Hey eilinfox,
auch wenn ich nicht direkt angesprochen bin, bin ich mal so frei zu antworten...
Es gibt haufenweise Dinge die Männer und Frauen unterscheiden (können!). Ich beschränkte mich mal auf Dinge die von Außen wahrnehmbar sind... Gehirnmasse wiegen oder die Größe der Blase vergleichen ist etwas unpraktikabel im Alltag.
Neben den Primären Geschlechtsmerkmalen (Penis/Vagina), die im Alltag wenig hilfreich sind, weil man die üblicherweise nicht sieht, gibt es die Sekundären:
- Brüste
- Körperform/-proportionen: Frauen Tendenz zur Sanduhr, Männer zum V, Männer größer, Männer höherer Muskelanteil an der Gesamtmasse, Frauen höheren Fettanteil. Männer haben eher kantige Gesichtskonturen im Gegensatz zu Frauen. Irgendwo habe ich gelesen, dass wohl die länge der Unter- oder Oberarme sich auch unterscheiden soll und dass wohl neben der Form des Beckens auch die Stellung des Beckens etwas unterschiedlich sein soll.
- Kopfbehaarung: Männer haben einen eher M-Förmigen Haaransatz, Frauen einen bogenförmigen. Selbst bei Testosteronbedingen Haarausfall bei Frauen stellt sich dieser üblicherweise eher diffus bzw. am Scheitel beginnend dar, während er bei Männern an den Geheimratsecken beginnt. Die Höhe des Haaransatzes ist anscheinend tatsächlich bei Frauen höher als bei Männern, aber durch die unterschiedliche Form entsteht der Eindruck er wäre bei Männern höher.
- Körperbehaarung: Männer haben mehr und kräftigere dunkle Terminalhaare, am deutlichsten ist dies im Gesicht zu erkennen, wo Männer Koteletten und Bart haben, Frauen eher nicht. Davon abgesehen ist wohl die Verteilung und Wuchsform der Haare etwas anders... da habe ich mich im Detail aber nie so mit befasst...
- Haut: Männer haben dickere und robustere Haut als Frauen, die eine dünnere und zartere Hat haben.
- Stimme: Ganz viel... Höhe, Modulation, Redefluss, Wortwahl, Ausdruck, Themenwahl...
Und dann gibt es die tertiären Geschlechtsmerkmale:
- Kopfhaar: Frauen lang, Männer kurz, bzw. wenn lang, dann auf einige wenige Frisurtypen beschränkt.
- Makeup
- Körperhaltung: Habe da irgendwo eine interessante Analyse von Werbeplakaten gesehen, wo heraus kam, dass Frauen üblicherweise mit einer sehr "instabilen" Pose dargestellt werden. Aber auch sonst, Frauen und Männer stehen und sitzen unterschiedlich.
- Bewegung: Männer und Frauen bewegen sich unterschiedlich. Sei es beim laufen, Gestikulieren beim Reden, Tanzen, lachen, Händeschütteln... es gibt viele feine Unterschiede.
- Kleidung... muss ich glaub nicht näher ausführen.

- Beruf, auch das spielt eine Rolle. Wenn jemand von einer Person erfährt, die im Kindergarten arbeitet, stellt sich erstmal das Bild einer Frau ein, ist die Person Manager, vermuten wir erstmal einen Mann.
- Namen: "Nomen est Omen" hieß es schon im Lateinunterricht. Steht mir ein Mensch gegenüber, der "Herbert" heißt, fällt es mir schwerer mir darunter eine Frau vorzustellen als bei einem Menschen mit Namen "Sabrina".
... und zehntausend Dinge die ich vergessen habe oder die mir selbst nicht bewusst sind.
Und um nun alle die sich wegen irgendetwas in meiner Auflistung aufregen wieder zu beruhigen: Das sind alles "typische" Unterschiede.
In meiner Klasse früher war ein Mädchen, dass größer war als ich, breitere Schultern hatte, mindestens mal das doppelte meiner Muskelmasse, kleine Brüste (kenne da so manche Männer die oben rum mehr haben), auch eher kantige Gesichtszüge... sie hat Unterwasserrugby gespielt. War aber dennoch eindeutig als Mädchen zu erkennen. Warum? Es kommt am Ende auf das Gesamtbild drauf an. Und da spielt auch das Geschlecht mit dem man sich identifiziert eine Rolle. Stellt sich mir jemand als Mann vor, bin ich offener für alle Signale die "männlich" sagen. Stellt sich mir jemand als Frau vor, bin ich für die "weiblich" Signale offener. (Sofern die Vorstellung erfolgt, bevor ich mir ein Bild gemacht habe...)
Und bei beiden Geschlechtern gibt es in allen Merkmalen eine große Bandbreite... so sind die Gesichtszüge der Frauen, die am männlichsten sind, männlicher als die Gesichtszüge der Männer die am weiblichsten sind.
Deswegen... ein Mann, der sich ein Kleid und eine Perücke überwirft, rasiert und schminkt, wird höchstwahrscheinlich immer noch als Mann wahrgenommen.
Und jemand der sich stärker mit der Thematik befasst hat wird sicherlich eher in der Lage sein einzelne Dinge die nicht dazu passen bewusst wahrzunehmen. Aber da besteht eben auch die Gefahr, dass man einfach einem Menschen gegenübersteht, der eben nicht in die Norm passt. Und dann ist es halt vielleicht doch einfach eine Frau, die die große Hände hat, oder mit einem Adamsapfel gesegnet ist (auch das gibt es...).
So, das wäre mein Senf.
Liebe Grüße,
Cara
P.S.: Nachdem ich nochmal gegoogelt habe, scheine ich manche Tertiären Geschlechtsmerkmale fälschlicher Weise zu den Sekundären gezählt zu haben... aber egaaal.
