vom "normalen Leben" distanzieren, kontraproduktiv für die Akzeptanz ?

Ok, ich bin ein bisschen spießig. :P Ich kann verstehen, dass Menschen bewusst anders sein wollen. Und Provokation ist ein probates Mittel "Anderssein" dauerhaft in der Gesellschaft zu integrieren (Bikini und Minirock in den 60ern, lange Haare und Ohrringe für Männer, Frauenbewegung etc.). Und ich denke auch, dass solche Veranstaltungen bunt und spannend sind und wenn Menschen sie besuchen wollen, ist das ja auch ok. Aber letztlich bleibt in mir ein gespaltenes Gefühl...

Nicht falsch verstehen, ich möchte niemandem den Spaß an Queer-Veranstaltungen nehmen. Es waren nur spontane Gedanken von mir. Was mich interessiert, ist Eure Haltung dazu ? Sind solche Veranstaltungen etwas für Euch oder habt Ihr eher Vorbehalte ?
Viele Grüße
Vicky

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ExuserIn-2019-12-18
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Ich finde ja! Es ist noch immer notwendig das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.
Über Inhalt und Form kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber die Notwendigkeit ist unbestritten da!

Liebe Grüße
VanessaL
Astrid
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Astrid »

Ich sehe es ähnlich wie Du, Vicky.
Ich bin der Meinung, die Bäderbetriebe haben die Aufgabe sich darum zu bemühen, daß sich Menschen jedweder Herkunft, Lebensform und sexueller Orientierung jederzeit im Badebetrieb wohlfühlen können.

Daß es dafür, eine "gute Zeit" zu haben, extra einer separaten Veranstaltung benötigt, suggeriert doch nur wieder, daß homosexuelle oder queere Menschen ganz besondere Bedürfnisse haben, die sich von denen der üblichen Badegäste unterscheiden. Freilich wieder Bedürfnisse der sexuellen Art. Der Text im Zitat mit der Fußballeuropameisterschaft der Frauen unterstreicht das noch auf, wie ich finde, unsäglich dümmliche Weise.

Es kommt mir vor wie der plumpe Versuch der Organisatoren, sich den Queeren anzubiedern.
Leider befeuert er nur wieder das Vorurteil von den dauergeilen Homosexuellen, bei denen selbst ein Fußballspiel zur Erotikvorlage verkommt.

Liebe Grüße - Astrid
Svetlana L
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Also, ich sehe das ein bisschen anders. Solange queere Menschen nicht überall voll akzeptiert werden, Diskriminierung, Anfeindung und sogar körperliche Gewalt fürchten müssen, sind solche Veranstaltungen m. E. (leider) notwendig. Ich unterscheide dabei auch zwischen solchen Veranstaltungen, die nach außen wirksam werden, also beispielsweise die gerade beginnende CSD-Saison, lesbisch-schwule Stadtfeste usw., wo wir zeigen, dass es "uns" gibt, und solchen, die als geschützter Raum nur für "uns" da sind. Ich denke schon, dass solche Rückzugsorte auch erforderlich sind.
Aber warum kommt man bei "lesbischer Wohlfühlatmosphäre" automatisch auf Sex? Sind das noch übriggebliebene männliche Phantasien oder glaubt ihr wirklich, dass da auf der grünen Wiese Rudelsex stattfinden wird? Im übrigen sind da auch Regenbogenfamilien, also mit Kindern, willkommen.
Es kommt mir vor wie der plumpe Versuch der Organisatoren, sich den Queeren anzubiedern.
Leider befeuert er nur wieder das Vorurteil von den dauergeilen Homosexuellen, bei denen selbst ein Fußballspiel zur Erotikvorlage verkommt.
Ja, man kann sich natürlich auch auf dem Friedhof treffen (ach nee, da kommt dann wahrscheinlich der Verdacht der Nekrophillie auf). Im Übrigen ist Veranstalter neben den BBB Siegessäule, von denen ich mal nicht glaube, dass die sich "uns" anbiedern müssen.
Hawadehre
Svetlana

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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Mina »

Boh, jetzt is aber gut. Was hier denn los?

Davon ab, was interessieren Regenbogenveranstaltungen Leute welche sich dafür nicht interessieren? Solche ignorieren das mit einen "dreiwortspruch", das wars.

Die zu bekehrende Zielgruppe muss man schon am Schlawittchen auf den Inhalt und tieferen Sinn schleppen, sonst wird da nicht viel von. Fürchte ich.....

