Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese
Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese - # 6

Exuser-2018-07-15

Re: Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese

Post 76 im Thema

Beitrag von Exuser-2018-07-15 »

Auch wenn sich anscheinend niemand mit meiner kritischen Argumentation textlich auseinander setzen mag, sprechen die stillen Danksagungen für sich. Dafür möchte ich mich bedanken.

Gestern hab ich wieder das getan, was mein ganz persönliches Fazit aus meiner eigenen Kritik ist:
Ich bin alleine in Berlin rumgelaufen und danach zu einer großen Motto-Party gegangen. Weil ich mich nicht nochmals umziehen wollte, war ich die ganze Zeit über im Charlestonkleid im Zwanziger-Jahre-Look unterwegs. Doch viel wichtiger als das Äußerliche ist gewesen, dass ich als Mensch unterwegs war. Genau so wurde ich behandelt. Manche sprachen mich auf mein Kleid an, wo ich das gekauft hätte. Wer offenbar ein Problem mit mir hatte, ignorierte mich. Na und? Genau das ist der richtige Weg: Nicht ich muss mich verkriechen und auf die ev. Intoleranz anderer Rücksicht nehmen, sondern mit erhobenem Kopf rausgehen. Mein Ego ist im Vergleich zu dem, was ich als identitätsloser Mann hatte, riesig.
Auf der Party hab ich mir meine Anerkennung quasi ertanzt, bin mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen, hab Küsschen und Umarmungen eingeheimst. Dabei ging die Aktivität übrigens ausschließlich von anderen aus. Den CIS-Leuten (bitte nicht diskriminierend verstehen, dient nur der Unterscheidung) war es dabei komplett egal, ob ich nun TS, CD, TV oder TG bin. Kein Mensch hat mich das gefragt. Diese Schubladen-Diskussion scheint mir ein trans*hausgemachtes Hick-Hack zu sein, bei dem sich die Trans*Gemeinde so herrlich aufreiben und die Köpfe einschlagen kann - und dabei aus den Augen verliert, dass das dem hehren Ziel der Integration letztlich nicht essentiell dienlich ist. Die 'Normalen' interessiert das nach meiner Erfahrung keinen Deut, sondern nur - wie bei allen anderen Kontakten auch - wie auf sie zugegangen wird und wie man sich verhält. Ich lernte auch die Veranstalterin kennen, die mich zu ihrem nächsten Event einlud.

Zu diesem Thema greife ich gerne die Kritik von Mina auf:
Mina hat geschrieben: Fr 16. Jun 2017, 16:55 - Immerkehrende Fragen: Sehe ich aus wie.....? Bin ich wirklich......? Ich sehe es so: Wir sind was wir sind und darum sind wir hier. Wir wollen nicht hören wie andere uns in die eigene Tasche lügen, uns beschwichtigen, ja Du siehst schon aus wie...? Wer soll davon was haben ausser beim nächsten Gang durch die Stadt sich zu wundern warum alle komisch kuggen? Ehrlichkeit!!! Wäre angebracht, ebenso Aufrichtigkeit. Selbstbeweihräucherung hat noch niemanden Vortrieb gegeben.
Es ist verdammt schwer da draussen. Und verdammt nochmal noch schwerer sich das erste Mal rauszutrauen. Und tut man es, steigt aus dem Taxi aus und alle Leute an der Stelle gucken Dich wie ein Alien an, dir schlecht und unwohl wird, du beschließt der Situation dich zu entziehen und zwar sofort, im Regen nach Hause läufst, das Makeup verschmiert, Du weinst und zu Gott blickst, Deinen Frieden mit ihm machst und ihn fragst ob es nun genug sein soll....
Diese deutlichen Worte sind nach meinem Geschmack. Rückblickend weiß ich, dass mein erstes Mal ohne Hilfe nie zustande gekommen wäre. Dafür habe ich Simone inzwischen privat und öffentlich unzählige Male gedankt. Mein Ego ist auch nicht von Anfang an einfach dagewesen, sondern musste wachsen. Im März hätte ich niemals gedacht, dass ich schon im Mai alleine losziehen würde, um mich unters Volk zu mischen. Das beharrliche Nachfragen und die -
Mina hat geschrieben: Fr 16. Jun 2017, 16:55 Selbstbeweihräucherung
- ob nun virtuell oder live - nutzen auf die Dauer nichts. Wer darauf vertraut, kann durchaus 'da draußen' eine böse Krise erleben. Die Bestätigung und Akzeptanz in der Gesellschaft kann eben nicht im brutkastenähnlichen Vakuum der vielen kleinen Trans*Welten aus speziellen Clubs und Treffen verdient werden, sondern nur in der Gesellschaft selbst. Mir ist klar, dass ich irgendwann mal eine auf die Nase kriegen kann. Aber als Mann musste ich mich auch schon öfter gegen tätliche Angriffe zur Wehr setzen. Dieses Risiko besteht leider immer.
Mina hat geschrieben: Fr 16. Jun 2017, 16:55 - Das erste Wort Im Banner "Crossdresser". Kann unglücklicher nicht laufen. Ich vermisse den Anteil an FzM, Queer, OG, und VQ. Den Titel allgemein halten. Transmänner können mit dem Begriff Crossdresser nicht so viel anfangen, wer es nicht glaubt fragt nach!
Oh ja, das hatte mich zuerst abgeschreckt und beinahe hätte ich das Forum deshalb niemals betreten. Doch im Nachhinein eine neue Domäne zu kaufen (der Name ist ja leider nicht nur in der Überschrift, sondern im Domänen-Name verankert), bedeutet technischen und finanziellen Aufwand.

