Wer bin ich wirklich?
Wer bin ich wirklich? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Michelle_Engelhardt
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 16 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Wir sollten uns selber und unsere eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen!!
Das machen aber leider total viele um den Schein der "heilen Welt" zu bewahren, aus Rücksicht auf andere, wegen Zukunftsängsten. Sicher ist das alles ehrenwert, aber total verkehrt, denn man selbst bleibt dabei auf der Strecke. Oft ist es eine lange und qualvolle Zeit, bis man endlich zu dieser Erkenntnis kommt.

LG
Michelle
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Lina
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 17 im Thema

Beitrag von Lina »

Karoline hat geschrieben: Mo 30. Jan 2017, 00:32 Hallo Lina,

danke für deine Antwort. Daran mich im Urlaub an die Rolle als Frau heranzutasten habe ich auch schon gedacht und es haben ja schon einige hier im Forum gemacht. Außerhalb des normalen Umfelds ist es sicherlich einfacher. Und wenn ich es komplett verbocke, kennt mich da keiner (smili).

Nach der ersten Euphorie werde ich das Tempo erstmal ein wenig drosseln und die Dinge ruhiger angehen lassen.

Danke für Eure Unterstützung!
Liebe Grüße,
Karoline
Ich glaube nicht, dass du ganz verstanden hast, was ich vorschlage. Ich spreche nicht von vorsichtig herantasten, sondern konkret und geplant eine Art "Alltag in Kompaktversion" - wo du wirklich ausprobierst, was es ist worauf du dich reinlässt. Mit täglichen Challenges - mehr oder weniger wie in einem Dokusoap. Z.B. "an Tag "X" fange ich mit mindestens drei komplett Unbekannte an und beurteile hinterher, wie es sich anfühlte".
Oder "an Tag "Y" treffe ich mich zum Kaffeetrinken in einem Mainstream Café, "und am Tag "Z" erledige ich etwas bei einer Behörde". Und z.B. mehrmals testen, wie schnell du dich ausgehfertig, mit dem Maß an Passing, den du anstrebenswert findest und dann tatsächlich ausgehen. Wie du siehst hat alles was ich vorgeschlagen habe, einerseits mit solchen Elementen von zwischenmenschlicher Interaktion, die du erleben wirst, andererseits auch mit der Bewegungsfreiheit, die du als TG in der Gesellschaft hast. Und da haben wir noch gar nicht andeutungsweise vom Berufsleben gesprochen. Ich weiß, dass jemand - ob es nun in diesem Thread war oder wo anders ist egal - angedeutet hast, das die soziale Rolle als Mann oder als Frau nicht einer der wichtigsten Sachen wäre. Das ist aber Unsinn. Das Leben besteht zu 90% aus Interaktion mit anderen Menschen, es sei denn man hat sich zurückgezogen als Einsiedlerin oder TrapperIn in der sibirischen Taiga oder in Nord-Kanada. Da wäre es vermutlich auch nicht mehr so wichtig, ob du Mann oder Frau bist - wenn du eh nur andere Menschen treffen würdest ein mal im Jahre, wenn du Pelze verkaufst und Vorräte einkaufst. Im Wald wo niemand dich sieht, niemand mit dir redet würde es nur noch einen Unterschied in deiner inneren Vorstellungs- und Gefühlswelt machen.