Für Leute welche wir Transen, Schwuchteln oder ähnliches sind, wird sich durch eine solche Veranstaltung nix ändern weil die aus Prinzip schon wegschauen. Es müsste die direkt betreffen, dann wäre da Fundament zur Änderung.

Und ich hasse es , das so sehen zu müssen. Aber es ist die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger.
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Jaddy
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Klar gehe ich auch einfach so raus und bin eindeutig als queer erkennbar. Kein Problem. Und sollte auch ganz normal möglich sein, ohne Kommentare, ohne Gekicher oder gaffende Blicke.

Sollte.

Ist aber natürlich noch nicht so; wissen wir alle. Und ich sage das auch mal in die Richtung derjenigen hier, die so in der Art "na dann sorg halt für besseres Passing, dann wirst du nicht erkannt". Darum geht es nicht, zumal ich weder der einen, noch der anderen Seite des Genderspektrums voll angehöre. Mein Passing entspricht genau meinem Gefühl. Es geht um mehr als Toleranz (= nicht anmachen), sondern Akzeptanz (= als gleichwertigen Mitmenschen wie alle andere behandeln), gerade wenn man nicht in der Masse untergeht.

Mindestens solange das noch nicht so ist, finde ich queere bzw. für bestimmte Gruppen reservierte Veranstaltungen auch toll. Auch im Sinne von Ergänzung.

Ich weiss nicht, wer von euch mal auf dem CSD in Köln war, dem Strassenfest, mit der ganzen Stimmung in der Innenstadt. Dort sind mal die Heten in der Minderheit und wir queere können mal erleben, wie sich die die Heten-Mehrheit die ganze sonstige Zeit fühlt.

Siehe auch das von Anne-Mette verlinket Interview in http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 28&t=14379 : "Deshalb hat der Christopher Street Day eine so hohe Bedeutung. Viele Homosexuelle leben versteckt, so dass für viele Menschen der CSD ein Höhepunkt ist, weil sie dort Lebensenergie tanken können. Das ist wie ein Urlaub für die Seele."
Astrid
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 7 im Thema

Beitrag von Astrid »

Guten Abend Svetlana,

Deinem ersten Absatz mag ich durchaus in einigen Punkten zustimmen.
Aber warum Du Dir dann anmaßt, indirekt über meine sexuellen Phantasien zu spekulieren, kann ich nicht nachvollziehen. Finde ich überflüssig und hättest Du Dir sparen können.
Ich kann Dir nur soviel dazu sagen: Die Verbindung zum Sex haben die Autoren selbst gebracht. Sie hätten ja auch einfach nur auf die Wohlfühlatmosphäre verweisen können.
Mag sein, daß ich wirklich zum Feiern auf den Friedhof gehe, aber bei solchen "Werbeaussagen" geht mir echt keiner ab. Ich habe nur einfach nichts übrig für diese Art, mit dem Thema umzugehen. Und das ganz unabhängig davon, welche Organisation dahinter steht.

Meiner Meinung nach sollte einfach mal aufgehört werden, bei jeder Gelegenheit auf diesen Begriffen herumzukauen. Dann tritt die Normalität am ehesten ein.
Geht Schwimmen, schaut Fußball und fühlt Euch wohl dabei.
Und gut is...

Lieben Gruß - Astrid
Michi
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Michi »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jul 2017, 12:10 Sorry, aber was ist "lesbische Wohlfühlatmosphäre" im Kontext mit Damenfußball. geht es hier um eine Sex-Veranstaltung ?
Astrid hat geschrieben: Fr 7. Jul 2017, 16:44 Es kommt mir vor wie der plumpe Versuch der Organisatoren, sich den Queeren anzubiedern.
Leider befeuert er nur wieder das Vorurteil von den dauergeilen Homosexuellen, bei denen selbst ein Fußballspiel zur Erotikvorlage verkommt.
Hallo Vicky und Astrid, Hallo auch an alle Anderen,

eine sehr berechtigte Frage, die da angesprochen wurde. Da musste ich auch erst mal ausgiebig darüber nachdenken.

Eine solch zielgruppenspezifische und von der Außenwirkung her mutmaßlich geschlossene Veranstaltung hat für mich eher die Anmutung eines Swingerclubs. Und so ähnlich wird es wohl nicht wenigen Menschen gehen. Eine Gruppe von Menschen, die lieber unter sich bleibt, erweckt schnell den Eindruck, anders als die anderen zu sein. Und genau das gilt es doch eigentlich zu vemeiden, wenn man als ganz normaler Mensch gesehen werden möchte.