Von mir kommt zum Abschluss weder eine Entschuldigungs- noch eine Bittstellungs-Arie. Meine Abwesenheit vom Treffen hatte ich nur deshalb überhaupt öffentlich gepostet, weil ich mich öffentlich angemeldet hatte. Das gehört für mich zum höflichen und korrekten Umgang mit dazu. Die hochnotpeinliche Darlegung der persönlichen Gründe dagegen nicht.
Wenn unsere Chefin der Meinung ist hinzuschmeißen, dann muss sie es tun. Ich kann die Frustration ahnen. Es gibt zweifellos andere von euch, die sich berufen fühlen, weiterzumachen.

Für eine Rückzüglerin hab ich viel zu viel geschrieben. Eigentlich wollte ich mich nur bedanken ...

Liebe Grüße
Tara
Simone 65
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Re: Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese

Post 77 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Tara , wenn Du das liest . Ziehe dich nicht zurück.. Hier im Forum gibt es noch viel zu entdecken.
Ich habe Dich kennen gelernt. Du bist ernsthaft. Aber du hast schöne Gedanken , die Du auch schreiben kannst. Ich kann das nicht.
Tara bleibe und , mir erhalten.
Ganz liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Joe95
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Re: Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese

Post 78 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Simone 65 hat geschrieben: Sa 17. Jun 2017, 13:22 Hallo Joe...
Liebe Simone, herzlichen Dank für deine Worte - und sei gwarnt! Ich komme bestimmt mal drauf zurück... (ki) :wink:
Tara hat geschrieben: Sa 17. Jun 2017, 15:18 Auch wenn sich anscheinend niemand mit meiner kritischen Argumentation textlich auseinander setzen mag...
Hallo Tara...
Aus meiner Sicht hast du den Grund dafür, das ich mich nicht schriftlich dazu äussern möchte, gleich mit genannt.

Du hast völlig recht mit dem was du da geschrieben hast und ich finde du hast es auch gut ausgedrückt.
Irgendwie sind wir wirklich mehr ein Schrank voller Schubladen als eine Gemeinschaft.
Das Problem dabei:
Die Fehler, die wir machen, müssen wir selber ganz persöhnlich einsehen und von uns selber aus daran arbeiten.
Ich denke es nützt nix wenn wir darüber schreiben wer was besser machen könnte, das würde nur dazu führen dass derjenige sich verteidigt und andere angreift.
Das Ganze würde zerredet, in Beleidigungen ausarten und als Belehrung über Rechtschreibung enden.
Oder so ähnlich.

Deswegen empfinde ich deinen Post als etwas, was ich mir zu herzen nehme, aber ich wollte eigentlich keine Diskussion darüber beginnen.
Diese Worte habe ich auch nur geschrieben weil ich den Eindruck habe das du dich hier ungehört, unverstanden und ungewollt fühlst.

