vielleicht würde eine Therapie wirklich helfen, wenn nicht Psychotherapie und Psychiatrie als negative Schlüsselerlebnisse fest in meinen Hirn eingebrannt wären, was bei mir panische Angst erzeugt. Auslöser ist meine Tante. Sie wurde im Krieg bei einem Bombenangriff verschüttet und war davon stark traumatisiert. Da es keine Zeugen für diesen Vorfall gab, glaubte man ihr diese Geschichte nicht und hielt sie einfach nur für geisteskrank. Ein Jahrzehnte dauerndes Martyrium mit Tabletten, Alkohol und immer wieder geschlossener Psychiatrie waren die Folge.
Da ich schon als Kind spürte dass ich irgendwie anders war, entwickelte ich eine panische Angst davor, dass ich vielleicht verrückt sein könnte und man mich in der Psychiatrie weg sperrt. Also bemühte ich mich immer auf andere möglichst "normal" zu wirken. Das ist sicher einer der Gründe, warum ich nie ich selbst sein konnte. Dann war es so, wie es Simone 65 von sich beschreibt: Metallbaukasten, Moped, keine Freundin, usw. Mit "nur" gut 100 Kg ging es körperlich bei mir nicht ganz so weit.
Soll ich also die panische Angst überwinden und mich auf eine Therapie einlassen? Ich habe Karate gelernt. So etwas verlernt man nicht, auch wenn der Körper stark abbaut. Wenn nun der Psychologe tief in einer Wunde bohrt und ich deswegen ausraste, genügt ein Schlag und er ist tot. Und in den Knast will ich nicht. Es kann sein, dass auch das einfach wieder nur Angst ist. Muss ich es aber riskieren oder ausprobieren?
Anmerkung zum Thema Überreaktion: Wenn ich einige Entwürfe für Antworten hier im Forum abgeschickt hätte, wäre ich schon lange nicht mehr dabei. Anne-Mette hätte mich wegen extrem bösen, beleidigenden, zynischen und sarkastischen Äußerungen raus geschmissen. Ich habe mir aber angewöhnt eine Nacht zu schlafen, bevor ich brisante Dinge vielleicht äußere. Aus diesem Grund halte ich mich auch aus dem Chat raus.
Mein Cousin hat übrigens gesagt, dass ich viel ausgeglichener und freundlicher wirke, wenn ich als Nicole zu ihm herüber komme.
LG Nicole