Hallo, Guten Abend zusammen,
zuallererst an Jaqueline: Es wäre aus meiner Sicht kein guter Ansatz, wenn du aus Rücksicht auf ein 'allgemeines Wohlbefinden' Aspekte, Themen, Fragen oder Ansichten ausklammern würdest. Es ist eine ziemlich positive Eigenschaft dieser Gruppe, dass nicht alles und jedes mit rosa Zuckerguss überkleistert wird und die Teilnehmer_innen sich nicht ständig mit der Beschreibung unendlicher Problemlosigkeit gegenseitig zu überbieten versuchen (was m.E. letztlich nur dazu führen würde, dass auch noch aus der eigenen Gruppe heraus ein Entsprechungs- oder Erfolgsdruck aufgebaut würde, weil man sich selbst wohl fragen müsste, ob man für das eigene Glück einfach zu blöd ist).
Zum Beitrag von Anne-Mette: Wir sind weit vom Ideal einer Gesellschaft entfernt, in der sich jeder Mensch entsprechend seiner Eigenschaften optimal entfalten kann; gesellschaftliche Regulierungen und Normierungen stehen dem noch viel zu oft im Weg. Und zwar absolut nicht nur trans* betreffend. Und Ja, es tut weh, den Zuckerguss abzukratzen und zu erkennen, dass längst nicht alles in Ordnung ist. Aber ich sehe wirklich nicht, dass grade du zu den Menschen mit einem großen Zuckerpinsel gehören würdest. Es kommt vielmehr sehr deutlich heraus, dass du Schilderungen anderer Lebensrealitäten als deiner eigenen zu verstehen versuchst und, ganz wichtig, dass du sie ernst nimmst.
Und was das 'Verändern' angeht: Wir sind dabei, arbeiten daran und wir schaffen auch was. Aber es wird dauern. Wenn man das Beispiel von der transsexuellen Mitarbeiter_in, in zumindest oberflächlicher Kenntnis der handelnden Personen, durchdenkt, sieht es für mich eher so aus, als würde es die Chance geben, dass um eine gute Lösung gerungen würde, anstatt den 'einfachsten' Weg zu wählen (weil er für verantwortungsbewusste Menschen eben nicht der einfachste Weg ist).
Also: Alkohol löst keine Probleme! Buttermilch allerdings auch nicht

Ich glaube, dass die Richtung stimmt und wir weitermachen müssen. Jede_r so gut wie es geht. Wir werden es leider nicht erleben, dass Hautfarbe, Nationalität und Geschlecht bei der Beurteilung von Menschen eine genauso wichtige Rolle spielen wie die Schuhgröße, aber wir arbeiten daran.
Habt es gut, macht es besser
Marielle
PS: Zum Tankstellenthema: Den 'Gegner' greifen wir am besten an seiner empfindlichsten Stelle an: dem Umsatz. An einer Tankstelle um die Ecke habe ich vermutlich die ganze Kassen-Belegschaft durch, die gucken nicht mehr. Wir fahren alle dort tanken und schreiben der anderen Tankstelle eine erhellende Mail:
"Guckst du, tank ich .... woanders."