Das Scenario, wovon ich rede und was jede(r) von uns erlebt ist genau das Gegenteil. Es besteht weitestgehend aus Interaktionen mit anderen Menschen. Man sendet bewusst und unbewusst Signale aus. Vom gesprochenen Wort bis zu den feinsten Details in der Körpersprache. Und man bekommt was zurück. Das was zurück kommt kann höchst unterschiedlich sein, u.a. abhängig davon, ob du als Mann oder als Frau da bist.
Nun, meine Fragen an dich sind dann: Hast du selber eine Ahnung, was es für dich bedeuten wird, eine Frau - im sozialen Sinne - zu sein? Ich sage das immer so, weil eines ist das körperliche Wahrnehmung, die mit Sicherheit ganz anders ist nach HRT und GaOP, aber davon bekommen die vielen Menschen mit denen wir täglich zu tun haben nichts mit. Und wenn hier von Problemen berichtet wird gehen die im Wesentlichen um Situationen, wo sie mit anderen Menschen zu tun haben und seltener um ihr eigenes Körpergefühl. Die Frage ist also anders ausgedrückt, bist du genau das was du sein willst und fühlst dich völlig richtig in der Rolle als Frau, wenn du mit andren Menschen zu tun hast? Was für eine Person, was für eine Frau willst du für andere sein, das ist die Frage?
Nicht, nicht dass ich erwarte, dass du das überhaupt noch beantworten kannst. Und das ist eben der Punkt ... deshalb die Anregung: Intensiv ausprobieren
Glaubst du, dass ein Psychologe oder sonst jemand dir das besser beantworten kannst als du selbst, wenn du es tatsächlich ausprobierst?
Vielleicht hättest du dann auch mehr, was du dem Psychologen sagen könntest, was dich wirklich weiter bringen würde.
Simone 65
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 18 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Hallo Lina . Danke für Deinen Beitrag. Ja das rausgehen , mit anderen Menschen reden, oder nur im Cafe etwas bestellen. An der Tankstelle tanken und bezahlen. Für viele ist das nicht machtbar. Was besonders ist für viele mit der Bahn , mit ÖPNV zu fahren.
Lina das tägliche Leben muss als Frau gelernt werden.
Aber das mit dem Tag X , da hast du recht.
LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 19 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Daran mich im Urlaub an die Rolle als Frau heranzutasten habe ich auch schon gedacht
Ich habe das im letzten Jahr gemacht und was ich feststellen musste, waren Veränderungen in meinem Denken und Handeln bez. Trans eingetreten sind. Ein paar Tage "spielte" ich das Frausein mehr, als das ich es wirklich lebte, aber je länger ich unterwegs war, um so mehr ging es in einen "normalen" Tagesablauf über. Da wurde mir z.B. die Perücke zu viel und ich begann ein Leben als Frau zu leben. Das war etwas ganz anderes. Es hat mir zwar noch keine endgültige Klarheit gegeben, aber es wurde mir sehr deutlich, dass es mir nicht nur um Weiblichkeit leben, sondern auch um das Frausein an sich geht. Ich stecke noch irgendwo dazwischen. Aber hierzu möchte ich noch eine Phase als Frau leben, vielleicht sogar noch dieses Jahr.

Ich denke, es ist wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen und für Entscheidungen sich Zeit zu geben. Ich brauche dafür ein ruhigen inneren Zustand. Aus einer verzweifelten Situation entstehen verzweifelte Entscheidungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese für einen langen Zeitraum tragen, ist zweifelhaft.

Deshalb glaube ich, ist es gut, wenn man sich an sein mögliches Frausein heran tastet. Aber ein bis zwei Wochen en femme sind dafür Minimum. Ich habe vor langer Zeit einmal gelesen, dass ein Manager eines Großkonzerns für die Einstellung seiner engsten Mitarbeiter sie auf einen Segeltörn über zwei Wochen mitnahm. Seine Begründung lautete: eine Woche kann man sich verstellen, dann kommt das Wesen heraus. Ich kann das nur bestätigen. Bei mir hat es auch eine Woche gedauert, bis sich Veränderungen im Denken eingestellt haben, die für mich nachhaltig waren.

Ich wünsche Dir auch eine solche Zeit.
Viele Grüße
Vicky

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ab08
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 20 im Thema

Beitrag von ab08 »

Tabea hat geschrieben: Fr 3. Feb 2017, 06:52Man ändert, zumindest sehe ich das so, wenn man sagt man ist TS und sich so outet sein komplettes Leben.
Gerade wenn man sich in der Familie und im Job geoutet hat und dann nach 3 Monaten oder so einen Rückzieher macht wirkt das
schon recht seltsam. Vielleicht bin ich mit meiner Sicht auch etwas extrem aber ich sehe das so.
Danke, Bea,

daher halte auch ich "Zeit lassen" und "genau überlegen" für sehr, sehr wichtig!

