Karoline hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 00:32
Hallo Lina,
danke für deine Antwort. Daran mich im Urlaub an die Rolle als Frau heranzutasten habe ich auch schon gedacht und es haben ja schon einige hier im Forum gemacht. Außerhalb des normalen Umfelds ist es sicherlich einfacher. Und wenn ich es komplett verbocke, kennt mich da keiner

.
Nach der ersten Euphorie werde ich das Tempo erstmal ein wenig drosseln und die Dinge ruhiger angehen lassen.
Danke für Eure Unterstützung!
Liebe Grüße,
Karoline
Ich glaube nicht, dass du ganz verstanden hast, was ich vorschlage. Ich spreche nicht von vorsichtig herantasten, sondern konkret und geplant eine Art "Alltag in Kompaktversion" - wo du wirklich ausprobierst, was es ist worauf du dich reinlässt. Mit täglichen Challenges - mehr oder weniger wie in einem Dokusoap. Z.B. "an Tag "X" fange ich mit mindestens drei komplett Unbekannte an und beurteile hinterher, wie es sich anfühlte".
Oder "an Tag "Y" treffe ich mich zum Kaffeetrinken in einem Mainstream Café, "und am Tag "Z" erledige ich etwas bei einer Behörde". Und z.B. mehrmals testen, wie schnell du dich ausgehfertig, mit dem Maß an Passing, den du anstrebenswert findest und dann tatsächlich ausgehen. Wie du siehst hat alles was ich vorgeschlagen habe, einerseits mit solchen Elementen von zwischenmenschlicher Interaktion, die du erleben wirst, andererseits auch mit der Bewegungsfreiheit, die du als TG in der Gesellschaft hast. Und da haben wir noch gar nicht andeutungsweise vom Berufsleben gesprochen. Ich weiß, dass jemand - ob es nun in diesem Thread war oder wo anders ist egal - angedeutet hast, das die soziale Rolle als Mann oder als Frau nicht einer der wichtigsten Sachen wäre. Das ist aber Unsinn. Das Leben besteht zu 90% aus Interaktion mit anderen Menschen, es sei denn man hat sich zurückgezogen als Einsiedlerin oder TrapperIn in der sibirischen Taiga oder in Nord-Kanada. Da wäre es vermutlich auch nicht mehr so wichtig, ob du Mann oder Frau bist - wenn du eh nur andere Menschen treffen würdest ein mal im Jahre, wenn du Pelze verkaufst und Vorräte einkaufst. Im Wald wo niemand dich sieht, niemand mit dir redet würde es nur noch einen Unterschied in deiner inneren Vorstellungs- und Gefühlswelt machen.
Das Scenario, wovon ich rede und was jede(r) von uns erlebt ist genau das Gegenteil. Es besteht weitestgehend aus Interaktionen mit anderen Menschen. Man sendet bewusst und unbewusst Signale aus. Vom gesprochenen Wort bis zu den feinsten Details in der Körpersprache. Und man bekommt was zurück. Das was zurück kommt kann höchst unterschiedlich sein, u.a. abhängig davon, ob du als Mann oder als Frau da bist.
Nun, meine Fragen an dich sind dann: Hast du selber eine Ahnung, was es für dich bedeuten wird, eine Frau - im sozialen Sinne - zu sein? Ich sage das immer so, weil eines ist das körperliche Wahrnehmung, die mit Sicherheit ganz anders ist nach HRT und GaOP, aber davon bekommen die vielen Menschen mit denen wir täglich zu tun haben nichts mit. Und wenn hier von Problemen berichtet wird gehen die im Wesentlichen um Situationen, wo sie mit anderen Menschen zu tun haben und seltener um ihr eigenes Körpergefühl. Die Frage ist also anders ausgedrückt, bist du genau das was du sein willst und fühlst dich völlig richtig in der Rolle als Frau, wenn du mit andren Menschen zu tun hast? Was für eine Person, was für eine Frau willst du für andere sein, das ist die Frage?
Nicht, nicht dass ich erwarte, dass du das überhaupt noch beantworten kannst. Und das ist eben der Punkt ... deshalb die Anregung: Intensiv ausprobieren
Glaubst du, dass ein Psychologe oder sonst jemand dir das besser beantworten kannst als du selbst, wenn du es tatsächlich ausprobierst?
Vielleicht hättest du dann auch mehr, was du dem Psychologen sagen könntest, was dich wirklich weiter bringen würde.