Dazu möchte ich dir sagen das ich dir gerne zuhöre, das ich der Meinung bin dich recht gut zu verstehen und das ich dich für einen Gewinn für das Forum halte.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
Christiane
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Re: Forumtreffen 2017 - PROGRAMM - und Nachlese

Post 79 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Zusammen

Als "Frischling" unter Euch, fühle ich mich nun doch sehr betroffen.
Nur durch dieses Forum (das ich zum Glück gefunden habe), habe ich mir selbst erst einmal richtig eingestanden, was mit mir eigentlich los ist.
Ich bin so froh, etwas gefunden zu haben, wo ich nicht gleich nach meiner Vorstellung gefragt werde, ob ich auf "Spielchen" mit Männern stehe und wie viele Intim-Piercings ich denn hätte.
Leute - bitte - IHR ALLE seid mein Kontakt aus der Isolation hier, in der ich mich befinde - so was, wie das "Stück Himmel".
Eben durch dieses Forum hab ich schon einige von Euch persönlich kennen lernen dürfen - wie hätte ich ohne einen Kontakt kriegen sollen?
Hier konnte ich einen Teil meines Kummers hinterlassen .......... .

Auch ich habe durchaus manchmal eine ganz andere Meinung als Ihr hier - aber das ist es doch, was uns alle als Individuen auszeichnet - oder wollt Ihr den Kollektivismus wieder einführen? :wink:
Ich kann den Ärger der Organisatoren wirklich zu gut nachvollziehen - ich hatte derartige Erlebnisse in meinen letzten 2 Vereinigungen zu Genüge - bis ich aufgehört habe.
Das waren beim ersten Verein 21 Jahre als 1.Schießleiter/Schießleiterausbilder Großkaliber und bei meiner Arbeitsgruppe Archäologie 8 Jahre / am Schluß als Mädchen für Alles.
Ihr könnt Euch nicht vorstellen an wie vielen regionalen und überregionalen Veranstaltungen ich zu guter Letzt alleine dastand - bei beiden Gruppen.
Irgendwann hatte ich einfach die Nase voll. Denn - von den nicht erschienen kam dann noch Mecker, weil man sie nicht über Neues informiert hat......... .
Das sind dann die Motivations-Spritzen, die einem noch so untergejubelt werden.
Aus diesem Grund ist meine Motivation zum ehrenamtlichen Engagement nicht mehr sehr groß.

Und nun zum Veranstaltungsort : Berlin
Vielleicht liegt es ja nicht nur an den Finanzen - vielleicht liegt es einfach am Ort?
Oder daran, daß x Veranstaltungen an diesem Wochenende waren?
Es hier Teilnehmerinnen gibt, die keine 30 Tage Urlaub haben?
Die Partnerinnen vielleicht an diesem Wochenende was anderes im Sinn hätten?
Die Firma den Tag nicht gewährt?

Nach Hamburg wäre ich ohne mit der Wimper zu zucken hochgefahren (solange es nicht während dem B 20 Wipfel ist und Aubergine als meine Kosmetikerin mitfährt :lol: ).
Und das ist von mir aus doch deutlich weiter.
Nein - ich will Berlin nicht schlecht machen - aber ich kann diese Massen nicht. Ich war 2 x jeweils für 3 Tage dort.
Was war ich froh, als ich wieder im Zug nach Hause saß.
Wenn für mich etwas unüberschaubar wird hab ich einfach Streß und muß aus dieser Situation raus.
Die Dokumi in Düsseldorf am Pfingstsamstag hätte ich fast geschmissen, wegen dem Andrang - da wäre mir auch die Karte, die ich schon hatte egal gewesen.
Das ist der Grund für mein nicht erscheinen.

Diesen Aspekt habe ich jetzt mal ansprechen müssen - evtl. ist das ja nur ein Soloproblem von mir?

Und das mit dem Aufhören - also Anne-Mette - dann komm ich wirklich bei meinem nächsten Kiel-Besuch bei Dir vorbei. Das ist ja dann nur noch ein Katzensprung.
Ich bring dann a Schoggi und an Ches mit. :wink:

Liebe Grüße aus dem Off.
Christiane
"Pünktchen sind immer süß!"
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