Liebe Grüße
Andrea

@all
Nachtrag:
Bei mir sind es fast 10 Jahre seit dem CO. - Ich bin glücklich. - Jeder Schritt kam erst, als es unvermeidlich war. - An Rückzieher dachte ich nie.
ABER sowohl beruflich, als auch privat, änderte sich einiges. - Und es dauerte, bis sich Verhältnisse wirklich "normalisierten". -
Alles verlief positiv, Beziehungen blieben, aber mein soziales Gefüge (Bin eben eine Frau und lebe auch so!) änderte sich stark.
-> Im Vergleich zu diesen Veränderungen war die GAOP eine Kleinigkeit....
Zuletzt geändert von ab08 am Fr 3. Feb 2017, 13:57, insgesamt 5-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Astrid
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 21 im Thema

Beitrag von Astrid »

Danke Tabea,

ich sehe das, was Du schreibst, sehr ähnlich.

Tabea hat geschrieben: Fr 3. Feb 2017, 06:52 ...
Gerade wenn man sich in der Familie und im Job geoutet hat und dann nach 3 Monaten oder so einen Rückzieher macht wirkt das
schon recht seltsam.
...
Allerdings sollte man die Fähigkeit zu Verständnis und Mitgefühl bei seinen Mitmenschen nicht unterschätzen.
Ein Kollege meinte neulich zu mir: "Ich hätte nie gedacht, daß Du das so lange durchhälst." Selbst wenn ich meinen nun mittlerweile ein dreiviertel Jahr andauernden "Alltagstest" abgebrochen hätte, weil ich z.B. festgestellt hätte, daß es doch nicht das Richtige für mich ist, wäre es scheinbar doch für die Außenstehenden verständlich gewesen.

Dieser von mir selbst verordnete Alltagstest hat mir allerdings einige wichtige Erkenntnisse geliefert. Auch die, daß ich die komplette Rolle der Frau, auch wenn ich mir immer gewünscht habe, als Frau geboren worden zu sein, niemals ausfüllen kann.
Sehr wichtig ist auch die Erkenntnis, daß aber ein offenes Leben als Transgender "zwischen den Geschlechtern" möglich ist, auch wenn dies in vielen sozialen Situationen belastend sein kann. Bis jetzt habe ich sie noch alle gemeistert, womit sich die Selbstsicherheit immer weiter gesteigert hat.
So ist aus dem Alltagstest mittlerweile Alltag geworden - und ich fühle mich gut dabei.

Liebe Grüße - Astrid
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 22 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Astrid,
Sehr wichtig ist auch die Erkenntnis, daß aber ein offenes Leben als Transgender "zwischen den Geschlechtern" möglich ist, auch wenn dies in vielen sozialen Situationen belastend sein kann.
Dieses Thema würde mich sehr interessieren, da ich derzeit davon ausgehe, dass mich das in ähnlicher Weise betrifft und, wie ich glaube, auch ganz gut hier her passt. Magst Du uns davon ein wenig erzählen ?
Viele Grüße
Vicky

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Astrid
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 23 im Thema

Beitrag von Astrid »

Ich möchte mal versuchen, das mit wenigen Worten zu erläutern, ohne auszuschweifen.

Ich habe über das letzte Jahr hinweg einen für mich und auch meine Frau gangbaren Weg entwickelt, meine Geschlechtsidentität, die ich als eher weiblich empfinde, offen leben zu können.
Und wie Tabea auch schreibt, zuerst hatte ich das Coming-Out in der Familie über Gespräche, später dann in dem Betrieb, in dem ich arbeite. Dort habe ich nicht das Gespräch gesucht, sondern bin einige Monate körperrasiert, geschminkt und mit Nagellack erschienen und schließlich dann an einem Tag im letzten Mai abrupt komplett in Frauenkleidung. Nicht klischeehaft weiblich gekleidet, sondern alltagstauglich, aber eindeutig. Das hat freilich eine Menge Tam Tam gegeben im Betrieb, aber das war mir vorher klar, da mußte ich durch (ohne therapeutische Unterstützung hätte ich das wohl nicht gepackt).
Soweit die Vorgeschichte.