Wenn man also Queer-Veranstaltungen für notwendig erachtet, dann sollte man sich auf jeden Fall ernsthaft Gedanken über die (offene) Außenwirkung machen.

Eine Schutzatmosphäre, so sehr sie für den/die Einzelne(n) auch anfangs nötig sein mag, kann nicht das erstrebenswerte Ziel sein, und eher im Rahmen von Selbsthilfegruppen geboten werden. Im größeren Rahmen schafft sie zugleich eine schädliche Exklusivität, die Ablehnung nur noch befeuert.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Deshalb hat der Christopher Street Day eine so hohe Bedeutung
Auch das sehe ich anders. Diese Klamauk- und Karnevalveranstaltung, sorry, so sehe ich es, vor den sehr ernsten Hintergrund von Verfolgungen ist für mich nicht nur nicht glaubhaft, sondern geradezu peinlich. Ich finde vollkommen ok, wenn Menschen auf die Straße gehen und bunt feiern. Das ist eine tolle Sache, aber nicht vor dem Hintergrund.

Und wenn der CSD schon in Anspruch nimmt, eine Veranstaltung vor dem Hintergrund der NS-Verfolgungen zu machen, stellt sich mir sofort die Frage, ob jemand auch auf die Idee kommen könnte, so etwas vor dem Hintergrund verfolgter Juden und anderer Gruppen zu veranstalten ?

Sorry nein, so was geht aus meiner Sicht gar nicht. Das ist pietätslos.
Viele Grüße
Vicky

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Svetlana L
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 10 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Astrid hat geschrieben: Fr 7. Jul 2017, 20:32 Aber warum Du Dir dann anmaßt, indirekt über meine sexuellen Phantasien zu spekulieren, kann ich nicht nachvollziehen. Finde ich überflüssig und hättest Du Dir sparen können.
Stimmt, das geht mich gar nichts an und ich bitte deshalb um Entschuldigung!

In der Sache selbst bleibe ich bei meiner oben schon geschriebenen Meinung, dass auch und gerade solche Veranstaltungen notwendig sind und zwar nicht nur in der Anfangszeit (wann fängt die an, wann hört sie auf), wie Michi geschrieben hat, sondern generell. Ich habe mir den Artikel noch mal durchgelesen, da ist nirgendwo der Begriff Sex oder auch nur eine Andeutung darauf zu finden. Wie man da auf eine Sexveranstaltung oder gar einen Swingerclub kommen kann ist mir ehrlich gesagt nach wie vor ein Rätsel. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.
Hawadehre
Svetlana

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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 11 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Hallo ihr Lieben, liebe Daenerys,
Daenerys Targaryen hat geschrieben: So 9. Jul 2017, 17:48Warst Du schon mal auf einem CSD?

Ich komme gerade von der Cologne Pride, es war eine großartige Parade mit einer fantastischen Atmosphäre, die ihren ernsten Hintergrund nie verleugnet hat. Wie man für so was Bezeichnungen wie "peinlich" oder "Klamauk- und Karnevalsveranstaltung" finden kann, verstehe ich echt nicht.
da hast Du meine volle Zustimmung, auch wenn meine letzte (und einzige) Erfahrung mit dem Kölner CSD fast 20 Jahre zurückliegt.

In dem Jahr war ich (mit Familie, ich damals von meiner Frau und mir als Crossdresser eingestuft, alles nicht öffentlich) zuerst auf dem Kölner Karneval - nie wieder. Peinlich, ekelhaft (ab der vierten Reihe neben dem "Zoch" (dem bekannten großen Umzug) waren die Besoffenen bereits am Kübeln - vormittags!) und definitiv nicht kindertauglich oder schön. Ich lebte zu der Zeit schon eine Weile in der Stadt (unter der Woche) und alle Alteingesessenen rieten mir ab und flüchteten - Karneval der Kölner findet in den Monaten davor statt.

Ganz anders der CSD, der zufällig an einem "Besuchswochenende" der Familie stattfand: Eine einzige große entspannte Party. Typen in Leder, Latex, Mini, drag, normal, die gesamte Innenstadt war voll - und zu keinem Moment auch nur der Hauch einer peinlichen Situation oder "Angst um die Kinder". Natürlich, das war mehr ein "Karneval" (im positiven Sinne) als eine Gedenkveranstaltung und entsprechend genug Kommerz. Aber die Stimmung war bei allen Beteiligten und Unbeteiligten einfach nur super und positiv. Und selbst die "Kölner Ommas" waren voller Akzeptanz.