Mein Stand heute: Ich trage nur noch weibliche Kleidung und die Akzeptanz unter den Kolleginnen/Kollegen und Vorgesetzten ist nach meinem Empfinden außerordentlich hoch, zumindest in direktem Kontakt mir gegenüber. Alles wie normal.
Der Haken ist aber der: Niemand nimmt mich als Frau war, zumindest denke ich das. Niemand fragt mich - bei allem Verständnis - ob ich als Frau angeredet werden möchte. Und mir selber wäre es zugegeben komisch, wenn es tatsächlich jemand täte.
Und genau da liegt der Widerspruch, den ich selbst noch nicht begreife: Ich bin froh, endlich vom Mannsein weggekommen zu sein, aber bin irgendwie noch nicht auf der anderen Seite angekommen und vielleicht will ich es auch garnicht, oder kann es (noch) nicht, weil ich Angst davor habe.

Wie gesagt, ich (und meine Mitmenschen wohl auch) sehe mich im Moment zwischen den Stühlen sitzend, kann aber noch von dem Freiheitsgefühl zehren und fühle mich gut. Problematische Situationen sind im alltäglichen Leben eher in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Ich bin ja auch nicht bestrebt, ein "Passing" zu betreiben. Dabei würde ich mich künstlich fühlen und es eher anderen, als mir selbst recht machen. Allerdings falle ich so natürlich schnell auf, was mir je nach mentaler Verfassung mal leichter, mal schwerer fällt.
Mein Fazit im Moment: Die Kleidung allein macht noch keine Frau, hilft mir aber von dem wegzukommen, was ich mit Sicherheit nicht bin - ein Mann.

Nu ist's doch ein bissel lang geworden, aber es hilft auch mir, mal wieder ein wenig drüber gesprochen zu haben.
Falls noch Fragen da sind, fragt einfach.

Liebe Grüße - Astrid
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 24 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

100% Mann und 100% Frau sind m. E. nur zwei Extreme, die sowieso kaum jemand erfüllt und von denen sowieso niemand sagen kann, wie die sich eigentlich definieren. Von daher ist zwischen diesen beiden Extremen seeeehr viel Platz, wo jede_r den Platz finden kann, den er_sie für sich als passend empfindet. Wenn man dann entsprechend authentisch auftritt, dann wird man auch eher so angenommen, als wenn der_die Gegenüber spürt, dass man sich selbst nicht wohl in seiner Haut fühlt. Du, Astrid, scheinst deinen Platz ja (zumindest zum jetztigen Zeitpunkt) gefunden zu haben, von daher würde ich auch nicht von "zwischen den Stühlen sitzend" sprechen, denn das hat (für mich) erst mal einen negativen Beigeschmack.
Tabea hat geschrieben:Mein Outing habe ich geplant, vorsichtig im Gespräch mit meinen Vorgesetzten und dann haben wir uns zusammen überlegt wie es für alle am besten
ist — es war aus heutiger sich sehr erfolgreich ohne Stress oder Mobbing.
Kommt mir irgendwie bekannt vor (moin)
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 25 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

@ Tabea

Ich finde, dass ich mich für deine so konstruktiven, sachbezogenen aber auch empathischen Beiträge einfach mal bedanken muss.
Viele von uns haben ja den Weg zum frausein schon hinter uns. Aber all diejenigen die noch zweifeln, zaudern oder harren, können aus deinem Geschriebenen sehr viel für sich herauslesen.
Deshalb liebe Tabea nochmals Danke. (moin) (moin)
LG
Christina
Karoline

Re: Wer bin ich wirklich?

Post 26 im Thema

Beitrag von Karoline »

Hallo,

ich weiß, dass ich für einen längeren Zeitraum von zwei, besser drei Wochen die soziale Rolle einer Frau einnehmen muß, um mir im Klaren zu werden über meine Gefühle, ob ich möglicherweise als Frau leben möchte. Ich schreibe hier bewußt möglicherweise, da ich mir bei einem Nein relativ sicher sein kann, aber ein eindeutiges Ja erwarte ich nach 3 Wochen noch nicht.

Noch bin ich nicht soweit diesen Sprung ins kalte Wasser zu wagen, ich brauche etwas Zeit, bis ich soweit bin. Zur Zeit bin ich auf einer emotionalen Achterbahn, zwischen Euphorie und starkem Zweifel. Ich muss das alles erst einmal verarbeiten. Die letzten zwei Wochen waren emotional für mich richtig heftig.

Vor dem mini Alltagstest möchte zuvor kleinere Schritte machen, um sicherer zu werden. Mir fehlt noch die Selbstsicherheit, um mehrere Wochen durchzustehen. Ich fürchte vorschnell hinzuschmeißen, mich dann in mein Schneckenhaus zurück zu ziehen und dann viel Zeit zu verlieren, bis ich wieder den Mut aufbringe oder es nie mehr angehe.

Liebe Grüße,
Karoline
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 27 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Karoline,
übereile bitte nichts. Du hast ja noch Zeit. Und ganz wichtig. Du musst nicht als Frau leben, sondern willst oder kannst. Müssen bedeutet ja Zwang und zwingen wird dich kein Mensch. Also geh's lieber ruhig an und höre vor allem auf dein Herz.
LG
Christina
ExuserIn-2019-12-18
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Re: Wer bin ich wirklich?

Post 28 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Liebe Karoline,

ich bin sicher nicht der Beste Beraterin, wenn es um solch wichtige und tiefgreifende Dinge geht, wie "will ich für immer eine Frau sein". Aber die Frage "wer bin ich wirklich?" die stellt sich sicher jeder im Laufe seines Lebens mehr als einmal. Ich möchte es etwas abgelöst vom Kontext betrachten, wenn Du erlaubst.
Ich kann mich erinnern, das mich diese wesentliche Frage gerade in meiner Vor- und meiner Pubertät sehr stark beschäftigt hat. Ich habe viele Ausdrucksformen gesucht (Musik, Schreiben, Malen, Rebellieren, Anders sein, etc.) und diese Frage zu klären und mir im Laufe dieser Zeit meine Weltbild zusammengeschustert. Man könnte auch sagen meinen Rahmen gebildet in dem ich die Welt "lebe" und verstehen kann. Solche Dinge, warum gibt es Krieg?, was ist Liebe? gibt es Gott? Warum leben und sterben wir etc. Naja diesen ganzen "Kram" halt. Am Ende habe ich wohl ein Schubladensystem entwickelt und alles irgendwo eingeordnet, um damit umgehen zu können. Dabei muss wohl Trans in die Schublade "Sonstiges" gekommen sein :-) Naja, egal.
Wenn eines der vielen Dinge im Leben, die so passieren, nicht mehr in eine dieser Schubladen passt, habe ich Probleme damit umzugehen. Es liegt mir sozusagen im Weg rum und ich brauche dringend einen Platz dafür, um nicht ständig darüber zu stolpern ... nun gibt es aber Wesentliche Dinge, für die mein Ordnungssystem nicht entwickelt wurde - die habe ich einfach nicht bedacht und schwuppdiwupp bin ich wieder Teenager und beschäftige mich in der Mitte meines Lebens mit wesentlichen Fragen des Seins. Was mir dabei hilft ist das Gleiche was mir früher mit 16 geholfen hat. Ich muss eine neue Schublade "bauen". Das Problem dabei ist, dass ich als junger Mensch noch wenig Zwänge und Bindungen aufgebaut hatte. Heute geht es nicht mehr allein um mich und meine Ängste, sonder mein Tun und Handeln hat Auswirkungen auf andere - daher fühlen wir uns oft beschränkt und nicht frei, sogar eingeengt und manchmal verzweifelt. Ich denke, es ist dann das Beste erst mal das Material für die neue Schublade zu sammeln - meint im Zusammenhang: Erfahrungen sammeln, sich austauschen, Dinge versuchen neutral von vielen Seiten zu betrachten. Erste dann passt eine neue Schublade in mein System ... vielleicht ist es ja bei einigen anderen von Euch ähnlich?

Was will ich Dir damit schreiben? Vielleicht, dass Du im rahmen Deiner Möglichkeiten erst mal das Material für Deine Schublade suche solltest .... Ausgehen, Erfahrungen sammeln, mit anderen sprechen ... huch, das tust Du ja bereits ... ich glaube Du bist da schon auf dem richtigen Weg. (ki)

Viel Erfolg und weiter so! Ich hoffe das war jetzt nicht ganz am Thema vorbei ....

VanessaL
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