Das war bislang in meinem Leben die beste öffentliche Großveranstaltung, die ich live miterlebt habe.

Zur Eingangsfrage habe ich aber auch eine Meinung, statt nur über Erinnerungen zu sinieren - solche "Thementreffs" wie in dem Schwimmbad sind aus meiner Sicht weniger "Akzeptanz-Fördertreffs", sondern abgrenzende Veranstaltungen, damit die jeweilige Zielgruppe "unter sich" bleiben kann und Nicht-Möger vorgewarnt sind, um an dem Tag fernbleiben zu können. Das meine ich jetzt nicht negativ... solange die Toleranz in der Gesellschaft marginal und echte Akzeptanz nicht absehbar ist, können solche Veranstaltungen wirklich hilfreich sein beim Simulieren des Gefühls der Normalität. Da kann man dann auftanken für den offensiven Alltag.

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
Astrid
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Astrid »

Ich danke Dir Svetlana!

Wie ich schon schrieb, kann ich Deinen Standpunkt durchaus nachvollziehen. Aber lass mich in aller Kürze erklären, worum es mir geht:
Ich gehe keineswegs davon aus, daß es sich bei der besagten Veranstaltung um eine Sexveranstaltung oder ein Swingertreffen handelt. Das zu denken wäre ja auch völlig absurd.
Was mich an dem betreffenden Werbesatz ganz einfach stört, ist das Adjektiv "lesbisch". Was hat das im Kontext zur Wohlfühlatmosphäre beim Fußballschauen zu suchen? Bitte versteht mich jetzt nicht als kleinkariert, aber das sind genau die Sätze, die sich die LGBTTI-Gegner herauspicken, um wieder Stimmung gegen uns zu machen. Besonders, weil es sich ja auch um einen Familiennachmittag handelt.
Es mag zwar locker und gut gemeint worden sein, aber als der Sache dienlich sehe ich es letztendlich nicht, weil ich diesen ständigen Bezug zur sexuellen Orientierung bei tagtäglichen Dingen einfach für deplatziert und überflüssig halte. Aber das mag jede/r anders sehen.

So, erstmal genug der Worte meinerseits. Ich wünsche Dir und natürlich allen anderen auch noch einen schönen Restsonntag.

Liebe Grüße - Astrid
Simone 65
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 13 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Jackie , danke . Ich war letztes Jahr zum ersten mal auf dem Kölner CSD . Er hat mich so mitgenommen , ich habe mich an dem Tag meiner jüngsten Schwester geöffnet. Ich war an dem Tag SO glücklich, ich habe vergessen zu essen. Wir haben mit Ihren schwulen Freunden auf dem Heumarkt gefeiert. Wunderbare Menschen.😂.
Ich bin seit vielen Jahren nicht mehr schwimmen gewesen , ich schäme mich .
LG Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 14 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Daenerys,

ich möchte es noch einmal betonen. Ich habe überhaupt kein Problem mit einer CSD-Party, auch wenn sie nichts für mich ist. Und wenn Ihr Euch dort wohl fühlt, ist ja auch alles in Ordnung.
Hier können sie ein paar Tage sichtbar sein,
Hier bin ich etwas gespalten. Das Leute aus Regionen anreisen, in denen sie nicht so leben können, wie sie es möchten, weil die Konsequenzen dramatisch wären. Kann ich nachvollziehen und ich gönne es ihnen wie auch jedem anderen von Herzen.

Andererseits liegt hier für mich auch der Vergleich mit dem Karneval. Und das bezieht sich jetzt auf alle. Ein paar Tage im Jahr über die Stränge zu schlagen und etwas zu tun, was man sonst nicht tut, passt auf Karneval und CSD. Der CSD versucht aber noch eine politische Dimension hinein zu bringen, der ich in dieser Form nicht folgen kann. Die Inhalte sind ja auch in Ordnung, aber feiert, um des Feierns willen und macht Politik um der Politik willen. Es ist die Vermengung, vor allem vor dem expliziten Hintergrund der NS-Verfolgungen, die bei mir aufstößt.

Aber ich verstehe auch, dass man das anders sehen kann. :)p

Im übrigen bezog sich mein Vergleich mit dem Karneval definitiv nicht auf die Exzesse in der 4. Reihe neben dem "Zoch". Das ist sowieso voll daneben.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sind Queer-Veranstaltungen zeitgemäß ?

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Und Siege über Unrecht darf man feiern.
Das sehe ich auch so. Danke für die Denkanstöße.
Viele Grüße
Vicky

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